Nordische Skiweltmeisterschaften 1954

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die 20. Nordischen Skiweltmeisterschaften fanden vom 13. bis 21. Februar 1954 im schwedischen Falun statt. Der 18-km-Lauf wurde nicht mehr ausgetragen, dafür aber die Strecken über 15 km und 30 km ins Weltmeisterschaftsprogramm aufgenommen. Ebenfalls neu im Programm war die 3x5-km-Staffel bei den Damen. Es nahmen erstmals Sportler aus der Sowjetunion teil.

Letzte Vorbereitungen und Trainings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Temperatursturz hatte eine derart große Kälte gebracht, dass die Langläufer nicht trainieren konnten. In Falun und Umgebung herrschte zwar reges Leben, doch war im Bergwerkstädtchen der Verkehr nicht sonderlich groß, da dort nur die Funktionäre der Organisation und der FIS sowie die in- und ausländischen Journalisten untergebracht waren. Die Wettkämpfer mit ihren Betreuern hatten ihre Unterkünfte in den umliegenden Ortschaften, teilweise bis zu 40 km entfernt, bezogen.
Am 11. Februar wurde bereits eine internationale Sprungrichterkonferenz abgehalten, an der 65 Vertreter aus 15 Nationen teilnahmen. Der 30 km-Langlauf war für den 14. Februar um 9 h, das Spezialspringen mit 60 Läufern um 13 h terminisiert.

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eröffnung wurde am 13. Februar durch Prinz Bertil und FIS-Präsident Marc Hodler vorgenommen. Falun prangte in farbenprächtigem Fahnenschmuck mit zirka 800 Fahnenmasten und rund um den Hauptplatz (Store Torget) mitten in der Stadt wehten die Fahnen der 24 gemeldeten Nationen. Vor einer über 10.000 Personen geschätzten Zuschauermenge, die trotz der Minus 25 Grad gekommen war, zogen die Wettkämpfergruppen nationenweise in alphabetischer Reihenfolge ein. Die letzten waren traditionsgemäß die Gastgeber, also die Schweden.[1][2]

Startauslosung und -Vorgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab für alle Bewerbe vier Gruppen. Jede Nation konnte in jede Gruppe zwei Mann melden; die dritte Gruppe wurde als jene mit den besten Bedingungen bezeichnet, wodurch die Favoriten in diese mit den Startnummern 30 bis 50 delegiert wurden. Das Organisationskomitee hatte außerdem gestattet, dass beim Springen (und auch bei anderen Bewerben, siehe Langlauf und Nordische Kombination) pro Land 8 Athleten teilnehmen durften, was für die nordischen Länder ein großer Vorteil war. Als absolute Neuerung im Langlauf fiel die Startordnung auf. Es wurde auf die bisherigen Halbminuten-Intervalle verzichtet, je zwei und zwei Läufer gingen in Minutenabständen auf die Strecke.

Siegerehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten gab es am Abend des 15. Februar im Lichte von Fackeln und Scheinwerfern. Die sechs Besten vom 30km-Langlauf und des Skispringens erhielten aus der Hand von Prinz Bertil die Medaillen und Diplome, beide Sieger zudem Silber-Pokale. Die schlichte Feier dauerte nur 20 Minuten, trotz der bissigen Kälte waren einige tausend Zuschauer erschienen.[3]

Erwähnenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Ausnahme der Taxis, deren Taxameter fest eingebaut und plombiert waren, waren alle anderen Preise eine halbe Woche vor Beginn der Titelkämpfe schlagartig um 100 % gestiegen. Dazu war es üblich, dem Restaurantspersonal (Portiers, Boys und «Vaktmester») Trinkgeld zukommen zu lassen.[4]
  • Die eisige Kälte bei der Eröffnungsfeier machte auch der Militärkapelle zu schaffen, so dass diese in einem eigenen Haus neben dem Zeremonienplatz untergebracht war und sie während des Einmarsches der Nationen ihre flotten Weisen durch das Fenster klingen ließ.
  • Fast alle Einwohner waren skibegeistert, bis auf einen Landwirt. Trotz eines Vertrages sperrte er vor dem letzten Trainingstag sein Grundstück ab, auf dem die Langläufer trainierten und auch der Startbewerb (30 km) vorgesehen war. Die Läufer mussten über einen Zaun klettern. Letztlich fanden die Veranstalter aber doch noch eine Lösung, so dass die Teilnehmer keine «Boulder»-Vorführung zu absolvieren brauchten.[5]

Langlauf Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 FIN Veikko Hakulinen 55:26 min
2 FIN Arvo Viitanen 55:37 min
3 FIN August Kiuru 56:07 min
4 URS Fjodor Terentjew 56:16 min
5 FIN Tapio Mäkelä 56:17 min
6 FIN Veikko Räsänen 56:31 min
7 SWE Sixten Jernberg 56:36 min
8 SWE Per-Erik Larsson 57:08 min
9 SWE Enar Josefsson 57:21 min
10 URS Wladimir Kusin 57:27 min
---
57 AUT Josef Schneeberger 1:01:31
65 AUT Oskar Schulz 1:02:57
70 AUT Karl Rafreider 1:03:19
82 AUT Friedrich Krischan 1:04:25

