Nix-Gut Records

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Nix-Gut Records
Logo des Labels
Logo des Labels
Aktive Jahre seit 1994
Gründer Fraggle, Jürgen Kamm, Andy
Sitz Winnenden
Website http://www.nix-gut.de/
Genre(s) Punk, Oi!, Ska

Nix-Gut ist ein Punk-Mailorder mit Sitz in Winnenden. Gegründet wurde Nix-Gut 1994 in Leutenbach durch Fraggle, Jürgen Kamm und Andy von der Punk-Band S.I.K. Nix-Gut betreibt neben dem Versand das Plattenlabel Nix-Gut Records, den Nix-Gut Laden sowie eine eigene Druckerei, in der Textilien, Buttons und CDs bedruckt werden können.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 gründeten Jürgen Kamm, Michael Koch (Fraggle) und Andy (Andreas Kamm) von der Band S.i.K. Nix-Gut Records als DIY-Label zur besseren Verbreitung ihrer ersten CD Vergiß es.[1] Angefangen mit einer Handvoll eigener und diverser Artikel von befreundeten Bands, wuchs Nix-Gut zu einem Unternehmen mit 20 Festangestellten, 20 400€-Jobbern sowie Freien Mitarbeitern. Die Produktpalette erweiterte sich um die Genres Oi!, Ska, Deutschrock, und andere Rock-Szenen sowie um Streetwear.[1] Neben den CDs des eigenen Labelrosters übernimmt Nix-Gut unter Verwendung eines neuen Firmennamens Pro Trade Integra[2] den Vertrieb vieler weiterer Bands und Labels (Krawallbrüder Records, Rookies & Kinks) sowie weiterer Merchandise Artikeln Fulfillment Artikeln, Humanen Dienstleistungen (Personal).

Nix-Gut und veröffentlichte regelmäßig Sampler, wie beispielsweise die Reihen Es lebe der Punk, Chaos, Bier + Anarchie, Punk – Das ist unser Kult sowie die bereits in den 1990er Jahren auf Snake Records/A.M. Music veröffentlichten Samplerreihen Die deutsche Punkinvasion und Schlachtrufe BRD. Dies erfolgte aus eine damaligen "Szenennähe" dessen Verkaufsstrategie nun aufgegeben wurde.

Die bisherige Markenstrategie "Nix-Gut Records" und "Nix-Gut-Mailorder" wurde seit der erfolgreichen Anknüpfung an das Deutschrock Genres sowie das Fulfillment weitestgehend aufgegeben.

Nix-Gut Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nix-Gut Records war das zugehörige Plattenlabel, das bis 2013 über 230 CD-Veröffentlichungen realisieren konnte. Nach eigenen Angaben lässt sich „mit Bandscheiben vor allem von mittleren bis kleinen Bands kein Geld […] verdienen“. Es bekomme aber bei Nix-Gut „nicht nur der wo Rang und Namen hat eine Chance“.[1] Einige der bei Nix-Gut unter Vertrag stehenden Bands:

Nebenprojekte von Nix-Gut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Community Chaotenzentrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nix-Gut GmbH war Betreiberin der Web-Community Chaotenzentrale,[3] die sich eine gemeinsame Nutzerdatenbank mit Abgefuckt-liebt-dich teilte. Die Seite richtet sich an „Chaoten und Chaotinnen und sonstiges chaotisches Gezottel und so.. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“.[4] Im Juni 2013 wurde der Zugang über chaotenzentrale.de eingestellt.[4]

Das Taugenix-Fanzine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2007 erschien die erste Ausgabe des von Nix-Gut herausgegebenen Taugenix-Fanzines, das sich auf die Deutschpunk-Szene spezialisiert hatte. Es brachte Klatsch und Tratsch, Infos über Deutschpunk-Bands, vegane Kochrezepte und vieles mehr. Außerdem war jeder Ausgabe eine CD mit ungefähr 20 Songs von bekannten und unbekannten Deutschpunk-Bands beigelegt. Das Fanzine wurde 2010 nach elf Ausgaben eingestellt.[5] Die ehemaligen Redakteure gestalten inzwischen das Ugly-Punk-E-Zine.[6]

Die Musikdownload-Plattform Punkload[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nix Gut betrieb eine Plattform die ausschließlich Musik aus den Musikbereichen Punk, Ska und Oi-Punk zum download anbot. Auf dieser Plattform konnten Songs heruntergeladenund gestreamt werden.[7]

Positionen und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 ist Nix-Gut als gemeinnützige GmbH anerkannt. Damit werden die Gewinne in die soziale Arbeit zurückgeführt, insbesondere in die Betreuung der zehn festangestellten, schwerbehinderten Menschen,[8] die vor allem in der seit Dezember 2007 betriebenen Textildruckerei beschäftigt werden.[9] Rechtsradikale Straftäter können bei Nix-Gut Sozialstunden ableisten.[8]

Nix-Gut wurde in ProIntegra umbenannt. Seither ist die Ausrichtung der Firma nicht mehr als Punk-Szene-nah zu betrachten. Die Ausrichtung soll von nun an sozial wirken.

