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Nordex SE

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Nordex SE
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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000A0D6554
Gründung 1985
Sitz Rostock, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 4645 (Dezember 2016)[1]
Umsatz 3.395 Mio. Euro (2016)[1]
Branche Anlagenbau
Website www.nordex-online.com/de
Stand: 30. März 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

Die Nordex SE mit Sitz in Rostock und Verwaltung in Hamburg-Langenhorn ist ein börsennotierter Hersteller von Windkraftanlagen.

Kerngeschäft des Unternehmens ist die Fertigung, Errichtung und Wartung von Windkraftanlagen; in manchen Märkten ist Nordex ebenfalls in der Planung von Windparks bis hin zu deren schlüsselfertiger Errichtung tätig. Das Unternehmen baut ausschließlich Windkraftanlagen für Landstandorte, im Offshore-Bereich ist es hingegen nicht tätig. Hauptprodukt sind sog. „Schwachwindanlagen“, die speziell für die Erschließung von Standorten mit vergleichsweise niedrigen durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten im Landesinneren ausgelegt sind.

Die Hauptproduktionsstätte befindet sich am Stammsitz in Rostock, wo das Unternehmen auch im Handelsregister eingetragen ist; weitere Standorte sind in der Volksrepublik China und in Jonesboro (Arkansas) in den USA, die hauptsächlich als Servicestandorte dienen. Nordex hat Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften in 19 Staaten. Zum Stichtag 1. November 2015 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit 6.984 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 12.859,35 MW installiert.[2] Mit einem Umsatz von 1.735,5 Mio. Euro[3] war Nordex 2014 das umsatzstärkste Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.[4] 2015 stieg der Umsatz auf 2.430,1 Mio. Euro, die Exportquote lag bei knapp 70 %.[5] Im April 2016 übernahm das Unternehmen die Windenergiesparte des spanischen Konzerns Acciona. Zusammen verfügen beide Unternehmen über ca. 4800 Mitarbeiter und einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro; die bisher installierte Leistung liegt bei mehr als 18 GW.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nordex A/S ging im Mai 1985 aus der Brande Kedel og Beholderfabrik in Svindbæk bei Give in Dänemark hervor, eine Kesselfabrik, die von Flemming Pedersen und seinen Söhnen Carsten und Jens gegründet worden war. Dänemark ist sowohl das Pionierland der Energiewende als auch der (modernen) Windenergienutzung.[7] Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Dänemark an Windkraftanlagen geforscht und kleine Anlagen gebaut. Wichtige Pioniere hierbei waren u. a. Poul la Cour und Johannes Juul, Konstrukteur der Gedser Windkraftanlage. Ein technisches Grundkonzept für den Bau von Windkraftanlagen war in Dänemark bereits seit den 1940er Jahren getestet worden. Als das fast vollständig von Öl als Primärenergieträger abhängige Land[8] infolge der Ölkrise 1973 in eine schwere Energiekrise geriet, war somit bereits eine Windkrafttradition vorhanden, auf die man beim Bau neuer Anlagen zurückgreifen konnte. Darauf aufbauend begannen in den 1970er Jahren verschiedene Unternehmen aus dem Anlagenbau oder der Landmaschinentechnik mit dem Bau kleiner Windkraftanlagen, die sowohl von Privatpersonen als auch von Verbrauchsgemeinschaften als Gemeinschaftsanlagen zur Selbstversorgung gekauft und aufgestellt wurden.[9]

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die dänische Politik, die die Dänische Energiewende vorantrieb. 1979 wurde zunächst ein Investitionszuschuss von 30 % für den Bau von Windkraftanlagen eingeführt und schließlich 1981 eine gesetzliche Einspeisevergütung für Windstrom beschlossen, die dänische Energieunternehmen verpflichtete, Strom aus Erneuerbaren Energien zu einem festgelegten Preis oberhalb des Marktpreises für Strom abzunehmen.[8]

In den 1980er Jahren kam es zu einem Boom der dänischen Hersteller, nachdem in den USA, insbesondere Kalifornien, die Windenergie durch staatliche Beihilfen gefördert wurde und dänische Hersteller mit ihrer gegenüber amerikanischen Anlagen überlegenen Zuverlässigkeit dort große Marktanteile erzielten. 1985 fertigte die dänische Windindustrie mehr als 3000 Anlagen, der Großteil dafür für den kalifornischen Markt.[10] Damit ergaben sich neue Geschäftsmodelle für dänische Unternehmen aus verwandten Branchen wie der Metallindustrie, wodurch die Zahl der Hersteller zunahm. Unter anderem stieg auch Nordex in die Windenergiebranche ein und ließ sich ebenfalls 1985 von den Ingenieuren Kim Andersen und Knud Buhl einen ersten Anlagentyp entwickeln, der noch im gleichen Jahr herausgebracht wurde.[11]

Die Aktivitäten in Deutschland begannen 1991 mit dem Vertrieb durch die von Volker König, Werner Napp und Günter Schmidt gegründete Nordex Energieanlagen GmbH. Im folgenden Jahr baute diese Gesellschaft in Rerik eine eigene Entwicklung und Produktion auf, die später wieder in das Gesamtunternehmen eingegliedert wurde. Hier entstand 1995 die weltweit erste Serien-Windkraftanlage der Megawattklasse.

Montagearbeiten bei Nordex in Rostock

1996 übernahm die zur Babcock-Borsig AG gehörende Balcke-Dürr 51 % von Nordex. Weitere 26 % wurden 1998 erworben. 1999 wurde, da das bestehende Werk in Rerik sich zunehmend als zu klein erwies, das ehemalige Dieselmotorenwerk Rostock übernommen, das von nun an das Hauptwerk bildete. Zu diesem Zeitpunkt zählte Nordex zu den 10 erfolgreichsten Windenergieunternehmen der Welt.[12] 2001 bereitete Babcock-Borsig aufgrund finanzieller Probleme den Börsengang seines profitablen Windenergiegeschäfts vor. Dazu zählten neben Nordex u.a. die Vertriebsgesellschaft NPV, der zuvor übernommene insolvente Windkraftanlagenhersteller Südwind und die 1999 gegründete Borsig Rotor. Eigentümer der Übergangsgesellschaft, die unter Taifun AG firmierte, waren zu 80,5 % die Borsig Energy GmbH und zu 19,5 % die Nordex-Gründerfamilie Petersen. Im April 2001 wurden Aktien von Nordex erstmals an der Börse notiert.[13] Am 1. Oktober 2001 gab Babcock-Borsig seine verbleibende Beteiligung von 29,8 % an Nordex für rund 140 Millionen Euro an die Westdeutsche Landesbank ab.[14] Die Familie Petersen war mit 7 % an der damaligen Nordex AG beteiligt. Im gleichen Jahr wurde der deutsche Hersteller Südwind übernommen.[15]

Im Jahr 2003 geriet Nordex in eine Krise. Neben einer allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung mit einem Rückgang der Nachfrage nach Windkraftanlagen und einem daraus resultierenden stark rückläufigen Auftragseingang bereitete Nordex v.a. das große Produktportfolio mit einer Vielzahl verschiedener Anlagentypen Probleme, wodurch dem Unternehmen hohe Verluste entstanden. Bis 2005 folgte eine Restrukturierung, bei der die Produktvielfalt reduziert und die Produktion im Stammwerk in Give geschlossen wurde; außerdem wurden in Deutschland 150 Arbeitsplätze abgebaut. Zudem wurden die Nordex-Tochtergesellschaften Südwind Energy GmbH und Nordex Energy GmbH fusioniert. Im Jahr 2005 kam es zu einer Kapitalherabsetzung im Verhältnis 10:1 gefolgt von einer umfassenden Refinanzierung der Gesellschaft, nachdem Nordex in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. In diesem Zusammenhang stiegen auch die Aktionäre CMP Management, Goldman Sachs (indirekt über einen Fonds[16]) und Momentum (Klatten) ein.

