Nikolai Alexandrowitsch Kosyrew

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Nikolai Alexandrowitsch Kosyrew (russisch Николай Александрович Козырев, engl. Transkription Nikolay Kozyrev;) (* 20. Augustjul./ 2. September 1908greg. in Sankt Petersburg; † 27. Februar 1983 in Leningrad) war ein sowjetischer Astronom.

1936 wurde er inhaftiert und später deportiert (in den GULAG-Lagern verbrachte er einige Jahre, bis 1946).

Den wichtigsten Schwerpunkt seiner Forschung bildete der Erdmond, auf dem sich Kosyrew auf mögliche Anzeichen vulkanischer Aktivität konzentrierte (Lunar Transient Phenomena). In den Jahren um 1955 untersuchte er als Erster die Lumineszenz der Mondoberfläche (Methode der Restintensität und bei Mondfinsternissen) und konnte beim Mondkrater Aristarch die außergewöhnliche Helligkeit durch die Wirkung solarer Korpuskularstrahlung erklären.

Nach Hinweisen von D. Alter (1956) beobachtete er u. a. auch regelmäßig den Mondkrater Alphonsus mittels spezieller Spektrogramme. Im November 1958 entdeckte er auf dem Kraterboden dieses zentral gelegenen Ringgebirges und beim Zentralberg vulkanische Leuchterscheinungen.

Dies war eine wissenschaftliche Sensation und gab der Hypothese, wonach viele Mondkrater durch Vulkanismus entstanden sein könnten, neuen Auftrieb. Spätere Untersuchungen zeigten aber, dass die häufigste Ursache Meteoriteneinschläge seit dem Großen Bombardement vor 4 Mrd. Jahren sind.

Nikolai Kosyrew zu Ehren hat die Internationale Astronomische Union (IAU) 1997 den südsüdöstlich des Kraters Carver gelegenen Mondkrater Carver K in Kozyrev umbenannt.[1] Auch der Asteroid (2536) Kozyrev wurde nach ihm benannt.

Kosyrew-Spiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine von Esoterik-Anhängern verwendete Vorrichtung (ein einfache Aluminiumröhre)[2] namens „Kosyrew-Spiegel“ (auch in der englischen Schreibweise Kozyrev-Spiegel geläufig) wird mit Kosyrew in Verbindung gebracht.[3] Der Kosyrew-Spiegel soll hierbei Tore zu Raum und Zeit öffnen können, Telepathie ermöglichen oder Kontakt zu Außerirdischen realisieren.[3][4] Kosyrew selbst hatte den Spiegel weder erfunden, noch in irgendeiner Form beschrieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Sadil: Blickpunkt Mond. Urania-Verlag, Leipzig/Berlin 1962

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. USGS Astrogeology Science Center: Planetary Names: Crater, craters: Kozyrev on Moon
  2. Bernd Kramer: Kozyrev-Spiegel: Masterarbeit an der Viadrina Uni belegt Hellsehen. DER SPIEGEL, 7. Mai 2012, abgerufen am 23. Februar 2020.
  3. a b Sebastian Herrmann: Zu tief in die Röhre geschaut. In: Süddeutsche Zeitung. 12. Juni 2012, abgerufen am 23. Februar 2020.
  4. Edzard Ernst: Professor Harald Walach, pseudo-scientist of the year. 21. Oktober 2012, abgerufen am 23. Februar 2020 (britisches Englisch).