Norbert Bolz

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Norbert W. Bolz (* 17. April 1953 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Medien- und Kommunikationstheoretiker sowie Designwissenschaftler. Er lehrt als Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolz, Sohn des Chemotechnikers Werner Bolz und seiner Frau Gertrud, geb. Obergfell, legte das Abitur am Ludwigshafener Max-Planck-Gymnasium ab und studierte in Mannheim, Heidelberg und Berlin Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaft. Er wurde von Wolfgang Hübener und Anke Bennholdt-Thomsen als Zweitgutachterin über die Ästhetik Adornos promoviert.[1] Norbert Bolz war Assistent des Religionsphilosophen Jacob Taubes. Nach dessen Tod 1987 wurde Bolz mit seiner Schrift „Philosophischer Extremismus zwischen den Weltkriegen“ habilitiert. Er war bis 1992 Dozent an der Freien Universität Berlin.

Von 1992 bis 2002 war Bolz Professor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität-Gesamthochschule Essen mit den Arbeitsschwerpunkten Medientheorie, Kommunikationstheorie und Designwissenschaft.

Seit 2002 ist Bolz Professor an der Technischen Universität Berlin, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft/Medienberatung.

Forschungsschwerpunkte und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsinteressen von Bolz gelten der Medientheorie, der Kommunikationstheorie und der Designwissenschaft. Hauptaspekt seiner Publikationen sind die Veränderungen der modernen Gesellschaft durch Phänomene der Massengesellschaft, durch Medien und einen sich ausbreitenden Wohlfahrtsstaat. Dabei konstatiert er eine zunehmende Verunsicherung in der Postmoderne.

„Was wir Moderne nennen – also die Zeit zwischen der europäischen Aufklärung und dem Ersten Weltkrieg – hat uns mit idealistischen Zumutungen überlastet und mit humanistischen Idealen geködert. Deshalb haben wir heute eine ambivalente Einstellung zur Moderne: sie ist Utopie und Alptraum zugleich. Deshalb fällt es uns so schwer, souverän in eine neue Zeit einzutreten. Wir haben ein Entwöhnungstrauma der beendeten Moderne.“[2]

Bolz äußert sich grundsätzlich positiv über die Offenheit der Marktwirtschaft, kritisiert die Tabuisierung konservativer Auffassungen durch das Phänomen der Political Correctness und fordert eine höhere Verantwortung für den Einzelnen.

„Der Wohlfahrtsstaat erwartet nicht, dass man etwas für sein Leben tut – und die Medien dokumentieren, dass man nichts für sein Leben tun kann. Gleichzeitig weiß jeder, dass er sich auf die Humanität unserer Gesellschaft verlassen kann, die ihm – zumindest materiell – ein halbwegs menschenwürdiges Leben ermöglicht. Insofern macht der Wohlfahrtsstaat die Betroffenen, die seine Profiteure sein sollten, zu seinen eigentlichen Opfern.“[3]

„In der von den Massenmedien formatierten Öffentlichkeit ist Kritik durch Moralisierung ersetzt worden: Zwischen den Polen Lob und Tadel wird das Nachdenken eingespart, in Feuilletons und Talkshows wird längst nicht mehr diskutiert, sondern nur noch emotionalisiert.“[4]

Bolz wird von einigen Sozialwissenschaftlern als neoliberaler[5] Wissenschaftler bezeichnet. Robin Meyer-Lucht bewertete einige Essays als „Konvolute voller Buzzwords …, die hilflos nach Sinn ringen“,[6] während Rüdiger Safranski in einer Laudatio seine Werke für „elegant formuliert, präzise und entschieden“ hält. Er sei ein bedeutender „philosophischer Zeitdiagnostiker der Gegenwart.“[7]

Medientheorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Bolz entwickelte „Theorie der neuen Medien“ (1990) knüpft an Gedanken Friedrich Nietzsches, Walter Benjamins und Marshall McLuhans an. Bolz’ Position baut auf Friedrich Kittlers Ideen auf. In diesem Buch setzt sich Bolz mit der Tatsache auseinander, dass das Buch als Leitmedium der Gesellschaft durch den Computer abgelöst wird. Aus der „Gutenberg-Galaxie“ (McLuhan) sei der „Cyberspace“ geworden. Die Information sei nicht mehr an einen physischen Träger gebunden und wird damit enthumanisiert. Der Code, in dem die Information übertragen wird, sei dem Menschen nicht mehr unmittelbar zugänglich, wie es beim Buch noch der Fall gewesen sei. Der Mensch bedürfe eines Gerätes als Interface zur Information. Aus den bisher lokal vorhandenen Informationen würden Netze, die globale Reichweite hätten. Dies habe mit dem Telegraphen und dem Radio begonnen und sich mit dem Fernsehen ausgeweitet. Bis dahin seien die Massenmedien Distributionsmedien gewesen, bei denen der Konsument die Information passiv aufgenommen habe. Indem das Internet auch Aktivität des Nutzers zulasse, insbesondere in benutzergenerierten Inhalten wie im Internetlexikon Wikipedia, entstünden Möglichkeiten der Kooperation und der Selbstdarstellung.

Medien wie das Bild sind nach Bolz nicht nur Wege der Erkenntnis, sondern auch bei entsprechenden Handhabungen, beispielsweise einer Vergrößerung oder Wiederholung, Instrumente der Erkenntnis. Sie verändern zum Teil die Zeitwahrnehmung und ersetzen sogar Erfahrung und Erinnerung. „Fern-Sehen“ wird zum Organ des Menschen.[8]

Die Flut der Informationen kann nur noch durch Selektion bewältigt werden. Dabei spielt Kürze und Prägnanz, die Sensation, eine maßgebliche Rolle, durch die Informationen verkürzt und beschleunigt werden. Es entstehen Medienhypes besonderer Intensität, die sich schnell verflüchtigen. Das Leben mit der medial vermittelten Katastrophe führt zu einer pessimistischen Weltsicht, die den Realitäten widerspricht, und als Befreiung zu einem dringenden Wunsch nach Nachhaltigkeit. Eine Lösung sieht Bolz in der Selbstverantwortung und im Unternehmertum.[9]

Medien als Religionsersatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolz sieht Kommunikation als Substitut für Religion:

„Medien bieten Ersatzformen von Allwissenheit und Allgegenwärtigkeit an. An die Stelle religiöser Kommunikation tritt heute Kommunikation als Religion. Totale Verkabelung, die Verstrickung im elektronischen Netz, wird der unbefangene Blick aber als profane Variante der religio – und das heißt ja eben: Rückbindung erkennen. In der Vernetzung zum integralen Medienverbund ist uns eine stabile Umbesetzung der Transzendenz gelungen. Das Göttliche ist heute das Netzwerk. Und Religion funktioniert als Endlosschleife.“[10]

Ursache ist eine zunehmende Säkularisierung und ein wachsender Atheismus in der modernen Gesellschaft. Da Gesellschaft nach Bolz für ihr Funktionieren eine religiöse Grundlage benötigt, suchen sich die Menschen Themen, die als Ersatzreligion dienen, aus denen sie Trost und Sinn schöpfen können. In diesem Sinne ist die Umweltschutzbewegung die mächtigste Bewegung, die diese Funktion übernimmt. Ursache sind die Bedrohungen, die früher von der Atombombe, dann von der Kernenergie und in jüngerer Zeit von der globalen Erwärmung ausgehen. Die hierdurch ausgelösten Ängste werden durch Medien verbreitet und die alternativen Bewegungen wecken die Hoffnung, dass die zum Teil nur irrational wahrgenommenen Bedrohungen vermieden werden können.[11]

Selbst Geistliche sprächen heutzutage nur über Werte statt über Dogmen des Glaubens. In der Bibel gibt es laut Bolz keine Werte. „Man liebt die Menschheit, um Gott verdrängen zu können. Und hier gewinnt die christliche Lehre vom Antichrist eine skandalöse Aktualität.“ Der Antichrist, so Bolz, sei an seiner Rhetorik von Sicherheit und Frieden erkennbar. Das vom Antichristen verbreitete „Gutmenschentum“ sei nur eine Maskierung schlechter Eigenschaften. In seinem Buch Das Wissen der Religion nennt er drei Beispiele:

  • „Soziale Gerechtigkeit“ sei die Maske des Neids.
  • „Teamfähigkeit“ sei die Maske des Hasses auf die Erfolgreichen.
  • „Dialog der Kulturen“ sei die Maske der geistigen Kapitulation vor fremden Kulturen.[12]

