No One Lives Forever

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No One Lives Forever
No one lives forever 2000.svg
OriginaltitelThe Operative: No One Lives Forever
StudioVereinigte StaatenVereinigte Staaten Monolith Productions
PublisherVereinigte StaatenVereinigte Staaten Fox Interactive
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sierra Entertainment
Leitende EntwicklerCraig Hubbard
KomponistGuy Whitmore, Nathan Grigg
Erstveröffent-
lichung
Windows:
NordamerikaNordamerika 9. November 2000
Europaische UnionEuropäische Union 8. Dezember 2000
Game of the Year Edition:
NordamerikaNordamerika 4. Oktober 2001
Europaische UnionEuropäische Union 15. März 2002
macOS:
NordamerikaNordamerika 21. November 2002
PlayStation 2:
NordamerikaNordamerika 18. April 2002
Europaische UnionEuropäische Union 24. Mai 2002
PlattformMicrosoft Windows, macOS, PlayStation 2
Spiel-EngineLithtech 2.5
GenreEgo-Shooter, Stealth
ThematikGeheimagenten, 1960er
SpielmodusEinzelspieler, Mehrspieler
SteuerungMaus und Tastatur, Joystick, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
MediumCD-ROM
SpracheDeutsch
Aktuelle Version1.004 (18. Oktober 2001)
KopierschutzSafeDisc 2
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 12+ Jahren empfohlen
InformationDeutschsprachige Version mit Zensuren.

The Operative: No One Lives Forever (kurz: NOLF) ist ein vom US-amerikanischen Studio Monolith Productions entwickeltes Computerspiel aus dem Genre der First-Person-Shooter für Windows, macOS und PlayStation 2, das am 9. November 2000 erschienen ist. Es bildet den Auftakt für die gleichnamige Spielereihe, die 2002 mit dem Nachfolger No One Lives Forever 2 und 2003 mit dem Ableger Contract JACK fortgeführt wurde. Kreativer Kopf hinter der Spieleserie war Craig Hubbard.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

No One Lives Forever ist ein in den Swinging Sixties angesiedelter Ego-Shooter mit ausgeprägten Stealth-Elementen. Das farbenfrohe und humorvolle Actionspiel ist eine Reminiszenz an die James Bond-Filme und Agentenserien (u.a. Get Smart) der 1960er Jahre. Die britische Geheimagentin und ehemalige Meisterdiebin Cate Archer kämpft gegen zum Teil äußerst skurrile Gegner und wird vor jeder Mission durch die Q-Branch mit ausgefallenen Agenten-Gadgets ausgerüstet. Die Handlung spielt an vielen verschiedenen Schauplätzen, sogar im Weltraum und in einem gesunkenen Schiffswrack. Das Spiel erinnert (auch wegen der passenden musikalischen Untermalung) an die parodistischen Austin-Powers-Filme, nimmt aber auch Anleihen aus dem Thriller Agenten sterben einsam.[1][2] Die Geheimdienstthematik äußert sich auch darin, dass das Einsammeln von versteckten Unterlagen wie Aktenkoffern und Dokumenten zu optionalen Spielzielen gehört. Findet Cate Archer alle geheimen Gegenstände in einer Mission, erhält sie permanente Boni, etwa eine erhöhte Gesundheit.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler steuert die Protagonistin Cate Archer, eine Agentin des britischen Geheimdienstes UNITY. Der Gegner von Archer und UNITY ist die Terrororganisation H.A.R.M., die mittels einer neuartigen chemischen Waffe versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Geschichte spielt in den 60er Jahren (1967), also in der Hochzeit der Agententhriller und mitten im Kalten Krieg.

Handlungsorte sind unter anderem Marokko, ein Schiff vor und nach dem Sinken sowie ein abstürzendes Flugzeug und ein mittelalterliches Schloss. Nicht fehlen darf – wir befinden uns in den Sixties – der Besuch eines Beatnik-Clubs in Hamburg und eine Reise in die Raumstation einer allmächtigen Verbrecherorganisation. Der Spieler erhält ständig neue Aufgaben, die sich meist stark voneinander unterscheiden und teilweise so noch in keinem anderen Computerspiel vorgekommen sind. Er muss beispielsweise Geheimdokumente aus einem gesunkenen Schiff bergen, aus größerer Distanz mit einem Scharfschützengewehr einen Botschafter vor seinen Angreifern schützen (der davon aufgrund seiner Kurzsichtigkeit und seines schlechten Gehörs nichts mitbekommt) oder während des Sturzes aus einem Flugzeug einem Gegner seinen Fallschirm abnehmen. Der Erfolg mancher Missionen kann nur erreicht werden, wenn man vorsichtig vorgeht und nicht entdeckt wird - damals ein neues Prinzip für First-Person-Shooter, das z. B. von Tom Clancy’s Splinter Cell übernommen wurde.

Am Ende des Spiels stellt Cate Archer das Antiserum sicher, sprengt die Hochburg der Verbrecherorganisation in den bayerischen Alpen und überführt Verräter in den eigenen Reihen. Der Anführer von H.A.R.M. gibt sich erst im Abspann des Spiels zu erkennen und spielt im Nachfolger eine größere Rolle.

Einsatzorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cates Ausrüstung ist für das Gelingen ihrer gefährlichen Missionen von großer Bedeutung. Am Anfang einer jeden Spielstufe werden die zur Erfüllung des Auftrages benötigten Utensilien entweder vom Spieler selbst ausgewählt oder es wird auf eine Standard-Ausrüstung, die vom Programm vorgeschlagen wird, zurückgegriffen. Die Ausrüstung umfasst zum einen Schusswaffen von der Pistole bis hin zum Scharfschützengewehr, welche realen Vorbildern nachempfunden sind, aber nicht mit deren echten Namen bezeichnet werden, und zum anderen spezielle, als Alltagsgegenstände getarnte Spionagewerkzeuge, sprich Gadgets. Für einige Waffen gibt es verschiedene Typen von Munition zur Auswahl. Der Standard für die meisten Waffen sind Vollmantelgeschosse. Alternativ können Zyanidkapsel-, Dum-Dum-Geschosse oder Phosphormunition verwendet werden.

Waffen (und ihre realen Vorbilder)
Gadgets

Die humorig gestalteten Gadgets umfassen unter anderem:

  • Ein als Aktentasche getarnter Raketenwerfer
  • Eine Haarspange, die als Dietrich und zur Verabreichung von Gift eingesetzt werden kann
  • Ein Feuerzeug-Schweißgerät
  • Fotokamera, Minendetektor und Infrarotscanner als Sonnenbrille getarnt
  • Ein Roboterpudel, der zur Ablenkung von Wachhunden eingesetzt werden kann
  • Parfüm zum Einschläfern, Erblinden oder zum Vergiften
  • Plüschpantoffeln zur Laufgeräuschsdämpfung
  • Eine Gürtelschnalle als Enterhaken
  • Ein Puderfläschchen um Leichen aufzulösen
  • Granaten als Lippenstift getarnt.
  • Münzen um Gegner abzulenken.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kreative Kopf hinter der Spieleserie war Craig Hubbard. Die Musik steuerten Nathan Grigg und Guy Whitmore bei. Auf der beiliegenden Audio-CD befinden sich acht Musikstücke im Stil der 1960er Jahre, darunter das gesungene A Spy in Harms Way, sowie zwei moderne Stücke.

2002 erschien eine Portierung für die PlayStation 2, die drei neue Flashback-Levels enthält, allerdings nicht den Original-Soundtrack der PC-Version. Die Musik der PlayStation 2-Version wurde stattdessen von Rebecca Kneubuhl komponiert. Zudem besitzt die Portierung keinen Mehrspieler-Modus und die kaum verbesserte Grafik war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mehr auf dem aktuellen Stand.

Im Herbst 2001 wurde eine Game of the Year Edition von No One Lives Forever für Windows veröffentlicht, die zusätzliche Inhalte bietet. Im Frühjahr 2002 erschien die erweiterte Neuauflage auch in Europa. Nach dem Abspann ist das Spiel in der Game of the Year Edition noch nicht zu Ende, es folgt noch eine weitere Mission mit vier neuen Levels.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Computerspielmagazine sahen es als Game of the Year, der Metascore der PC-Version liegt bei 91. Unter Fans und Kritikern gilt No One Lives Forever als Meisterwerk und erhielt überragende Bewertungen, z. B. vergaben GameStar und PC Games für eine Wertung von 91 %. GameSpot bewertete das Spiel mit 93 %.[3] Computer Bild Spiele beurteilte No One Lives Forever mit dem Testergebnis 1,26 (Endnote: Sehr gut), einer der höchsten Wertungen des Magazins für ein PC-Spiel.[4] Die Website 4Players vergab für die PC-Version 94 %[5] und für die PS2-Version 78 %.[6] Generell wurde die 2002 erschienene PlayStation 2-Fassung des Spiels deutlich schwächer bewertet als die PC-Version. So vergab etwa Gameswelt 78 % für die Konsolenversion, die PC-Fassung erhielt 93 %.[7] Der Metascore der PS2-Version liegt bei 67. Auf GameRankings hält No One Lives Forever eine Durchschnittswertung von 88 % (PC) bzw. 70 % (PS2).

Markenrechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 wurde Monolith Productions von Warner Bros. Entertainment gekauft, Teile der Markenrechte verblieben jedoch vermutlich bei Sierra Entertainment. Das Unternehmen wurde von Activision übernommen und 2008 geschlossen. Im Jahr 2014 bemühte sich der Indie-Publisher Night Dive Studios um den Erwerb der Markenrechte für eine digitale Neuveröffentlichung von No One Lives Forever.[8] Die Pläne scheiterten jedoch, als Warner Bros. Entertainment mit rechtlichen Schritten drohte.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Craig Hubbard: Postmortem: Monolith's No One Lives Forever (englisch) In: Gamasutra. UBM plc. 8. Juni 2001. Abgerufen am 6. Januar 2013.
  2. John Walker: Retrospective: The Operative: No One Lives Forever - I spy with my freakishly giant eye. (englisch) In: Eurogamer. 22. November 2009. Abgerufen am 6. Januar 2013.
  3. The Operative: No One Lives Forever Review auf GameSpot, abgerufen am 10. Mai 2014
  4. Die 100 besten PC-Spiele, Computer Bild Spiele, Ausgabe 6/2006
  5. Test: No One Lives Forever (PC) von 4Players, abgerufen am 11. August 2013
  6. Test: No One Lives Forever (PS2) von 4Players, abgerufen am 11. August 2013
  7. Gameswelt-Artikel zu No One Lives Forever von Gameswelt,abgerufen am 11. August 2013
  8. No One Lives Forever - Neue Trademark-Anträge deuten auf Wiederbelebung hin auf gamestar.de, abgerufen am 8. Juli 2017
  9. No One Lives Forever - Wiederveröffentlichung des Shooters geplatzt auf gamestar.de, abgerufen am 8. Juli 2017