N90 im Breitling

Ab 2005 kam es zu einem erneuten Aufschwung des Unternehmens. 2006 wurde im Breitling Deutschlands erste Offshore-Anlage errichtet und die chinesische Fertigung für Großturbinen in Betrieb genommen. Bereits 2003 war vor der dänischen Hafenstadt Frederikshavn eine Offshore-Testanlage im Kattegat errichtet worden. Im Januar 2007 wurde eine Rotorblatt-Fertigung in China eröffnet.[17] Anfang 2008 bezog Nordex wieder den ehemaligen Standort in Rerik zum Zweck der Ausbildung. Im Oktober 2008 gab Nordex die Investition in eine neue Fertigungsanlage in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas bekannt. Die offizielle Eröffnung des rund 40 Mio. US-Dollar teuren Werkes erfolgte im Oktober 2010.[18]

Seit dem 4. März 2010 besitzt Nordex die Rechtsform der europäischen Gesellschaft.[19] Der Firmenname wurde deshalb um die beiden Buchstaben SE ergänzt.

Anfang 2011 verlegte Nordex seinen Unternehmenssitz nach Hamburg-Langenhorn, wo die neue Hauptverwaltung im Nordex-Forum bezogen wurde.[20] Im selben Jahr rüstete Nordex sein Hauptwerk in Rostock als eines der ersten Unternehmen der Windenergiebranche auf Serienfertigung um. Statt der früher verwendeten Dockmontage gibt es nun drei Montagelinien für Maschinenhaus, Triebstrang und Nabe, die jeweils durch drei weitere Vormontagelinien ergänzt werden. Dadurch konnte die Produktionszeit pro Turbine um 30 % gesenkt werden; zugleich stieg die maximale Jahreskapazität des Werks auf bis zu 1000 Anlagen.

Anfang November 2011 verkündete Nordex, dass Jürgen Zeschky, der zu diesem Zeitpunkt noch Manager der Industriesparte von Voith Turbo war, die Position des CEO bei Nordex übernehmen werde. Einige Monate zuvor hatte Thomas Richterich, der seit 2002 an der Spitze von Nordex stand, erklärt, seinen aktuellen Vertrag nicht zu verlängern.[21] Der Wechsel fand zum 1. März 2012 statt.

Im Dezember 2012 schloss Nordex seine Rotorblattfertigung in China wegen mangelnder Auslastung im dort stark abgeschotteten Markt. Zudem wurden ebenfalls aufgrund mangelnder Auslastung Restrukturierungsmaßnahmen im Werk Jonesboro angekündigt.[22] Ebenfalls 2012 beendete die Entwicklung der ausschließlic für Offshore-Windparks vorgesehenen Turbine N150/6000 aufgrund der unsicheren Entwicklung in diesem Marktbereich und strebte auch einen Verkauf der Anteile an dem Offshore-Windpark Arcadis Ost 1 an.[23] Im Juni 2013 erklärte Nordex, dass aufgrund geringer Auslastung die Gondelproduktion in den USA eingestellt und 40 Arbeitsplätze abgebaut werden. Vor Ort erhalten blieben Vertrieb, Service und Projektabwicklung.[24]

Parallel dazu baute Nordex die Rotorblattfertigung im Stammwerk in Rostock aus auf 400 Blatt NR 58,5 aus, laut eigenen Angaben um die Fertigungstiefe zu erhöhen und um Kosten zu senken.[25] Daneben bezieht Nordex die teilweise aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehenden NR 58,5-Blätter von den Rotorblattherstellern SGL Rotec und seit Februar 2014 von dem US-Hersteller TPI Composites, dessen Werk sich in der Türkei befindet.[26]

Im März 2014 übertraf Nordex die Schwelle von 10.000 MW installierter Leistung.[27]

Ende Mai 2015 legte Vorstandsvorsitzender Zeschky sein Amt aus persönlichen Gründen nieder. Sein Nachfolger wurde Lars Bondo Krogsgaard.[28]

Im Oktober 2015 verkündete Nordex die Übernahme der Windenergie-Sparte des spanischen Mischkonzerns Acciona. Der Kaufpreis liegt bei 785 Mio. Euro, von dem knapp die Hälfte bar und der Rest mit neu herausgegebenen Aktien von Nordex zu begleichen war. Damit wurde Acciona mit einem Anteil von 29,9 % größter Einzelaktionär von Nordex, während der bisherige Hauptaktionär, die Familie Klatten, ihren Anteil auf 5,7 % reduziert.[29] Abgeschlossen wurde die Übernahme Anfang April 2016.[6]

Anfang 2017 übernahm Nordex den dänischen Rotorblattentwickler SSP Technology mit ca. 70 Mitarbeitern. SSP Technology hat in der Vergangenheit verschiedene Rotorblätter für Windkraftanlagen mit Leistungen von 1,5 bis 8 MW entwickelt und im eigenen Werk in Kirkeby auch Prototypen dieser Blätter gefertigt.[30] Ziel der Übernahme, die laut Nordex einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag kostete, war hauptsächlich die Übernahme technischer Expertise im Rotorblattbau für zukünftige Anlagen sowie der von SSP Technology gehaltenen Patente. Unter anderem konstruierte das Unternehmen Rotorblätter bis zu einer Länge von 83,5 m und besitzt auch Erfahrung im Bau geteilter Rotorblätter. Die Fertigung neuer Blätter soll jedoch auch weiterhin im Nordex-Werk in Rostock stattfinden.[31]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmenssitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordex-Forum in Hamburg-Langenhorn, das Anfang 2011 bezogen wurde, ist Sitz der Hauptverwaltung und weiterer Konzerngesellschaften der Nordex SE. Das Gebäude wurde von Hochtief errichtet und befindet sich im Eigentum von Swiss Life. Die Bruttogeschossfläche von ca. 15.000 m² bietet Raum für bis zu 700 Arbeitsplätze; ein weiterer Ausbau auf bis zu 1200 Arbeitsplätze wurde bei den Bauplanungen berücksichtigt. Bei der Einweihung Anfang 2011 (zu der unter anderem der damalige Hamburger Bürgermeister Christoph Ahlhaus erschien) waren dort rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Besonderer Wert wurde auf eine gute Umweltfreundlichkeit und einen niedrigen Energieverbrauch gelegt. Letzterer liegt 20 % unter dem Wert herkömmlicher Bürogebäude. Die vergleichsweise gute Ökobilanz wurde von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen bestätigt, die dem Nordex-Forum das Zertifikat in Gold verlieh.[32][33]

Unternehmensleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Rechtsform Europäische Gesellschaft kann grundsätzlich zwischen dem monistischen und dem dualistischen Modell der Geschäftsführung gewählt werden. Die Nordex SE hat sich für das dualistische Modell entschieden; die Unternehmensleitung besteht daher aus Vorstand und Aufsichtsrat.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jose Luis Blanco Diéguez, (* 1970, seit April 2016, (Vorstandsvorsitzender seit 17. März 2017, Chief Operating Officer))
  • Christoph Burkhard (* 1964, Finanzvorstand)
  • Patxi Landa, (* 1972, Chief Sales Officer seit April 2016),

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufsichtsrat hat (Stand 2017) sechs Mitglieder:[34]

  • Wolfgang Ziebart, Vorsitzender seit 2012
  • Juan Muro-Lara Girod, stellv. Vorsitzender
  • Rafael Mateo Alcalá
  • Connie Hedegaard
  • Jan Klatten
  • Martin Rey
Kennzahlen der Nordex SE
Geschäftsjahr Umsatz[35]
in Mio. Euro
Mitarbeiter1* Produktionsleistung
in MW
Installierte Leistung
in MW
2000/2001 347 651 kA
2001/2002 439 791 kA
2002/2003 196 867 kA
2003/2004 222 726 kA
2005 309 721 321
2006 514 814 584
2007 747 1304 800
2008 1136 1885 1128
2009 1183 2207 983
2010 972 2379 1032
2011 921 2643 779 970
2012 1075 2536 909 919
2013 1429 2543 1342 1254
2014 1734 2800 1417 1489
2015 2430 3148 1899 1697
1* im Jahresdurchschnitt

Nordex im internationalen Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuinstallationen nach Ländern im Jahr 2014
Weltweite Installationen von Nordex in % (Gesamtleistung, Stand Juli 2012)

Seit Gründung des Unternehmens 1985 ist Nordex auf verschiedenen Märkten aktiv. War zunächst der Heimatmarkt in Dänemark der wichtigste Absatzmarkt, verschob sich in den 1990er Jahren der Fokus des Unternehmens auf Deutschland, wohin sukzessive auch die Fertigung verlagert wurde. Dort wurde 1998 ein Marktanteil von 16 % erreicht, womit Nordex zum Unternehmen mit dem zweithöchsten Absatz wurde. Dazu exportierte Nordex schon frühzeitig Anlagen in Drittmärkte wie z.B. Indien sowie später China, wo 1998 per Joint Venture eine Fertigung aufgebaut wurde. 2002 führte Nordex bereits knapp die Hälfte der Produktion aus; in den folgenden Jahren wurde der Export noch deutlich erhöht, während Deutschland als Absatzmarkt nur noch eine geringe Rolle spielte.[36]

