Nikolaus II. (Russland)

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Nikolaus II. (russisch Николай II; gebürtig Nikolaus Alexandrowitsch Romanow, russisch Николай Александрович Романов; * 6. Maijul./ 18. Mai 1868greg. im Alexanderpalast, Zarskoje Selo; † 17. Juli 1918 in Jekaterinburg) aus dem Herrschergeschlecht Romanow-Holstein-Gottorp war der letzte Kaiser[1] bzw. Zar des Russischen Reiches. Sein offizieller Titel lautete Zar Nikolaus II., Kaiser und Autokrat aller Russen.

Er regierte vom 1. November 1894 bis zu seiner Abdankung am 15. März 1917 infolge der Februarrevolution. Durch sein Festhalten an der autokratischen Politik seiner Vorgänger und fehlender Bereitschaft zu demokratischen Reformen, hatte Nikolaus maßgeblichen Anteil am Zusammenbruch der russischen Monarchie während des Ersten Weltkriegs.

Nach seiner Abdankung wurde er gemeinsam mit seiner Familie interniert und in der Nacht auf den 17. Juli 1918 von den Bolschewiki in Jekaterinburg ermordet.

Am 20. August 2000 wurden Nikolaus und seine Familie aufgrund ihres Märtyrertodes von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Nikolaus II. (um 1909)

Herkunft und Jugend[Bearbeiten]

Nikolaus (li. stehend) mit seinen Eltern und den Geschwistern Georgi u. Xenija (1878)

Nikolaus Alexandrowitsch Romanow wurde am 18. Mai 1868[2] im Alexanderpalast von Zarskoje Selo geboren. Er war der älteste Sohn von Zarewitsch Alexander, des späteren Zaren Alexander III., und dessen Gemahlin Maria Fjodorowna (geborene Dagmar von Dänemark). Per Geburt erhielt Nikolaus den traditionellen Titel eines „Großfürsten von Russland“ (russ. Welikij Knas).

Als Mitglied des Herrscherhauses Romanow-Holstein-Gottorp bestanden, wie im 19. Jahrhundert üblich, Verwandtschaftsverhältnisse zu zahlreichen europäischen Fürstenhäusern. Väterlicherseits war Nikolaus ein Enkel des regierenden russischen Zaren Alexander II. und Marija Alexandrowna (geborene Marie von Hessen-Darmstadt), mütterlicherseits war er ein Nachkomme des dänischen Königs Christian IX. und Louises von Hessen-Kassel. Die alljährlich stattfindenden Besuche bei den Großeltern am dänischen Königshof in Fredensborg dienten als regelmäßige Familientreffen mit den deutschen, britischen, griechischen und dänischen Verwandten. Aufgrund seiner vornehmlich deutschen, als auch russischen und dänischen Herkunft war Nikolaus ein Cousin des späteren britischen Königs Georg V., des norwegischen Königs Haakon VII., des dänischen Königs Christian X. sowie des griechischen Königs Konstantin I. Weiterhin war er ein Cousin zweiten Grades des Deutschen Kaisers Wilhelm II.

Nikolaus hatte fünf jüngere Geschwister: Alexander (1869–1870), Georgi (1871–1899), Xenija (1875–1960), Michail (1878–1918) und Olga (1882–1960) mit denen die Familie meist im Sankt Petersburger Anitschkow-Palais residierte. Im Hinblick auf Herkunft und Status ihrer Kinder, legte Maria Fjodorowna großen Wert auf eine häusliche, durch Einfachheit und Bescheidenheit gekennzeichnete Erziehung. Das Zusammenleben innerhalb der Familie wurde als harmonisch und liebevoll beschrieben, weshalb Nikolaus eine sehr enge Familienbindung entwickelte, die er zeitlebens beibehalten sollte.

Thronfolger (1881 bis 1894)[Bearbeiten]

Zarewitsch Nikolaus (1889)

Am 13. März 1881 fiel Alexander II. einem Bombenattentat der linksterroristischen Untergrundorganisation Narodnaja Wolja (Volkswille) zum Opfer. Der zwölfjährige Nikolaus war Augenzeuge, wie sein schwer verletzter Großvater in das Sankt Petersburger Winterpalais gebracht wurde und dort seinen Verletzungen erlag. Dadurch folgte ihm Alexander III. auf den Thron und Nikolaus wurde neuer Zarewitsch (Thronfolger). Aus Sicherheitsgründen siedelte die Familie nach dem Attentat in das festungsartige Schloss Gattschina um und weilte nur noch zu offiziellen Anlässen in der Hauptstadt. Hatte der junge Nikolaus bisher abgeschottet von der Außenwelt gelebt – die Geschwister und eine Gouvernante waren die einzigen Spielkameraden – verstärkte der Umzug die soziale Isolation des Thronfolgers noch weiter. Die abgeschottete, vom Leben der einfachen Bevölkerung abgewandte Lebensweise führte schließlich zur Loslösung von allen gesellschaftlichen Schichten des Reiches.