Bislang gab es nur 18km-Langläufe; der 18km-Weltmeister 1952 war Hallgeir Brenden (NOR).
Datum: 17. Februar 1954, 11 Uhr
119 Teilnehmer, davon 31 für die Nordische Kombination
Weitere wichtige Platzierungen, vor allem auch hinsichtlich der Kombinationwertung, und beste ihrer Länder bzw. Südtiroler: Rang 11 ex aequo & Alexei Kusnezow (URS) 57:36; Rang 13 Martin Stokken (NOR) 57:49; Rang 16 Bénoît Carrara (FRA) 58:27; Rang 17 Ottavio Compagnoni (ITA) 58:31; Rang 28 ex aequo Gunder Gundersen (NOR) & Sune Larsson (SWE) 59:12; Rang 30 Heikki Kiuru (FIN) 59:15; Rang 32 Ilja Matouš (ČSR) 59:28; Rang 33 Kengo Kinishi (JPN) 59:29; Rang 40 Sverre Stenersen (NOR) 59:58; Rang 48 Per Gjelten (NOR) 1:00:47; Rang 50 Kuno Werner (GDR) 1:00:51; Rang 51 Kjetil Maardalen (NOR) 1:01:01; Rang 52 Clarence Servold (CAN) 1:01:11; Rang 55 Eeti Nieminen (FIN) 1:01:24; Rang 59 Simon Slåttvik (NOR) 1:02:21; Rang 60 Pál Sajgó (Pál Sajgó) (HUN) 1:02,24; Rang 61 Hermann Möchel (FRG) 1:02:26; 62. Alfredo Prucker (ITA) 1:02:44; Rang 63 Herbert Friedel (GDR) 1:02:49; Rang 66 Werner Zwingli (SUI) (vermutlich – Quelle kaum lesbar) 1:02:92; Rang 67 Hans Strasser (SUI) 1:03.06; Rang 68 ex aequo Werner Lötscher (SUI) & Pietro Giacomo (ITA) 1:03:11; 71. ex aequo Enrico Bieler (ITA) & Enache Constantin (ROU) 1:03:21; Rang 73 Arne Barhaugen (NOR) 1:03:28; Rang 74 Johan Vanvik (NOR) 1:03:36; Rang 76 Toni Haug (FRG) 1:04:06; Rang 77 ex aequo Albert Hitz (FRG) & Tulien Voiron (FRA) 1:04:09; Rang 79 Heinz Hauser (FRG) 1:04:19; Rang 83 Fritz Zurbuchen (SUI) 1:04:35; Rang 84 Robert Grieshaber (FRG) 1:04:37; Rang 85 Eero Kemppainen (FIN) 1:04:39; Rang 87 ex aequo Marcel Huguenin & Michel Rey (beide SUI) 1:04:50; Rang 91 Zdravko Hlebanja (JUG) 1:05:02; Rang 92 Hermann Forker (GDR) 1:05:25; Rang 93 Oskar Burgbacher (FRG) 1:05:27; Rang 94 Herbert Müller (GDR) 1:05:45; Rang 95 Charles-Louis Golay (SUI) 1:05:48; Rang 96 Ryotti Fujizawa (JPN) 1:05.53; Rang 97 Fritz Kocher (SUI) 1:05:59; Rang 98 Johannes Schreier (GDR) 1:06:06; Rang 100 Erich Röder (GDR) 1:07:14; Rang 102 Robert Pidacka (USA) 1:07:21; Rang 107 Gerhard Glaß (GDR) 1:08:03; Rang 109 Rudolf Kopp (FRG) 1:08:08; Rang 112 Marvin Crawford (USA) 1:08:44; Rang 117 und Letzter Lars Chemnitz (DEN) 1:17:10.
Mit Veikko Hakulinen wurde ein Weltmeister erkoren, der bisher den Ruf genossen hatte, über 30km und 50 km besonders stark zu sein, obwohl er bei den Holmenkollen-Rennen der letzten Jahre bewiesen hatte, dass er auch über kürzere Distanzen erfolgreich sein kann, wo er sowohl über 18km als auch 50 km gewonnen hatte. Die Finnen waren ohnehin die großen Favoriten für diese 15km gewesen, das Ausmaß des Triumphes hatte aber alle Erwartungen übertroffen. Die an denkwürdigen Leistungen reiche Geschichte des internationalen Skisports hatte nie zuvor einen derart durchschlagenden Erfolg einer Läuferschule zu verzeichnen gehabt.
Die Strecke war schwer, kräftezehrend; 526 Meter betrug die gesamte Steigung, die Differenz zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt betrug 150 Meter und die Maximalsteigung an einem Punkt 100 Meter. Die Bahn war auch sehr schnell, eine Folge der kalten und sehr guten Witterung, die Minus 20 Grad stiegen durch die Sonne langsam an. Im Lugnet-Stadion befanden sich bei 12.000 Zuschauer, nach vorsichtigen Schätzungen dürften sich etwa dreimal mehr an der Piste befunden haben. Wiederum wurden zwei und zwei Läufer abgelassen, der Startvorgang betrug ganz genau eine Stunde, und noch bevor der letzte Läufer das Stadion verlassen hatte, trafen die Erst-Gestarteten am Ziel ein.
Nach 5 km hatten vier Finnen die besten Zeiten, davon Hakulinen und Viitanen zeitgleich, und hinter Räsänen folgte Terentjew (er wies bis dahin 16 Sekunden auf Hakulinen auf). Hakulinen ließ in seiner zielbewussten Gangart keinen Moment nach, lag bei 10 km bereits allein an der Spitze. Jetzt war Kiuru an zweiter Position (Rückstand 11 Sekunden), Viitanen hatte 20, Mäkelä 28 Sekunden Mehrzeit. Dicht darauf folgten Räsänen und Terentjew. Der finnische Triumph war schon deutlich abgezeichnet, kein Schwede oder Norweger konnte deren Höllentempo, deren Lauf vom Start bis ins Ziel einem Sprint glich, durchhalten.
Von den Mitteleuropäern hielten sich die Franzosen und Italiener famos, während die Schweizer enttäuschend schlecht abschnitten und von fast allen Nationen Mitteleuropas distanziert wurden.[6]