Ab circa 2010 änderte Nordex seine Strategie dahingehend, dass Deutschland wieder eine größere Bedeutung zukam. Dies ging einher mit einer Fokussierung auf Binnenlandstandorte, für die beginnend mit der N100/2500, speziell aber mit der N117/2400 sowie der N131/3000, neue Anlagen entwickelt wurden. Im Jahr 2015 betrug der Exportanteil knapp 70 %[5], was auch etwa dem langjährigen Schnitt der gesamten deutschen Windbranche entspricht.[37] Der Marktanteil in Deutschland, der in den Jahren 2012 bzw. 2013 noch bei 3,9 respektive 3,5 % gelegen hatte,[38] stieg ab 2013 trotz eines starken Marktwachstums deutlich an und lag 2014 im Onshore-Segment bei 8,7 %. Damit nahm Nordex nach Enercon, Vestas und Senvion Rang 4 unter den Herstellern ein.[39] In der Offshore-Windenergie ist Nordex hingegen nicht tätig. Auch aus historischer Sicht ist Deutschland wichtigster Einzelmarkt für Nordex: Bis Juli 2012 installiert das Unternehmen dort fast 2 GW, was bei der damaligen installierten Kapazität von rund 31 GW etwa einem Marktanteil von 6,5 % entsprach.

Im Jahr 2015 installierte Nordex Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 1.697 MW, was die bisher höchste Leistung ist, die das Unternehmen während eines Geschäftsjahres ans Netz brachte. Rund 89 % hiervon fielen in die Region Europa, zu der Nordex aus organisatorischen Gründen auch Südafrika und Pakistan zählt, 11 % auf Amerika. Die wichtigsten Märkte waren Deutschland mit 437 MW, gefolgt von der Türkei (278 MW), Frankreich (155 MW), Finnland (152 MW), den USA (137 MW) und Großbritannien (131 MW).[5]

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in Europa einen Marktanteil von 12,9 % an den Onshore-Installationen, rund 3,4 mehr als noch 2014. In einzelnen Staaten sei der Marktanteil z.T. deutlich zweistellig. So habe der Marktanteil in Litauen 2015 bei 46 %, in Finnland bei 40 %, in Großbritannien bei 32 %, in der Türkei bei 29 %, in Irland bei 25 %, in Südafrika bei 18 %, in Uruguay bei 17 %, in Frankreich bei 14 %, in den Niederlanden und Deutschland bei 12 % und in Italien bei 10 % gelegen.[5]

Weltweit liegt der Marktanteil deutlich geringer. 2014 wurden weltweit Anlagen mit einer Leistung von 63 GW neu installiert,[40] davon 1.697 MW von Nordex. Daraus ergibt sich für 2014 ein Anteil am Weltmarkt von ca. 2,7 %. Im Jahr 2013 hatte Nordex einen Marktanteil von 3,3 % am globalen Windenergiemarkt gehalten und lag damit nach installierter Leistung auf Platz 10 aller Windkrafthersteller weltweit. Spitzenreiter war Vestas mit 13,1 %.[41]

Der Auftragseingang im Jahr 2015 betrug 2.470,9 Mio. Euro und erfolgte zu 90 % aus Europa, Südafrika und Pakistan, der Rest stammte weitgehend aus Amerika, während in Asien kaum neue Aufträge abgeschlossen wurden.[5]

Anlagentypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher gefertigte Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nabenfertigung im Werk in Jonesboro, USA

In späten 1980er und frühen 1990er Jahren bot Nordex die beiden Anlagentypen N27/250 und N27/150 an, wobei letztere eine Weiterentwicklung für windschwächere Standorte war. Der Anlagentyp wurde schließlich zur N29/250 erweitert. 1995 wurde das Produktportfolio deutlich ausgeweitet, als Nordex mit den in Deutschland entwickelten Prototypen der Anlagen N52/800 und N52/1000, die später zur N54/1000 weiterentwickelt wurden, in die Megawattklasse einstieg. In Dänemark wurde im gleichen Jahr die N43/600 in Serienfertigung gebracht, womit Nordex nun Anlagen dreier unterschiedlicher Leistungsklassen fertigte. Die N50/800 bildete die technische Basis für die später entwickelten N60/1300 bzw. N62/1300.

Technisch gehörten alle diese Anlagentypen dem Dänischen Konzept an. Dies bedeutet, dass der Rotor mittels Getriebe auf die Generatoren wirkte und diese ohne zwischengeschaltete Stromrichter direkt auf das Stromnetz aufgeschaltet wurden. Daher mussten die Anlagen netzsynchron mit einer konstanten Rotordrehzahl betrieben werden.[36] Durch Polumschaltung stand jeweils eine Drehzahl für niedrige und eine Drehzahl für hohe Leistungen zur Verfügung.[42] Die Leistungsbegrenzung erfolgte per Stallregelung; die Rotorblätter waren also durch umklappende Blattspitzen aerodynamisch so gestaltet, dass es bei zu hoher Windgeschwindigkeit zu einem Strömungsabriss kam und die Anlage so vor Überlast geschützt war.[43] Dieses Konzept war einfach und günstig zu realisieren, weswegen es in den 1980er und frühen 1990er Jahren bei vielen Herstellern zum Einsatz kam, jedoch waren Effizienz und Wirkungsgrad insbesondere durch die starren Rotordrehzahlen, die oft weit neben dem aerodynamischen Optimum lagen, deutlich geringer als bei später entwickelten Regelungsmechanismen. Daher erwies sich dieses Konzept zunehmend als veraltet.[36]

Daraufhin entwickelte Nordex mit der N80/2500 eine völlig neue Windkraftanlage, deren Prototyp im Februar 2000 im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wolfgang Clement, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, im Windtestfeld Grevenbroich errichtet wurde. Dieser Typ war 2000 die erste Serienwindkraftanlage mit 2,5 MW Nennleistung. 2003 folgte mit der N90/2300 eine für schwächere Winde ausgelegte Weiterentwicklung dieser Anlage. Im Jahr 2007 wurde die Produktfamilie, zu der auch die 2005 hinzugekommene N90/2500 zählt, grundlegend überarbeitet. Die neuen Anlagen firmierten von nun an unter Generation Beta.[44] 2008 wurde die erste N100/2500 aufgestellt.

Parallel dazu fertigte der zuvor insolvent gegangene und von Nordex übernommene Hersteller Südwind ab 2001 Anlagen der 1,5-MW-Klasse (ProTec MD 1500 kW) – die ursprünglich von „pro + pro Energiesysteme“ (einem Tochterunternehmen der aerodyn Energiesysteme und Denker & Wulf) entwickelte S70 und später die S77 – in Lizenz. Diese Anlagen verfügten über eine Pitch-Regelung und speisten mittels Stromrichter ins Netz ein, wodurch sie zu einem drehzahlvariabelen Betrieb in der Lage waren.