Die schulische Privaterziehung des Thronfolgers unterstand der Aufsicht des konservativ-klerikalen Juristen Konstantin Pobedonoszew, einem Berater des Zaren. Pobedonoszew übte großen Einfluss auf das Weltbild des Zarewitsch aus, indem er ihm ein veraltetes Bild der Politik vermittelte. Er lehnte den westlichen Liberalismus ab und hob die Notwendigkeit autokratischer Machtentfaltung hervor. Durch Erziehung und Unterricht seines englischen Hauslehrers entwickelte der als ein wenig unsicher beschriebene Nikolaus früh Fähigkeiten zur Ruhe, Selbstkontrolle und Pflichtbewusstsein, zeigte jedoch wenig Interesse an den Tätigkeiten eines Herrschers. Zwischen 1885 und 1890 besuchte Nikolaus Vorlesungen über Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre am Institut für Rechtswissenschaften der Universität Sankt Petersburg. Parallel begann er im Alter von 19 Jahren seine Offizierslaufbahn und trat in das elitäre Preobraschensker Leib-Garderegiment ein. Der Eintritt in die Armee wirkte befreiend auf den Thronfolger, der nun erstmals mit Gleichaltrigen dauerhaft in Kontakt stand. Er liebte die Atmosphäre des Kasernenlebens, die Kasinokameraderie und fühlte sich in der Gesellschaft von Offizieren wohl. Nikolaus stieg bis zum Rang eines Oberst auf.

1890/91 begab sich Nikolaus in Begleitung seines Bruders Georgi und seines Cousins Georg von Griechenland an Bord der Panzerfregatte Pamjat Asowa auf eine mehrmonatige Weltreise. Diese führte u.a. über den Sueskanal, Indien, Ceylon, Bangkok, Singapur und Java im Frühjahr 1891 in das Kaiserreich Japan. Dort scheiterte am 11. Mai 1891 ein Attentat auf Nikolaus, als er von einem japanischen Polizisten mit einem Säbel angegriffen wurde (Ōtsu-Zwischenfall). Am 23. Mai schließlich wurde das russische Wladiwostok erreicht, wo Nikolaus im Namen seines Vaters der feierlichen Grundsteinlegung eines Teilstücks der Transsibirischen Eisenbahn beiwohnte.

Nach seiner Rückkehr erhielt Nikolaus erste Einblicke in die Regierungsgeschäfte, indem er von Alexander III. zum Mitglied des Staatsrates ernannt wurde. Da man am Zarenhof jedoch der Meinung war, dass der erst 45-jährige Herrscher sein Amt in naher Zukunft nicht an seinen Sohn weiterreichen müsse, beteiligte man diesen nur in geringem Maße an politischen Entscheidungsprozessen.

Heirat und Nachkommen[Bearbeiten]

Nikolaus II. mit seiner Gattin Alexandra und den fünf gemeinsamen Kindern (1913)

Am 8. April 1894 wurde in Coburg die Verlobung zwischen Nikolaus und Alix von Hessen-Darmstadt, seiner Cousine zweiten Grades, verkündet. Alix war die Tochter des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und dessen Gemahlin Alice von Großbritannien und Irland und somit eine Enkelin der britischen Königin Victoria. Das Paar hatte sich 1884 anlässlich der Hochzeit von Alix' älterer Schwester Elisabeth und Nikolaus' Onkel Großfürst Sergei Alexandrowitsch in Sankt Petersburg kennengelernt. Trotz starker Vorbehalte seiner Mutter gegenüber einer deutschen Prinzessin und Bedenken Königin Victorias gegenüber Russland sowie der anfänglichen Weigerung der streng gläubigen Alix, zur Russisch-Orthodoxen Kirche zu konvertieren, war es Nikolaus gelungen die Liebesheirat durchzusetzen.

Der überraschende Tod Alexanders III. am 1. November 1894 machte eine schnelle Hochzeit des neuen Monarchen notwendig, weshalb die erst für das Frühjahr 1895 geplante Trauung bereits am 26. November 1894 stattfand. Die Hochzeit wurde in der Großen Kapelle des Winterpalais vollzogen und aufgrund der Trauerzeit war die Zeremonie, gemessen an damaligen Maßstäben, von außerordentlicher Bescheidenheit. Mit der Konversion zur Russisch-Orthodoxen Kirche änderte Alix ihren Namen in Alexandra Fjodorowna.

