Nils Petersen

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Nils Petersen
Nils Petersen 2017.jpg
im Trikot des SC Freiburg (2017)
Personalia
Geburtstag 6. Dezember 1988
Geburtsort WernigerodeDDR
Größe 188 cm
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
1993–1994 FC Einheit 90 Wernigerode
1994–2000 1. FC Wernigerode
2000–2001 FC Einheit Wernigerode
2001–2004 VfB Germania Halberstadt
2005–2006 FC Carl Zeiss Jena
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2008 FC Carl Zeiss Jena II 25 (11)
2007–2008 FC Carl Zeiss Jena 40 0(4)
2009–2011 Energie Cottbus 56 (35)
2009 Energie Cottbus II 16 0(8)
2011–2012 FC Bayern München 9 0(2)
2011–2012 FC Bayern München II 3 0(2)
2012–2014 Werder Bremen 69 (18)
2015– SC Freiburg 109 (55)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2007 Deutschland U19 4 0(2)
2007–2008 Deutschland U20 3 0(0)
2009 Deutschland U21 2 0(0)
2016 Deutschland Olympiaauswahl 6 0(6)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: 20. August 2016

Nils Petersen (* 6. Dezember 1988 in Wernigerode) ist ein deutscher Fußballspieler. Er steht beim SC Freiburg unter Vertrag.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Jugend wurde Petersen in seinem Geburtsort Wernigerode beim FC Einheit und danach in Halberstadt beim VfB Germania fußballerisch ausgebildet. Später besuchte er das Sportgymnasium in Jena, spielte dort in der Jugendmannschaft und verließ das Internat im Sommer 2007, nachdem er das Abitur abgelegt hatte.

Im Februar 2005 nahm ihn der FC Carl Zeiss Jena, damals in der Oberliga Nordost, unter Vertrag. Im Januar 2007 rückte er in die inzwischen in die 2. Bundesliga aufgestiegene erste Mannschaft auf, nachdem er zuvor schon in der Oberliga-Reserve gespielt hatte. Am 4. Februar 2007 (20. Spieltag) gab er sein Profi-Debüt bei der 0:1-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln, als er in der 89. Minute für Mohammed El Berkani eingewechselt wurde. In der darauf folgenden Spielzeit erzielte er als Einwechselspieler in der Hinrunde entscheidende Tore in den Spielen gegen Alemannia Aachen, den FC Erzgebirge Aue und den 1. FC Kaiserslautern.

Energie Cottbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause 2008/09 wechselte er zum Bundesligisten Energie Cottbus, für den er am 23. Mai 2009 (34. Spieltag) beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen sein Erstligadebüt gab, als Trainer Bojan Prašnikar ihn in der 84. Spielminute für Stiven Rivić einwechselte. Nach den anschließend verlorenen Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg stieg der Verein in die 2. Bundesliga ab. In der Saison 2009/10 kam er in der Hinrunde kaum zu Einsatz; erst in der Rückrunde wurde er Stammspieler und erzielte neun Tore in 14 Einsätzen. In der Saison 2010/11 erzielte er an den ersten fünf Spieltagen sieben Tore. Am Ende der Saison wurde er mit 25 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Im Februar 2011 verlängerte der von vielen Bundesligisten umworbene Angreifer seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.[1]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz laufenden Vertrages wechselte Petersen zur Saison 2011/12 zum FC Bayern München.[2] Beim Rekordmeister unterschrieb der Stürmer einen bis zum 30. Juni 2014 gültigen Vertrag und erhielt das Trikot mit der Rückennummer 9.[3] Sein erstes Bundesligaspiel für die Münchner bestritt er am 7. August 2011 (1. Spieltag) bei der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, als er in der 76. Minute für Jérôme Boateng eingewechselt wurde. Am 10. September 2011 (5. Spieltag) erzielte er beim 7:0-Sieg im Heimspiel gegen den SC Freiburg mit dem Treffer zum Endstand in der 90. Minute sein erstes Bundesligator.