Installierte Anlagen und deren Gesamt-Leistung ab 2002
Früher gefertigte Anlagentypen
Typ Nennleistung
(in kW)
Bemerkungen Stück
N27/150 150 1988, für schwächere Standorte als N27/250 1425
N27/250 250 1987 größte Serienanlage der Welt
N29 250 N27/250 mit vergrößertem Rotor
N43 600 Mk1, Mk2 und Mk3
S46 600 Lizenzbau
N50 800 Basis für N52/1000
N52 800/1.000 1995
N54 1.000 Mk1, Mk2, Mk3
(1996 erste Serienanlage mit einem Megawatt Leistung)
N60, N62 1.300 Weiterentwicklung der N54/1000 745
S70/S77 1.500 Lizenzbauten 899
S82 1.500 Weiterentwicklung der S70, S77 (speziell für Schwachwindgebiete), nur Asien/Pazifik
N80 2.500 aktiver Vertrieb 2012 eingestellt 267
N90 2.300 für schwächeren Wind, basierte auf N80/2500 461
N90 Offshore 2.500 Deutschlands erste Nearshore-Anlage
im Breitling, Rostock
2
Nordex N90/2300 (Beta) im Windpark Gebhardshain, Rheinland-Pfalz
Maschinenhaus einer N117/2400

Aktuelle Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 bestand das Produktportfolio von Nordex aus vier verschiedenen Plattformen, wobei je zwei Plattformen von Nordex und der übernommenen Windkraftsparte von Acciona stammen. Alle Plattformen sind pitch-geregelt und verwenden ein konventionelles Anlagenlayout; die vom Rotor aufgenommene Energie des Windes wird über ein dreistufiges mechanisches Getriebe übersetzt und treibt einen schnelllaufenden doppelt gespeisten Asynchrongenerator an, der mittels Frequenzumrichtern Strom mit Netzfrequenz von wahlweise 50 oder 60 Hertz produziert. Durch diese Auslegung sind die Anlagen in der Lage, weitgehend drehzahlvariabel zu arbeiten, wodurch ein hoher aerodynamischer Wirkungsgrad erreicht werden kann. Zudem muss nur etwa ein Drittel der Generatorleistung über den Frequenzumrichter fließen, wodurch die Leistungselektronik im Vergleich zu Anlagen mit Synchrongenerator und Vollumrichter kleiner dimensioniert werden können. Wie bei diesen ist jedoch eine Wirk- und Blindleistungsregelung möglich.[45] Die Lagerung ist wie bei den meisten modernen Anlagen als Drei-Punkt-Lagerung ausgeführt.[46]

Hauptprodukt ist die 2,5-MW-Gamma-Plattform mit den Anlagen N90/2500, N100/2500 und N117/2400. Im Februar 2013 wurde zudem mit der Delta-Generation eine 3-MW-Plattform vorgestellt, deren erste beiden Anlagentypen (die N100/3300 und die N117/3000) im Jahr 2014 in Serienfertigung genommen wurden, die N131/3000 folgte 2015. Unbekannt ist, ob die Delta-Klasse die Gamma-Klasse nur ergänzen oder langfristig vollständig ablösen soll. Mit der Übernahme von Acciona wurden auch deren AW1500- und AW3000-Pflattformen übernommen. Die AW1500-Plattform besteht aus drei Baureihen mit einer Nennleistung von je 1,5 MW und Rotordurchmessern von 70, 77 und 82 m. Die AW3000-Plattform besteht aus vier verschiedenen Turbinen mit Rotordurchmessern von 100, 116, 126 und 132 m, die allesamt über eine Nennleistung von 3 MW verfügen.

Aktuell gefertigte Anlagentypen
Typ Nennleistung
(in kW)
Bemerkungen
AW 70/1500 1.500 Starkwindanlage (ehemals Acciona)
AW 77/1500 1.500 Mittelwindanlage (ehemals Acciona)
AW 82/1500 1.500 Mittel- bis Schwachwindanlage (ehemals Acciona)
N90/2500 2.500 Starkwindanlage
N100 2.500 Speziell für moderaten und schwachen Wind im Binnenland ausgelegt, Serienproduktion seit 2009
N117 2.400 Speziell für Schwachwindgebiete (Binnenland), Serienproduktion seit Juli 2012
N100 3.300 Starkwindanlage, Prototypen im Sommer 2013 errichtet, Serienfertigung Anfang 2014 angelaufen
N117 3.000 Mittelwindanlage, Prototyp im Sommer 2013 errichtet, Serienfertigung Anfang 2014 angelaufen
N131 3.000 Schwachwindanlage, Prototyp errichtet, Serienfertigung seit dem 2. Quartal 2015
N131 3.300 Schwachwindanlage, Prototyp errichtet, Serienfertigung ab dem 4. Quartal 2016[veraltet]
AW 100/3000 3.000 Starkwindanlage, (ehemals Acciona)
AW 116/3000 3.000 Mittelwindanlage, (ehemals Acciona)
AW 126/3000 3.000 Schwachwindanlage, (ehemals Acciona)
AW 132/3000 3.000 Schwachwindanlage, (ehemals Acciona)

Nordex Gamma-Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gamma-Klasse stellt die dritte Evolutionsstufe der seit 2000 gefertigten 2,5-MW-Klasse dar und löste 2010 die Vorgängergeneration Beta ab.[47] Dabei wurden auch die Typenklassen der bestehenden Anlagen angehoben, womit nun die N90/2500 für Starkwindsituationen und die N100/2500 neben Schwachwindstandorten auch für moderate Windstandorte geeignet ist. Neu zur Gamma-Klasse hinzu kam die speziell für Schwachwindstandorte konzipierte N117/2400, die im Juli 2012 in Serienfertigung ging. Die N80/2500 (Gamma) gehörte ebenfalls zu dieser Plattform, wird aber nach der Windklassenanhebung der N90/2500 nicht mehr angeboten. Die Zertifizierung der Erzeugungseinheiten nach der seit Anfang 2014 gültigen 4. Ergänzung der Mittelspannungsrichtlinie durch die FGH GmbH (seit Mai 2015: FGH Zertifizierungsgesellschaft mbH) wurde nach Unternehmensangaben im März 2014 abgeschlossen.[48]

Die Plattform basiert auf einem einheitlichen modularen Konzept und wurde gegenüber der Generation Beta neben der Eignung für höhere Windgeschwindigkeiten vor allem hinsichtlich der Wartungsfreundlichkeit verbessert. Neben einem rückwärtigen Einstieg in die Rotornabe verfügt die Plattform über einen internen Kran, mit dem sich Komponenten bis zu einem Gewicht von einer Tonne warten und austauschen lassen. Zudem lassen sich die meisten Arbeiten ohne Öffnung des Maschinenhausdaches und somit wettergeschützt durchführen.

Unfertige Nordex N117/2400 an einem Waldstandort in Hessen (Windpark Hohenahr)
Technische Daten der Gamma-Klasse
Typ[49] N90/2500 N100/2500 N117/2400
Nennleistung (kW) 2500 2500 2400
Rotordurchmesser (m) 90 100 117
überstrichene Fläche (m²) 6.362 7.823 10.715
Fläche pro Leistung (m²/MW) 2.548 3.129 4.480
Drehzahl pro Minute 10,3–18,1 9,6–16,8 7,5–13,2
Getriebe ja ja ja
Generator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator
Nabenhöhe (m) 65/80 75/80/100, (140)[50] 91/120/141
Gesamthöhe, aufgerundet (m) 110/125 125/130/150 (190) 150/180/200
Nordex N90/2500[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N90/2500 ist die Starkwindanlage in der Gamma-Klasse. War die N90/2300, aus der sie entwickelt wurde, ursprünglich noch für mittlere bis schwache Standorte im Binnenland konzipiert[51] ist die Anlage in der Gamma-Klasse seit einer Windklassenanhebung im Jahr 2011 mittlerweile für Standorte der Klasse IEC 1a zugelassen. Damit löste sie die N80/2500 ab, die zunächst für Standorte mit einer Höhenbegrenzung von 100 Metern weiter angeboten wurde, schließlich jedoch aus der aktiven Vermarktung genommen wurde. Erhältlich ist die Turbine auf Türmen mit 65 bzw. 80 Metern Höhe, die Gesamthöhe beträgt dann 110 bzw. 125 Meter.

