Nikolaus Blome

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Nikolaus Blome (2019)

Nikolaus Hermann Blome (* 16. September 1963 in Bonn) ist ein deutscher Journalist, Kommentator und Autor.

Seit September 2020 ist er Ressortleiter Politik und Gesellschaft in der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL Deutschland[1] sowie Online-Kolumnist beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Er war bis Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung und verantwortlich für das Politik- und Wirtschaftsressort.[2] Zuvor war er von 2013 bis 2015 als Leiter des Hauptstadtbüros Mitglied der Chefredaktion des Spiegel. Von 2011 bis 2013 war er schon einmal stellvertretender Chefredakteur bei Bild.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolaus Blome ist der jüngste Sohn des 1998 gestorbenen Journalisten und Schulfilmproduzenten Hermann Blome.

Zeitsoldat und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur im Jahr 1983 wurde Blome für zwei Jahre Zeitsoldat bei der Bundeswehr, zuletzt im Rang eines Obergefreiten.[3] Davon leistete er 15 Monate Dienst im NATO-Hauptquartier SHAPE in Mons (Belgien). Von 1985 bis 1989 studierte er Geschichte mit den Nebenfächern Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und am Institut d’études politiques de Paris.[4] 1989 schloss er das Studium in Bonn mit dem Magister Artium (M. A.) ab.[5]

Anfang der 1980er Jahre absolvierte er ein Praktikum bei der Rheinischen Post.[6] Von 1990 bis 1991 absolvierte er die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.

Journalistischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blome arbeitete von 1991 bis 1993 als Wirtschaftsredakteur beim Tagesspiegel in Berlin und von 1995 bis 1997 als Korrespondent für Regionalzeitungen in Brüssel.

Danach wechselte er zum Axel-Springer-Konzern. Dort war er von 1997 bis 1999 Ressortleiter für Außenpolitik bei Die Welt und von 1999 bis 2001 Büroleiter der Zeitung in Brüssel. Er wurde im Mai 2001 stellvertretender Chefredakteur der Welt in Berlin und leitete ab 2002 die Ressorts Innenpolitik und Parlamentsbüro. Seit August 2006 war Blome (gemeinsam mit Rolf Kleine) Leiter des Hauptstadtbüros der Bild. Im Mai 2011 wurde er stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wirtschaftsressorts.[7]

Am 15. Oktober 2013 wechselte Blome zum Spiegel-Verlag, wo er als stellvertretender Chefredakteur des Spiegel und von Spiegel Online die Leitung des Hauptstadtbüros übernahm.[8] Die Personalie war unter den Mitarbeitern des Spiegel sehr umstritten.[9][10][11] Auch die Herausgeber des Spiegels waren unterschiedlicher Meinung: Franziska Augstein kritisierte die Entscheidung, während ihr Bruder Jakob sich für die Berufung Blomes einsetzte.[12] Der designierte Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner kündigte ihn seinerzeit als „einen der profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands“ an.[13] Am 20. Mai 2015 teilte die Spiegel-Verlagsgruppe mit, Nikolaus Blome werde das Unternehmen „im gegenseitigen Einvernehmen“ verlassen.[14]

Am 13. November 2015 gab der Axel-Springer-Verlag bekannt, dass Nikolaus Blome als Nachfolger von Béla Anda ab Dezember 2015 erneut stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung werde. Außerdem übernehme er die Verantwortung für das Politik- und Wirtschaftsressort.[15] Blome verließ die Bild-Zeitung im Herbst 2019.[2] Seit Mai 2020 ist Blome Online-Kolumnist beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel; in seiner Kolumne Jetzt erst recht(s) kommentiert er aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus einer konservativen Perspektive, die beim Spiegel bis 2019 von Jan Fleischhauer vertreten wurde.[16] Im August 2020 gab RTL Deutschland bekannt, dass Blome künftig das Ressort Politik und Gesellschaft in der Zentralredaktion der Mediengruppe leiten werde. Blome war bereits seit Mai politischer Kommentator für RTL und ntv. Zu seinem Stellvertreter wurde der langjährige Redaktionsleiter des RTL-Nachtjournals, Christian Berger, berufen.[17]

Blome ist seit 2013 Mitglied der Jury des Theodor-Wolff-Preises.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blome ist verheiratet. Er hat zwei Söhne und eine Tochter.[18]

Medienauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blome tritt regelmäßig in der Öffentlichkeit auf, meist als Gast in Talkshows zu aktuellen Themen. Bekannt wurde er in diesem Zusammenhang vor allem als Befürworter des damaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg in den Sendungen Maybrit Illner,[19] Hart aber fair[20] und Menschen bei Maischberger.[21] Er trat zudem als Vertreter der Bild-Zeitung während der Wulff-Affäre unter anderem bei Günther Jauch auf.[22]