Werder Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der FC Bayern München zur Saison 2012/13 mit Claudio Pizarro und Mario Mandžukić zwei weitere Konkurrenten für Mario Gómez verpflichtet hatte, wurde Petersen am 29. Juni 2012 für eine Saison an Werder Bremen ausgeliehen, um ihm Spielpraxis zu geben. Gleichzeitig wurde seine Vertragslaufzeit beim FC Bayern bis zum 30. Juni 2015 verlängert.[4] Für Werder Bremen bestritt Petersen in der Saison 2012/13 alle 35 Pflichtspiele des Vereins und erzielte elf Bundesligatore. Wenige Tage vor Saisonende wurde er schließlich fest verpflichtet; er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag.[5]

SC Freiburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Petersen in der Hinrunde der Saison 2014/15 unter Bremens neuen Trainer Viktor Skripnik nur noch als Ersatzspieler zum Einsatz gekommen war, wechselte er für die Rückrunde auf Leihbasis bis zum Saisonende zum Ligakonkurrenten SC Freiburg.[6] Bei seinem Debüt am 31. Januar 2015 (18. Spieltag) erzielte er beim 4:1-Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt – nach Einwechslung für Julian Schuster zur zweiten Halbzeit – einen Hattrick. Es war in der Bundesliga der erste Hattrick eines Freiburger Spielers nach Uwe Wassmer, der am 27. November 1993 im Spiel gegen Bayern München ebenfalls drei Tore erzielt hatte. In der Rückrunde erzielte Petersen in zwölf Spielen neun Tore; der SC Freiburg stieg in die 2. Bundesliga ab. Petersen bekannte sich dennoch zum SC Freiburg, der ihn dauerhaft an sich band.[7] Nachdem Petersen in der Vorbereitung auf die Saison 2015/16 kein Tor erzielt hatte,[8] erzielte er zum Saisonauftakt am 27. Juli beim 6:3-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg innerhalb von fünf Minuten einen weiteren Hattrick (davon zwei Tore durch Strafstoß).[9] Am 1. August 2015 (2. Spieltag) war er der Siegtorschütze zum 1:0 im Auswärtsspiel beim TSV 1860 München. Eine Woche später schoss er die ersten vier Tore im DFB-Pokal-Spiel gegen Barmbek-Uhlenhorst; Endstand 5:0 (2:0) für den SC Freiburg. Petersen erzielte in der Saison 2015/16 21 Tore in der zweiten Liga und stieg mit dem SC Freiburg als Meister umgehend wieder auf. In der Saison 2017/18 erzielte Petersen 15 Treffer in 32 Spielen und wurde nach Robert Lewandowski zweitbester Torschütze.[10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die U-19-Nationalmannschaft bestritt Petersen vier Länderspiele und erzielte zwei Tore, eines davon während der U-19-Europameisterschaft 2007 beim 3:2-Sieg über die russische Auswahl. Es folgten drei Einsätze für die U-20- und zwei für U-21-Nationalmannschaft. Für letztere debütierte er am 11. August 2009 in Kiew bei der 1:3-Niederlage gegen die Auswahl der Türkei im Spiel um den Lobanovskiy-Pokal.

Im Juli 2016 wurde Petersen von Horst Hrubesch in den Kader für das Olympische Fußballturnier in Rio de Janeiro berufen. Sieben Jahre nach seinem letzten U-21-Spiel erhielt er einen der drei Plätze im Team, die für über 23-jährige Spieler reserviert sind und beim DFB anders als bei anderen Verbänden üblicherweise an Spieler gehen, die nicht die Perspektive für die A-Nationalmannschaft haben.[11] Beim 10:0-Sieg im Gruppenspiel gegen Fidschi traf er fünf Mal und wurde zum Spieler des Spiels ernannt.[12] Im Halbfinale gegen Nigeria erzielte er nach seiner Einwechslung den Treffer zum 2:0-Endstand.[13] Mit sechs Toren wurde er Torschützenkönig der Spiele und gewann mit Deutschland die Silbermedaille. Im Finale verschoss er, der als sicherer Schütze gilt, im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter, bevor Neymar Brasilien zum Olympia-Sieg schoss.[14] Am 1. November 2016 wurde ihm zusammen mit der Olympia-Fußballmannschaft das Silberne Lorbeerblatt verliehen.[15]