An bestimmten Standorten mit niedriger Turbulenz kann die Leistung auf 2,65 MW gesteigert werden. Eine Massenproduktion dieser leistungsgesteigerten Version ist jedoch nicht vorgesehen.[52]

Nordex N100/2500 (Gamma) in Germinon, Frankreich
Nordex N100/2500[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mehrere N100/2500 in den USA

Die N100/2500 stellte Nordex im August 2007 der Öffentlichkeit vor. Die Anlage wurde auf der Basis der vorhandenen N80/2500 und N90/2500 entwickelt, wobei allerdings ein neu entwickelter Rotor mit einem Durchmesser von 100 Metern zum Einsatz kam. Durch die damit vergrößerte Rotorfläche von 7823 m² bei gleicher Leistung (3,13 m²/kW verglichen mit 2,55 m²/kW bei der N90/2500) sollte der Ertrag auf Binnenlandstandorten erhöht werden. Die Turbine wurde somit zunächst als dezidierte Schwachwindanlage mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten bis 7,5 m/s (IEC 3) vermarktet. Erste Vorserienmaschinen wurden 2008 ausgeliefert, die Serienfertigung begann im Jahr 2009. Das erste Projekt mit diesen Anlagen war der Bau des Windpark Germinon (siehe Bild rechts), wo 30 Windkraftanlagen dieses Typs zum Einsatz kamen. Dies waren zugleich die ersten Serienanlagen der Gamma-Klasse, die aufgestellt wurden. Betreiber ist GDF Suez.[53]

Im Zuge der Markteinführung der N117/2400 im Jahre 2011, die nun die N100/2500 als Schwachwindanlage ablöste, wurde die Windklasse der N100/2500 durch Verstärkung hochbelasteter Teile auf IEC2 (mittlere Windbedingungen bis 8,5 m/s) angehoben; zudem wurde die Abschaltwindgeschwindigkeit von 20 m/s auf 25 m/s erhöht. Die grundsätzlichen Spezifikationen der Anlage blieben dabei erhalten, wodurch sich auf Standorten mit mittleren Windbedingungen eine Ertragssteigerung gegenüber der hier zuvor eingesetzten N90/2500 ergab. Errichtet wurde die N100/2500 zunächst auf Stahlrohrtürmen mit 100 Metern Nabenhöhe, dazu kamen schließlich weitere Stahlrohrtürme mit 75 bzw. 80 Metern insbesondere für Standorte mit moderaten Windbedingungen. Für Schwachwindstandorte wurde gemeinsam mit dem Unternehmen Max Bögl[54] ein 140-Meter-Hybridturm entwickelt, der Anfang 2012 in Serie ging und ebenso für die N117/2400 genutzt wird.

Nordex N117/2400[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eine Nordex N117 (Gamma) mit 141 m Nabenhöhe (Fertigteilbeton-Stahl-Hybridturm) im Windpark Hohenahr

Bei der N117/2400 handelt es sich um eine sog. Schwachwindanlage, also um eine Anlage, die speziell für schwächere Windstandorte (bis 7,5 m/s durchschnittliche Jahreswindgeschwindigkeit) konzipiert wurde. Charakteristisch für derartige Windkraftanlagen ist eine besonders große Rotorfläche pro kW installierter Leistung (bei der N117/2400 4,48 m²/kW), um bereits bei niedrigen Windgeschwindigkeiten relativ hohe Erträge zu erwirtschaften, sowie ein hoher Turm, um die stärkeren und turbulenzärmeren Winde in größerer Höhe besser erschließen zu können.[55]

Die N117/2400 kommt somit vor allem für Binnenlandstandorte in Frage. Technisch basiert die Anlage auf der 2,5-MW-Gamma-Klasse, zu der auch die aktuellen Anlagen N80, N90 und N100 mit jeweils 2,5 MW Nennleistung gehören. Wie diese verfügt die Anlage über ein Getriebe, welches die Rotordrehzahl für den doppelt gespeisten Asynchrongenerator auf die von diesem benötigte höhere Drehzahl übersetzt. Mittels Teilumrichtern, die den produzierten Strom auf die Netzfrequenz von wahlweise 50 bzw. 60 Hertz bringen und somit einen drehzahlvariablen Betrieb des Rotors nahe seinem aerodynamischen Optimum ermöglichen, sowie einen Transformator wird der die elektrische Energie ins Mittelspannungsnetz eingespeist.

Zertifiziert ist die Anlage für Standorte der Windklasse IEC 3a, d.h. für Standorte mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 7,5 m/s bei hoher Turbulenzintensität von bis zu 18 %. Ist die Turbulenzintensität geringer, können die Anlagen auch auf Standorten mit höherer Windgeschwindigkeit eingesetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist der Windpark Pampa in Uruguay, wo nur niedrige Turbulenzgrade von 14 % herrschen, die durchschnittliche Windgeschwindigkeit aber bei 7,9 m/s liegt. Auf diesem Standort soll ein Kapazitätsfaktor von 51 % erreicht werden. Dies ist ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Onshore-Windpark und wird üblicherweise nur von Offshore-Windparks erreicht.[56]

Vom Hersteller wird die N117/2400 auf drei unterschiedlichen Turmvarianten angeboten, die Gesamthöhen bis zur Blattspitze in 12-Uhr-Position von ca. 149, 179 bzw. 199 Metern ermöglichen. Neben zwei 91 Meter bzw. 120 Meter hohen Stahltürmen steht ein 141 Meter hoher Fertigbeton-Stahl-Hybridturm zur Verfügung, der im unteren Bereich bis auf eine Höhe von 91 Metern aus Betonfertigteilen besteht und im oberen Bereich aus Stahl. Die Fläche des Fundaments des Stahlbeton-Hybridturms beträgt bei einem Durchmesser von 22,5 Metern ca. 400 m², verbaut werden hierfür ca. 93 Tonnen Bewehrungsstahl sowie 670 m³ Ortbeton. Die Masse des Maschinenhauses beträgt inklusive Triebstrang und Generator 106 Tonnen. Der Rotor inklusive der Nabe wiegt 58,7 Tonnen, wobei ein einzelnes Rotorblatt 10,4 Tonnen auf die Waage bringt.[57] Damit sind die 58,5 Meter langen Rotorblätter der N117/2400 trotz der größeren Länge etwas leichter als die knapp 50 Meter langen Blätter der N100. Ermöglicht wird dies u.a. durch den Einsatz von kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff statt GfK für hochbelastete Teile der Blätter.

Der Prototyp der N117/2400 wurde im Dezember 2011 im Bürgerwindpark Stadum errichtet, wo die Anlage bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 7,4 m/s jährlich 9,9 GWh erzeugen soll.[58] 2012, im ersten vollen Betriebsjahr, erzielte die Anlage trotz zeitweiser Abschaltungen für Tests und Zertifizierungsmaßnahmen eine Produktion von ca. 7,8 GWh, entsprechend ca. 3250 Volllaststunden.[59] Unter Referenzbedingungen erzielt die N117/2400 mit einer Nabenhöhe von 141 Metern ca. 3960 Volllaststunden.[60]

Die N117/2400 ist seit Verkaufsstart im Jahr 2011 stark nachgefragt.[61] Ende Juni 2013, ein Jahr nach Beginn der Serienfertigung, waren 188 Anlagen diesen Typs installiert,[62] im Januar 2015 601 Anlagen.[63] Im Jahr 2014 entfielen ca. 39 % des gesamten neuen Auftragseingangs von Nordex auf dieses Modell, wobei alleine in Deutschland 186 Anlagen diesen Typs verkauft wurden.[5] 2013 wurde die N117/2400 vom Branchen-Fachmagazin Windpower Monthly als Windkraftanlage des Jahres ausgezeichnet.[64]

Nordex Delta-Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delta-Anlage, Nahaufnahme von Nabe und Maschinengondel

Anfang Februar 2013 stellte Nordex die neue Produktplattform Generation Delta der Öffentlichkeit vor, die eine Evolutionsstufe der Gamma-Klasse ist. Die Generation Delta besteht aus drei Anlagen der 3-MW-Klasse, der N100/3300, der N117/3000 und der N131/3000, wobei letztere erst im November 2013 offiziell präsentiert wurde.

Jeweils ein Prototyp der N100/3300 und der N117/3000 wurden im Sommer 2013 im Bürgerwindpark Janneby aufgestellt, eine weitere N100/3300 in dem dänischen Testfeld für Starkwindbedingungen in Risø. Daneben wurden noch wenige weitere Vorserienmaschinen mit unterschiedlichen Turmhöhen errichtet. Die Zertifizierung der beiden Anlagentypen nach IEC und DIBt durch den TÜV Nord wurde nach Unternehmensangaben im August 2013 abgeschlossen. Anfang 2014 gingen die N100/3300 und die N117/3000 in Serienfertigung, bei der N131/3000 wird dies für das zweite Quartal 2015[veraltet]angestrebt.[65][66]

Technisch orientieren sich die Anlagen an der Vorgängergeneration: Es kommt weiterhin ein doppelt-gespeister Asynchrongenerator mit Teilumrichter sowie ein dreistufiges Übersetzungsgetriebe zum Einsatz, das die Rotordrehzahl auf die nötige Generatordrehzahl übersetzt. Allerdings wurde nach Nordex-Angaben das Maschinenhaus geräumiger und wartungsfreundlicher gestaltet und u.a. ein wettergeschützter, direkter Zugang durch die Gondel in die Nabe geschaffen. Alle Anlagen können mit einem Rotorblattenteisungssystem ausgestattet werden, das in kalten Klimaten im Winter eine Ertragssteigerung im Vergleich zu nichtbeheizten Blättern ermöglicht.[67]

