Nirgendwo in Afrika

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Filmdaten
Originaltitel Nirgendwo in Afrika
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 141 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
JMK 10
Stab
Regie Caroline Link
Drehbuch Caroline Link
Romanvorlage (1995): Stefanie Zweig
Produktion Peter Herrmann,
Bernd Eichinger,
Thilo Kleine,
Michael Weber,
Sven Ebeling
Musik Niki Reiser,
Jochen Schmidt-Hambrock
Kamera Gernot Roll
Schnitt Patricia Rommel
Besetzung

Nirgendwo in Afrika ist ein Kinofilm der deutschen Regisseurin Caroline Link aus dem Jahr 2001. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman von Stefanie Zweig mit gleichem Titel (1995). Produzent Peter Herrmann sicherte sich die Rechte an dem Stoff, noch bevor das Buch zum Bestseller wurde. Caroline Link drehte ihn mit großem Aufwand an Originalschauplätzen in Kenia. Nirgendwo in Afrika wurde im Jahr 2003 mit einem Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdische Familie Redlich flüchtet 1938 mit einer kleinen Tochter vor den Nazis aus dem Deutschen Reich nach Kenia. Der ehemalige Anwalt Walter Redlich arbeitet dort als Verwalter auf einer kümmerlichen Farm eines Briten. Seine Frau Jettel kann sich nur schwer an das Leben in dem ganz anderen Land gewöhnen. Sie hat massive Schwierigkeiten mit den Fremdsprachen und der anderen kulturellen Umgebung. Dort hören sie von den NS-Verfolgungen im November 1938 gegen Juden überall in Deutschland. Ihre Tochter Regina hingegen blüht in dem fremden Land förmlich auf. Sie lernt die Sprache und interessiert sich für die Gebräuche und besucht auch erfolgreich eine englische Schule. In dem Koch Owuor findet sie einen guten väterlichen Freund. In der Ehe der Redlichs kriselt es zunehmend. Nachdem die beiden langsam wieder zueinander gefunden haben, erfahren die Redlichs von der Ermordung von Jettels Eltern im Konzentrationslager "im Osten" und von Walters Vater und seiner Schwester. Walter Redlich, der nun bei der britischen Armee dient, bewirbt sich nach dem Ende des Krieges für ein Amt als Richter im zerstörten Deutschland; seine Frau möchte lieber in Kenia bleiben. Eine Heuschreckenplage bedroht das Dorf und auch ihre Farm. 1947 kehren die Redlichs doch ins stark zerstörte Deutschland zurück. Owuor geht zu seiner Familie nach Hause. Der Schlusssatz Jettels in Kisuaheli zu einer am Zug Obst verkaufenden Afrikanerin kennzeichnet ihre Lage und zugleich ihre Liebe zu diesem Land nach diesen acht Jahren: "Ich kann nichts kaufen, bin arm wie ein Affe." Sie erhält von ihr eine Banane geschenkt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Oscar-Verleihung konnte Caroline Link aufgrund einer Erkrankung ihrer Tochter nicht teilnehmen. 23 Jahre, nachdem der letzte deutsche Film als Bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar bedacht worden war (Die Blechtrommel), gewann Nirgendwo in Afrika ebendiesen Preis, für den 1998 auch schon Caroline Links Debütfilm Jenseits der Stille nominiert war.

Das kleine kenianische Dorf Mukutani war Schauplatz des Films. Die Crew um Regisseurin Caroline Link gründete die Mukutani-Stiftung, um Dorfbewohnern auch nach Ende der Dreharbeiten nachhaltig zu helfen. Gemeinsam mit World Vision bauten sie eine Straße nach Mukutani.[1]

Im Gegensatz zum Spielfilm Jenseits von Afrika (1985) wird hier keine wahre Geschichte einer Auswanderung nach Kenia erzählt. Die Romanvorlage wird nicht direkt verfilmt. Im Film gibt es jedoch vielfach Bezüge zur historisch bezeugten Lage von deutschen Juden nach 1933 und vor dem Beginn der Massenvernichtungen während dem Zweiten Weltkrieg (Trennung von den Eltern, Benachrichtigung über deren Tod, finanzielle Sorgen, Scheidung, Leben der dortigen jüdischen Glaubensgemeinde, Integration der Folgegeneration in dem neuen Heimatland, Auseinandersetzungen mit dem bisherigen Heimatland und den dort lebenden Tätern bis hin zum Einsatz als Soldat der Alliierten). Die NS-Verfolgungsmaßnahmen bis 1939 und die mit einer Emigration aus dem Deutschen Reich häufig verbundenen Probleme werden realistisch angedeutet und dramatisch akzentuiert.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der einfühlsam inszenierte, ausgesprochen unterhaltsame Film profitiert von wohl temperierten Landschaftsaufnahmen, flotter Dramaturgie, einfühlsamer Musik und einer entschlossenen Kamera- und Schnittführung. Dank hervorragender Schauspieler beschreibt er die Jahre der Emigration anteilnehmend und ohne sentimentale Anklänge.“

film-dienst

„Empfehlenswert“
„Einfühlsames Epos in grandiosen Bildern“
„Spaß: 1/3; Action: 1/3; Erotik: 1/3; Spannung: 1/3; Anspruch: 2/3“

TV Movie 25/04

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscars 2003

Golden Globe Awards 2003

Deutscher Filmpreis 2002

Bayerischer Filmpreis 2002

  • Publikumspreis

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caroline Link, Peter Herrmann: Abenteuer Afrika. Erlebnisse, Geschichten und Bilder. Langen Müller, 2002, ISBN 3-7844-2848-7
  • Stefanie Zweig: Nirgendwo war Heimat: Mein Leben auf zwei Kontinenten, Langen Müller, München 2012, ISBN 978-3-7844-3310-3 (Die Biographie der Autorin und verschiedene Schriften wie ihr Roman von 1995 kommen wohl zum Teil als Vorlage ihres Drehbuchs in Betracht).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2002. World Vision Deutschland, archiviert vom Original am 29. Juli 2010, abgerufen am 29. Juli 2010.