Der Ehe entstammten fünf Kinder, die alle zusammen mit ihren Eltern am 17. Juli 1918 ermordet wurden:

Durch die lange Zeit vakante Situation der Thronfolge war das Zarenpaar zunehmend unter innenpolitischen Druck geraten. Erst 1904, nach vier Töchtern, wurde mit Alexei der lang erwartete Zarewitsch geboren, und der Fortbestand der Romanow-Dynastie schien gesichert. Doch die Freude über den neugeborenen Jungen war nur von kurzer Dauer, da Alexei an der unheilbaren „Bluterkrankheit“ (Hämophilie) litt, die ihm seine Mutter vererbt hatte. Die schwere Krankheit belastete das Ehepaar zusehends; besonders die zu Schwermut neigende Alexandra zog sich mehr und mehr zurück und nahm schließlich nur noch unausweichliche öffentliche Termine wahr. Nikolaus siedelte mit seiner Familie vom Winterpalast, der offiziellen Zarenresidenz, in den Alexanderpalast nach Zarskoje Selo um. In der bescheidenen Residenz hatte er selbst Teile seiner Kindheit verbracht und fühlte sich dort wohler als im überbordenden Prunk des Winterpalastes. Hier konnte er das Familienleben weit mehr genießen und weilte nur zwecks Regierungsgeschäften und offizieller Anlässe in Sankt Petersburg.

Alexandra hingegen flüchtete sich in tiefe Religiosität und ließ nichts unversucht, um ihrem Sohn zu helfen. Um die lebensgefährlichen Blutungen Alexeis zu stillen, warb die Zarin den mysteriösen Wanderprediger und angeblichen Wunderheiler Grigori Jefimowitsch Rasputin an (1906), der am Zarenhof bald ein- und ausging. Der zwielichtige Prediger konnte die Blutungen des Jungen stillen, weshalb er rasch großen Einfluss auf Alexandra gewann, was Grundlage zahlreicher Gerüchte werden sollte.

Nikolaus führte eine Tradition fort, die von seinem Vater Alexander III. 1882 begonnen worden war: Alljährlich verschenkte er zu Ostern ein (oder zwei) kostbare Ostereier aus der Produktion von Peter Carl Fabergé. Dieser wurde dadurch weltberühmt; die Ostereier erregen immer noch Aufsehen in den Medien.

Regierender Kaiser (1894 bis 1917)[Bearbeiten]

Nikolaus II. beim Besteigen eines Pferdes. Herkunft: Unbekannter Kameramann der Edison Company um 1905
Szene aus der Krönungszeremonie
Gemälde von Laurits Tuxen (1853–1927)

Durch den überraschenden Tod Alexanders III. nach kurzer Krankheit am 1. November 1894 folgte ihm der 26-jährige Nikolaus als Kaiser nach.

Aufgrund langwieriger Vorbereitungen, fanden die Krönungsfeierlichkeiten des Kaiserpaares erst am 26. Mai 1896 statt. In der Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Moskauer Kreml krönte sich Nikolaus in einer prunkvollen Zeremonie mit der Krone Katharinas der Großen selbst zum Kaiser und Autokraten aller Reußen durch die Gnade Gottes.

Überschattet wurden die Feierlichkeiten von einer Massenpanik auf dem Moskauer Chodynkafeld. Auf dem Chodynkafeld, welches der Stadtgarnison als Truppenübungsplatz diente, warteten am 30. Mai hunderttausende Menschen auf die Vergabe von Geschenken und Verköstigungen, als eine Panik ausbrach. Das Feld war als Austragungsort für die Krönungsfeierlichkeiten völlig ungeeignet, weshalb 1.389 Menschen starben und 1.300 verletzt wurden. Zeitgenossen deuteten die Tragödie als schlechtes Omen für die Herrschaft des neuen Kaisers und Nikolaus galt als Monarch, der sich nicht um Leiden und Nöte seines Volkes kümmerte.

Regierungsstil und Herrschaftsauffassung[Bearbeiten]

Kaiserliches Monogramm Nikolaus II.

Kurze Zeit nach der Thronübernahme verdeutlichte Nikolaus seine politische Grundhaltung. In einer Rede vor Semstwo-Vertretern erteilte er vagen Hoffnungen liberaler Kreise auf demokratische Reformen eine Absage und legte das Grundprinzip seiner Herrschaftsauffassung dar:

„Ich bin sehr glücklich, Vertreter aller Stände zu sehen, die gekommen sind, um mir ihre untertänigen Gefühle auszudrücken. Aber ich habe gehört, dass in letzter Zeit in einigen Semstwo-Vertretungen Stimmen laut geworden sind, die sinnlosen Träumereien über eine Beteiligung von Semstwo-Vertretern an der Staatslenkung nachhingen. Alle sollen wissen, dass ich mit allen meinen Kräften dem Wohl des Volkes dienen werde, aber dass ich deshalb das Prinzip der Autokratie ebenso fest und beständig hochhalten werde wie mein unvergesslicher Vater.“[3]

Nikolaus war ein konservativer Vertreter des Gottesgnadentums und gewillt, das Land wie seine Vorgänger als autokratischer Selbstherrscher zu regieren. Russland hatte weder eine geschriebene Verfassung noch ein Parlament, weshalb Minister, Gouverneure und Militärs allein dem Kaiser verantwortlich und von dessen Vertrauen abhängig waren. Nikolaus hasste Kabinettssitzungen und empfing die Minister nur in Einzelaudienzen. Dies ermöglichte es ihm, diese gegeneinander auszuspielen, um dann Entscheidungen selbst zu treffen und die gesamte Staatsmacht auf seine Person zu konzentrieren.