Bis Ende 2014 wurden 50 Anlagen dieser Klasse errichtet. 2015 entfielen knapp 24 % des neuen Auftragseingangs (189 Anlagen) auf die Delta-Klasse, 2014 waren es 19 % (125 Anlagen) gewesen.[5]

Technische Daten der Delta-Klasse
Typ[67] N100/3300 N117/3000 N131/3000 N131/3300
Nennleistung (kW) 3300 3000 3000 3300
Rotordurchmesser (m) 100 117 131 131
überstrichene Fläche (m²) 7.823 10.715 13.478 13.478
Fläche (m²) pro MW 2.370 3.571 4.492 4.084
Drehzahl pro Minute 9,0–16,1 7,9–14,1 6,5–11,6 6,8–12,4
Getriebe ja ja ja ja
Generator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator
Nabenhöhe (m) 75/100 91/120, 141 99, 114, 134 134, 164
Gesamthöhe, aufgerundet (m) 125/150 150/180, 200 165/180, 200 200, 230
BW
N100/3300[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der N100/3300 handelt es sich um eine Starkwindanlage, die für Windbedingungen der Klasse IEC 1a zugelassen ist. Sie ergänzt damit die N90/2500. Verwendet werden die gleichen Rotorblätter wie bei der N100/2500. Errichtet werden kann die N100/3300 auf Türmen von 75 und 100 Metern Höhe, womit sich eine Gesamthöhe von 125 bzw. 150 Metern ergibt.[68]

N117[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
N117/3000 auf 141-m-Turm im Hamburger Hafen
N117/3000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N117/3000 ist für mittlere Windbedingungen ausgelegt. Es kommt das gleiche Rotorblattprofil zum Einsatz wie bei der N117/2400, allerdings wurden die Rotorblätter durch zusätzliche Lagen von CFK verstärkt, um die höheren Belastungen bei der N117/3000 ertragen zu können. Auch die Turmvarianten bauen auf dem Vorgänger auf: So ist der 120-Meter-Turm der N117/3000 nun ebenfalls für IEC 2a-Standorte geeignet. Außerdem kann die N117/3000 ebenfalls auf einem 141-Meter-Hybridturm errichtet werden, wie er schon für die N117/2400 zum Einsatz kommt, dies jedoch nur auf Standorten der Windklasse IEC 3a. Damit sind Gesamthöhen von 150, 180 und 200 Metern möglich.[68]

N117/3600[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. August 2016 kündigte Nordex eine Leistungssteigerung der N117 auf 3600 kW an.[69] Die erste Turbine dieser Baureihe wurde im November 2016 in der Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen (Landkreis Rostock) installiert, die Zertifizierung soll im Sommer 2017 abgeschlossen sein.[70]

N131[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
N131/3000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N131/3000 wurde im November 2013 vorgestellt. Bei ihr handelt es sich um eine Schwachwindkraftanlage, die besonders an Standorten mit niedrigen Windgeschwindigkeiten (bis 7,5 m/s durchschnittlicher Jahreswindgeschwindigkeit) hohe Erträge erzielen soll. Damit folgt sie konzeptionell der N117/2400 nach, wobei jedoch sowohl die Nennleistung als auch der Rotordurchmesser um rund 25 % gesteigert wurden. Laut Nordex konnten damit die Stromgestehungskosten an Schwachwindstandorten im Vergleich zur Vorgängeranlage um mehr als 5 % gesenkt werden.[71] Auch der Schallleistungspegel konnte gegenüber dem Vorgänger reduziert werden, womit die Anlage verglichen mit bestimmten Konkurrenzanlagen als besonders leise gilt.[72] Messungen am Prototypen deuten darauf hin, dass der garantierte Schallleistungspegel in der Praxis um rund 1,5 dB(A) unterschritten wird.[73]

Technisch gehört die Anlage zur Delta-Plattform, mit denen sie viele Komponenten teilt. Neu entwickelt wurden hingegen die 64,4 m langen Rotorblätter, die wie schon bei der N117 an hochbelasteten Stellen mit CFK verstärkt sind. Während die grundsätzliche Baustruktur der Blätter gleich blieb, wurde jedoch die Form verändert und das Blatt in Richtung Blattspitze deutlich verschlankt, um den höheren Lasten zu begegnen und zugleich die Anlage leiser zu machen. Auch das Getriebe wurde verändert, um der niedrigeren Rotordrehzahl sowie dem höheren Drehmoment Rechnung zu tragen. Als Generator kommt weiterhin ein doppelt-gespeister Asynchrongenerator zum Einsatz. Angeboten wurde die N131/3000 mit Stahltürmen von 99 und 114 Metern Höhe, dazu ist in Deutschland ein Hybridturm von 134 Metern verfügbar. Mit diesen Türmen erreicht die Anlage Gesamthöhen von ca. 165, 180 und 200 Metern. Für bestimmte skandinavische Standorte sind auch Gesamthöhen von 210 Metern geplant.[74] Der Prototyp der N131/3000 wurde im ersten Quartal 2015 im Bürgerwindpark Janneby aufgestellt.[75]

Im September 2014 präsentierte Nordex ein Rotorblatt dieser Anlage, welches mittels eines Rotorblattadapters auf das Gelände der Hamburg Messe transportiert worden war, während der Windenergiemesse WindEnergy Hamburg. Bereits vor Inbetriebnahme des Prototyps erhielt Nordex den ersten Auftrag für diese Anlage. Acht Windkraftanlagen sollen 2015 im Bürgerwindpark Hollich in Nordrhein-Westfalen errichtet werden.[76]

Im Dezember 2014 wurde die N131/3000 von dem Fachmagazin Windpower Monthly als „Windkraftanlage des Jahres 2014“ in der Klasse Onshore-Turbinen ab 3 MW Nennleistung ausgezeichnet.[77]

N131/3300[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Prototyp der N131/3300 mit 164 m Nabenhöhe in Hausbay

Im September 2015 stellt Nordex auf der HUSUM WindEnergy eine um 10 % stärkere Version der N131-Turbine mit 3,3 MW Nennleistung vor. Sie ist für deutsche Schwachwindstandorte konzipiert und deshalb auf einem besonders hohen 164-m-Turm erhältlich, der insbesondere im Binnenland die Erträge steigern soll.[78] Der Prototyp wurde im Dezember 2015 in Brandenburg errichtet.[79] Im Juni 2016 wurde die erste N131/3300 auf einem Hybridturm mit 164 Meter Nabenhöhe in Hausbay errichtet und war zu diesem Zeitpunkt die höchste Windkraftanlage der Welt.[80] Im ersten Betriebsjahr erzielte die Anlage bei 6,1 m/s durchschnittlicher Windgeschwindigkeit und trotz phasenweiser Abschaltung für planmäßige Vermessungszwecke einen Energieertrag von über 9 Mio. kWh.[81][82]

N131/3600[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. August 2016 kündigte Nordex eine Leistungssteigerung der N131-Turbine um weitere 10 % auf 3600 kW an.[69] Die Turmhöhen für diesen Anlagentyp betragen 84 und 112 m, in Skandinavien steht zudem ein Turm mit 134 m Höhe zur Verfügung.[83] Der Prototyp wurde im Windtestfeld Nord nahe Husum auf einem Stahlrohrturm mit einer Höhe von 106 m errichtet und ging im Januar 2017 in Betrieb.[84] Das Regelarbeitsvermögen der Anlage liegt unter den dortigen Standortbedingungen bei ca. 12,9 Mio. kWh pro Jahr, der Kapazitätsfaktor beträgt gut 40 %.[85] Zugelassen ist die N131/3600 für Standorte mit mittelstarken Winden (IEC 2). Der unter diesen Bedingungen mögliche Energieertrag liegt bei bis zu 14,4 Mio. kWh pro Jahr.[84]

N131/3900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2017 wurde eine vierte Unterbaureihe der N131 mit 3900 kW Nennleistung vorgestellt. Wie auch bei der N131/3000 und der N131/3300 handelt es sich bei diesem Typ um eine Schwachwindanlage, die vor allem für Länder mit dünner Besiedlung in Europa und Nordamerika zugeschnitten ist. Der Prototyp soll Ende 2017 installiert werden, die Serienfertigung Anfang 2018 aufgenommen werden.[84]

