Nits

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Nits
Nits auf dem Haags UIT Festival 2008; von links nach rechts: Stips, Hofstede, Kloet
Nits auf dem Haags UIT Festival 2008; von links nach rechts: Stips, Hofstede, Kloet
Allgemeine Informationen
Herkunft Amsterdam, Niederlande
Genre(s) Pop, New Wave, Avantgarde
Gründung 1974
Website www.nits.nl
Gründungsmitglieder
Henk Hofstede
Gitarre, Gesang
Michiel Peters
Alex Roelofs
Rob Kloet
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre, Keyboard
Henk Hofstede
Keyboard
Robert Jan Stips
Schlagzeug
Rob Kloet
Ehemalige Mitglieder
Bass
Joke Geraets
Bass, Gitarre
Martin Bakker
Peter Meuris
Bass
Arwen Linnemann
Keyboard
Laetitia van Krieken
Gesang
Leona Philippo

Die Nits (bis 1988: The Nits, der Artikel wurde offiziell abgelegt) sind eine Popband aus Amsterdam.

Die Nits begannen 1974 als Gitarren-Pop-Band, wandten sich bald dem New Wave zu und kultivieren seitdem einen exzentrischen Stil, der Einflüsse von Minimal Music, Jazz und Independent Pop aufnimmt. Der Name („Läuseeier, Nissen“) gilt als Anspielung auf einen anderen Bandnamen mit Insektenbezug, den der Beatles.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde 1974 von Henk Hofstede, Michiel Peters, Alex Roelofs und Rob Kloet in Amsterdam gegründet. Bald wandten sie sich dem New Wave zu, spielten 1978 ihre erste Platte ein und beschlossen 1980, Profimusiker zu werden.

In ihrer Frühzeit ließ sich die Musik der Nits mit dem New-Wave-Pop der Talking Heads oder der frühen XTC vergleichen. Henk Hofstede und Michiel Peters profilierten sich als eigenständige Songwriter, wobei insbesondere Hofstede bisweilen zu bizarren Experimenten neigte. Das Debüt The Nits sieht die Band als nicht eigenständig und nicht gelungen an; bis heute ist es nicht offiziell als CD veröffentlicht worden.

Mit den folgenden Alben Tent, New Flat und Work bildeten die Nits einen individuellen Stil heraus, der auch Einflüsse von Kraftwerk, den Beatles und klassischer Avantgarde verarbeitet. Hofstede fand seine persönliche Stimme; sein Timbre wird häufig mit John Lennon und dem jungen Elvis Costello verglichen.

Mit dem Album Omsk und dem Einstieg von Robert Jan Stips gelang ihnen ein entscheidender Durchbruch zu einem eigenständigen Klang. Auffallend ist der wachsende Einfluss bildender Kunst, sowohl in den Texten als auch in der Anlage mancher Songs. Manche Songs (Jardin d'Hiver) werden gleichsam zum Stillstand gebracht und wirken wie Klangskulpturen. Die Klangpalette wurde durch das ausgefeilte Sound-Design von Robert Jan Stips erweitert. Stips vermeidet konventionelle Synthesizer-Routine zugunsten impressionistischer klanglicher Ausgestaltung der Musik. Von diesem Album stammt auch der in den heimatlichen Niederlanden größte Single-Erfolg mit Nescio, das Platz 8 der Charts erreichen konnte.

Henk Hofstede
Robert Jan Stips
Rob Kloet

Nach dem Album Adieu Sweet Bahnhof stieg Michiel Peters aus und arbeitete fortan als Buchhalter. Hofstede war nun an – von wenigen Beiträgen von Stips abgesehen – der hauptsächliche Ideengeber der Songs, auch wenn die Credits ab diesem Zeitpunkt zumeist "Hostede/Stips/Kloet" als Urheber ausweisen. Das Album In the Dutch Mountains wurde ihr erfolgreichstes Studioalbum, der schwermütige Titelsong wurde europaweit ein Hit. Dazu trug auch das originelle, surrealistische Video bei, das die Band, sämtlich ausgebildete Künstler, selbst gedreht hatte. Die anschließende Tournee führte die Nits bis nach Russland. Sie wurde auf dem Doppelalbum Urk dokumentiert, das 2006 mit einer zusätzlichen Live-DVD von einem Amsterdamer Konzert wiederveröffentlicht wurde.

