Nordhalben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Nordhalben
Nordhalben
Deutschlandkarte, Position des Marktes Nordhalben hervorgehoben
50.37361111111111.511111111111586Koordinaten: 50° 22′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 586 m ü. NHN
Fläche: 21,92 km²
Einwohner: 1763 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 96365,
96349 (Mauthaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09267
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 159
Marktgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Kronacher Str. 4
96365 Nordhalben
Webpräsenz: www.nordhalben.de
Bürgermeister: Michael Pöhnlein (FW)
Lage des Marktes Nordhalben im Landkreis Kronach
Langenbacher Forst Birnbaum (gemeindefreies Gebiet) Landkreis Coburg Landkreis Hof Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Thüringen Ludwigsstadt Weißenbrunn Marktrodach Tettau (Oberfranken) Schneckenlohe Mitwitz Küps Nordhalben Wilhelmsthal Tschirn Teuschnitz Steinbach am Wald Reichenbach (Oberfranken) Wallenfels Stockheim (Oberfranken) Steinwiesen Pressig KronachKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Katholische Kirche St. Bartolomäus
Ehemaliges Amtshaus der Bamberger Fürstbischöfe
Evangelische Jubilate-Kirche
Bahnhof

Nordhalben ist ein Markt im Landkreis Kronach (Regierungsbezirk Oberfranken).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Nordhalben liegt im Naturpark Frankenwald im Oberen Rodachtal und an der Ködeltalsperre.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

  • Bahnhof
  • Buckenreuth
  • Grund
  • Heinersberg
  • Ködelberg
  • Krögelsmühle
  • Mauthaus
  • Neumühle
  • Nordhalben
  • Stengelshof
  • Stoffelsmühle
  • Thomasmühle
  • Wetthof


Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1154 wurde Nordhalben in einer Urkunde des Bischofs Eberhard II. von Bamberg erstmals schriftlich als Burg im Nordwald erwähnt. Diese entstand zwischen 1151 und 1154 auf dem heutigen Schlossberg. Um sie herum entstand der Ort. Im Jahr 1325 wurde die Burg zerstört und 1354 von den beiden Grenznachbarn, dem Bischof von Bamberg und dem Vogt von Gera, wieder aufgebaut. 1518 wurden Nordhalben Siegel und Marktrecht übertragen. Im Bauernkrieg wurde die Burg im jahr 1525 zerstört.

Nachdem die Vögte von Gera Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation annahmen, endete das fast 200-jährige Kondominium über Nordhalben und der Ort wurde 1550 alleiniger Besitz des Bamberger Bischofs. Der Dreiherrenstein bei Nordhalben besiegelte seitdem die Zugehörigkeit des Orts zum Hochstift Bamberg.[2] Bereits im folgenden Jahr wurde im Ort ein Amtshaus des Hochstifts Bamberg errichtet.

Zwischen 1610 und 1620 siedelten die evangelischen Bewohner in den benachbarten reußischen Ort Titschendorf über. Bei der Zerstörung Nordhalbens im Dreißigjährigen Krieg starben 1633 40 Personen. Durch den 1635 im Ort geschlossenen Friede von Nordhalben, einem Sonderabkommen zwischen der bambergischen Stadt Kronach und dem Fürsten von Reuß-Lobenstein, konnten dringend benötigte Lebensmittel über die reußische Grenze in das von Krieg geschädigte Nordhalben geliefert werden.[3]

Als Teil des Hochstifts Bamberg kam Nordhalben mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1802/03 an das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern. 1804 wurde der Ort Sitz des königlich-bayerischen Landgerichts Teuschnitz. Napoléon Bonaparte hielt sich 1806 in Nordhalben auf.

Im Jahre 1852 wurde das Schulhaus eingeweiht. Nachdem ein Großfeuer 1856 fast den gesamten Ort zerstörte, erfolgte zwei Jahre später die Einweihung der katholischen Pfarrkirche St. Bartolomäus. Mit der Rodachtalbahn erhielt Nordhalben im Jahr 1900 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der Ort war bis zur vollständigen Einstellung des Schienenverkehrs im Jahr 1994 Endpunkt dieser Lokalbahn aus Kronach. Seit 2007 wird der obere Teil der Strecke zwischen Nordhalben und Steinwiesen als Museumsbahn betrieben.