Rückblickend gesehen, fehlten Nikolaus II. der politische Weitblick und von Beginn an eine Staatskonzeption, die es ihm erlaubt hätten, die Situation in seinem Reich einzuschätzen. Vielmehr dienten ihm die konservative Doktrin Pobedonoszews und die Politik seines Vaters als Leitlinien seiner Herrschaft. Nikolaus ließ den Ereignissen ihren freien Lauf und reagierte dann, anstatt sie vorauszuahnen. Der Kaiser verzettelte sich zu sehr in Detailfragen, traf sämtliche Entscheidungen selbst und ließ seinen Ministern kaum Spielraum. Durch diese Art der Politik verbreitete sich selbst bei überzeugten Monarchisten Enttäuschung über den Herrscher, was eine tiefe Krise im Staatsaufbau kenntlich machte.

Innenpolitik[Bearbeiten]

Nikolaus II. setzte innenpolitisch auf Kontinuität. Er übernahm die adeligen Minister und Berater seines Vaters und umgab sich vermehrt mit Offizieren.

Ein Merkmal der Innenpolitik war die ungeheure Verweigerung des Zaren gegenüber politischen und sozialen Reformen, deren es um die Jahrhundertwende dringend bedurft hätte. Nikolaus stützte seine Macht auf Adel, Armee und Bauerntum. Im Zuge der Industrialisierung waren in Russland jedoch zwei neue Gesellschaftsschichten entstanden: Bürgertum und Arbeiterschaft, die nun vermehrt politische und soziale Reformen forderten. Finanzminister Sergej Witte hatte erkannt, dass es überall im Reich zu Spannungen kam, und empfahl seinem Zaren schnelle Reformen, was dieser jedoch ablehnte. Nikolaus bekämpfte vielmehr die Modernisierung Russlands und hielt an den überkommenen, halbfeudalen Verhältnissen in seinem rückständigen Land fest, anstatt es auf den Weg der Entwicklung zu führen. Politische Opposition wurde von Nikolaus II. brutal unterdrückt. Die Geheimpolizei Ochrana verfolgte politische Gegner und verbannte diese in die sibirischen Arbeitslager.

Daneben führte Nikolaus II. einen kompromisslosen Kurs gegen die Selbstverwaltungsbestrebungen der nationalen Minderheiten (v. a. Polen, Finnen, Balten). So erließ er gegen den Widerstand der Bevölkerung im Großfürstentum Finnland eine zentralistische Verfassung und führte Russisch als Amtssprache ein (Februarmanifest von 1899).

Ferner war die Innenpolitik Nikolaus’ und vieler seiner Minister und Berater von einer antisemitischen Grundhaltung bestimmt. Zwar wurde durch einen Zarenerlass 1904 zumindest „privilegierten“ Juden (d. h. der russischen Wirtschaft nützlichen und/oder akademisch gebildeten Personen) ein Niederlassungsrecht außerhalb der Städte auch auf dem Land gewährt, jedoch fanden allein zwischen 1903 und 1906 an die 600 Pogrome statt, u. a. das in Kischinew. Diese Ausschreitungen gingen vor allem auf das Konto nationalistischer, prozaristischer Organisationen, mit deren Gedankengut Nikolaus sympathisierte. In seinem Weltbild waren Juden Mitverursacher sowohl innenpolitischer (Revolution 1905 mit parlamentarischen Zugeständnissen) als auch außenpolitischer (russisch-japanischer Krieg 1904/05) Prozesse, die aus seiner Sicht seine autokratische Herrschaft gefährdeten. Als eine vom Innenminister angeordnete Untersuchung die Haltlosigkeit der „Protokolle der Weisen von Zion“ nachwies und sie als Fälschung entlarvte, soll Nikolaus, der zuvor von ihnen durchaus beeindruckt war, die Anweisung gegeben haben, sie nicht mehr weiterzuverwenden, mit der Bemerkung, eine „reine Sache“ (als eine solche sah er antijüdische Einstellungen an) dürfe nicht „mit schmutzigen Methoden verteidigt“ werden.

Eine Zäsur in Nikolaus’ Regierungszeit stellte das Jahr 1905 dar. Nach der vernichtenden Niederlage im russisch-japanischen Krieg von 1904/05 breitete sich eine Streik- und Demonstrationswelle über das ganze Land aus. Eine friedliche Demonstration in Sankt Petersburg endete durch das gewaltsame Eingreifen der Geheimpolizei Ochrana und des Militärs in einem Blutbad (Petersburger Blutsonntag), was sich schließlich zu einer Revolution ausweitete. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit ihrem Zaren sowie die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Missstände traten nun offen zu Tage. Stark unter Druck geraten, antwortete Nikolaus II. am 17. Oktober 1905 mit dem sogenannten „Oktobermanifest“, das Finanzminister Witte ausgearbeitet hatte. Darin wurden bürgerliche Grundrechte garantiert und allgemeine Wahlen zu einer gesetzgebenden Versammlung (Duma) zugelassen. Nur durch diese Zugeständnisse konnte die Revolution kanalisiert werden, und Nikolaus II. blieb auf dem Thron. Doch schon 1907 löste er die neugewählte Duma mit Mehrheit der Linken auf und schränkte das allgemeine Wahlrecht zugunsten besitzender Schichten ein. Nach Neuwahlen kehrte er mit einer regierungstreuen Parlamentsmehrheit zu konservativer Politik zurück und ernannte den Monarchisten Pjotr Stolypin zum neuen Ministerpräsidenten. Dieser war anschließend federführend bei Reformen, die in Zukunft den Ausbruch einer Revolution verhindern sollten.