Indem er sich selbst mit einer Metapher Max Webers[13] als „religiös unmusikalisch“ bezeichnet, betont Bolz, dass er keinen Atheismus vertrete, da er diesen als reine Position des Unglaubens für ebenso wenig plausibel hält.[14]

Konsumismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Buch Die Wirtschaft des Unsichtbaren (1999) konstatiert Bolz, künftig stehe nicht mehr das physische Produkt im Vordergrund, sondern Service und Engagement, Trends und Events, Marken und Mythen. Die entscheidenden Produktivkräfte seien Wissen, Kommunikation, Spiritualität und Design. Die postkapitalistische Gesellschaft wird zur Wissensgesellschaft und zur Multimedia-Gesellschaft. Design als Instrument der Komplexitätsreduktion trete an die Stelle von Religion, um Sicherheit und Weltvertrauen zu vermitteln.

Sein konsumistisches Manifest (2002) ist eine Auseinandersetzung mit dem Konsumismus. Hierzu stellt Bolz fest: „Ich halte den Konsumismus für eine unglaublich primitive Lebensform. Im Vergleich zum religiösen Fundamentalismus halte ich ihn für das geringere Übel.“[15] Er betrachtet den Kapitalismus in Anlehnung an Walter Benjamin als Religionsersatz. Damit wird er zu einer neuheidnischen Kultreligion, in der jeder Tag zu einem Festtag des Warenfetischismus wird. Allerdings scheint ihm eine grundsätzliche Ablehnung allzu leicht. Die emotionale Bindung an den Reichtum mache den Konsumismus zu einem Immunsystem der Weltgesellschaft gegen fanatische Ideologien. Konsum liefert dabei Anerkennung und Bedürfnisbefriedigung, die aus einer abstrakten Rechtsordnung oder aus Krieg nicht möglich sind. Waren lieferten einen „spirituellen Mehrwert“. Sie böten über die Ästhetik hinaus Freiheit, Geborgenheit, Gesundheit, Individualität, Liebe und Sinn. Bolz hält es für möglich, dass über den Konsum Wertunterschiede von Kulturen überwunden werden können.

Kritik der Auflösung der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Artikel der FAZ vom 22. Februar 2003 spricht sich Bolz unter Bezugnahme auf den Wirtschaftswissenschaftler Gary S. Becker gegen die Berufstätigkeit der Frauen und seiner Meinung nach zu leichte Ehescheidung aus. Es entstehe ein Teufelskreis, der durch die Entscheidung der Frauen ausgelöst werde, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen: Wenn Frauen arbeiten, werden Kinder teurer, denn sie kosten wertvolle Arbeitszeit. Folglich werden weniger Kinder geboren und damit schrumpft das gemeinsame „Kapital“ der Eheleute. Deshalb werden Scheidungen leichter und mehr Ehen werden geschieden. Dann aber müssen Frauen arbeiten, weil sie sich nicht mehr auf die Ressourcen ihrer Männer verlassen können. Der Staat unterstütze diesen Teufelskreis durch das Scheidungsrecht und die Förderung von Kinderbetreuung. An die Stelle der Familienbeziehungen sei die Beziehung zwischen alleinerziehender Mutter und „Vater Staat“ getreten.[16]

In seiner Schrift Die Helden der Familie (2006) kritisiert Bolz den Fürsorgestaat, den neuen Hedonismus der Selbstverwirklichung und eine als Political Correctness getarnte Kinderfeindlichkeit. Es entstehe eine immer größere Kluft zwischen Eltern und Kinderlosen, an deren Ende er die Aufhebung des Generationenvertrages und der Stabilität der Renten sieht. Eine Gefahr dafür liegt für Bolz auch in dem angeblichen gesellschaftlichen Trend der Homosexualisierung, dem man wegen der Tabuisierungen der „Political Correctness“ nicht entgegen treten dürfe: „Nicht die Homosexuellen sind krank, sondern diejenigen, die Homosexualität verurteilen. Daran glaubt natürlich kein vernünftiger Mensch, aber man darf es nicht sagen“.[17]

Barbara Vinken nannte diese Auffassung eine „protestantische Pädagogik, urdeutsche Mutterpolitik“.[18]