Delta4000-Plattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 stellte Nordex eine neue Produktplattform mit der Bezeichnung Delta4000 vor. Die Plattform basiert auf der vorangegangenen Delta-Plattform, mit der sie viele Grundkonzepte teilt, ist aber u.a. für eine höhere Leistung ausgelegt und technisch flexibler nutzbar. Ein erster Anlagentyp stellt die N149 mit einer Leistung zwischen 4,0 und 4,5 Megawatt dar.[86][87]

Technische Daten der Delta4000-Klasse
Typ[87] N149/4000-4500
Nennleistung (kW) 4000-4500 (nach Kundenwunsch)
Rotordurchmesser (m) 149,1
überstrichene Fläche (m²) 17.460 m²
Fläche (m²) pro MW 4.365 bis 3.88
Drehzahl pro Minute 6,4–12,3
Getriebe ja
Generator doppelt gespeister Asynchrongenerator
Nabenhöhe (m) 105, 125, 145, 164
Gesamthöhe, aufgerundet (m) 180, 200, 220, 240
N149/4000-4500[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N149/4000-4500 wurde im September 2017 vorgestellt. Sie verfügt über einen Rotordurchmesser von 149 Metern und verschiedene technisch unterschiedliche Leistungsoptionen, die standortabhängig eine Nennleistung zwischen und 4 und 4,5 MW ermöglichen. Ausgelegt ist sie für schwache bis mittlere Windstandorte (Windklasse IEC S) und 20 Jahre Regelbetriebszeit, wobei sie abhängig von den standortspezifischen Belastungen auch auf 25 Jahre Betriebsdauer ausgelegt werden kann. Technisch folgt die Anlage weitgehend der Delta-Plattform: Die Rotorblätter sind einteilig ausgeführt und besitzen eine Länge von 74,5 m, die tragenden Teile sind zur Einsparung von Gewicht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Das Rotordrehmoment wird über ein dreistufiges Getriebe mit zwei Planetenstufen und einer Stirnradstufe auf einen doppelt-gespeisten Asynchrongenerator übertragen. Geändert wurde jedoch die Position von Umrichtern und Leistungstransformator. Während sich diese bei der Delta-Klasse im Turmfuß befanden, sitzen sie bei der Delta4000-Plattform direkt im Maschinenhaus. Diese soll die Übertragungsverluste im Turm reduzieren, zugleich lässt sich damit das Maschinenhaus in der Fabrikhalle komplett vorfertigen. Angeboten wird die Anlage auf vier Turmhöhen von 105 bis 164 Metern. Neben zwei Stahlrohrtürmen mit 105 und 125 m, die Gesamthöhen von 180 bzw. 200 m ergeben, existieren zwei Hybridtürme mit 145 und 164 m, die dann zu einer Gesamthöhe von 220 und 240 m führen. Bei Großprojekten stehen auf Kundenwunsch auch variable Nabenhöhen zur Verfügung, zudem existiert die Option, reine Betontürme zu nutzen. Erste Prototypen sollen 2018 errichtet werden, die Serienproduktion der Anlage soll 2019 starten.[88][86]

AW-3000-Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acciona-Windpark, 2015 Gouda (Südafrika)

Die AW-3000-Klasse besteht aus fünf verschiedenen Anlagen. Der Prototyp der AW 100/3000 wurde 2008 errichtet, später kamen sukzessive weitere Anlagen für schwächere Windbedingungen hinzu. Mit der Übernahme von Acciona Windpower durch Nordex im April 2016 werden Anlagen dieser Baureihe nun von Nordex vermarktet.[89]

Im Oktober 2017 stellte Nordex eine neue Schwachwindanlage der AW-3000-Plattform vor. Die Anlage besitzt ebenfalls eine Nennleistung von 3 MW, der Rotordurchmesser wurde jedoch auf 140 m vergrößert. Der Prototyp soll Mitte 2018 aufgestellt werden, die Serienfertigung Ende 2018 anlaufen.[90]

Technische Daten der AW-3000-Klasse
Typ[91] AW 100/3000 AW 116/3000 AW 125/300 AW 132/3000
Nennleistung (kW) 3000 3000 3000 3000
Rotordurchmesser (m) 100 116 125 132
überstrichene Fläche (m²) 7.854 10.568 12.305 13.720
Fläche (m²) pro MW 2.618 3.522 4.101 4.573
Getriebe ja ja ja ja
Generator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator doppelt gespeister Asynchrongenerator
Nabenhöhe (m) 100 92, 100/120 87,5, 100/120/137,5 84, 120
Gesamthöhe, aufgerundet (m) 150 150, 158/178 150, 164/184/200 150, 186

Anlagenservice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mechaniker bei Wartungsarbeiten auf dem Maschinenhaus einer Anlage der Gamma-Klasse

