Nine Days (Film)

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Film
OriginaltitelNine Days
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 124 Minuten
Stab
Regie Edson Oda
Drehbuch Edson Oda
Produktion Jason Michael Berman,
Mette-Marie Kongsved,
Matthew Linder,
Laura Tunstall,
Datari Turner
Musik Antonio Pinto
Kamera Wyatt Garfield
Schnitt Jeff Betancourt,
Michael Taylor
Besetzung
Synchronisation

Nine Days ist ein Film von Edson Oda, der im Januar 2020 beim Sundance Film Festival seine Premiere feierte und am 6. August 2021 in die US-Kinos kommen soll.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer parallelen Dimension, die an einem trockenen Salzsee in einer Wüstenlandschaft gelegen ist, bewohnen die Seelen von Menschen neun Tage lang kleine Häuser. Auch Will lebt hier und arbeitet als „Interviewer“. Er überwacht diese Menschen von mehreren Monitoren aus, macht sich Notizen zu dem Verhalten eines Jeden und hält das Ergebnis auf Videobändern fest. Wie auch sein Kollege Kyo verbringt er seine Tage damit, die in der Schwebe hängenden Kandidaten zu bewerten, um deren Seelen Neugeborenen zuzuführen. Wenn sie als würdig angesehen und ausgewählt werden, vergessen sie ihre Erfahrungen aus den Interviews. Denen, die sich nicht als würdig erweisen, gewähren Will und Kyo die Möglichkeit, einen Moment ihres Lebens auszuwählen, den sie auf Erden noch einmal erleben wollen.

Zu den Kandidaten, die am längsten den Test durchlaufen, ob ihre Seelen neu geboren werden sollen, gehören Anne, Kane, Maria, Mike, Alexander und Emma. Sie werden angewiesen, die Inhalte von zuvor ausgewählten Themen auf Fernsehbildschirmen zu betrachten und anschließend hierzu befragt, wobei sie völlig verschiedene Antworten geben.[1][2]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Edson Oda, der auch das Drehbuch schrieb und in diesen Funktionen zuvor lediglich Kurzfilme schuf.

Die Hauptrolle von Will wurde mit Winston Duke besetzt, Benedict Wong spielt seinen Kollegen Kyo. Ihre Kandidatinnen Anne, Maria und Emma werden von Perry Smith, Arianna Ortiz und Zazie Beetz, die Kandidaten Kane, Mike und Alexander von Bill Skarsgård, David Rysdahl und Tony Hale gespielt. Wills Lieblingsseele Amanda, eine gefeierte Konzertbratschistin, die unerwartet verstirbt, wird von Lisa Starrett verkörpert.[1]

Als Kameramann fungierte Wyatt Garfield, das Szenenbild schuf Dan Hermansen.[1] Peter Debruge von Variety vergleicht die von ihnen geschaffene parallele Dimension mit einem Fegefeuer und einem „prägatorischen“ Ort, an dem die Seelen ihre Tage in der Schwebe verbringen, um sich zu beweisen. Die kleinen Häuser erinnern ihn an den Craftsman-Stil.[2]

Die Filmmusik komponierte Antonio Pinto.[1] Das Soundtrack-Album mit insgesamt 19 Musikstücken soll am 9. Juli 2021 von Warner Classics als Download und auf CD veröffentlicht werden.[3]

Die Premiere des Films erfolgte am 27. Januar 2020 beim Sundance Film Festival.[4] Im März 2020 sollte er beim South by Southwest Film Festival gezeigt werden.[5] Wenige Tage vor Beginn des Festivals wurde dieses aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben, somit auch die Vorstellung des Films.[6] Anfang Oktober 2020 wurde er beim Film Festival Cologne gezeigt[7] und ab Mitte Oktober 2020 beim AFI Film Festival in der Sektion „New Auteurs“ vorgestellt.[8] Am 22. Oktober 2020 eröffnete er das Austin Film Festival.[9] Im April 2021 wurde er beim Golden Horse Film Festival gezeigt.[10] Sony Pictures Classics will den Film am 6. August 2020 in die US-Kinos bringen; zuvor sollen bereits ab dem 30. Juli Aufführungen in New York City und Los Angeles erfolgen.[11]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang 88 Prozent der auf Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiker überzeugen.[12]