Anti-Egalitarismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen jüngeren Schriften (Diskurs über die Ungleichheit: Ein Anti-Rousseau und Profit für Alle – Soziale Gerechtigkeit neu denken, beide 2009) setzt sich Bolz mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit auseinander. Dieses Thema ist für ihn durch das Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit gekennzeichnet. Er kritisiert, die Debatten der Gegenwart würden auf den Gegensatz von Arm und Reich zugespitzt und damit die Forderung nach stärkerer Umverteilung verbunden. Dies führe jedoch zur Einschränkung der Freiheit, worauf schon Alexis de Tocqueville hingewiesen habe. Eine egalitäre Gesellschaft könne die gesellschaftlichen Konflikte jedoch nicht lösen, dies müsse durch individuelle Teilhabe an der Gesellschaft geschehen. Menschen seien nicht gleich und könnten sich daher auch nicht auf die gleiche Weise verwirklichen. Daher könne man sinnvoll nur die Gleichheit der Chancen fordern, nicht die Ergebnisgleichheit.

In einer Rezension kritisiert Wolfgang Kersting den Diskurs über die Ungleichheit als einen weitgehend argumentationsfreien Zettelkasten, der zu sehr auf den Zeitgeist ziele.[19]

Öffentliche Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolz trat in Sendungen wie Das Philosophische Quartett, Nachtstudio und Kulturzeit auf. In Menschen bei Maischberger (23. Mai 2006) argumentierte er für eine klare Arbeitsteilung von Mann und Frau.

In der TV-Sendung Anne Will vom 1. November 2009 plädierte Bolz für eine Stärkung des rechtsstaatlichen Prinzips, durch das er die Freiheit des Individuums geschützt sieht. Gegen die von ihm als überwertig wahrgenommene sozialstaatliche Gleichheitsforderung und eine etatistische Umverteilungspolitik wendete Bolz ein:

„Es gibt zwei Pole in unserer Gesellschaft, die uns, dieses wunderbare Erfolgssystem Bundesrepublik, tragen: Das ist einmal der soziale Auftrag, der sozialstaatliche Auftrag. Und das ist der Rechtsstaat, der die individuelle Freiheit – vor allem auch gegenüber dem Staat – schützt. Wenn beides in der Balance ist, ist alles wunderbar – und das ist unseren Gründervätern tatsächlich lange Zeit gelungen diese Balance zu ermöglichen, dahin müssen wir zurück. Das bedeutet aber auch, dass wir auf keinen Fall die Freiheit opfern dürfen zugunsten von Gleichheit, also von egalitaristischen Maßnahmen (…) Das Problem, das wir haben, ist, dass es immer mehr Leute gibt, die anstelle der Chancengleichheit Ergebnisgleichheit setzen wollen. Und das ist allerdings radikal ungerecht…“.[20]

Er kritisierte insbesondere die gängige „sozialdemokratische“ Metapher der „starken Schultern“, die im Rahmen der sozialstaatlichen Ideologie einer höheren Belastung auszusetzen seien; es sei ein Irrtum zu glauben, man könne die Schwachen stärken, indem man die Starken schwäche.

Bereits 2009 äußerte sich Bolz über Thilo Sarrazin. Er kritisierte die „hysterischen Reaktionen der linksliberalen Öffentlichkeit“ gegenüber Sarrazin. Bolz erklärte diese von ihm so empfundenen Überreaktionen mit der These, dass „die Linke“ nach Jahrzehnten der Vorherrschaft in Deutschland nun auf dem Rückzug sei und es sich demnach um „Rückzugsgefechte“ handele.[21] In der Sendung Anne Will am 5. September 2010 über die Thesen Sarrazins in Deutschland schafft sich ab und die öffentliche Debatte darüber sagte er, Politiker lebten in einer Parallelgesellschaft und nähmen die Menschen nicht ernst. Er deutete Sarrazins Werk als Zeichen einer neuen Offenheit, da sich „die Bürger“ das Wort nicht mehr verbieten ließen, weder von Politikern, noch von „besonders arroganten neuen Jakobinern, auch in den Feuilletons“.[22]

Norbert Bolz wirkte 2011 als Interviewpartner Jason Barkers in dessen Kulturdokumentation Marx Reloaded mit. Er ist regelmäßiger Autor des liberalen Debattenmagazins Schweizer Monat und des SWR2.[23][24][25][26]

