Nordholz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nordholz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Nordholz
Wappen von Nordholz
Koordinaten: 53° 47′ 1″ N, 8° 36′ 20″ O
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 65,11 km²
Einwohner: 7430 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04741
Nordholz (Niedersachsen)
Nordholz

Lage von Nordholz in Niedersachsen

Nordholz in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Nordholz in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
St. Georg-Kirche im Ortsteil Spieka

Nordholz (niederdeutsch Noordholt) ist die größte Ortschaft der Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste bei Cuxhaven in Niedersachsen.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordholz besteht neben dem Hauptort aus den Ortsteilen Cappel-Neufeld, Deichsende, Scharnstedt, Spieka, Spieka-Neufeld, Wanhöden und Wursterheide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pisten des Fliegerhorstes Nordholz (re.) und des Flugplatzes Nordholz-Spieka (li.)

Nordholz ist Standort des Flughafens Cuxhaven-Nordholz (Fliegerhorst Nordholz), der ein wichtiger Luftschiff-Standort im Ersten Weltkrieg war. Eine Besonderheit des Flughafens war der um 360° drehbare Hangar, der es den Zeppelinen ermöglichte, bei jeder Windrichtung zu starten und landen. In der Zeit des Verbots der Luftwaffe durch den Frieden von Versailles wurden die Installationen als Grundbestand einer Volkssportschule genutzt.[1] Heute ist dort das Marinefliegerkommando mit dem Marinefliegergeschwader 3 Graf Zeppelin und dem Marinefliegergeschwader 5 der Deutschen Marine mit Seefernaufklärern und Hubschraubern beheimatet. Es gibt dort auch das Aeronauticum, das ein Luftschiff- und Marinefliegermuseum ist. In direkter Nachbarschaft liegt der Sonderlandeplatz Flugplatz Nordholz-Spieka.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei ehemaligen Gemeinden Deichsende, Nordholz und Wursterheide schlossen sich am 1. Juli 1967 zur neuen Gemeinde Nordholz zusammen. Am 1. Januar 1970 wurde zudem die Gemeinde Wanhöden in die Gemeinde Nordholz eingegliedert. Am 1. März 1974 wurden die Gemeinde Spieka, die am 1. Juli 1968 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Cappel-Neufeld, Spieka und Spieka-Neufeld entstanden ist, sowie Gebietsteile der Gemeinde Midlum mit damals etwa 50 Einwohnern eingegliedert.[2]

Zum 1. Januar 2015 fusionierte die Gemeinde Nordholz mit der Samtgemeinde Land Wursten zur Einheitsgemeinde Wurster Nordseeküste.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2013
Einwohner 4889 5825 6937 7091 7251 7653 7576 7560 7495 7460 7430 7248

(1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, Volkszählungsergebnisse einschließlich Spieka[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[4])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat der Gemeinde Nordholz setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU: 7 Ratsmitglieder
  • SPD: 5 Ratsmitglieder
  • BF Wurster Nordseeküste: 2 Ratsmitglieder
  • GRÜNE: 1 Ratsmitglied

Der Ortsbürgermeister ist Jochen Wrede (CDU) und seine Stellvertreterin ist Isolde Hallemeier (SPD).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urentwürfe der Nordholzer und Wursterheider Wappen,[6] stammen von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye,[7][8] der über 70 Gemeindewappen für den Landkreis Wesermünde entworfen hat. Bei der Zusammenlegung verschmolzen die Wappen von Nordholz, Wursterheide und der Entwurf des Deichsender Wappens in das neue Nordholzer Wappen ein. Das alte Deichsender Wappen entwarf der in Isernhagen geborene und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, von dem 25 Gemeindewappen für den Landkreis Wesermünde entworfen wurden.

Wappen von Nordholz
Wappenbeschreibung: „Das Wappen der Ortschaft Nordholz zeigt ein Schild gespalten von Rot vor Blau über einem schräglinksgeteilten Schildfuß von Silber vor Grün. Oben in Rot eine bewurzelte silberne Tanne und in Blau ein silberner Propeller, rechts und links mit einem silbernen Flügel besteckt. Unten im Schildfuß, rechts ein silbernes Kleeblatt in Grün, links ein grünes Kleeblatt in Silber.“
Wappenbegründung: Die Tanne als Sinnbild für Holz deutet auf den Ortsnamen und das Gehölz in der Gemeinde. Das eingemeindete Wursterheide ist 1926 auf der Fläche eines ehemaligen Marineluftschiffplatzes entstanden. Daran erinnert der Propeller mit Flügeln als Sinnbild der Luftfahrt. Die Deichsender schräglinks geteilte untere Schildhälfte deutet auf den Deich. Die Kleeblätter sind Sinnbilder der Kultivierung des Landes.

Wappen der 1967 eingemeindeten Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese drei Ortswappen verschmolzen am 1. Juli 1967 zu dem aktuellen Wappen von Nordholz. Das vom alten Nordholzer Wappen weggefallene, halbe, springende, rote Ross, war dem Siegel des ehemaligen Amtes Nordholz entlehnt.

Nordholz Wursterheide Deichsende
Wappen Nordholz (alt)
(Entwurf A. de Badrihaye)
Wappen Wursterheide
(Entwurf A. de Badrihaye)
Wappen Deichsende
(Entwurf G. Völker)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aeronauticum
  • das Aeronauticum, ein deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum in Nordholz

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 findet das Rockfestival „Deichbrand“ auf dem Seeflughafen Cuxhaven-Nordholz statt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenansicht von Spieka-Neufeld

Mit der Hafenanlage in Spieka-Neufeld besitzt die Ortschaft einen maritimen Zugang zur Deutschen Bucht und dem westlich angrenzenden Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Entsprechend verlagert sich auch der Schwerpunkt der noch vorhandenen Schifferei von rein kommerziellem Fischfang hin zu einer touristischen Attraktion und versucht die Aufwertung als UNESCO-Weltnaturerbe zu nutzen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Flughafens dreht sich die Parabolantenne einer SRE-M-Anlage auf dem Radarturm MSSR Nordholz. Jede dieser bundesweit sechs Anlagen hat einen Erfassungsradius von etwa 145 NM (Nautischen Meilen entspricht 270 km). Die von Bremen aus ferngesteuerte Einrichtung überwacht den Norden und Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland sowie die südöstliche Nordsee.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wie Spieka zu seinem Namen gekommen ist.
  • Der Spukweg bei Spieka.
  • Witte, wahr di – de Swarte haalt di.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nordholz – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Nordholz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnd Krüger & Frank v. Lojewski: Ausgewählte Aspekte des Wehrsports in Niedersachsen in der Weimarer Zeit. In: H. Langenfeld, S. Nielsen (Hrsg.): Beiträge zur Sportgeschichte Niedersachsens. Teil 2: Weimarer Republik. (⇐ Schriftenreihe des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte, Bd. 12) Hoya: NISH 1998, S. 124–148
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248 und 249.
  3. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012
  4. LSKN-Online
  5. Ortsrat und Ortsbürgermeister von Nordholz. Auf: Internetseite der Wurster Nordseeküste, abgerufen am 15. Juni 2017
  6. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  7. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye, in: Wilstersche-Zeitung, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  8. Albert de Badrihaye 90 Jahre, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  9. Männer vom Morgenstern: Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung, ISBN 3-931771-16-4