Winston Duke spielt Will

Peter Debruge von Variety erklärt, der Film zeige, wie schwer es für eine Seele ist, geboren zu werden und warum die Lebenden dieses Geschenk niemals für selbstverständlich halten sollten. Zu diesem Zweck habe Edson Oda eine neue Metapher erfunden, die zeigt, wie Seelen für die Verantwortung des Lebens ausgewählt werden. Während möglicherweise kein anderer Film etwas gegen einen Selbstmord unternehmen könne, erinnere Nine Days eindringlich daran, wie glücklich wir uns schätzen dürfen, hier zu sein und die Erde ein Planet voller Lottogewinner sei. Der Film sei eines jener seltenen Kunstwerke, das den Zuschauer dazu einlädt, seine gesamte Weltanschauung oder religiöse Überzeugungen zu überdenken und damit auch, wie man sich im Leben verhält.[2]

Gregory Ellwood von The Playlist schreibt, Will sei gelinde gesagt ein komplexer Charakter, und Winston Duke vermittele diesem sein starres Äußeres, mache aber auch dessen Mitgefühl glaubwürdig. Ohne Dukes Präsenz würde der Film einfach nicht funktionieren, so Ellwood. Weiter hebt der Filmkritiker die Arbeit von Szenenbildner Dan Hermansen hervor, dessen innovativen Konzepte die von Will arrangierten „Momente“ absolut herausragend zum Leben erweckten. Auch Kameramann Wyatt Garfield leiste beeindruckende Arbeit, und die von Odas Landsmann Antonio Pinto komponierte Filmmusik sei wunderbar erhaben. Ellwood resümiert, Nine Days sei nicht nur einfallsreich, sondern eine Art Filmkunst, wie es sie heutzutage nur noch selten gibt.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Independent Spirit Awards 2021

Internationales Filmfestival von Stockholm 2020

  • Nominierung als Bester Film für das Bronzene Pferd (Edson Oda)[13]

Sundance Film Festival 2020

  • Nominierung im U.S. Dramatic Competition (Edson Oda)
  • Auszeichnung mit dem Waldo Salt Screenwriting Award – U.S. Dramatic (Edson Oda)

Sunset Film Circle Awards 2020

  • Nominierung als Bester Film
  • Nominierung als Bester Schauspieler (Winston Duke)
  • Nominierung als Beste Nebendarstellerin (Zazie Beetz)
  • Nominierung für das Beste Drehbuch (Edson Oda)
  • Nominierung „Directors to watch“ (Edson Oda)[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Gregory Ellwood: Winston Duke Is Incredible In An Imaginative 'Nine Days'. In: theplaylist.net, 28. Januar 2020.
  2. a b c Peter Debruge: 'Nine Days': Film Review. In: Variety, 28. Januar 2020.
  3. https://filmmusicreporter.com/2021/05/19/nine-days-soundtrack-album-details/
  4. Sundance Film Festival 2020: Programm. In: sundance.org. Abgerufen am 28. Januar 2020. (PDF; 1,1 MB)
  5. Kate Erbland: SXSW 2020 Announces More Feature Film Additions, Including Robust Midnight Slate and Sundance Hits. In: indiewire.com, 5. Februar 2020.
  6. Ben Sisario und Julia Jacobs: South by Southwest Is Canceled as Coronavirus Fears Scuttle Festival. In: The New York Times, 6. März 2020.
  7. Nine Days. In: filmfestival.cologne. Abgerufen am 23. September 2020.
  8. AFI FEST 2020 presented by Audi Full Lineup Announced. In: afi.com, 6. Oktober 2020.
  9. https://austinfilmfestival.com/blog/news/aff-2020-opening-centerpiece-and-closing-night-films-announcement/
  10. 2021 Golden Horse Fantastic Film Festival. In: tixcraft.com. Abgerufen am 15. April 2021.
  11. Matt Grobar: Sony Pictures Classics Sets July Release Date For Edson Oda’s ‘Nine Days’ In: Deadline.com am 6. Mai 2021, abgerufen am 7. Mai 2021.
  12. Nine Days. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 19. Oktober 2020.
  13. Nine Days. In: stockholmfilmfestival.se. Abgerufen am 22. November 2020.
  14. Sasha Stone: Introducing the Sunset Circle Award Nominees for 2020. In: awardsdaily.com, 24. November 2020.