30 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 URS Wladimir Kusin 1:50:25 h
2 FIN Veikko Hakulinen 1:50:51 h
3 FIN Martti Lautala 1:50:52 h
4 SWE Sixten Jernberg 1:51:30 h
5 FIN Tauno Sipilä 1:52:08 h
6 FIN Esko Tilli 1:52:15 h
7 FIN Veini Kontinen 1:52:52 h
8 FIN Arvo Viitanen 1:52:57 h
9 URS Fjodor Terentjew 1:53:39 h
10 URS Pawel Koltschin 1:53:52 h

Datum: 14. Februar 1954
Erstmals am Weltmeisterschaftsprogramm
Streckencharakteristik: Insgesamt 1.050 m Steigung; Höhendifferenz zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt: 170 Meter; einmalige Maximalleistung zwischen dem 20. und 21. Kilometer 142 m. Die Loipe war stark coupiert und mit vielen scharfen Richtungswechseln durchsetzt und tadellos präpariert.
Der Parcours war so angelegt, dass er eine große Acht beschrieb, nach einer ersten 10km-Schleife passierten die Läufer den Zielplatz im Stadion Lugnet und holten hierauf zur 20km-Runde aus. Erste Starter um 9 Uhr waren Arthur Herrdin (SWE) und Alexei Kusnezow (URS). Jugoslawen, Österreicher und Ungarn hatten ihre Meldungen zurückgezogen, so dass insgesamt zehn Forfaits notiert wurden. Die Schweiz hatte nicht genannt. Rund 12.000 Zuschauer verfolgen die Starts im Stadion, weitere 20.000 dürften sich an der Strecke aufgehalten haben.
Der Wettbewerb wurde unter schwierigen Bedingungen durchgeführt. Zu Rennbeginn wurden -25° C verzeichnet, die aber unter der Einwirkung einer aus blauem Himmel strahlenden Sonne allmählich auf 16 Minusgrade sanken. Der Schnee war dadurch stumpf geworden und viele Läufer hatten mit Atemproblemen zu kämpfen.[7]
59 Teilnehmer; davon drei nicht im Ziel (Hermann Möchel (FRG), Frankreichs bester Läufer Bénoît Carrara und Kordez Mateva (JUG)).

50 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 URS Wladimir Kusin 3:02:58 h
2 FIN Veikko Hakulinen 3:03:06 h
3 FIN Arvo Viitanen 3:06:40 h
4 NOR Martin Stokken 3:06:49 h
5 NOR Edvin Landsem 3:06:58 h
6 URS Fjodor Terentjew 3:07:10 h