Neben der Fertigung von Windkraftanlagen bietet Nordex ebenfalls Wartungs- und Servicemaßnahmen an bestehenden Anlagen an. Insgesamt stehen vier abgestufte Servicepakete zur Verfügung; die Spanne reicht von einem Basisvertrag, der nur regelmäßige Wartung und eine 24-h-Fernüberwachung umfasst, bis hin zu einem als Premium-Paket vermarkteten Vollwartungsvertrag.[92] Bei der BWE-Service-Umfrage 2013 erreichte der Nordex-Service eine Gesamtnote von 2,87, womit Nordex hinter Enercon und GE Wind Energy auf Platz drei der deutschen Windkraftanlagenhersteller lag.[93] 2014 machte das Servicegeschäft mit einem Umsatz von 166,4 Mio. Euro 9,6 % des Gesamtumsatzes der Gruppe aus. Die durchschnittliche Anlagenverfügbarkeit betrug laut Geschäftsbericht im Jahr 2015 97,4 %[5], was typische Werte für moderne Windkraftanlagen sind. Die Fachliteratur nennt als technische Verfügbarkeit von modernen Onshore-Windkraftanlagen Werte von 97 bis 99 %.[94]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordex gibt halbjährlich eine Kundenzeitschrift heraus, in der über Neuigkeiten aus dem Unternehmen berichtet wird. Zudem werden Produkte vorgestellt und Entwicklungen in einzelnen Absatzmärkten geschildert. Bis 2012 trug das Kundenmagazin den Namen Windpower Update, von dem insgesamt 35 Ausgaben erschienen. Anfang 2013 erfolgte eine Umgestaltung und Umbenennung in Nordex 360°, die erste Ausgabe erschien im Februar 2013.[95]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nordex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2016. Internetseite von Nordex, abgerufen am 22. Juli 2017.
  2. Weltweite Installationen Website von Nordex, abgerufen am 26. Januar 2016
  3. Geschäftsbericht 2014. Internetsite von Nordex, abgerufen am 23. März 2015
  4. Das sind die größten Unternehmen in MV. In: Nordkurier, 16. Dezember 2015, abgerufen am 6. Januar 2016
  5. a b c d e f g h Geschäftsbericht 2015. Internetseite von Nordex, abgerufen am 23. März 2016.
  6. a b Acciona-Übernahme. „Eine ganz große Sache für Nordex“. In: Handelsblatt, 4. April 2016, abgerufen am 4. April 2016
  7. Mario Neukirch: Die internationale Pionierphase der Windenergienutzung. Dissertation. Göttingen 2010, S. 288
  8. a b Benjamin K. Sovacool: Energy policy making in Denmark: Implications for global energy security and sustainability. In: Energy Policy 61, (2013), 829–839, S. 830, doi:10.1016/j.enpol.2013.06.106
  9. Erich Hau: Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit. Berlin/ Heidelberg 2014, S. 57
  10. Erich Hau: Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit. Berlin/Heidelberg 2014, S. 60
  11. Vgl. Mario Neukirch: Die internationale Pionierphase der Windenergienutzung. Dissertation. Göttingen 2010, S. 130
  12. Mario Neukirch: Die internationale Pionierphase der Windenergienutzung. Dissertation. Göttingen 2010, S. 130
  13. Geschäftsbericht 2000/2001. Internetseite von Nordex, abgerufen am 1. Juni 2014
  14. [1]
  15. Mario Neukirch: Die internationale Pionierphase der Windenergienutzung. Dissertation. Göttingen 2010, S. 185
  16. Goldman Sachs verkauft Nordex-Anteil an Hedgefonds. In: Die Welt, 18. Dezember 2009, abgerufen am 1. Juli 2013
  17. German turbine manufacturer Nordex to quadruple production. In: Windpower Monthly, 1. Dezember 2007, abgerufen am 10. Juli 2013
  18. Windradhersteller Nordex weiht Werk in Arkansas ein. In: Die Welt, 30. Oktober 2010, abgerufen am 10. Juli 2013
  19. Nordex SE: Nordex firmiert jetzt als europäische Aktiengesellschaft (SE). 8. März 2010, abgerufen am 20. April 2010.
  20. Nordex bezieht neue Hauptverwaltung in Hamburg. Internetseite von Nordex, abgerufen am 1. Juni 2014
  21. Jürgen Zeschky. Voith-Manager wird Chef bei Nordex. In: Handelsblatt, 4. November 2011, abgerufen am 10. Juli 2013
  22. Nordex schafft 2012 Auftragsrekord. In: Handelsblatt, 15. Januar 2013, abgerufen am 15. Januar 2013
  23. Lowering the CoE, a must in the wind industry. In: notonlywindenergy.com, 12. Juni 2012, abgerufen am 3. Juli 2012
  24. Nordex stellt Produktion in den USA ein. In: Manager Magazin, 28. Juni 2013, abgerufen am 10. Juli 2013
  25. Nordex stellt 130 neue Mitarbeiter für die Rotorblattproduktion ein. In: Focus, 2. November 2012, abgerufen am 15. Januar 2013
  26. Nordex signs blade deal with TPI Composites. In: Windpower Monthly, 13. August 2013, abgerufen am 13. August 2013
  27. Windkraftbauer durchbrechen Schallmauer. In: klimaretter.info, 11. März 2014, abgerufen am 11. März 2014
  28. Frischer Wind bei Nordex. Chefwechsel stößt Anlegern sauer auf. In: n-tv, 21. Mai 2015, abgerufen am 21. Mai 2015
  29. Nordex bekommt einen spanischen Großaktionär. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Oktober 2015, abgerufen am 5. Oktober 2015.
  30. Nordex acquires blade firm SSP Technology. In: Windpower Monthly, 1. Februar 2017. Abgerufen am 1. Februar 2017.
  31. Nordex kauft Rotorblattspezialisten SSP. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 1. Februar 2017. Abgerufen am 1. Februar 2017.
  32. Hamburg wird die neue Wind-Hauptstadt. In: Hamburger Abendblatt, 20. Januar 2011, abgerufen am 4. Mai 2013
  33. Ressourcenschutz beim Nordex Forum. Website von Hochtief, abgerufen am 4. Mai 2013
  34. Manager und Windenergieexperten Website von Nordex, abgerufen am 4. Mai 2017
  35. Stand Mai 2014, soweit nicht anders angegeben: Geschäftsberichte der jeweiligen Jahre der Nordex SE
  36. a b c 25 Jahre Nordex. Geschichte von Nordex auf der Unternehmens-Website, abgerufen am 7. Mai 2013
  37. Exportquote in der Windindustrie in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2012. Statista, abgerufen am 23. März 2015
  38. Windenergienutzung in Deutschland – Stand 31.12.2012 (PDF; 6,4 MB). DEWI-Magazin 42, abgerufen am 8. Mai 2013
  39. Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland. Internetsite der Deutschen Windguard, abgerufen am 23. März 2015
  40. Global Wind Statistics 2015 (PDF) Global Wind Energy Council. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  41. Global Status Report 2014. Website von REN21, abgerufen am 8. August 2014
  42. Vgl. Robert Gasch, Jochen Twele: Windkraftanlagen. Grundlagen, Entwurf, Planung und Betrieb, Wiesbaden 2005, S. 459
  43. Dänisches Konzept – mit passiver oder aktiver Stallregelung. Internetsite des Bundesverbandes Windenergie, abgerufen am 18. Juli 2013
  44. Products & Sales (PDF; 1,4 MB) Nordex SE, abgerufen am 1. November 2011
  45. Vgl. Erich Hau: Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit. Berlin/Heidelberg 2008, S. 381–383
  46. Erich Hau: Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit. Berlin/Heidelberg 2008, S. 368
  47. Die nachfolgenden technischen Informationen zu der Plattform und den einzelnen Anlagentypen stammen weitgehend aus der Plattformbroschüre (PDF; 2,2 MB) und aus der Unternehmenszeitschrift Windpower Update 30 (PDF; 2,1 MB)
  48. Nordex: Einheitenzertifikat gewährleistet reibungslosen Netzanschluss. Pressemitteilung Nordex vom 5. März 2014
  49. Nordex Plattformbroschüre Gamma-Generation (PDF; 2,2 MB)
  50. für IEC 3a-Standorte
  51. Windpower Update 15 (PDF; 2,4 MB), Kundenzeitschrift von Nordex, abgerufen am 18. Juli 2013
  52. Nordex supplies exclusive 2.65MW turbine to UK project. In: Windpower Monthly, 1. Oktober 2015, abgerufen am 1. Oktober 2015
  53. Größter Windpark mit Nordex-N100-Turbinen am Netz. http://www.nachhaltige-produktion.de/, abgerufen am 27. Juli 2013
  54. Hybridturm System Max Bögl (Memento vom 11. April 2014 im Internet Archive) (PDF; 2,2 MB). Website von Max Bögl, abgerufen am 18. Juli 2013
  55. WEA für schwachen Wind halten Onshore-Markt in Schwung. In: Energie und Technik, 3. Dezember 2012, abgerufen am 18. Juli 2013
  56. Intensive Windernte in der Pampa. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 18. März 2015, abgerufen am 18. März 2015
  57. Diese Angaben stammen von einer Informationstafel im Windpark Hohenahr.
  58. Windpower Update 34. (PDF; 1,9 MB) Kundenzeitschrift von Nordex, abgerufen am 22. Mai 2011
  59. Nordex N117/2400-Anlage: Eine positive Bilanz. In: oekonews.at, 1. Januar 2013, abgerufen am 15. Januar 2013
  60. Philip Tafarte et al.: Small adaptations, big impacts: Options for an optimized mix of variable renewable energy sources. In: Energy. Band 72, 2014, S. 80–92, doi:10.1016/j.energy.2014.04.094.
  61. Rekordbestellungen für 2016. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 12. Juni 2015, abgerufen am 12. Juni 2015
  62. Low wind focus opens up new markets. In: Windpower Monthly, 1. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2013
  63. Nordex N117/2400 IEC 3a. Internetsite des BWE, abgerufen am 23. März 2015
  64. Turbines of the year – Turbines 2.1 – 3.5MW. In: Windpower Monthly, 24. Dezember 2014, abgerufen am 2. Oktober 2014
  65. Erste Nordex-Turbinen der Generation Delta errichtet und Zertifikate plangemäß erhalten. In: www.nordex-online.com. 12. August 2013, abgerufen am 12. August 2016.
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  67. a b Nordex Plattformbroschüre Delta-Generation (PDF; 2,2 MB)
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  72. Nordex: leiser 131-Meter-Rotor. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 25. November 2013, abgerufen am 26. November 2013
  73. Nordex präsentiert neue Binnenland-Anlage für deutschen Markt. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 16. September 2015, abgerufen am 16. September 2015
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  84. a b c 4-MW-Anlagen für Schwachwindstandorte. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 6. April 2017. Abgerufen am 6. April 2017.
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  89. Close-up: Acciona's AW3000 platform. In: Windpower Monthly, 24. Februar 2014, abgerufen am 5. April 2016
  90. Nordex launches larger rotor for AW 3MW class. In: Windpower Monthly, 13. Oktober 2017. Abgerufen am 13. Oktober 2017.
  91. Plattformbroschüre AW-3000-Klasse
  92. Nordex erweitert Service-Angebot für Windparks – Hersteller übernimmt bis zu 12 Jahre Vollwartung (PDF; 456 kB). Internetseite von Nordex, abgerufen am 11. Juli 2013
  93. Yearbook Wind Energy 2014. Internetseite des BWE, abgerufen am 23. März 2015
  94. Robert Gasch, Jochen Twele: Windkraftanlagen. Grundlagen, Entwurf, Planung und Betrieb, Wiesbaden 2013, S. 564
  95. Nordex 360°, 1/2013 (PDF; 5,4 MB). Website von Nordex, abgerufen am 24. Mai 2013
Dieser Artikel wurde am 20. Juli 2013 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

Koordinaten: 54° 4′ 26″ N, 12° 7′ 53″ O