Nordost-Grönland-Nationalpark

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Lage des Nationalparks

Der Nordost-Grönland-Nationalpark ist der größte Nationalpark der Welt. Er ist der einzige Nationalpark Grönlands und belegt mit seinen 972.000 km² annähernd 45 % der Fläche der Insel. Der Nationalpark wurde am 22. Mai 1974 eingerichtet und 1988 um 272.000 km² im Norden auf seine jetzige Größe erweitert. Er umfasst die gesamte nordöstliche Küstenlinie Grönlands und große innere Teile der Insel. Im Januar 1977 wurde er zum internationalen Biosphärenreservat erklärt. Für den Besuch des Nationalparks wird eine Genehmigung mit einer SAR-Bergeversicherung und entsprechender Expeditionsausrüstung benötigt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trapperhütte Kulhus an der Südküste der Halbinsel Hochstetter Forland

Derzeit wohnen 31 Menschen dauerhaft in den Forschungsstationen und Militärposten im Nationalpark:

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

74° 18′ 18″ N, 20° 14′ 27″ W

  • Ella Ø Station (0), Sommer-Hauptquartier der Sirius-Patrouille, ursprünglich Hauptquartier, 1941 errichtet

72° 52′ 37″ N, 25° 6′ 37″ W

76° 46′ 8″ N, 18° 39′ 53″ W

81° 36′ 9″ N, 16° 40′ 12″ W

  • Mestersvig (2), militärischer Außenposten mit Landebahn

72° 14′ 1″ N, 23° 55′ 22″ W

  • Zackenberg (0), Forschungsstation, nur im Sommer besetzt

74° 28′ 7″ N, 20° 34′ 12″ W

72° 34′ 49″ N, 38° 27′ 25″ W


Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 5000 und 15.000 Moschusochsen leben im Gebiet des Nationalparks, etwa 40 % des weltweiten Bestandes. Darüber hinaus trifft man in den Küstengebieten auf zahlreiche Eisbären und Walrosse. Andere Landsäuger sind Polarwolf, Polarfuchs, Hermelin, Lemminge und Polarhase. Seit 1900 sind Rentiere verschwunden.[1] Wölfe, die ursprünglich im gesamten Küstengebiet des Nationalparks vorkamen, wurden von dänischen und norwegischen Jägern in den 1920er und 1930er Jahren vor allem mit Hilfe von Giftködern ausgerottet.[2] Ab 1939 wurden sie in Ostgrönland südlich des 80. Breitengrades nicht mehr beobachtet.[3] Seit 1979 sind aber wieder einzelne Tiere aus Nordgrönland zugewandert. Die Größe der Population schätzte man 2011 auf etwa 23 Tiere.[4]

Meeressäuger sind Ringelrobbe, Bartrobbe, Sattelrobbe, Klappmütze, Narwal und Weißwal. An Vögeln kommen vor allem Eistaucher, Weißwangengans, Kurzschnabelgans, Eiderente, Prachteiderente, Gerfalke, Schnee-Eule, Sanderling, Alpenschneehuhn und Kolkrabe vor.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der innere Teil des Nationalparks besteht aus dem inländischen Eisschild mit Bergen. Die Küstenregion an der Grönlandsee besteht aus Tundra und bietet damit den kargen Lebensraum für die Fauna.

Auf dem inländischen Eisschild ist der zu keiner Gemeinde gehörige Nationalpark nach Westen hin durch den Längengrad 44° West von der Avannaata Kommunia abgegrenzt. Nördlich des Breitengrads 80° Nord bis zur Küste am Petermann-Fjord an der Naresstraße verläuft die Grenze des Parks in nordwestlicher Richtung. Im Süden des Landesinnern ist der Park durch den Breitengrad 71° Nord von der Kommuneqarfik Sermersooq, Distrikt Ittoqqortoormiit abgegrenzt. In Küstennähe knickt diese Grenze nach Nordosten ab und verläuft letztendlich nördlich der Halbinsel Jamesonland.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sirius-Patrouille – Fernspäh-Hundeschlitten-Einheit der dänischen Streitkräfte für polizeiliche Aufgaben im Gebiet des Nationalparks

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Northeast Greenland National Park – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Morten Meldgaard: The Greenland Caribou – Zoogeography, Taxonomy, and Population Dynamics. In: Meddelser om Grønland, Bioscience. Band 20, 1986, S. 59 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Ulf Marquard-Petersen: Decline and Extermination of an Arctic Wolf Population in East Greenland, 1899–1939 (PDF; 564 kB). In: Arctic 65(2), 2012, S. 155–166
  3. Peter W. Dawes, Magnus Elander, Mats Ericson: The Wolf (Canis lupus) in Greenland: A Historical Review and Present Status (Memento des Originals vom 16. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/arctic.synergiesprairies.ca (PDF; 2,1 MB). In: Arctic 39(2), 198, S. 119–132
  4. Ulf Marquard-Petersen: Invasion of eastern Greenland by the high arctic wolf Canis lupus arctos. In: Wildlife Biology 17(4), 2011, S. 383–388, doi:10.2981/11-032