Weltmeister 1952: Veikko Hakulinen (FIN)
Datum: 21. Februar 1954
Weitere Platzierungen: 7. Martti Lautala (FIN) 3:07:17; 8. Veini Kontinen (FIN) 3:08:04; 9. Enar Josefsson (SWE) 3:09:12; 10. Kalevi Mononen (FIN) 3:09:37; 31. Hans Strasser (SUI) 3:33:04; 32. Fritz Zurbuchen (SUI) 3:35:57; 35. und Letzter Ion Sumedrea (ROU) 3:49:13 – Aufgabe nach 5 km: Werner Zwingli (SUI)
Start 10 Uhr; Teilnehmerzahl 38 - Streckenprofil: Höhendifferenz zwischen tiefstem und höchsten Punkt: 170 m; Total-Steigung 1.450 m; einmalige Maximalsteigung 125 m.
Die Schätzungen über die im Skistadion und am Rande der Piste anwesenden Zuschauer schwankten zwischen 20.000 und 80.000.
Zuerst gab es eine Startrunde von 10 km auf der Staffelpiste, danach zweimal die Loipe der 15km-Weltmeisterschaft und zum Schluss nochmals die 10 km-Runde. Bei jedem zehnten Kilometer waren Zeitnehmerposten eingerichtet, die Zielpassagen erfolgten nach 10, 25 und 40 km, ehe die 50 km absolviert waren. Die Verhältnisse konnten als sehr gut bezeichnet werden, wobei bei 10 Minusgraden gestartet wurde, ehe nach der Mittagstunde ein eisiger Westwind aufkam. Es war tatsächliches Wetterglück gegeben, denn eine Stunde nach Wettkampfschluss war in Falun die Schönwetterperiode vorbei.
Kusin startete fulminant, war in 33:01 Minuten über die ersten 10km der gegenüber dem Staffellauf leicht geänderten Piste gefegt (im Vergleich hatte Sprintspezialist Tapio Mäkelä als Startläufer in der Staffel 33:18 Minuten benötigt). Bis zum zwanzigsten Kilometer traten sehr viele Positionsverschiebungen ein. Mit Ausnahme von Kontinen und Lautala verloren alle Läufer ständig auf den entfesselten Kusin, der auch den zweiten Abschnitt am schnellsten lief und den Rückstand auf den drei Minuten vor ihm gestarteten Hakulinen verringerte (nach 10 km hatte er 26 Sekunden, nach 20 km über nochmals mehr als eine halbe Minute aufgeholt) – und in der Zwischenrechnung lagen Kontinen 0:54 und Lautala 1:11 und Hakulinen 1:13 zurück.
Nach halber Distanz lautete Kusins Vorsprung 1:38 auf Kontinen. Hinter den Finnen waren die Abstände bereits gegen vier Minuten angewachsen. Während alle Läufer Verpflegung (Zucker und Heidelbeersaft) aufnahmen, kümmerten sich die Sowjetläufer nicht darum. Die Gegenoffensive der Finnen kam nur von Hakulinen, der offensichtlich seine Marschroute auf die letzten 15 Kilometer ausgelegt hatte. Demgegenüber ließen Kontinen, Lautala und Viitanen Ermüdungserscheinungen erkennen. Hakulinen konnte Kusin 39 Sekunden bis zu Kilometer 40 abnehmen, so dass das Rennen wieder offen für einen Gigantenkampf war, denn die Entscheidung lag nur noch zwischen diesen beiden Athleten. Kontinen lag schon 2:39 zurück. Und für Hakulinen waren die aktuellen 1:13 Rückstand nicht uneinholbar.
Inoffizielle Zwischenzeiten 5 km vor dem Ziel bezifferten den Rückstand noch auf 20 bis 30 Sekunden. Hakulinen überquerte die Ziellinie, 2 ½ Minuten vergingen, der Sieg des Finnen rückte in greifbare Nähe. Doch Kusin, der nicht mehr so flüssig und leicht lief, rettete mit Doppelstockeinsätzen noch 8 Sekunden. Möglicherweise hatte Hakulinen doch zu spät zum Endspurt angesetzt. Die nach 40 km noch intakte «Front der Finnen» war auch zerbröckelt. Einer der beiden Norweger, Stokken und Landsen, die als Paar miteinander gestartet waren und die ganzen 50 km dicht hintereinander zurückgelegt hatten, hätte beinahe noch Bronze erreicht; Lautala und Kontinen waren indess sogar hinter Terentjew zurückgefallen. Als bester der wenigen Mitteleuropäer kam ČSR-Läufer Jaroslav Cardal auf Rang 27 (3:21:03).[8][9]

4×10 km Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 FIN August Kiuru
Tapio Mäkelä
Arvo Viitanen
Veikko Hakulinen
2:16:47 h
2 URS Nikolai Koslow
Fjodor Terentjew
Alexei Kusnezow
Wladimir Kusin
2:18:57 h
3 SWE Sune Larsson
Sixten Jernberg
Arthur Olsson
Per-Erik Larsson
2:18:59 h
4 NOR Håkon Brusveen
Odd Lykkja
Martin Stokken
Hallgeir Brenden
2:21:20 h
5 ITA Valentino Chiocchetti
Arrigo Delladio
Federico De Florian
Ottavio Compagnoni
2:23:24 h
6 FRA René Mandrillon
Gilbert Mercier
Jean Mermet
Bénoît Carrara
2:24:06 h
7 TCH Ferenc Okulia
Josef Stébel
Vlastimil Melich
Ilija Matouš
2:26:03 h
8 FRG Toni Haug
Rudolf Kopp
Albert Hitz
Hermann Möchel
2:28:11 h
9 AUT Friedrich Krischan
Karl Rafreider
Oskar Schulz
Josef Schneeberger
2:28:13 h
10 SUI Hans Strasser
Werner Zwingli
Marcel Huguenin
Walter Lötscher
2:29:11 h
11 GDR Kuno Werner
Herbert Leonhardt
Herbert Müller
Herbert Friedel
2:31:25 h

Weltmeister 1952: Finnland
Datum: 20. Februar 1954
Teilnehmer: 15 Staffeln (die USA hatten ihre Meldung zurückgezogen)

Minus 10 Grad, Sonne und Wolkenbänke, erhöhte Luftfeuchtigkeit.
Die Charakteristik der 10 km langen Strecke: Differenz zwischen tiefstem und höchstem Punkt 142 m; Total-Steigung 325 m und einmalige Maximalsteigung an einem Stück 90 m.

