Nordhastedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nordhastedt
Nordhastedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nordhastedt hervorgehoben
Koordinaten: 54° 10′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Kirchspielslandgemeinde Heider Umland
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 26,56 km2
Einwohner: 2775 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25785
Vorwahl: 04804
Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 082
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchspielsweg 6
25746 Heide
Webpräsenz: www.amt-heider-umland.de
Bürgermeister: Klaus- Peter Tiessen (CDU)
Lage der Gemeinde Nordhastedt im Kreis Dithmarschen
Karte

Nordhastedt ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zentral im Kreis, nächstgelegene Stadt ist Heide. Die Gemeinde liegt in der Heide-Itzehoer Geest und ist somit hügelig geprägt. Der tiefste Punkt liegt in den Moorgebieten mit 0,2 Meter über NN, der höchste bei 67 Meter über NN. Der Ortsteil Fiel beherbergt das Naturschutzgebiet Fieler Moor.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Fiel, Osterwohld und Westerwohld sowie die Siedlungen Lübschen, Nordhastedterfeld und Riese. Sie liegt am Rand des Riesewohlds, des größten Dithmarscher Waldes. In Westerwohld war bis 1840 eine Ziegelei in Betrieb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend die Stadt Heide und die Gemeinden Gaushorn, Schrum, Arkebek, Odderade und Sarzbüttel, die Stadt Meldorf sowie die Gemeinde Hemmingstedt (alle im Kreis Dithmarschen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordhastedt wird zuerst 1140 als Herstide erwähnt, 1168 in einer anderen Quelle. 1281 existiert das Kirchspiel Herstede. In einem Verzeichnis der Propstei Hamburg vom Jahr 1347 wird die Kirche in Nordhastedt unter dem Namen Repherstede erwähnt.[2]

Im Jahr 1506 wurde Nordhastedt von der Pest schwer heimgesucht.[3]

In Nordhastedt-Westerwohld gab es eine Pulvermühle bis 1578, danach Wassermühle.[3]Die Katharinenkirche, deren Ursprünge im 14. Jahrhundert liegt, ist ebenso denkmalgeschützt, wie das älteste erhaltene Wohnhaus aus dem Jahr 1812. Alte Knickharfen in Osterwohld sind als Naturdenkmale ausgezeichnet. Die Gemeinde wurde mehrmals beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ prämiert.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspiellandgemeinde Nordhastedt aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch ihr Hauptort Nordhastedt.[4]

Belegte historische Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1855: 607, 1905: 956, 1925: 1018

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Fiel eingemeindet.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 neun Sitze, die SPD vier und die Wählergemeinschaften BfN und UWN haben je drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine mit einer gefällten Hellebarde bewaffnete, mit bloßen Füßen in niedrigem Wasser watende Frauengestalt in Altdithmarscher Tracht mit goldgesäumtem, golden gegürtetem grünen Rock mit reicher goldener Brustverzierung und roter, mit einem breiten goldenen Knopfband verzierter Kagel.“[6]

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es eine Grundschule, die Maria-Jessen-Schule, unterstützt durch einen privaten[7] Förderverein[8], und zwei Kindergärten, die durch einen Neubau der Gemeinde 2016 erweitert wurden, den Ev. Katharinen-Kindergarten und einen Waldkindergarten. Der Ort verfügt im Gemeindezentrum Ole Schriewerie über eine eigene Volkshochschule mit Bücherei. Dort finden zahlreiche Kunst- und Musikveranstaltungen sowie Vortragsveranstaltungen statt. Gleich daneben – mitten im Ortskern – Hinweise auf den Waldlehrpfad am Freibad..

Schwimmbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nordhastedt betreibt ein solarbeheiztes Freibad als öffentliche Einrichtung, unterstützt durch den privaten Förderverein Waldschwimmbad[9].

Wanderwege Nordhastedt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordhastedt hat schöne Wanderwege. Rund um Nordhastedt liegt das größte, geschlossenes Waldgebiet des Kreises Dithmarschen, teilweise Naturschutzgebiet. Sieben ausgewiesene Wanderwege mit 25 km Wanderstrecke machen Nordhastedt attraktiv für Einwohner und Touristen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrzweckhalle[10] in Passivhausbauweise, 2 Sportplätze (Rasensportplatz an der Schule bzw. Mehrzweckhalle und Rasensportplatz Merjenhemmsweg, jeweils Turniergröße)

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Nordhastedt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frunsbeer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Nordhastedt gefeierte Frunsbeer (Frauenfest) geht auf eine Sage aus dem 16. Jahrhundert zurück. Eine im Riesewohld hausende und vagabundierende Räuberbande soll damals nur durch die tatkräftige Mithilfe von Maria Jessen (die heute auch Wappenfigur der Gemeinde ist) und den Nordhastedter Frauen mit Hilfe von Küchengeräten und kochendem Brei zurückgeschlagen, überwältigt und teilweise im Riesewohld aufgeknüpft worden sein. Dieses Ereignis wird alle drei Jahre geehrt. Das Fest beginnt mit einem Freilichtspiel, in dem die „historische“ Szene in Originaltracht nachgestellt wird. Es folgt ein Festumzug durch den mit Eichenlaub geschmückten Ort und eine abschließende abendliche Tanzveranstaltung. Im Festzelt hängt unter der Decke ein Pantoffel zum Zeichen, dass an diesem Abend die Frauen das Regiment haben. Es ist keinem Mann an diesem Abend erlaubt, einen Tanz auszuschlagen, zu dem er von einer Frau aufgefordert wird.

Betreuung von Menschen mit Behinderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Feuchte Stiftungsverbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nordhastedt sind zwei Wohneinrichtungen ansässig, die umfassende Begleitung und Betreuung für mehrfachbehinderte hörsehgeschädigte bzw. taubblinde Erwachsene anbieten. Träger dieser Einrichtungen ist die Herbert Feuchte Stiftungsverbund gGmbH. Die Ausstattung des Nordhastedter Bahnhofes mit Taststeinen trägt dazu bei, alltägliche Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen.

Weihnachtsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordhastedter Weihnachtsmarkt findet seit 2014 jeden 2. Advent in der grossen Mehrzweckhalle statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordhastedt liegt an der von der Nordbahn Eisenbahngesellschaft betriebenen Eisenbahnstrecke Büsum–Heide (Holstein)–Neumünster mit Halt alle zwei Stunden in beiden Richtungen. Regelmäßigen Busverkehr gibt es nach Albersdorf, Heide, Meldorf und Neumünster.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Nordhastedt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nordhastedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Henning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein. Einschliesslich Kreis Herzogtum ... Lipsius & Tischer, Kiel 1908.
  3. a b J. Hanssen, H. Wolf: Chronik des Landes Dithmarschen. Langhoff, Hamburg 1833. (Reprint: Verlag British Lib Historical, 2014, ISBN 978-1-241-53704-3)
  4. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 250.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Förderverein der Maria-Jessen-Schule Grundschule Nordhastedt
  8. Vereine Gemeinde Nordhastedt, Amt Kirchspielslandgemeinde Heider Umland
  9. Vereine Gemeinde Nordhastedt, Amt Kirchspielslandgemeinde Heider Umland
  10. Beschreibung, Technische Daten und Masse der Mehrzweckhalle