1903 erfolgte die Gründung der gemeindlichen Klöppelschule. Mit der Erweiterung der Klöppelschule wurde im Jahr 1983 das "Haus des Gastes" errichtet. 1986 wurde die "Internationale Spitzensammlung" in der Klöppelschule eröffnet.

1973 erfolgte die Inbetriebnahme der Ködeltalsperre Mauthaus. Mit der Wende wurde 1989 der Grenzübergang ins benachbarte thüringische Rodacherbrunn geöffnet. 1995 wurde die Nordwaldhalle und 2004 das Historische Ortsmuseum eröffnet.

Religionen[Bearbeiten]

Die Einweihung der katholischen Pfarrkirche St. Bartolomäus erfolgte 1858. Der Grund zur evangelischen Jubilate-Kirche wurde 1925 gelegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heinersberg eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[5]
Wahlbeteiligung: 75,03 %
 %
50
40
30
20
10
0
49,00 %
28,26 %
22,73 %

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Nordhalben hat 14 Mitglieder, dazu kommt der getrennt gewählte hauptamtliche Bürgermeister.

2014
CSU 4
Freie Wählergemeinschaft Nordhalben 7
SPD 3
Gesamt 14 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt und oben gespalten; oben vorne in Gold ein linksgewendeter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten in Gold der wachsende, schwarz gekleidete Rumpf eines bärtigen Mannes mit schwarzer Zipfelmütze, an deren Spitze ein sechsstrahliger roter Stern hängt; unten in Silber auf grünem Boden nebeneinander vier grüne Laubbäume.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nordhalben ist überregional bekannt durch die Tradition des Klöppelns von Spitze, die auf die Gründung der einzig verbliebenen gemeindlichen Klöppelschule Deutschlands im Jahr 1903 zurückgeht. Die Hochflächen und Talauen des Naturpark Frankenwalds um Nordhalben bieten Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten. Landschaftlicher Höhepunkt ist die Ködeltalsperre. Zahlreiche gut markierte Strecken und Fernwanderwege sowie der nahe Rennsteig bieten Wandermöglichkeiten.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Nordhalben

Sport[Bearbeiten]

Hallensport in der Nordwaldhalle, zahlreiche Freisportgelegenheiten, Wintersport mit Schlepplift und gespurten Loipen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In der Nordwaldhalle (bis zu 2500 Plätze) finden regelmäßig Unterhaltungs- und Sportveranstaltungen statt. Weitere Veranstaltungsmöglichkeiten bestehen im Haus des Gastes. Der Nikolausmarkt findet jährlich am zweiten Adventswochenende in der Nordwaldhalle statt. Im zweijährlichen Turnus (ungerade Jahre) organisiert die Klöppelschule die Nordhalbener Klöppeltage mit Messe, Ausstellungen und Vorträgen. Am Sonntag nach Michaeli (29. September) wird die Kirchweih der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus gefeiert. Die evangelische Jubilate-Kirche begeht ihr Kirchweihfest am dritten Sonntag nach Ostern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nordhalben war Endpunkt der inzwischen stillgelegten Rodachtalbahn. Auf dem Teilstück zwischen Steinwiesen und Nordhalben verkehrt seit dem 15. September 2007 eine Museumsbahn. Die nächsten noch aktiv bedienten Bahnhöfe befinden sich in Bad Steben, Kronach und Wurzbach. ÖPV-Buslinien verbinden Nordhalben mit Kronach und Hof. Anschlussstellen zu den Bundesautobahnen 9, 72 und 93 liegen etwa 25 Kilometer von Nordhalben entfernt und die Anschlussstelle zur Bundesautobahn 73 befindet sich in etwa 50 Kilometer Entfernung in Lichtenfels.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Klöppelschule
  • Internationale Spitzensammlung
  • Historisches Ortsmuseum
  • Naturerlebnisbad
  • Nordwaldhalle

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Grundschule für die Klassen 1 bis 4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Dreiherrenstein bei Nordhalben mit Landkarte
  3. Geschichte des Nordhalbener Handelszugs
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
  5. http://svc.landkreis-kronach.de/wahlenNordhalben/KW_2008/kommunalwahlen_2008.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nordhalben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Nordhalben – Reiseführer