Die Individualzeiten der ersten beiden Staffeln:
Kiuru 35:05, Mäkelä 33:18, Viitanen 34:18, Hakulinen 34:06
Koslow 35:06, Terentjew 33:18, Kusnezow 36:27, Kusin 34:06

Weiters klassiert: 12. Jugoslawien 2:32:17; 13. Ungarn 2:34:41; 14. Rumänien 2:36:34; 15. Japan 2:37:44

Der finnische Triumph war erwartet worden, doch er fiel ihnen nicht leicht in den Schoß. Wenngleich die «Söhne Suomis» eine stark zusammengesetzte Equipe einsetzte, gegen die letztlich nicht aufzukommen war, wurde ein nervenanspannendes Duell mit dem URS-Team ausgetragen. Über die ersten zwei Ablösungen ließen sich die Sowjets nicht abschütteln, erst auf der dritten Strecke erlitt Kusnezow eine Schwäche, verlor den Kontakt zum führenden Viitanen und büßte schließlich volle zwei Minuten ein. Kusin vermochte diesen enormen Rückstand nicht mehr aufzuholen, musste sich sogar mächtig zusammenreißen, um nicht auf den letzten Metern den zweiten Platz an Schweden zu verlieren. Wieder eine bittere Enttäuschung erlebten die Norweger: Nach der dritten Runde lagen sie dank einer Glanzleistung von Stokken auf Rang 2 (knapp vor der URS und SWE), aber der noch rekonvaleszente Brenden war den Strapazen eines derart harten Laufes noch nicht gewachsen. Es waren auch mehrere hervorragende Einzelleistungen zu registrieren: So ließ der Italiener Chiocchetti sogar die Schweden und Norweger hinter sich.
Nach 5 km war Kiuru eine Sekunde vor Koslow; weiters: ITA + 0,35 sec; NOR + 0,46 sec; SWE + 1:08; FRA + 1:21; JAP + 1:25.
In der 2. Runde lief Mäkelä zeitgleich mit Terentjew in 33:18 Tagesbestzeit, somit blieb der Abstand weiter eine Sekunde. Jernbergs Überholvorgänge brachten die heimische Staffel in die dritte Position (Rückstand 1:23). Der Schweizer Zwingli konnte JPN, GDR und ČSR überholen und auf Rang 7 vorstoßen. Nach der ersten Übergabe waren GDR auf Rang 9, SUI auf 10, AUT auf 11 und FRG auf 14, nach der zweiten lagen weiters FRG auf 10, AUT auf 11 und GDR auf 12.
Die Vorentscheidung fiel in der dritten Runde; Viitanen holte den notwendigen Vorsprung heraus, den Schlussläufer Hakulinen nur mehr zu verwalten brauchte. Unliebsam war ein Vorfall, den es auch schon bei der Damen-Staffel durch eine Sowjetläuferin gegeben hatte: Kusnezow ließ den auflaufenden Norweger Stokken trotz dessen mehrmaligen Zurufen nicht vorbei; letztlich stürzten beide, als Stokken außerhalb der Bahn überholen wollte; der Norweger war danach schneller auf den Beinen, kam mit 2:06 Rückstand ins Ziel. Jetzt lag die URS 2:10 zurück. SWE folgte mit 2:34. Die Schweiz war Achter, AUT auf 9, FRG auf 10 und GDR auf 11.
Im letzten Abschnitt ging es nur mehr um die weiteren Medaillen und Platzierungen. Der Schwede Larsson holte die 24 Sekunden Rückstand auf Kusin bald auf, doch dessen Kampffreude wurde damit nochmals entfacht und am Ende wurde er in derselben Zeit wie Hakulinen gemessen. Frankreichs Carrara setzte sich im Schlussabschnitt mächtig ein, um noch Italien den Platz der besten mitteleuropäischen Mannschaft zu entreißen, konnte dabei eine halbe Minute aufholen, doch das Vorhaben nicht realisieren. Der Schweizer Schlussläufer Lötscher hatte einen schlechten Tag, er verlor zwei Plätze.[10]
[11]

Langlauf Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 URS Ljubow Kosyrewa 40:14 min
2 FIN Siiri Rantanen 40:30 min
3 FIN Mirja Hietamies 40:46 min
4 URS Margarita Maslennikowa 40:54 min
5 URS Alewtina Leontjewa 41:07 min
6 FIN Sirkka Polkunen 41:30 min

Weltmeisterin 1952: Lydia Wideman (FIN)
Datum: 21. Februar 1954
Weitere Platzierungen: 7. Sonja Edström (SWE) 41:17; 8. Sofija Suschina (URS) 41:18; 9. Lilija Katkowa (URS) 41:20; 10. Maria Hahl (FIN) 41:30; 26. (beste Mitteleuropäerin) Eva Vašilcová (Vašilková?) (ČSR) 44:13; 34. Erminia Mus (ITA) 46:03; 36. Helga Bochert (GDR) 48:08; 37. Anita Pamesani (ITA) 48:10; 38. Elfriede Uhlig (GDR) 48:12; 39. Fides Romanin (ITA) 48:19; 40. Margot Heinz (GDR) 49:19; 41. Marlies Liebau (GDR) 49:25; 42. und Letzte Siegrun Schotte (GDR) 49:39
Die 42 Läuferinnen starteten bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die 50km-Herren noch gelaufen wurden.
Das Rennen entwickelte sich zu einem schweren Kampf zwischen den sowjetischen und finnischen Teilnehmerinnen. Kosyrewa ging auf der ersten Streckenhälfte klar in Führung und distanzierte Maslennikowa um 25, Rantanen um 40 und Leontjewa um 45 Sekunden. Rantanen und Hietamies kamen aber stark auf, so dass sich Kosyrewa stark anstrengen musste, um den Sieg retten zu können.[12]