Am 15. Mai 2018 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen DFB-Kader für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland nominiert.[16]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Bayern München
SC Freiburg
Nationalmannschaft

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Andreas Petersen ist Cheftrainer des VfB Germania Halberstadt[17] in der Regionalliga Nordost.[18]

Mit dem 1:2-Anschlusstreffer bei der 1:4-Niederlage am 20. Mai 2017 im Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München übertraf Petersen am letzten Spieltag der Saison 2016/17 die bisherige von Alexander Zickler aufgestellte Rekordmarke von 18 Toren als „Joker“ um ein Tor.[19]

Im Jahr 2017 trug sich Petersen in das Goldene Buch seiner Geburtsstadt Wernigerode ein.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nils Petersen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nils Petersen verlängert bis 2014. In: fcenergie.de. 4. Februar 2011, archiviert vom Original am 22. Mai 2011; abgerufen am 14. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcenergie.de
  2. Nils Petersen wechselt zum FC Bayern München. In: fcenergie.de. 19. Mai 2011, archiviert vom Original am 22. Juni 2011; abgerufen am 14. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcenergie.de
  3. Petersen unterschreibt für drei Jahre. In: fcbayern.de. 19. Mai 2011, abgerufen am 14. Juli 2011.
  4. FCB verleiht Petersen für ein Jahr nach Bremen. In: fcbayern.telekom.de, 29. Juni 2012
  5. Gutes Signal: Petersen unterschreibt Vier-Jahresvertrag. (Memento des Originals vom 27. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.werder.de In: werder.de, 23. Mai 2013
  6. Herzlich Willkommen, Nils Petersen! SC Freiburg, 22. Dezember 2014, abgerufen am 22. Dezember 2014.
  7. Sport-Club verpflichtet Nils Petersen. SC Freiburg, 28. Juni 2015, abgerufen am 12. September 2015.
  8. Petersen bleibt in der Vorbereitung torlos. In: kicker online, 24. Juli 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  9. Petersens Hattrick startet den Wahnsinn. In: kicker online, 27. Juli 2015, abgerufen am 27. Juli 2015.
  10. Bundesliga - Laufleistung 2017/18. In: kicker.de. Kicker Online, abgerufen am 13. Mai 2018.
  11. Die Olympia-Kader stehen fest. DFB, 15. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  12. 10:0! Fünferpacker Petersen & Co. fertigen Fidschi ab. In: kicker.de. 10. August 2016, abgerufen am 20. August 2016.
  13. Finale! DFB-Elf spielt in Rio um Olympia-Gold. In: kicker.de. 17. August 2016, abgerufen am 20. August 2016.
  14. Fußball: Doofe Statistik. In: Süddeutsche Zeitung, 21. August 2016
  15. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. In: bundespraesident.de, 1. November 2016, abgerufen am 14. November 2016
  16. kicker, Nürnberg, Germany: Mit Neuer, ohne Götze: Löws vorläufiger WM-Kader. In: kicker. (kicker.de [abgerufen am 15. Mai 2018]).
  17. Germania und Petersen wieder ein Team. (Nicht mehr online verfügbar.) VfB Germania Halberstadt Regionalliga Nordost, ehemals im Original; abgerufen am 15. Juni 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.germaniahalberstadt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. Halberstadt ist zurück, Rathenow nicht. In: FuPa.net. Abgerufen am 15. Juni 2017.
  19. Spielbericht. In: Kicker.de
  20. https://m.volksstimme.de/lokal/wernigerode/nils-petersen-ein-fussball-star-zum-anfassen