Hauptartikel: Russische Revolution 1905

Außenpolitik[Bearbeiten]

Die Cousins Nikolaus II. und Wilhelm II. in getauschten Uniformen auf dem Linienschiff SMS Deutschland (August 1907)

Ähnlich wie in Fragen der Innenpolitik folgte Nikolaus II. außenpolitisch dem Kurs seines Vaters. Der junge Zar musste sich mit den Fragen des Imperialismus auseinandersetzen und den Platz Russlands im Kreise der Großmächte behaupten.

Nikolaus herrschte über die größte zusammenhängende Landmasse der Erde. Russland besaß zwar keine Kolonien wie die meisten europäischen Mächte, war aber auf Expansion seiner Grenzen bedacht (v. a. Ostasien, Balkan). Diese Ausdehnung führte unweigerlich zu Interessenskonflikten mit anderen Staaten. Als sich das Zarenreich zunehmend in Korea engagierte, geriet es in Konflikt mit dem aufstrebenden Japan. Um seine Machtansprüche in Fernost zu untermauern, nahm Nikolaus sogar einen Krieg in Kauf. Daneben hofften Minister und Berater, durch eine erfolgreiche kriegerische Auseinandersetzung eine Welle des Patriotismus lostreten zu können, was dem Ansehen des Zaren enormen Aufschub verliehen hätte. Der russisch-japanische Krieg von 1904/05 endete in einem militärischen Debakel für Flotte und Heer. Im Frieden von Portsmouth (5. September 1905) musste Russland Korea als japanische Interessensphäre anerkennen sowie auf Pachtrechte und territoriale Ansprüche in China verzichten. Im Zuge dieser militärischen Niederlage kam es im gesamten Reich zu Generalstreiks, die schließlich in eine Revolution mündeten (siehe dazu Innenpolitik).

Nach der Niederlage gegen Japan war Russland in Asien an seine Grenzen gestoßen und richtete seine Expansionsvorstellungen auf den Balkan, wo noch immer das Osmanische Reich herrschte. Nikolaus verstand Russland als Schutzmacht aller slawischen Völker des Balkans und stand damit der Idee des Panslawismus nahe. Ziel der Panslawisten war es, alle slawischen Völker unter russischer Vorherrschaft zusammenzuführen und ein „Großslawisches Reich“ zu gründen. Diese Politik führte unweigerlich zu Spannungen mit einer anderen Großmacht, mit Österreich-Ungarn, das auf dem Balkan ähnliche Ziele verfolgte. Dass der Balkan ein Pulverfass war, zeigte sich bereits 1908, als Bosnien-Herzegowina von den Habsburgern annektiert wurde. Dies war mit Russland so abgesprochen, und im Gegenzug sollte die russische Flotte freie Durchfahrt durch die Dardanellen erhalten. Doch dieses Vorhaben scheiterte am Veto Großbritanniens, und Russland fühlte sich von Österreich-Ungarn im Stich gelassen. Kurzzeitig drohte der Balkan Kriegsschauplatz zu werden, doch der Zar sah sich nur eingeschränkt handlungsfähig. Die Armee war durch die Niederlage gegen Japan noch nicht stark genug, um eine neuerliche Auseinandersetzung bestreiten zu können, und auch innenpolitisch war die Lage nach der Revolution nicht für einen weiteren Krieg bereit.

Hauptartikel: Bosnische Annexionskrise

Die Bündnispolitik Nikolaus II. sah eine enge Bindung an Frankreich vor. Dies ging soweit, dass man ab 1907 von der Triple Entente (Frankreich, Großbritannien, Russland) sprechen konnte. Annäherungsversuche zu seinem Cousin, dem Deutschen Kaiser Wilhelm II., scheiterten mehrmals.

Erster Weltkrieg (1914 bis 1917)[Bearbeiten]

Wappen Nikolaus II. auf einem Gedenkstein für russische Kriegsgefallene 1914–16 – Für Glaube, Zar und Vaterland

Während der Julikrise von 1914 stellte sich Russland offen hinter Serbien und erklärte als Schutzmacht, keinen Angriff auf Serbiens Souveränität durch Österreich-Ungarn zuzulassen. In diesen Tagen hatte die „Kriegspartei“ am Sankt Petersburger Hof die Oberhand gewinnen und Nikolaus zu diesem Schritt beeinflussen können. Der Zar wollte keinen Krieg, hasste Gewalt und wusste außerdem, dass ein Krieg das Ende der alten Ordnung in Europa bedeuten könnte, und doch gab er am 29. Juli 1914 den Befehl zur Generalmobilmachung. Als Österreichs Bündnispartner, das Deutsche Reich davon erfuhr, erging ein Ultimatum an Russland, die Mobilisierung innerhalb von zwölf Stunden einzustellen. Doch es fand sich keine friedliche Lösung mehr, und so erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg. Der Weg in den Ersten Weltkrieg war beschritten, den Russland an der Seite der Ententemächte führte.