3×5 km Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerinnen Zeit
1 URS Ljubow Kosyrewa
Margarita Maslennikowa
Walentina Zarewa
1:05:54 h
2 FIN Sirkka Polkunen
Mirja Hietamies
Siiri Rantanen
1:06:19 h
3 SWE Anna-Lisa Eriksson
Märta Norberg
Sonja Edström
1:08:32 h
4 NOR Kjelfrid Brusveen Gutabakken
Marit Øiseth
Rakel Wahl
1:09:06 h
5 TCH Olga Krasilová
Marie Bartáková
Eva Vašicová
1:10:28 h
6 ITA Fides Romanin
Margherita Bottero
Ildegarda Taffra
1:15:14 h
7 GDR 1:19:27 h

Neu im Weltmeisterschafts-Programm
Datum: 17. Februar 1954
Teilnehmer: 7 Staffeln

Individuelle Laufzeiten der Siegerstaffel: Kosyrewa 21:18; Maslennikowa 22:14; Zarewa 22:22

Noch während die 15km-Langläufer ihre Runden zogen, starteten die 7 Nationen zum ersten Titelkampf der Frauen. Den Dreierteams wurde eine mittelschwere Strecke vorgesetzt, die aber bei dem großen Einsatz auf einer relativ kurzen Distanz doch große Anforderungen stellte. Fast bis aufs Zielband wogte ein scharfes Duell zwischen der UdSSR und Finnland.

Im Renngeschehen ging das finnische Team mit 4 Sekunden in Führung, schon 43 Sekunden lag die Norwegerin Gatubakken und die Schwedin Eriksson lag 1:44 zurück. Im Mittelabschnitt musste Hietamis ihrer Gegnerin Maslennikowa den Vortritt lassen, hielt aber deren Tempo bis zur nächsten Ablöse mit, so dass Rantanen mit nur 7 Sekunden Rückstand auf die letzte Runde ging. Zarewa (Schreibweise auch Tsareva), Siegerin des Grindelwaldner Damenlaufes vom Januar, ließ ihre Gegnerin nicht mehr herankommen und dehnte den Vorsprung im Finish auf 25 Sekunden aus.
Man kam letztlich um den Eindruck nicht herum, dass der Damen-Langlauf in den skandinavischen Ländern nicht mehr so intensiv gepflegt wurde, weil die Skandinavierinnen jahrelang unter sich alleine waren, was sich nun durch das Auftreten der UdSSR-Läuferinnen und auch den z.B. in Italien eingeleiteten Bestrebungen in absehbarer Zeit wieder ändern könnte.[13][14]

Nordische Kombination Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzel (Normalschanze / 18 km)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 NOR Sverre Stenersen 461,1
2 NOR Gunder Gundersen 460,1
3 NOR Kjetil Maardalen 450,5
4 NOR Per Gjelten 450,4
5 NOR Simon Slåttvik 448,4
6 FIN Eeti Nieminen 447,5

