Niutao

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Niutao
NASA-Bild von Niutao
NASA-Bild von Niutao
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Elliceinseln
Geographische Lage 6° 6′ 31″ S, 177° 20′ 33″ OKoordinaten: 6° 6′ 31″ S, 177° 20′ 33″ O
Niutao (Tuvalu)
Niutao
Länge 2,6 km
Breite 1,2 km
Fläche 2,53 km²
Einwohner 606 (2012)
240 Einw./km²
Hauptort Kulia
Kinder auf Niutao
Kinder auf Niutao

Niutao ist eine Insel im Pazifik und Teil des Staates Tuvalu. Die 2,53 Quadratkilometer große Insel bildet zusammen mit Niulakita einen der acht Verwaltungsbezirke (Falekaupule) des Landes (siehe Niutao (Bezirk)).[1] Auf Niutao leben 606 Einwohner (Stand 2012)[2] in zwei Dörfern. Hauptort ist mit 406 Einwohnern (2012) das an der Südwestküste der Insel gelegene Kulia (historisch wohl Tuapa).[3] Unmittelbar südöstlich davon schließt sich das mit 200 Einwohnern (2012) etwa halb so große Dorf Teava (historisch wohl Angafoulua) an. 1949 siedelten einige Bewohner wegen Überbevölkerung auf die Insel Niulakita um.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niutao ist ein Gehobenes Atoll, an dem sich ein neues Saumriff gebildet hat. Als Überrest der zentralen Lagune sind ein flacher Brackwassersee sowie ein –teich im Nordwesten der Insel verblieben. Der See wird heute von einem Fahrdamm überspannt, der die Kokosplantagen im nördlichen Bereich der 2,6 km langen und 1,2 km breiten Insel erschließt.

Entdeckungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der spanische Seefahrer Francisco Mourelle de la Rúa (1750 – 1820) hat Niutao am 5. Mai 1781 für Europa entdeckt. Er betrat die Insel jedoch nicht, sondern sein Schiff La Princesa blieb außerhalb des Korallenriffes, als sich mehrere Kanus mit Insulanern näherten, die der Besatzung Kokosnüsse schenkten. Mourelle nannte die Insel daraufhin „El Gran Cocal“.[4] 1825 taufte der US-amerikanische Kapitän Obed Starbuck (1797 – 1882) die Insel „Loper´s Island“, nach seinem Walfangschiff Loper.[5] Im Jahr 1836 erreichte ein anderer Walfänger, Kapitän William Plaskett aus Nantucket, mit seinem Schiff Independence II die Insel. Da ihm die mit Holzkohle schwarz gefärbten Gesichter der Krieger auffielen, nannte er sie „Smut-Face Island“.[6] Weitere alte Namen für Niutao sind „Speider Island“ und „Lynx Island“.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel wird von einer unbefestigten Ringstraße umgeben. Neben der Lagune befinden sich mindestens zwei Brunnen auf Niutao. Zudem befinden sich auf der Insel ein Krankenhaus, Schule, Postamt und Friedhof.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niutao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Falekaupule Act. Government of Tuvalu, 1997, Nr. 8; 2008 revised Edition, CAP. 4.08, Schedule 1, S. 56 abgerufen am 29. Juli 2014
  2. Tuvalu Online GIS. Tuvalu Central Statistics Office, Januar 2015, abgerufen am 8. Januar 2015.
  3. a b Map of Niutao. TuvaluIslands.com, Datum unbekannt abgerufen am 30. Juli 2014
  4. Keith S. Chambers und Doug Munro: The Mystery of Gran Cocal: European Discovery and Mis-Discovery in Tuvalu. The Journal of the Polynesian Society, Band 89 (2) 1980, S. 167–198
  5. Henry Evans Maude: Post-Spanish discoveries in the Central Pacific. In: The Journal of the Polynesian Society, Vol. 70, Auckland 1961, S. 67–111
  6. Simati Faaniu, Hugh Laracy (Hrsg.): Tuvalu - A History. Institute of Pacific Studies, University of the South Pacific, Suva 1983, S. 102
  7. Pacific Islands Pilot (Volume 2). United States Hydrographic Office, Washington 1916, S. 409