Der Kriegsausbruch traf Russland nahezu unvorbereitet. Zwar verfügte der Zar über das zahlenmäßig größte Heer der Welt, doch die Truppen waren mangelhaft ausgerüstet und ausgebildet. Die Kommandostrukturen waren veraltet, die Befehlshaber waren Adelige und äußerst selten Berufsoffiziere. Zwar ging die „russische Dampfwalze“ sogleich zum Angriff auf die Mittelmächte über, doch der Vormarsch wurde nach der katastrophalen Niederlage bei Tannenberg (August/September 1914) gestoppt. An der Ostfront entwickelte sich eine Patt-Situation. Die materielle Unterlegenheit und erhebliche Nachschubprobleme ihres Verbündeten konnten Frankreich und Großbritannien nie ausgleichen, weshalb dieser Umstand durch den großen Einsatz von Menschen ausgeglichen wurde. Nach einem Kriegsjahr beliefen sich die russischen Verluste auf 1,4 Millionen Gefallene oder Verwundete, und 980.000 Soldaten befanden sich in Gefangenschaft. Im Sommer 1915 musste Warschau geräumt werden, und das Kriegsgeschehen verlagerte sich fast ganz auf russisches Territorium. Wegen der schlechten Gesamtlage übernahm Nikolaus am 5. September 1915, gegen den Rat der Minister, selbst den Oberbefehl über die Streitkräfte. Der Zar verließ Petrograd (ehemals Sankt Petersburg) und begab sich an die Front in das Hauptquartier (Stawka) von Mogiljew. Hier ernannte er General Michail Alexejew zum neuen Generalstabschef und übertrug ihm die strategische Planung des Krieges. Obwohl Nikolaus II. selten aktiv in die Arbeit seines Generalstabschefs eingriff, machte man den Zaren in der Folge für alle weiteren militärischen Fehlschläge verantwortlich.

Während seiner Abwesenheit von der Hauptstadt übernahm Zarin Alexandra die Regierungsgeschäfte. Jedoch legte sie wenig Begabung für diese Aufgabe an den Tag, entließ alte und ernannte neue Minister, sodass die Regierung weder stabil war noch effizient arbeiten konnte. Daraus resultierte unter anderem die katastrophale Versorgungslage für Fronttruppen und Zivilbevölkerung. Alexandra ließ sich immer mehr von Rasputins eigennützigem Anraten beeinflussen, weswegen man der „deutschen“ Zarin bald ein Verhältnis mit ihm nachsagte (daran änderte auch der Tod Rasputins im Dezember 1916 nichts). Als Gegenstand immer wilderer Gerüchte unterstellte man Alexandra sogar, eine Spionin Deutschlands zu sein.

Februarrevolution und Abdankung 1917[Bearbeiten]

Hauptartikel: Februarrevolution 1917

Anfang 1917 glich Russland einem Pulverfass. Die Moral der Truppen an der Front war wegen militärischer Misserfolge, hoher Verlustzahlen und mangelhafter Versorgung äußerst schlecht. Ähnlich spitzte sich die Lage in der Heimat zu, wo die Versorgungslage und fehlende Reformen die Stimmung gegen das Zarentum aufheizten. Täglich kam es zu Massenprotesten, Demonstrationen, Hungermärschen und Streiks. Durch die Abwesenheit des Zaren war in Petrograd ein Machtvakuum entstanden, und Russland drohte unregierbar zu werden. Nikolaus II. lehnte die Forderung des Duma-Präsidenten Michail Rodsjanko ab, eine Regierung mit Mehrheit der Duma zu ernennen. Daraufhin bildeten die bürgerlichen Parteien der Duma ein Komitee unter Fürst Georgi Lwow, aus dem eine provisorische Regierung hervorgehen sollte. Der Zar verkannte die Brisanz der Situation, verfügte die Auflösung der Duma und erließ einen Schießbefehl gegen die Aufständischen (11. März). Doch Polizei und Militär konnten die öffentliche Ordnung nicht wiederherstellen, sondern verweigerten ihren Offizieren vielmehr den Gehorsam, meuterten und liefen tausendfach zu den Demonstranten über. Immer mehr Regimenter verweigerten dem Zaren ihre Gefolgschaft und liefen über. Der Druck der Revolution wurde zu groß, und auf Anraten der Generalität entsagte Nikolaus am 15. März 1917 zugunsten seines Bruders, Großfürst Michail, dem Thron. Gleichzeitig verzichtete er auch für seinen Sohn Alexej auf sämtliche Herrschaftsansprüche. Als Michail die Krone ablehnte, waren 300 Jahre Romanow-Herrschaft in Russland beendet.