Weltmeister 1952: Simon Slåttvik (NOR)
Datum: 16. Februar 1954: Springen
17. Februar 1954: Langlauf (inkludiert in den 15km-Speziallanglauf)
Der Österreichische Skiverband hatte aus Kostengründen keine Nordischen Kombinierer für die Weltmeisterschaften nominiert.
Punktezahlen der ersten Sechs (Springen / Langlauf):
Stenersen 225,0 / 236,1; Gundersen 221,0 /239,1; Maardalen 218,5 /232,0; Gjelten 217,5 / 232,9; Slåttvik 221,5 /226,9; Nieminen 217,0 /230,0.
Weitere Platzierungen (Gesamtpunkte | Punkte Springen / Langlauf): 7. Johan Vanvik (NOR) 443,0 | 221,0 / 222,0; 8. Arne Barhaugen (NOR) 442,5 | 220,0 / 222,5; 9. Heikki Kiuru (FIN) 440,4 | 201,5 / 238,9; 10. Eero Kemppainen (FIN) 439,9 | 222,0 / 217,9; 13. Bengt Eriksson (SWE) 430,8; 17. Heinz Hauser (BRD) 415,8; 18. Marvin Crawford (USA) 408,6; 19. Herbert Friedel (FRG) 407,1; 20. Alfredo Prucker (ITA) 403,4; 21. Ryotti Fujizawa (JPN) 395,7; 23. Gerhard Glaß (GDR) 392,8; 25. Kuno Werner (DDR) 390,7; 26. Erich Röder (DDR) 388,4; 30. Charles-Louis Golay (SUI) 379,5 | 166,0 / 213,5.
Klassement des Springens (in Klammer die Weiten in Meter): 1. Stenersen 225,0 (71,0|72,0|73,5); 2. Kamppainen 222,0 (70,5|70,5|72,5); 3. Slåttvik 221,5 (71,0|72,0|73,0); 4. ex aequo Gundersen (71,0|71,5|72,0) & Vanvik (70,5|70,5|71,0) 221,0; 6. Barhaugen 220,0 (68,0|69,5|71,0), 7. Maardalen 218,5 (70,0|71,5|68,0); 8. Gjelten 217,5 (70,5|71,5|71,5); 9. Nieminen 217,0 (66,5|70,5|70,5), 10. Eriksson 213,5 (65,5|70,0|72,0); 13. Crawford 206,5 (63.5|68,5|71,5); 15. H. Kiuru 201,5; 17. Hauser 196,5 (60,0|66,5|66,0); 30. Golay 166,0 (53,0|55,5|57,5).
Der Sprunglauf wurde am 16. Februar um 12 Uhr begonnen. Nach einigen Streichungen verblieben letztlich 31 Konkurrenten, von denen 19 aus den skandinavischen Ländern stammten. Als einzige Mitteleuropäer hatten sieben Deutsche, ein Italiener, ein Schweizer (Louis-Charles Golay) ihre Meldungen abgegeben, sowie zwei Amerikaner, ein Kanadier und zwei Japaner. Von drei Sprüngen kamen zwei in die Wertung.[15] Der Bewerb gestaltete sich zu einem überragenden Erfolg der Norweger, wodurch ihre Niederlage im Spezialspringen etwas in Vergessenheit geriet und vor allem die außerordentliche Stärke im Langlauf erstaunlich war. Da in Schweden das Interesse an der Nordischen Kombination stark zurückgegangen war, entwickelte sich nur ein Zweikampf mit den Finnen. Bester Mitteleuropäer war Heinz Hauser (FRG) auf Rang 17.
Schon im Springen hatte Norwegen sieben Mann unter die ersten Acht gebracht, wobei sich Stenersen den Vorsprung bereits hier herausgeholt hatte. Bemerkenswert war das Vordringen zweier Amerikaner auf den 13. und 16. Platz. Dem Schweizer Golay war keiner seiner drei Sprünge gelungen und er durfte im Langlauf auf keine wesentliche Rangverbesserung hoffen; sein Leistungsvermögen reichte noch nicht an den internationalen Standard heran, er wurde im Gesamtklassement exakt an seinem 21. Geburtstag als Dreißigster Letzter.
Von Titelverteidiger Simon Slåttvik hatte man einen neuerlichen Erfolg erwartet, doch während des Langlaufes (Rang 59) wurde es bald klar, dass er nicht mehr der frühere Kämpfer war.[16][17]

Skispringen Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Weite(n) Punkte
1 FIN Matti Pietikäinen 76,5 / 76,0 232,0
2 FIN Veikko Heinonen 72,5 / 76,0 222,0
3 SWE Bror Östman 75,0 / 77,0 221,5
4 NOR Kjell Knarvik 74,0 / 75,5 220,5
5 SWE Erik Styf 76,0 / 75,0 218,0
NOR Torbjørn Falkanger 72,5 / 74,0 218,0
7 NOR Erling Kroken 72,0 / 76,5 217,5
8 NOR Halvor Næs 72,5 / 75,0 217,0
9 FIN Antti Hyvärinen 73,0 / 76,0 215,5
10 AUT Josef Bradl 75,0 / 72,0 214,5
---
33 AUT Walter Steinegger 66,5 / 69,5 198,0
39 AUT Ferdinand Kerber 66,0 / 69,5 195,0
47 AUT Albin Plank 73,0 / 75,5 186,0

Weltmeister 1952: Arnfinn Bergmann (NOR).
Datum: 14. Februar 1954
Källviksbacken; 69 Springer wurden klassiert.