Giant Normal Dwarf, in Triobesetzung eingespielt, zeichnete sich durch märchenhaft-surrealistische Texte und exzentrische Songs aus. Die Platte war als klingendes Märchenbuch für Hofstedes damals neugeborene Tochter gedacht. Hofstede und seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Riemke Kuipers, gestalteten dazu ein aufwendiges Booklet.

Ting zeichnete sich durch eine kammermusikalische Besetzung mit zwei Klavieren und Percussion aus. Auffälliges Klangelement sind die klingenden Steine des Schweizer Bildhauers Artur Schneiter, die auf mehreren Liedern zum Einsatz kommen. Nach der Ting-Tour ergriffen die Nits die Möglichkeit, mit einem Sinfonieorchester zu arbeiten. Stips komponierte Hjuvi für Nits und Orchester, das dreimal aufgeführt und als CD veröffentlicht wurde. Auf Hjuvi findet man Einflüsse von Minimal Music, György Ligeti, Edgar Varèse und George Gershwin.

dA dA dA bedeutete eine Rückkehr zu kompakteren Popsongs. Nach dieser Platte stieg Robert Jan Stips aus der Band aus, um eine Solokarriere zu verfolgen. Mit wechselnden Musikern führten Hofstede und Kloet die Band fort und spielten die Alben Alankomaat (das finnische Wort für „Niederlande“, mit Unterstützung der samischen Volksmusikgruppe Angelit) und Wool ein. Für letzteres verließen die Nits ihre langjährige Plattenfirma Sony Music (früher CBS) und veröffentlichten ihre folgenden Alben bei dem kleinen Label Play It Again Sam.

Zwischen 2002 und 2011 gastierte Henk Hofstede auf drei Alben des Schweizer Pianisten/Komponisten Simon Ho: Before Sleep (2002), If (2005, auch mit Michiel Peters), Normal Sunday - live (2006) und Spoon River Anthology (2011, mit der Gesamtbesetzung der Wool-Zeit). Auf all diesen außer Before Sleep gastieren auch die drei Sängerinnen von Värttinä aus Finnland. Hofstede gibt außerdem regelmäßig Solo-Alben heraus.

Robert Jan Stips kehrte 2004 zur CD 1974 zur Band zurück. Im Herbst 2005 veröffentlichten die Nits das 19. Studioalbum Les Nuits. Im Dezember 2006 tourte die Band mit Uriah Heep, eine Kombination, die von den Fans gleichermaßen befremdet wie interessiert zur Kenntnis genommen wurde.

Doing The Dishes, ihr 20. Album, erschien im Januar 2008. Die Rückkehr zu Sony Music und die zugänglichen, gutgelaunten Songs brachten den Nits nach langer Zeit wieder mehr Medienpräsenz, was sich in positiven Kritiken, stärkerem Publikumsinteresse und letztlich sogar einer kurzzeitigen Platzierung in den niederländischen Top Ten niederschlug. Im Oktober 2009 veröffentlichten die Nits das Album Strawberry Wood.

Das Album Malpensa (2012) entstand nicht nur im eigenen Studio De Werf, sondern neben dem Piemonter Castel Burio auch im Utrechter Kytopia in Zusammenarbeit mit dessen Eigner, dem Hip-Hop-Musiker Colin Benders alias Kyteman.[1]

Im Spätherbst 2019 erschien Knot als Resultat einer dreitägigen, zwanzigstündigen Improvisation.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH NL NL
The Nits
1979 Tent NL35
(3 Wo.)NL
1981 Work NL41
(2 Wo.)NL
1983 Omsk NL8
(29 Wo.)NL
1984 Adieu Sweet Bahnhof NL33
(3 Wo.)NL
1986 Henk NL55
(2 Wo.)NL
CD-Release im Doppelpack mit Kilo als Henk/Kilo
1987 In the Dutch Mountains DE45
(5 Wo.)DE
AT4
(12 Wo.)AT
CH22
(6 Wo.)CH
NL8
Gold
Gold