In seinem Privatzug kehrte Nikolaus nach Petrograd zurück, wo er mitsamt seiner Familie von der provisorischen Regierung im Alexanderpalast unter Hausarrest gestellt wurde.

Ermordung (1918)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ermordung der Zarenfamilie
Nikolaus II. (1917)
Nikolaus II. auf einer Ikone in der Kirche Johannes des Täufers im Kreml von Saraisk

Im Hausarrest des Alexanderpalastes hatten die Romanows zunächst kaum Einschränkungen hinzunehmen und konnten sich ihrem Familienleben widmen. Nikolaus selbst machte nach seiner Abdankung einen gelösten Eindruck und wirkte befreit, nicht mehr die Bürde der Krone tragen zu müssen. Die Situation blieb so bis August 1917, als Alexander Kerenski (neuer starker Mann der provisorischen Regierung) erklärte, die Familie sei in Zarskoje Selo nicht mehr sicher, und sie in den Ural verbrachte. Dort wurden sie im Sitz des Gouverneurs in Tobolsk einquartiert. Erste Überlegungen der Regierung hatten darauf abgezielt, den Ex-Monarchen ins Exil zu schicken. Der britische König George V. bot seinem Cousin zunächst Asyl an, musste aber wegen des Drucks seiner Regierung das Angebot zurückziehen. Mitglieder der königlichen Regierung fürchteten, die Anwesenheit der Zarenfamilie könne in Großbritannien Anlass zu einer Revolution geben.

Nach dem Sieg der Bolschewiki in der Oktoberrevolution 1917 änderte sich die Situation für den ehemaligen Zaren nochmals grundlegend. Nikolaus und seine Familie waren von nun an Gefangene. Im Frühjahr 1918 verbrachte man sie nach Jekaterinburg, wo sie in der Villa Ipatjew interniert wurden. Lebensmittel wurden rationiert, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, und man schottete sie fast vollständig von der Außenwelt ab. Hier wurde die Zarenfamilie am 17. Juli 1918 mit Billigung der bolschewistischen Partei- und Staatsführung von den sie bewachenden Soldaten erschossen. Die Leichen wurden anschließend in einem stillgelegten Schacht abgelegt. Einen Tag darauf wurden zwei der Toten verbrannt und die anderen in einer als Wegbefestigung getarnten Grube verscharrt.

Es steht fest, dass Wladimir Iljitsch Lenin als Vorsitzender des Rats der Volkskommissare (Regierungschef) sowie der damalige Partei- und Staatschef Swerdlow, Vorsitzender des Sekretariats des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands (Bolschewiki) und Vorsitzender des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees (GZEK), sowie weitere Mitglieder der Partei- und Staatsführung der Erschießung vorab zugestimmt hatten und sie alle anschließend billigten.

Am 18. Juli 1918 teilte Swerdlow dem Präsidium des GZEK mit, dass sich konterrevolutionäre Bürgerkriegstruppen im Anmarsch auf die Stadt Jekaterinburg befunden hatten; es sei zu befürchten gewesen, dass die dort gefangengehaltene frühere Kaiserfamilie befreit und als lebendiges Symbol des Kampfes der ausländischen Interventions- und der Bürgerkriegstruppen gegen die Sowjetmacht benutzt werden könnte. Der Sowjet des Gebiets Ural habe daher den Befehl zur Erschießung der Zarenfamilie gegeben, der in der Nacht zum 17. Juli ausgeführt wurde. Das Präsidium des GZEK billigte die Entscheidung des Gebietssowjets.

Beisetzung[Bearbeiten]

Die Gebeine der Familie wurden 1979 in der Nähe des ehemaligen Bergwerkschachts Ganina Jama, im Waldstück Vier Brüder nahe Jekaterinburg, entdeckt. Zu Zeiten der Sowjetunion konnte diese Entdeckung jedoch nicht öffentlich gemacht werden. Am 13. Juli 1991 wurden die Leichname geborgen und ein Jahr später einwandfrei identifiziert.[4] Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Erschießung wurden die sterblichen Überreste Nikolaus’ und seiner Familie in der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg beigesetzt.

Heiliger[Bearbeiten]

Für die russisch-orthodoxe Auslandskirche galt Nikolaus II. wegen seines Todes als Märtyrer und damit als Heiliger. Am 20. August 2000 wurde Nikolaus II. zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auch von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen, eingebunden allerdings in die Kanonisierung 1100 weiterer Personen, überwiegend Geistlicher, die während der Sowjetherrschaft ihres Glaubens wegen zu Tode kamen. Damit wurde der Kritik Rechnung getragen, durch eine exklusive Heiligsprechung der Zarenfamilie würde die Grenze „zwischen einer Ermordung aus politischen Gründen und Märtyrertod“ verwischt.[5] Ikonen mit seiner Darstellung sowie mit der Darstellung seiner getöteten Familie hängen seitdem in vielen russisch-orthodoxen Kirchen, sowohl in Russland als auch im Ausland.