Der Hakenkreuzprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchgestrichenes Hakenkreuz

2002 erstatte eine Frau Anzeige gegen Nix-Gut, nachdem sie im Zimmer ihres Sohnes den Nix-Gut-Katalog gefunden hatte, in dem Produkte mit durchgestrichenen oder von einer Faust zerschlagenen Hakenkreuzen zu sehen waren.[10] Im August 2005 wurde das Lager von Nix-Gut von der Polizei durchsucht und ungefähr 17.000 Artikel beschlagnahmt. Auf Antrag der Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat das Landgericht Stuttgart am 29. September 2006 Jürgen Kamm wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß § 86 a Abs. 1 Nr. 1 und 2, 86 Abs. 1 Nr. 4 StGB zu einer Geldstrafe von insgesamt 3.600 Euro verurteilt.[10] Das Urteil stieß sowohl seitens der Politik als auch vieler Strafrechtler auf große Empörung, weil diese Auslegung nicht vom Gesetzeszweck des § 86a StGB gedeckt war.[10]

Jürgen Kamm legte gegen das Urteil Revision ein, der Fall wurde am 8. März 2007 vor dem Bundesgerichtshof verhandelt, wo die Bundesanwaltschaft Freispruch forderte. Dieser Forderung kam der BGH am 15. März 2007 nach und hob das Urteil des Landgerichts Stuttgart als rechtswidrig auf. Dies bedeutet, dass in Deutschland die rechtliche Lage geklärt ist und somit das Tragen von antifaschistischen Symbolen erlaubt ist.[11]

Kontroverse: Frei.Wild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 begann Nix-Gut T-Shirts für die umstrittene Band Frei.Wild zu drucken.[12] Aus Protest gegen diese Zusammenarbeit stiegen im Januar 2010 die Redakteure des Taugenix-Fanzines aus, was dessen Ende bedeutete.[13] Auch einige Bands verließen aus Protest das Label.[14] Andy von Nix-Gut Records begründete die Zusammenarbeit mit einem „massiven Auftragsengpass“, auf den Nix-Gut sonst mit der Entlassung von Beschäftigten reagieren hätte müssen. Die Entscheidung war erst nach genauer Prüfung gefallen, die zum Ergebnis kam, dass Frei-Wild „keine rechten Tendenzen“ mehr fördere.[12]

Die Produktion an Frei.Wild Fanartikeln und der Betrieb sowohl des Frei.Wild Webshops, dessen angeschlossenen Labels, sowie weitere Fullfillment Dienstleistungen (u. a. für die umstrittene Band Krawallbrüder) wurde weiter ausgebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Homepage Nix-Gut zur Geschichte, abgerufen am 3. August 2013
  2. https://www.protrade-integra.com/
  3. Impressum auf chaotenzentrale.de, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 2. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chaotenzentrale.de
  4. a b Startseite chaotenzentrale.de, abgerufen am 3. August 2013
  5. Meldung auf taugenix-fanzine.de, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 20. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.taugenix-fanzine.de
  6. Meldung auf uglypunk.de, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 15. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/uglypunk.de
  7. Nix-Gut Homepage Nebenprojekte, abgerufen am 3. August 2013
  8. a b Homepage Nix-Gut zur Gemeinnützigen Arbeit, abgerufen am 3. August 2013
  9. Winnender Zeitung "Ausbildung trotz Lernschwäche", abgerufen am 13. August 2013
  10. a b c Roland Maier-Leliveldt: Prozesse: Wie der Verkauf von Anti-Nazi-Symbolen zur Straftat wird. In: Spiegel Online. 29. September 2006, abgerufen am 25. Juli 2013 (mit Fotostrecke).
  11. Anti-Nazi-Symbole dürfen verwendet werden, abgerufen am 11. April 2020
  12. a b Statement von Nix Gut zu Gerüchten um Zusammenarbeit mit Frei.Wild, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 21. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.plastic-bomb.eu
  13. Interview mit Steff vom Taugenix Fanzine, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 9. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.plastic-bomb.eu
  14. Punkrock-Fanzine.de vom 23. Januar 2013, abgerufen am 3. August 2013 (Memento des Originals vom 6. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.punkrock-fanzine.de (Abschnitt "News & Statements von Frei Schnauze!, Impact, Nix Gut, den Skatoons und Sunny Bastards")