Nordkaphalle

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Nordkaphalle, 2006
Östlicher Teil der Halle, Juni 2017
Südlicher Eingang zur Halle
Kapelle

Die Nordkaphalle (norwegisch Nordkapphallen) ist ein Gebäude auf dem Nordkapplateau in Norwegen. Die ganzjährig geöffnete Halle ist Teil der touristischen Infrastruktur am Nordkap.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Gebäude auf dem Nordkapplateau entstand 1891/92 mit dem Bau eines Champagnerpavillons durch den Trondheimer Kaufmann Stoppenbrink. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ging jedoch der Nordkaptourismus stark zurück. Der Pavillon verfiel in kurzer Zeit und wurde noch während des Krieges umgeweht.[1] Pläne zur Errichtung eines Restaurants auf dem Nordkap bestanden ab 1937.[2] Es entstand ein Nordkap-Pavillon mit Café und ein ab 1949 betriebenes Postamt.[3] Nach der Fertigstellung der Nordkapstraße im Jahr 1956 wurde die Schaffung einer größeren touristischen Einrichtung auf dem Nordkap dringlicher. 1959 wurde die Nordkaphalle nach einem Entwurf von Paul Cappelen und Torbjørn Rodahl fertiggestellt. In späterer Zeit wurden im Rahmen des Projekts Nordkap 1990 1987 und 1997 umfangreiche Erweiterungen der Halle vorgenommen.[4]

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle umfasst nun vier Etagen, die sich zum Teil, um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen, unterhalb der Erdoberfläche befinden. Im Objekt befindet sich ein Informationszentrum, Restaurants, Geschäfte und ein Postamt. Von der Halle aus führt ein unterirdisch angelegter Tunnel in nordöstlicher Richtung bis zum Rand des Nordkaplateaus. Dort endet der Tunnel in einer künstlich angelegten Halle, der Grotte. Hier befindet sich ein Panoramafenster mit vorgelagerter Terrasse, von der aus ein Blick in nördlicher Richtung über das Meer möglich ist. Am Beginn des Tunnels befindet sich ein Kinosaal, in dem ein Film über das Nordkap gezeigt wird. In Grotten an der Tunnelseite sind im Modell vier historische Szenen mit Bezug zum Nordkap dargestellt. Im Einzelnen handelt es sich um die Fahrt Richard Chancellors von 1553, den Besuch Francesco Negris 1664, den Besuch Louis-Philippe I. und des Grafen Gustave de Montjoie von 1795, den Besuch des Königs Oskar II. 1873 und des Königs von Siam Chulalongkorn im Jahr 1907.[5] Initiiert wurden diese historischen Grotten von Kjersti Skavhaug.[6] Auf der Ostseite des Tunnels befindet sich die ökumenische Sankt-Johannes-Kapelle, auf der Westseite ist das thailändische, an den Besuch des Königs Chulalongkorn erinnernde Museum angeordnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einar Richter-Hanssen, Nordkapp - Pforte zum Eismeer -, Herausgeber: Arctic Souvenir AS, 2011, ISBN 978-82-998690-0-3, Seite 140, 144
  2. Einar Richter-Hanssen, Nordkapp - Pforte zum Eismeer -, Herausgeber: Arctic Souvenir AS, 2011, ISBN 978-82-998690-0-3, Seite 143
  3. Einar Richter-Hanssen, Nordkapp - Pforte zum Eismeer -, Herausgeber: Arctic Souvenir AS, 2011, ISBN 978-82-998690-0-3, Seite 143
  4. Einar Richter-Hanssen, Nordkapp - Pforte zum Eismeer -, Herausgeber: Arctic Souvenir AS, 2011, ISBN 978-82-998690-0-3, Seite 143
  5. Ole P. Rørvik, Nordkapp, Aune Forlag AS Trondheim, ISBN 978-82-8057-034-5, Seite 36 f.
  6. Biografie zu Kjersti Skavhaug in Zum Nordkap, Berühmte Reisen von der Wikingerzeit bis zum Jahr 1800, Nordkapplitteratur A/S, Honningsvåg, 2. Auflage 1994, ISBN 82-7579-0069, Seite 60

Koordinaten: 71° 10′ 11,4″ N, 25° 47′ 1,4″ O