Nach Nikolaus II. ist der 1465 m hohe Mount Nicholas auf der antarktischen Alexander-I.-Insel benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edith M. Almedingen: Die Romanows. Die Geschichte einer Dynastie. Russland 1613–1917. Ullstein, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-548-34952-8.
  • Juri Buranow, Wladimir Chrustaljow: Die Zarenmörder. Vernichtung einer Dynastie. 2. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-7466-8011-5.
  • Hélène Carrère d’Encausse: Das Drama des letzten Zaren. Piper, München 2000, ISBN 3-492-23001-6.
  • Marc Ferro: Nikolaus II. Der letzte Zar. Eine Biographie. Benziger, Zürich 1991, ISBN 3-545-34087-2.
  • Elisabeth Heresch: Nikolaus II. Feigheit, Lüge und Verrat; Leben und Ende des letzten russischen Zaren. Langen Müller, München 1992, ISBN 3-7844-2404-X.
  • Larissa Jermilowa: Der letzte Zar. Parkstone Press, Bournemouth 1997, ISBN 1-85995-209-7.
  • Greg King: The court of the last tsar. Pomp, power and pageantry in the reign of Nicholas II. Wiley, Hoboken 2006, ISBN 0-471-72763-6.
  • Robert K. Massie, Alexis Gregory (Hrsg.): Der letzte Zar. Das Familienalbum der Romanows. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01420-4.
  • Robert K. Massie: Nicholas and Alexandra. Gollancz, London 1992, ISBN 0-575-05437-9.
  • Robert K. Massie: Die Romanows – Das letzte Kapitel. Berlin Verlag, 1995, ISBN 3-8270-0070-X.
  • Edvard Radzinsky: The last tsar. The life and death of Nicholas II. Doubleday, New York 1992, ISBN 0-385-42371-3.
  • Roman P. Romanow: Am Hof des letzten Zaren. Die glanzvolle Welt des alten Rußland. Piper, München 2005, ISBN 3-492-24389-4.
  • Henri Troyat: Nikolaus II. Der letzte Zar. Societäts-Verlag, Frankfurt a.M. 1992, ISBN 3-7973-0513-3.
  • Eberhard Straub: Drei letzte Kaiser. Der Untergang der großen europäischen Dynastien. Siedler, Berlin 1998.
  • Alexander Bokhanov, Manfred Knodt, Lyudmila Xenofontova: The Romanovs – Love, power and tragedy. Leppi, London 1993, ISBN 0-9521644-0-X.
  • Hartwig A. Vogelsberger: Die letzten Zaren. Rußland auf dem Weg zur Revolution. Bechtle, München 1998, ISBN 3-7628-0551-2.
  • Olga Barkowez, Fjodor Fedorow, Alexander Krylow: Geliebter Nicky … Der letzte russische Zar Nikolaus II. und seine Familie. edition q, Berlin 2002, ISBN 3-86124-548-5.
  • Hufvudstadsbladet, 27. November 1894 (zweite Auflage) Seite 2, Spalte 3 (schwedisch) National Newspaper Library

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nikolaus II. (Russland) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im zeitgenössischen Sprachgebrauch als auch im Ausland blieb es bis 1917 üblich, weiter vom Zaren zu sprechen und hat sich im Bewusstsein der Nachwelt erhalten. Was man damit traf, war nicht der geltende Würdeanspruch des Kaiserreichs, sondern die Fortlebung der spezifisch russischen Wirklichkeit, in Form des Moskauer Zarenreiches, das als Grundlage des neuen Imperiums diente. Dies führte im 19. Jahrhundert zu einer nicht quellengerechten Begriffssprache in der Literatur und zu einem überkommenen Begriffsapparat in der deutschen Literatur. In: Hans-Joachim Torke: Die russischen Zaren 1547–1917. München 1995, S. 8; Hans-Joachim Torke: Die staatsbedingte Gesellschaft im Moskauer Reich. Leiden, 1974, S. 2; Reinhard Wittram: Das russische Imperium und sein Gestaltwandel. In: Historische Zeitschrift, Band 187, H. 3 (Jun., 1959), S. 568–593, S. 569.
  2. Zum besseren Verständnis und zur Vereinheitlichung werden im Folgenden lediglich die Daten des Gregorianischen Kalenders angeführt.
  3. Zit. nach Linke: Geschichte Russlands von den Anfängen bis heute. Darmstadt 2006, S. 147.
  4. M. Harvey, M.C. King: The Use of DNA in the Identification of Postmortem Remains. In: W.D. Haglund, M.H.Sorg (Hrsg.): Advances in Forensic Taphonomy Method, Theory and Archaeological Perspectives. CRC Press, Boca Raton 2002, S. 473–486.
  5. Letzte Zarenfamilie heilig gesprochen. Handelsblatt.com, abgerufen 19. August 2009
Vorgänger Amt Nachfolger
Alexander III. Kaiser von Russland
1894–1917
Ende der Monarchie