Nikumaroro

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Nikumaroro
Nikumaroro von See aus gesehen
Nikumaroro von See aus gesehen
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Phoenixinseln
Geographische Lage 4° 40′ S, 174° 32′ W-4.66-174.53Koordinaten: 4° 40′ S, 174° 32′ W
Karte von Nikumaroro
Anzahl der Inseln 1
Hauptinsel Nikumaroro
Länge 7,5 km
Breite 2,5 km
Landfläche 4,1 km²
Lagunenfläche 8 km²
Einwohner (unbewohnt)
Karte von Nikumaroro
Karte von Nikumaroro
Historische Karte(Nikumaroro = Gardner Island)

Nikumaroro (frühere Namen: Gardner Island, auch Motu Oona) ist ein im Pazifik gelegenes Atoll. Es ist die westlichste der zum Inselstaat Kiribati gehörenden Gruppe der Phoenixinseln.

Geographie[Bearbeiten]

Das längliche, von Norden nach Süden 7,5 km lange und maximal 2,5 km breite Atoll besteht aus einem schmalen Landstreifen, der die zentrale Lagune einsäumt; die Landfläche liegt bei 4,1 km².[1] Umringt wird das Atoll von einem dichten Korallenriff, es gibt einen flachen, bei Ebbe verlandenden Zugang zur Lagune vom offenen Meer im Westen, der sich nur für Boote eignet.

Die Insel wird von tausenden Palmendieben bevölkert.

Geschichte[Bearbeiten]

Nikumaroro wurde 1824 von Kapitän C. Kemiss (andere Namensformen Kemin, Kemish) vom britischen Walfangschiff Eliza Ann entdeckt. Der Name Gardner stammt von Kapitän Joshua Coffin II vom Walfänger Ganges aus Nantucket, der die Insel Ende 1825 wiedersichtete.

1856 nahmen die USA unter Berufung auf den Guano Islands Act das Gebiet in Besitz, um den dortigen Guano abzubauen und als Düngemittel in die USA zu exportieren.

Am 29. November 1929 strandete der britische Frachter SS Norwich City mit einer Besatzung von 35 Mann während eines Sturms am Korallenriff im Nordwesten der Insel. Im Maschinenraum brach ein Feuer aus, woraufhin die Besatzung das Schiff verließ; dabei kamen 11 Personen zu Tode. Nach mehreren Tagen auf der Insel wurden die Überlebenden gerettet. Das Wrack ist noch heute vor der Küste zu sehen, ist aber inzwischen in zwei Teile zerbrochen.

Ab 1938 war das Atoll im Rahmen des Phoenix Islands Settlement Scheme besiedelt. Die kleine Siedlung an der Südseite der westlichen Laguneneinfahrt hieß Karaka. Der Mangel an Trinkwasser (auf der Insel gibt es keine Quelle) führte 1963 schließlich dazu, dass die Besiedelung aufgegeben wurde.

Seit 1979 gehört das Atoll, heute unbewohnt, zum Inselstaat Kiribati; von daher rührt die heutige (offizielle) Bezeichnung.

Einige Luftfahrthistoriker vertreten die These, dass die US-amerikanische Pilotin Amelia Earhart bei ihrem Versuch, 1937 als erste Frau mit einem Flugzeug den Pazifik zu überqueren, nicht über der Südsee ins Meer gestürzt, sondern auf Gardner Island notgelandet ist und dort noch einige Zeit überlebt hat. Im Jahre 2012 brach eine Expedition der Organisation Tighar auf, um nach Überresten der Lockheed Electra der Pilotin in der Tiefsee vor der Küste der Insel zu tauchen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. G. E. Jones: Ships employed in the South Seas trade. Band 1: 1775–1861. Canberra 1986. Band 2: 1775–1859. Burwood, Vic. 1992
  • Henry Evans Maude: Of islands and men: Studies in Pacific history. Oxford University Press, Melbourne 1968
  • Edouard A. Stackpole: The sea-hunters: The New England whalemen during two centuries; 1635–1835. Lippincott, Philadelphia 1953

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nikumaroro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UNEP Islands Directory (englisch)
  2. Das Skelett von Nikumaroro in: FAZ vom 2. Juli 2012 Seite 7

Bilder[Bearbeiten]