Weitere Platzierungen bzw. beste ihrer Länder: Rang 13 Keith Wegeman (USA) 212,5 (73,0/75,0 m); Rang 16 Janež Polda (JUG) 211,5 (75,0/75,5 m); Rang 18 Franz Eder (FRG) 210,0 (74,5/75,5 m); Rang 19 František Felix (ČSR) 209,5 (70,0/75,0); Rang 21 Jacques Charland (CAN) 206,0 (70,5/73 m); Rang 22 Nikolai Kamenski (URS) 205,5 (69,5/70,5 m); Rang 26 Sepp Weiler (FRG) 204,0 (74,0/72,0 m); Rang 27 Andreas Däscher (SUI) 202,5 (72,0/72,0 m); über den Schweizer Springer Conrad Rochat wurde nur mitgeteilt, dass er mit 189,0 für 65,5 und 62,5 m benotet wurde. (Laut dem Artikel über den Sportler war es Rang 44.)
Bei Sonnenschein herrschte 20 Grad Kälte, zum Glück blieb der gefürchtete Seitenwind aus. Die Herrichtung der Schanze und die Durchführung der Konkurrenz dürfen als vorbildlich bezeichnet werden. Allerdings bot die ganze Schanzenanlage etwas ungewohnte Bedingungen. Der Absprungtisch war mit 8 Grad Neigung vielen Springern zu steil und die Auslaufbahn präsentierte sich so schnell, dass eben selbst die Norweger ihre liebe Mühe hatten. Eine weitere Folge waren dadurch ziemlich viele Stürze, darunter die beiden Deutschen Toni Brutscher und Josef Kleisl.
Die Resultate bestätigten die Prognosen, die man auf Grund der Trainingsergebnisse erstellt hatte, und es war überhaupt seit einiger Zeit vorauszusehen gewesen, dass Finnland vor Norwegen und Schweden in Führung gehen werde und der Umschwung kam doch schneller, als ihn die Fachleute erwartet hatten. Bislang war der Skisprung nicht die große Stärke der Finnen, die Norweger waren in dieser Sparte des Skisports kaum zu schlagen gewesen. Pietikäinen, der somit zum ersten finnischen Skisprung-Weltmeister avancierte, wurde dies mit einer über jeden Zweifel erhabenen Leistung; er sprang wunderbar mit maximaler Vorlage in der ersten Flugphase, aerodynamisch günstigstem Anstellwinkel von Ski und Körper in der zweiten und dritten und spielend leichter Landung. «Altmeister» Sepp Bradl lag nach dem ersten Durchgang noch an fünfter Stelle, doch verpasste er dann den Absprung und nur dank seiner Routine kam er über diese Situation.
Die 5 Sprungrichter werteten unterschiedlich, es gab Differenzen von 2 Punkten. Auffallend war, dass die Nordländer auch bei schwächeren Sprüngen besser benotet wurden (sogar der österreichische Sprungrichter unterlag dieser suggestiven Wirkung). Aufgrund ihrer guten Trainingsergebnisse enttäuschten die Amerikaner, die zwar gute Sprungweiten, aber unruhige Flüge zeigten. Die Leistung der Sowjetspringer mit den Rängen 22 und 25 zeigte, dass ihnen möglicherweise noch das nötige Selbstvertrauen fehlte, wobei Anatolij Lebedjew mit seinen 76,5 m im ersten Durchgang (gleich wie Pietikäinen) und Note 111 den Beweis antrat, dass die dortige Springerschule nicht schlecht ist; im zweiten Durchgang kam er allerdings zu Sturz.[18][19][20]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion 4 1 5
2 FinnlandFinnland Finnland 3 6 4 13
3 NorwegenNorwegen Norwegen 1 1 1 3
4 SchwedenSchweden Schweden 3 3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Hansen, Knut Sveen: VM på ski '97. Alt om ski-VM 1925–1997. Adresseavisens Forlag, Trondheim 1996, ISBN 82-7164-044-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Die Skiweltmeisterschaften eröffnet». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 14. Februar 1954, S. 10.
  2. «Eröffnungsakt in Falun»; «Sport Zürich», Nr. 19 vom 15.2.1954, Seite 10.
  3. «Erste Siegerehrung bei den Weltmeisterschaften in Falun», «Sport Zürich», Nr. 20 vom 17.2.1954, Seite 2.
  4. «Um 100 Prozent teurer als sonst»; «Sport Zürich», Nr. 20 vom 17.2.1954, Seite 1.
  5. «Kleine Weltmeisterschafts-Splitter aus Falun»;«Sport Zürich», Nr. 21 vom 19.2.1954, Seite 3.
  6. «Gewaltiger Triumph der Finnen im 15km-Langlauf», «Sport Zürich», Nr. 21 vom 19.2.1954, Seiten 1 und 2.
  7. «Die ersten Skiweltmeister ermittelt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1954, S. 8.
  8. «Stein Eriksen wieder an der Spitze» mit Untertitel in Spalte 2: «Finnland die stärkste nordische Nation». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1954, S. 8.
  9. «Zwei russische Siege am Schlusstag der Ski-Weltmeisterschaften», «Sport Zürich», Nr. 22 vom 22.2.1954, Seiten 1 und 2.
  10. «Finnland weit an der Spitze». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. Februar 1954, S. 16.
  11. «Finnland auch im Staffellauf nicht zu schlagen», «Sport Zürich», Nr. 22 vom 22.2.1954, Seiten 2 und 3.
  12. «Duell Russland - Finnland», «Sport Zürich», Nr. 22 vom 22.2.1954, Seite 3.
  13. «Fünf Norweger an der Spitze». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. Februar 1954, S. 8.
  14. «Knapper Sieg Russlands im Frauen-Staffellauf», «Sport Zürich», Nr. 21 vom 19.2.1954, Seite 2.
  15. «Der Kombinationssprunglauf», «Sport Zürich», Nr. 20 vom 17.2.1954, Seite 2.
  16. «Fünf Norweger an der Spitze». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. Februar 1954, S. 8.
  17. «Nordische Kombination von den Norwegern beherrscht», «Sport Zürich», Nr. 21 vom 19.2.1954, Seite 2.
  18. «Finnlands Springer «rächten» die Langlaufniederlage»; «Sport Zürich», Nr. 19 vom 15.2.1954, Seite 10.
  19. «Hans Feldmann kommentiert den 1. Kampftag der Ski-Weltmeisterschaften»; «Sport Zürich», Nr. 20 vom 17.2.1954, Seite 1.
  20. «Die ersten Skiweltmeister ermittelt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1954, S. 8.