In der am 1. Mai 2017 ausgestrahlten Sendung Peter Hahne äußerte sich Bolz zur Medienkritik in Deutschland. Auf die Frage seitens des Moderators Peter Hahne, ob die Leute recht hätten, wenn sie sagten, sie würden den Medien nicht mehr glauben, antwortete er: „Es gibt jedenfalls gute Gründe das zu sagen, und das liegt nicht etwa daran, dass die Medien lügen würden – Lügenpresse ist eine eher nicht zutreffende Verkürzung – ich möchte fast sagen, es ist noch viel schlimmer. Sie verschweigen, sie tun nicht das, was man eigentlich von ihnen erwartet – nämlich aufzuklären über die Wirklichkeit und sie tun das aus falsch verstandener Rücksichtnahme und offenbar aus einem Gefühl heraus, dass man den Deutschen nicht die Wahrheit zumuten kann. Sie (die Deutschen) reagierten falsch auf das Wahre und deshalb müsse man es verpacken und vorsichtig damit umgehen.“ Dass man „die Bürger für dumm verkauft oder sie einfach für dumm hält, für unfähig mit Wahrheit umzugehen, das ist eine unglaubliche Arroganz, die von bestimmten Eliten ausgeht.“[27]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolz gehört dem wissenschaftlichen Beirat des Wirtschaftsrates der CDU an.[28]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norbert Bolz ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichtsphilosophie des Ästhetischen : Hermeneutische Rekonstruktion der "Noten zur Literatur" Th. W. Adornos 1978, Hochschulschrift Berlin, Freie Univ., Fachbereich 11 - Philosophie u. Sozialwiss., Diss., 1976.
  • 1989: Auszug aus der entzauberten Welt. Philosophischer Extremismus zwischen den Weltkriegen. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-2560-4 (Berlin, Freie Universität, Habilitations-Schrift).
  • 1989: Stop Making Sense. Königshausen und Neumann, Würzburg, ISBN 3-88479-412-4.
  • 1990: Theorie der neuen Medien Raben-Verlag, München, ISBN 3-922696-67-8.
  • 1991: Eine kurze Geschichte des Scheins. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-2671-6.
  • 1992: Chaos und Simulation. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-2741-0.
  • 1992: Philosophie nach ihrem Ende. Boer, München, ISBN 3-924963-13-4.
  • 1993: Am Ende der Gutenberg-Galaxis. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-2871-9
  • 1994: Das kontrollierte Chaos. Vom Humanismus zur Medienwirklichkeit. ECON-Verlag, Düsseldorf u. a., ISBN 3-430-11413-6.
  • 1995: mit David Bosshart: Kultmarketing. Die neuen Götter des Marktes. ECON-Verlag, Düsseldorf, ISBN 3-430-11433-0.
  • 1997: Die Sinngesellschaft. ECON-Verlag, Düsseldorf, ISBN 3-430-11447-0 (Rezension).
  • 1999: Die Konformisten des Andersseins. Ende der Kritik. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-3368-2.
  • 1999: Die Wirtschaft des Unsichtbaren. Spiritualität – Kommunikation – Design – Wissen: die Produktivkräfte des 21. Jahrhunderts. Econ, München, ISBN 3-430-11466-7.
  • 2001: Weltkommunikation. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-3554-5.
  • 2002: Das konsumistische Manifest. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-3744-0 (Rezension).
  • 2003: als Herausgeber mit Andreas Münkel: Was ist der Mensch? (aus Vortragsreihe des Heinz Nixdorf MuseumsForums), Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-3807-2.
  • 2005: Blindflug mit Zuschauer. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-4051-4.
  • 2006: Die Helden der Familie. Wilhelm Fink, München, ISBN 3-7705-4330-0 (Rezension, Rezension; PDF; 12 kB).
  • 2006: Bang-Design. (Design-Manifest des 21. Jahrhunderts). Trendbüro, Hamburg, ISBN 3-86611-225-4.
  • 2007: Das ABC der Medien. Wilhelm Fink, Paderborn u. a., ISBN 978-3-7705-4512-4.
  • 2008: Das Wissen der Religion. Betrachtungen eines religiös Unmusikalischen. Wilhelm Fink, Paderborn u. a., ISBN 978-3-7705-4676-3 (Rezension, Rezension).
  • 2009: Diskurs über die Ungleichheit. Ein Anti-Rousseau. Wilhelm Fink, Paderborn u. a., ISBN 978-3-7705-4797-5.
  • 2009: Profit für Alle. Soziale Gerechtigkeit neu denken. Murmann, Hamburg, ISBN 978-3-86774-075-3.
  • 2010: Niklas Luhmann und Jürgen Habermas. Eine Phantomdebatte. In: Dirk Baecker, Norbert Bolz, Peter Fuchs, Hans Ulrich Gumbrecht, Peter Sloterdijk: Luhmann Lektüren (= Ableger. Bd. 6). Kadmos, Berlin, ISBN 978-3-86599-113-3, S. 34–52.
  • 2010: Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht. Wilhelm Fink, Paderborn u. a., ISBN 978-3-7705-4977-1.
  • 2012: Das Gestell. Wilhelm Fink, Paderborn, ISBN 978-3-7705-5293-1.
  • 2012: als Herausgeber: Wer hat Angst vor der Philosophie? Eine Einführung in Philosophie. Wilhelm Fink, Verlag, München, ISBN 978-3-7705-5231-3 (erste Auflage 1982[30])
  • 2014: Wer nicht spielt, ist krank : warum Fußball, Glücksspiel und Social Games lebenswichtig für uns sind. Redline, München, ISBN 978-3-86881-571-9
  • 2014: Das richtige Leben. Fink, Paderborn, ISBN 978-3-7705-5600-7

