Norbert Sachser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Norbert Sachser (* 29. August 1954 in Enger) ist ein deutscher Verhaltensforscher und Hochschullehrer an der Universität Münster. Der zeitweilige Präsident der Ethologischen Gesellschaft (1999–2002) gilt als ein Wegbereiter der deutschen Verhaltensbiologie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachser studierte Biologie, Chemie und Soziologie an der Universität Bielefeld. 1980–1982 bekam er ein Doktorats-Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Er wurde 1984 promoviert am dortigen Institut für Verhaltensphysiologie unter Klaus Immelmann. Neun Jahre war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre am Institut für zoologische Physiologie der Universität Bayreuth, wo er 1992 auch habilitierte. Einen Ruf auf die Professur für Zoologie und Verhaltensbiologie der Universität Münster 1993 nahm er an. Die Berufung auf eine Professur für Verhaltensökologie der Universität Hamburg 2002 lehnte er dagegen ab.[1]

1994–1999 war Sachser im Vorstand der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Seit 1997 bis in die Gegenwart ist er Mitherausgeber der Fachzeitschriften Physiology & Behavior und Hormones & Behavior. In den Jahren 1997–1998 war er Vizepräsident und 1999–2002 Vorsitzender der Ethologischen Gesellschaft.[2][3] Er war Gründungsmitglied des Tierwohl-Komitees der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und Initiator der Sektion Verhaltensbiologie in der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Im Jahr 2002 organisierte Sachser und sein Team die First European Conference on Behavioural Biology in Münster, die fortan in zweijährlichem Turnus in Europa stattfindet.[4] 2005 gründete er zusammen mit Kollegen aus den Fachbereichen Medizin und Psychologie das Otto-Creutzfeldt-Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience.[5] 2007–2010 schrieb er zusammen mit Erich Bornberg-Bauer vom Münsteraner Institut für Evolution und Biodiversität sowie Kollegen der University of Groningen ein Curriculum für Evolutionsbiologie im Master of Science-Studiengang.[6] Seit 2008 sitzt Sachser im Senat und im Forschungsrat der Universität Münster.[1][7]

Schwerpunkte der Forschungsinteressen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachsers Forschungsgruppe widmet sich hauptsächlich der Grundlagenforschung. Im Kern geht es darum, Ursachen und Folgen des Verhaltens von Säugetieren zu entschlüsseln. Dabei nennt er selbst drei Schwerpunktbereiche:

  1. Stress, dessen Vermeidung und Wohlbefinden;
  2. Evolution und Entwicklung sozialen Verhaltens, mit besonderem Schwerpunkt der Beobachtung der pränatalen Phase und der Adoleszenz;
  3. die Rolle von Genen und Umwelt-Interaktionen bei der Kontrolle des emotionalen, kognitiven und sozialen Verhaltens.

Des Weiteren zeigt man sich interessiert an interdisziplinärem Diskurs mit Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften.[1][8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien
  • Sozialphysiologische Untersuchungen an Hausmeerschweinchen. Parey, Berlin 1994, ISBN 3-489-58316-7.
Forschungsbeiträge
Herausgeberschaft
Sachbücher

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Offizielle Website der Uni Münster für Norbert Sachser
  2. ethol-ges.org
  3. Universität Münster: Norbert Sachser, Leiter der Abteilung Verhaltensbiologie am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie der Universität Münster, wurde zum Präsidenten der Ethologischen Gesellschaft gewählt.
  4. biodiversity.be
  5. http://www.uni-muenster.de/OCCMuenster/news/index.html Otto-Creutzfeldt-Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience
  6. Ausbildungskonzept "Integrated approaches to teach and study the role of evolution for the emergence of biological complexity"
  7. Eintrag Norbert Sachser auf ethologie.de
  8. Norbert Sachser. (Memento vom 20. Juli 2012 im Webarchiv archive.is) Forschungs-Profil Sachsers bei Biomedexperts.com