Der Fernsehsender Phoenix entwickelte das Format Augstein und Blome mit dem Journalisten und Verleger Jakob Augstein. Es wurde von Januar 2011 bis August 2020 jeden Freitag ausgestrahlt. Dort argumentierten die beiden mit jeweils linken (Augstein) und liberal-konservativen (Blome) Positionen.[13] In der Sendung vom 3. Mai 2019 bezeichneten sich Augstein und Blome selbst als "Linker" und "Rechter". Zitat Blome: "Wenn Sie (Augstein) ein Linker sind, bin ich ein Rechter".[23] Auf der Grundlage der Gespräche erschienen mehrere Bücher, die laut Augstein „Gesprächssimulationen“ sind.[24]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nikolaus Blome – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RTL-Zentralredaktion: Blome wird Ressortleiter. In: SZ.de. Süddeutscher Verlag, 10. August 2020, abgerufen am 22. August 2020 (dt).
  2. a b Süddeutsche Zeitung: Kündigung - Nikolaus Blome verlässt "Bild". Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  3. Blomes Blütenblatt. In: Wirtschaftsjournalist, 18. Dezember 2007. Abgerufen am 19. Februar 2012.
  4. https://www.youtube.com/watch?v=Am5BllZDMWk vom 6. Dezember 2012, Aussage bei Minute 3:15, abgerufen am 12. Februar 2013
  5. Prämierter Text (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive). Website des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger. Abgerufen am 19. Februar 2012.
  6. Johannes Altmeyer: Der Grenzgänger. In: politik & kommunikation, 1. Juni 2009.
  7. „Bild“-Multitasker. Nikolaus Blome steigt in Chefredaktion auf. Spiegel Online, 16. Mai 2012. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  8. Impressum: Nikolaus Blome
  9. Johannes Boie; Claudia Fromme: Wechselsturm in Hamburg, Süddeutsche Zeitung, 23. August 2013, abgerufen am 25. August 2017
  10. Ursula Rüssmann: Blome-Personalie sorgt für Aufruhr, Frankfurter Rundschau, 23. August 2013, abgerufen am 25. August 2017
  11. Spiegel: Büchner und Blome vs Spiegel-Mitarbeiter KG befüllen oder reinigen In: Berliner Zeitung vom 26. August 2013. Abgerufen am 26. August 2013
  12. Franziska Augstein wettert gegen Bruder Jakob„Bild“-Mann Blome sorgt für Geschwister-Streit beim „Spiegel“. in: Focus, 23. August 2013.
  13. a b Kai-Hinrich Renner: „Spiegel“-Ressortleiter lehnen Blome ab. In: Die Welt, 26. August 2013.
  14. Nikolaus Blome verlässt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL – Pressemitteilung. Website der SPIEGEL-Gruppe. Abgerufen am 20. Mai 2015.
  15. Presseinformationen: BILD-Personalien 13. November 2015
  16. Nikolaus Blome wird neuer SPIEGEL-Kolumnist. Abgerufen am 30. April 2020 (deutsch).
  17. RTL-Zentralredaktion: Blome wird Ressortleiter. In: SZ.de. Süddeutscher Verlag, 10. August 2020, abgerufen am 22. August 2020 (dt).
  18. Die Welt stellt sich vor. In: Die Welt, 23. November 1999.
  19. Sendung Maybrit Illner vom 24. Februar 2011: „Meinungskrieg um Guttenberg“
  20. Sendung Hart aber fair vom 23. Februar 2011: „Der Fall des Superstars – wer glaubt noch den Politikern?“
  21. Sendung Menschen bei Maischberger vom 1. März 2011: „Der Baron dankt ab – Der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg“
  22. Sendung Günther Jauch vom 18. Dezember 2011: „Die 500.000 Euro Frage: Ist Christian Wulff noch der richtige Bundespräsident?“
  23. Augstein und Blome vom 03.05.19 "AUFRUHR IN KONSENS - DEUTSCHLAND: DARF MAN NICHT MEHR RECHTS SEIN?" Abgerufen am 9. Februar 2020 (deutsch).
  24. Von der Kraft des Streitgesprächs, in: Journalist, 6/2019, S. 20.
  25. Nikolaus Blome, 2007 (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive), Webseite des Theodor-Wolff-Preises, abgerufen am 26. August 2013.
  26. Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik – Förderpreisträger. Website der Ludwig-Erhard-Stiftung. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  27. Deutsch-Französischer Journalistenpreis – Preisträger nach Kategorien (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive). Website des Deutsch-Französischen Journalistenpreises. Abgerufen am 7. Januar 2012.