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enno Stahl: Bolz, Hörisch, Kittler und Winkels tanzen im Ratinger Hof. Was körperlich-sportiv begann, setzt sich auf anderer Ebene fort: Diskurs-Pogo. In: Kultur & Gespenster. H. 6, Winter 2008, S. 107–117.
  • Jochen Rack: Gespräch mit Norbert Bolz. In: Sinn und Form. H. 5, 2006, S. 613–629.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video Nachtstudio (28. August 2011) in der ZDFmediathek, abgerufen am 22. Februar 2012 (offline); so laut Dissertation: „Doktorvater und erster Gutachter, sowie Prüfer in der mündlichen Hauptfachprüfung Philosophie: Prof.Dr. W. Hübener; Zweitgutachter und Prüfer (Germanistik): Prof.Dr. A. Bennholdt-Thomsen. Im zweiten Nebenfach Religionswissenschaften prüfte mich Prof.Dr. K. Heinrich.“
  2. Norbert Bolz (1997): Theorie der Müdigkeit – Theoriemüdigkeit
  3. Irgendwas kann man immer werden. Interview mit der Wirtschaftswoche am 24. Mai 2009 (abgerufen am 6. September 2010)
  4. Norbert Bolz: Warum Denken unmodern ist, Kulturspiegel 6/2004 (abgerufen am 6. September 2010)
  5. Michael Klundt: Kinderrechte, Kinderarmut, Kindpolitik (-wissenschaft). Von Krokodilstränen über Instrumentalisierungen zu gesellschaftspolitischen Zusammenhangen, in: Gudrun Hentges, Bettina Lösch (Hrsg,): Die Vermessung der sozialen Welt: Neoliberalismus- Extreme Rechte- Migration, VS Verlag, Wiesbaden 2011, 119-132, hier 126; Frank Nullmeier: Kritik neoliberaler Menschen- und Gesellschaftsbilder und Konsequenzen für ein neues Verständnis von „sozialer Gerechtigkeit“ (PDF; 286 kB). Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, S. 12 ff; Urs Eigenmann: Kirche in der Welt dieser Zeit: praktische Theologie, Theologischer Verlag Zürich, 2010, 136; Carsten Strathausen: Thinking Outside In. In: Carsten Strathausen, William E. Connolly (Hrsg.): A leftist ontology: beyond relativism and identity politics, University of Minnesota Press, Minneapolis 2009, XIX
  6. Robin Meyer-Lucht: Bolz: Meet the “Superconnectors”, carta.info 29. August 2010 (abgerufen am 21. Februar 2012) unter Bezugnahme auf den Artikel von Bolz auf Süddeutsche.de: Freiheit im Internet. Die Welt der Klick-Arbeiter (abgerufen am 22. Februar 2012, zum Bezug siehe den letzten Abschnitt); ausführlicher die Kritik hierzu durch Marcel Weiss: Unbegründet: Norbert Bolz’ Angst vor der gesellschaftlichen Fragmentierung (abgerufen am 22. Februar 2012)
  7. Laudatio anlässlich der Verleihung des TRACTATUS
  8. Norbert Bolz: Theorie der neuen Medien, 86
  9. Norbert Bolz: Hope (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) (abgerufen am 6. September 2010; PDF; 109 kB)
  10. Norbert Bolz: Tele! Polis!. In: Stefan Iglhaut, Armin Medosch, Florian Rötzer (Hrsg.): Stadt am Netz. Ansichten von Telepolis. Mannheim 1996, S. 143–150.
  11. Alles Schall und Rauch: Interview mit Professor Norbert Bolz über die Klimareligion. Website „Alles Schall und Rauch“, 4. Februar 2010, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  12. Bernhard Dressler: Atheismus und Religion: In der Bibel gibt es keine Werte. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juni 2008.
  13. Dirk Kaesler: „Religiös unmusikalisch“: Anmerkungen zum Verhältnis von Jürgen Habermas zu Max Weber. literaturkritik.de, 9. Juni 2009, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  14. Michael Klonovsky: Modernes Leben„Geistiger Selbstmord“. Interview im Focus 17/2008, 21. August 2008, abgerufen am 9. Dezember 2010.
  15. Was die Welt zusammenhält (PDF; 115 kB) Medical Tribune, 40. Jahrgang, Nr. 42 vom 15. Oktober 2008
  16. Norbert Bolz: Produktion und Reproduktion in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Februar 2003
  17. Diskurs über die Ungleichheit: Ein Anti-Rousseau, Fink 2009, ISBN 978-3-7705-4797-5, S. 33
  18. zitiert nach Martin Zähringer (Goethe-Institut, Online-Redaktion, 2006): Norbert Bolz - Der Philosoph als Medienpartisan (abgerufen am 22. Februar 2012)
  19. Wolfgang Kersting: Gegen Mittelmaß und Durchschnitt zu sein reicht nicht, faz.net (abgerufen am 22. Dezember 2011)
  20. Vgl. den Sendungsmitschnitt auf DasErste.de; insbesondere Minute 30 ff. Im anschließenden Chat (Memento vom 3. November 2009 im Internet Archive) erläutert Bolz seine Position.
  21. YouTube: Prof. Dr. Norbert Bolz über Thilo Sarrazin und linke Medien, aufgerufen 20. Juli 2011
  22. Politische Parallelgesellschaften, rp-online.de
  23. Norbert Bolz: Das richtige Leben. SWR2 Essay, 13.November 2013, abgerufen am 28.Mai 2017 (deutsch).
  24. Norbert Bolz: Gnadenlose Neuzeit Luther und die Ausdifferenzierung der modernen Gesellschaft. SWR2 Essay, 30. November 2015, abgerufen am 28.Mai 2017 (deutsch).
  25. Norbert Bolz: Die Zukunft gehört dem Spieler. SWR2 Essay, 18. Mai 2015, abgerufen am 28.Mai 2017 (deutsch).
  26. Norbert Bolz: Lob der Langeweile, Warum das größte Problem der modernen Welt zugleich der Schlüssel zur Selbsterkenntnis ist. SWR2 Essay, 27. März 2017, abgerufen am 28.Mai 2017 (deutsch).
  27. Medienwissenschaftler Bolz: „Mündige Bürger für dumm zu verkaufen, ist eine unglaubliche Arroganz bestimmter Eliten“. Epoch Times, 8. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2017.
  28. Wissenschaftlicher Beirat - Zukunftskommission des Wirtschaftsrates (abgerufen am 15. August 2012)
  29. Tractatus-Preisträger 2011 – Norbert Bolz. In: „philosophicum.com“. Philosophicum Lech, abgerufen am 31. Mai 2016: „Norbert Bolz, scharfsinniger Zeitanalytiker und streitbarer Kulturphilosoph, erhält den Tractatus – richtungsweisender Preis für philosophische Essayistik.
    Exemplarisch für „Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht“, so der Titel der leidenschaftlichen Streitschrift, wird Norbert Bolz der TRACTATUS zuerkannt. Die Verleihung der richtungsweisenden Auszeichnung für philosophische Essayistik erfolgt im Rahmen des renommierten Philosophicum Lech, das sich vom 21. - 25. September 2011 dem Thema ‚Die Jagd nach dem Glück‘ widmet.“
  30. siehe http://d-nb.info/820094927