Nordkreuz

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Nordkreuz nennt sich eine Gruppe von deutschen Preppern. Sie bildete sich Anfang 2016 in Mecklenburg-Vorpommern. Gründer der Gruppe war der langjährige LKA-Beamte Marco G. aus Banzkow.[1][2]

2017 geriet die Gruppe in den Blick des Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof. Der Gruppe wird vorgeworfen, sich nicht nur auf Katastrophen vorbereitet zu haben, sondern einen „Tag X“ als Chance gesehen zu haben, Vertreter des politisch linken Spektrums festzusetzen und mit ihren Waffen zu töten.[3][4] Listen dieser Art reichen mindestens bis auf das Jahr 2011 zurück.[5]

Im August 2017 kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Razzia der Bundesanwaltschaft in den Wohnungen und Büros von Mitgliedern der Gruppe.[6] Ein Großteil der Gruppe waren Mitglieder im Reservistenverband der Bundeswehr.[7][8] Der Administrator des Chats der Gruppe unter dem Nicknamen Hannibal war der MAD-Mitarbeiter André S. Er soll auch Kontakt zu dem Oberstleutnant der Bundeswehr Franco A. unterhalten haben. Dieser hatte Terroranschläge geplant, Zielpersonen dafür ausgespäht und sich Waffen besorgt (siehe Terrorermittlungen gegen Bundeswehrsoldaten 2017).[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mecklenburg und die Eiserne Reserve. WAZ, 15. September 2017
  2. Fabienne Hurst, Robert Bongen, Julian Feldmann: Rechtsterror-Ermittlungen: Gründer der "Prepper"-Gruppe ist Polizist. ARD / Panorama, 7. September 2017
  3. Andreas Fasel: Die Prepper-Szene gerät ins Visier des Verfassungsschutzes. Welt online, 18. Dezember 2017
  4. Andreas Förster: Radikal, rassistisch, völkisch: Parallelwelten am rechten Rand. Berliner Zeitung, 12. September 2018
  5. Das steckt wirklich hinter der Neonazi-Feindesliste, auf der 25.000 Menschen stehen. Vice.com, 31. Juli 2018
  6. Focus und der Konjunktiv: Angeblich radikales Prepper-Netzwerk in der Bundeswehr. RT Deutsch, 12. November 2018
  7. Martin Kaul, Daniel Schulz, Christina Schmidt: Rechtsextreme im Reservistenverband: Ex-Soldaten unter Beobachtung. taz, 13. Mai 2018
  8. Andrea Röpke: 2018 Jahrbuch rechte Gewalt: Chronik des Hasses. Knaur, 2018, ISBN 3426444348
  9. Christina Schmidt: Rechtes Netzwerk in der Bundeswehr: Wer Hannibal informierte. taz, 9. November 2018