(22 Wo.)NL
Nits
1990 Giant Normal Dwarf NL24
(9 Wo.)NL
1992 Ting NL22
(10 Wo.)NL
1994 Da Da Da CH23
(6 Wo.)CH
NL39
(7 Wo.)NL
1998 Alankomaat NL45
(5 Wo.)NL
2003 1974 NL95
(1 Wo.)NL
2005 Les nuits NL63
(8 Wo.)NL
2008 Doing the Dishes NL8
(9 Wo.)NL
2009 Strawberry Wood NL11
(5 Wo.)NL
2012 Malpensa NL45
(5 Wo.)NL
2017 Angst NL40
(1 Wo.)NL
2019 Knot NL97
(1 Wo.)NL

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Alben

  • 1978: The Nits, nur 1000 Exemplare auf Vinyl
  • 1980: New Flat
  • 1992: Hjuvi
  • 2000: Wool

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH NL NL
Nits
1989 Urk NL3
Platin
Platin

(27 Wo.)NL
Live-Dreifach-LP bzw. -Doppel-CD
2006 Wiederveröffentlichung mit zusätzlicher Live-DVD
2015 Hotel Europa – Live Recordings 1990–2014 NL5
(4 Wo.)NL

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH NL NL
Nits
1996 Nest NL37
(13 Wo.)NL
2014 Nits? NL35
(1 Wo.)NL

Weitere Kompilationen

  • 1996: Quest (B-Seiten und andere Raritäten)
  • 2000: Nits Hits
  • 2001: Dubbelgoud (Label: Disky)
  • 2004: Dreams – Best (Zeitraum: 1983–98, Label: Zounds)

Kollaboalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH NL NL
Nits
1995 Dankzij de dijken NL14
(15 Wo.)NL
mit Freek de Jonge

Weitere Kollaboalben

  • 2002: Before Sleep (mit Simon Ho)
  • 2005: If (mit Simon Ho und Värttinä)
  • 2006: Normal Sunday (mit Simon Ho und Värttinä)
  • 2011: Spoon River (mit Simon Ho und Värttinä)

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH NL NL
The Nits
1983 Kilo NL16
(9 Wo.)NL
CD-Release im Doppelpack mit Henk als Henk/Kilo
1988 Hat NL15
Gold
Gold

(17 Wo.)NL

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT NL NL
The Nits
1980 Tutti Ragazzi
Tent
NL31
(3 Wo.)NL
1982 Red Tape
Work
NL24
(4 Wo.)NL
1983 Nescio
Omsk
NL8
(8 Wo.)NL
Sketches Of Spain
Kilo
NL24
(4 Wo.)NL
1987 In The Dutch Mountains
In The Dutch Mountains
DE32
(14 Wo.)DE
AT3
(14 Wo.)AT
NL14
(8 Wo.)NL
1988 J.O.S. Days
In The Dutch Mountains
NL23
(5 Wo.)NL
The Dream
Hat
NL26
(5 Wo.)NL
Nits
1989 Adieu Sweet Bahnhof
Adieu Sweet Bahnhof
NL26
(5 Wo.)NL
1992 Soapbubble Box
Ting
NL37
(3 Wo.)NL

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: Urk (Konzertmitschnitt)
  • 1996: Vest (Kompilation der Single-Musikvideos)
  • 2002: Songs from Wool, Live at De lichtfabriek (Konzertmitschnitt)
  • 2004: 2004

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Pressemitteilung vom 22. Februar 2012 (Memento des Originals vom 15. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nits.nl, abgerufen am 5. September 2012
  2. a b c d e f Chartquellen: DE AT CH Alben NL Singles NL
  3. a b c d Auszeichnungen für Musikverkäufe: NL

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nits – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien