Nordrach

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Wappen Deutschlandkarte
Nordrach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nordrach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 24′ N, 8° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 37,75 km2
Einwohner: 1822 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77787
Vorwahl: 07838
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 085
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Dorf 26
77787 Nordrach
Website: www.nordrach.de
Bürgermeister: Carsten Erhardt (FDP)
Lage der Gemeinde Nordrach im Ortenaukreis
FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachKarte
Über dieses Bild

Nordrach ist eine Gemeinde im Schwarzwald in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nordrach zieht sich über nahezu sechs Kilometer Länge im engen Tal des gleichnamigen Flüsschens entlang. In diesem Tal verläuft auch die Straße von Zell am Harmersbach (6 km) nach Bad Peterstal-Griesbach (12 km); allerdings ist die Strecke durch das Harmersbachtal über den Löcherberg kürzer. Die Entfernung zur Kreisstadt Offenburg beträgt 28 km. Das Gemeindegebiet liegt auf Höhen von 255 m ü. NHN bis 878 m ü. NHN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Städte Oberkirch und Oppenau, im Osten an Oberharmersbach, im Süden an die Stadt Zell am Harmersbach und im Westen an die Stadt Gengenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siedlungsschwerpunkt liegt im Dorf Nordrach, sechs Kilometer von Zell am Harmersbach entfernt. Ein kleinerer Ortsteil liegt sechs Kilometer weiter, die Kolonie, früher auch Nordrach-Fabrik genannt. Weitere Ortsteile und Gewanne sind Allmend, Bärhag, Bäumlisberg, Buchbühl, Denninger, Ernsbach, Flacken, Grafenberg, Hasenberg, Helgenbühl, Heugraben, Hirzenberg, Hutmacherdobel, Kohlberg, Kühlmorgen, Kuttelrain, Lichtersgrund, Lindach, Merkenbach, Michelbach, Moosmatt, Moosbach, Mühlstein, Rautsch, Reutegut, Ruhlsbach, Schönwald, Schottenhöfen, Schrofen (Hinter und Vorder), Sodlach, Stollenberg, Stollengrund, Untertal und Vor Ernsbach. Zum Nordracher Gemeindegebiet gehören auch die Ortsteile Mühlstein und Schottenhöfen, die geographisch im Harmersbachtal liegen.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

79 % der Gemarkungsfläche sind bewaldet, 17 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jüdische Friedhof in Nordrach
Ehemalige Rothschild-Klinik

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1139. Der hintere Teil des Tals gehörte ebenso wie der Mühlstein zum Kloster Gengenbach, während das übrige Gebiet der Reichsstadt Zell zugehörig war. Im Jahr 1803 wurde Nordrach von Zell abgetrennt und 1929 erfolgte die Vereinigung von Nordrach-Dorf und Kolonie zu Nordrach. Nordrach gehörte früher zum Landkreis Wolfach, mit dessen Auflösung kam der Ort 1973 zum Ortenaukreis. Im heute staatlich anerkannten Luftkurort Nordrach wurden bereits seit 1891 in mehreren Sanatorien Lungenkranke behandelt, da sich das Tal dazu bestens eignete. Nordrach hatte bis 1975 vier Tuberkulose-Kliniken.

Die Volksheilstätte in Nordrach-Kolonie gründeten 1884 der Sozialist und Arzt Otto Walther und seine Frau Hope Adams. Sie war die erste Frau, die im Kaiserreich eine Approbation als Ärztin erlangte. Bis zur Scheidung leiteten die beiden gemeinsam die Volksheilstätte, in der neben armen Bevölkerungsschichten auch Clara Zetkin und August Bebel als Patienten aufgenommen wurden.

Eine der weiteren Heilstätten war die orthodox-jüdische Rothschild-Klinik mit koscherer Küche und einer Synagoge. Ein kleiner jüdischer Friedhof existiert noch.[2] Am 29. September 1942 wurde das Rothschild-Sanatorium aufgelöst und die letzten neun Angestellten und 18 Patientinnen deportiert.[3] In welchem nationalsozialistischen Lager die Deportierten umgebracht wurden, lässt sich nicht sicher belegen. Die Ermordung in einem der drei deutschen Vernichtungslager im Generalgouvernement (Bełżec, Sobibór, Treblinka) gilt jedoch als wahrscheinlich.[4]

Die Klinik wurde ab November 1942 bis April 1945 von der SS als Lebensbornheim Schwarzwald genutzt.[5] Ab 1947 nutzte Frankreich im Rahmen eines Adoptionsprogramms die Klinik als Kinderheim für Besatzungskinder französischer Soldaten, deren deutsche Mütter das Kind bald nach der Geburt zur Adoption nach Frankreich freigegeben hatten.[6]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist römisch-katholisch geprägt. Die katholische Kirche im Ort ist dem Heiligen Ulrich geweiht. Die wenigen evangelischen Gläubigen werden von Zell am Harmersbach aus betreut.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrach Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand

Jahr Einwohnerzahl
1836 1693
1989 1940
31. Dezember 1999 1980
30. Juni 2003  2030
31. Dezember 2004  2050
31. Dezember 2005  2043
31. Dezember 2006  2049
31. Dezember 2007  2031
31. Dezember 2009  1993
31. Dezember 2012  2008
31. Dezember 2013  1924
31. Dezember 2020  1822

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Zell am Harmersbach an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 62,18 % folgendes Ergebnis:

4
3
3
Insgesamt 10 Sitze
  • CDU: 4
  • FW: 3
  • UWN: 3
Gemeinderat 2014
Wahlbeteiligung: 62,18 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,51 %
28,76 %
29,73 %
UWN
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,44 %p
−4,10 %p
+1,66 %p
UWN

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nordracher Wappen (seit 1901 Hoheitszeichen der Gemeinde) zeigt vor silbernem Hintergrund den rotgekleideten Bischof St. Ulrich auf grünem Schildfuß. Als Zeichen seiner Bischofswürde trägt der Nordracher Kirchenpatron eine goldene Mitra und hält in der Linken einen Bischofsstab mit schwarzem Schaft und goldener Krümme. In der rechten Hand erkennt man einen silbernen Fisch. Dieses frühere Christussymbol könnte ihn lediglich als Heiligen ausweisen. Da aber Künstler die Heiligen oft mit Gegenständen als Hinweise auf ihr Leben darstellten, wird dieser Fisch wohl auch auf eine Legende des ersten von einem Papst offiziell heiliggesprochenen Heiligen hinweisen. Bischof Ulrich soll nämlich einem herzoglichen Boten versehentlich ein Stück Fleisch am Freitag geschenkt haben. Dieser wollte dann den Bischof wegen des Übertretens des Kirchengebots verleumden und hielt zum Beweis das Stück Fleisch in der Hand. Mit dem Fisch wird die Lauterkeit des Bischofs unterstrichen und zudem auch das „Wasser- und Quellenpatronat“ des Heiligen veranschaulicht.

Vögte und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1803: Anton Feger (Vogt)
  • 1805: Georg Öhler (Vogt)
  • 1810: Josef Diller (Vogt)
  • 1811–1816: Anton Herrmann (Vogt)
  • 1816–1819: Johannes Spitzmüller (Vogt)
  • 1819–1825: Josef Diller (Vogt)
  • 1825–1830: Johannes Spitzmüller (Vogt)
  • 1830–1832: Georg Stubenwirt (Vogt)
  • 1832–1837: Josef Oehler (Vogt bis zum 14. April 1832, danach Bürgermeister)
  • 1837–1837: Spitzmüller (Bürgermeister)
  • 1837–1839: Bernhard Benz
  • 1840–1846: Johann Spitzmüller
  • 1846–1848: Andreas Huber (bis 10. April 1848, Revolutionsbeteiligung)
  • 1848–1849: Johann Erdrich (28. April 1848–1849, Revolutionsende)
  • 1849–1861: Paul Spitzmüller
  • 1861–1882: Lorenz Spitzmüller
  • 1882–1902: Mathias Gißler (durch Tod ausgeschieden)
  • 1903–1921: Wilhelm Erdrich
  • 1921–1923: August Lehmann (1923 verzichtet August Lehmann auf das Amt)
  • 1923–1924: Wilhelm Erdrich (durch Tod ausgeschieden)
  • 1924–1933: Johann Evangelist Spitzmüller
  • 1933–1945: Ludwig Spitzmüller (durch das Bezirksamt ernannt, wahrscheinlich NSDAP)
  • 1945–1946: Jakob Spitzmüller (kommissarisch, eingesetzt durch die französische Besatzungsmacht)
  • 1946–1948: Josef Spitzmüller (kommissarisch, eingesetzt durch die französische Besatzungsmacht)
  • 1948–1957: Jakob Oehler
  • 1957–1977: Wilhelm Benz
  • 1977–1983: Bernhard Apfel
  • 1983–2007: Herbert Vollmer (parteilos)
  • Seit 2007: Carsten Erhardt (FDP)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrach unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Im Herbst 1997 nahmen die beiden Gemeinden erstmals Kontakt zueinander auf. In den folgenden drei Jahren wurden die Kontakte intensiviert, erste Feste gemeinsam gefeiert und Freundschaften geschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell lebten die Nordracher von der Land- und Forstwirtschaft. Infolge der steilen Hanglagen und der damit verbundenen Erosionsgefahr war die Bewirtschaftung der Felder jedoch schwierig und kaum mechanisierbar. Das führte nach dem Zweiten Weltkrieg schnell zu einem drastischen Rückgang der Landwirtschaft. 2003 gab es noch 15 Haupterwerbsbetriebe und etwa 60 Nebenerwerbslandwirte.

Im Jahr 2011 gab es in Nordrach etwa 850 Arbeitsplätze, 57 Prozent davon im produzierenden Gewerbe. Die Pendlerbilanz ist positiv, 390 Nordracher verdienen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde und 530 Arbeitskräfte kommen aus anderen Gemeinden nach Nordrach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch den Kurbetrieb wurde im Nordrachtal schon früh eine Omnibuslinie für die Strecke Biberach–Zell–Nordrach eingerichtet. So existierte im Jahre 1923 eine private Autoverkehrslinie von der Kolonie zum Bahnhof in Zell, mit der auch die Post befördert wurde. Autoinhaber war damals Bauunternehmer Maurermeister Gottfried Lang. Eine Eisenbahnlinie nach Nordrach gab es nie, dafür wurde die frühere Landstraße 95 (heute Kreisstraße 5354) in den Jahren 1906 bis 1910 ausgebaut. Mit der Verbesserung der Ortsdurchfahrt wurde in den 1980er Jahren nach über 20-jähriger Planungsdauer und Widersprüchen von Anliegern begonnen. Noch heute stellt die private Omnibuslinie des Busunternehmers Schnurr aus Zell am Harmersbach die einzige öffentliche Verkehrsverbindung zum Harmersbachtal her. Über die enge Schäferfeldstrecke ins Renchtal kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht.

Kurbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nordrach gibt es zwei Rehabilitationskliniken. Die Eignung des Nordrachtals für Kurzwecke wurde schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannt. Die windgeschützte und nebelfreie Lage begünstigt die Errichtung von Lungenheilstätten. Aus diesem Grund wurde Nordrach auch als „Badisches Davos“ bezeichnet. Mehrere Lungenheilstätten aus der Anfangszeit bestehen jedoch nicht mehr.

Holzverarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Holzverarbeitung hat ebenfalls eine Tradition im Nordrachtal. In Nordrach befinden sich fünf Sägewerke sowie eine Reihe von weiterverarbeitenden Betrieben.

Grundschule Nordrach

Maschinenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus eher handwerklichen Betrieben entwickelten sich im Laufe der Zeit:

  • die Maschinenfabrik Erwin Junker, Kernunternehmen der Junker Gruppe, Hersteller von Präzisionsschleifmaschinen, Lieferant der Automobilindustrie weltweit;
  • LTA Lufttechnik, industrielle Absaug- und Luftreinigungsanlagen;
  • Sägewerk Echtle.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrach liegt am Kinzigtäler Jakobusweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Die Panoramaansicht von Nordrach in der Nähe der Winkelwaldklinik

Pfarrkirche St. Ulrich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Ulrich von der hinteren Friedhofseite
Das Käshammersche Kreuz (nach der Restaurierung 2014)

Die Kirche wurde in den Jahren 1904 bis 1905 von Johannes Schroth entworfen und erbaut. Sie ist nicht wie üblich geostet, sondern – bedingt durch den Flusslauf im engen Tal – nach Nordosten ausgerichtet. Im linken Seitenschiff steht in der gewölbten Taufkapelle das älteste Stück der Kirche: Der Taufstein aus dem Jahre 1618, der noch aus der alten Kirche stammt. Je sechs Säulen aus rotem Sandstein teilen den 40,8 Meter langen, 17,2 Meter breiten und 17 Meter hohen Raum. Die je neun Fenster der Seitenschiffe und die je acht Fenster im oberen Teil des Langhauses lassen genug Licht einfallen, obwohl sie alle bemalt sind. Sie stellen Szenen aus dem Leben der 14 Nothelfer dar. Bei den meisten Fenstern ist auch der Name des Stifters verewigt. Der Hochaltar, der 1905 geschnitzt und bemalt wurde, veranschaulicht mit den Szenen des Schmerzhaften Rosenkranzes das Erlösungswerk. Der Nordracher Rosenkranzalter gehört mit dem 1910 errichteten Hochaltar der Josefskirche in Kollnau und dem 1911 geschaffenen Friesenheimer Hochaltar sowie dem 1905 gefertigten Flügel-Hochaltar in Oberachern zu den wertvollsten Einzelkunstwerken aus der Werkstätte der Gebrüder Moroder.[7] Sehenswert sind auch die Kanzel mit den Darstellungen der vier Evangelisten und dem lehrenden Christus, die elsässische Roethinger-Orgel mit 27 Registern, der Pieta-Altar im hinteren Bereich der Kirche und die zwölf lebensgroßen Figuren im Langhaus, die die Apostel mit ihren Attributen darstellen. 2005 wurden der Hochaltar, die Kanzel und die zwei Seitenaltäre renoviert. Das Glockengeläute besteht aus sechs Glocken. An der Nordseite der Kirche steht das Käshammersche Kreuz, das im Jahre 1784 von einem früheren Bewohner der Nordracher Höhenhöfe namens Johannes Käshammer gestiftet wurde und 2014 restauriert wurde.

Kurpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit 1930 verfügt Nordrach über einen Kurpark im Ortskern, zu dem auch ein Musikpavillon und eine Minigolfanlage gehören.

Kuh-Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kuhbrunnen

Am Ortseingang fällt die Begrüßungsanlage mit ihrem kunstvollen Kuh-Brunnen auf, der auf die Bedeutung der Landwirtschaft im Nordrachtal hinweisen soll und zum 850-jährigen Ortsjubiläum errichtet wurde.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In direkter Umgebung des Schwimmbades befindet sich das 1991 eröffnete Nordracher Puppenmuseum, das mit 100.000 Besuchern in der Statistik der meistbesuchten Museen des Ortenaukreises an zweiter Stelle hinter dem Schwarzwälder Freilichtmuseum in Gutach liegt. In dem bunt bemalten Puppenmuseum sind auf 250 Quadratmetern Gesamtfläche 1500 meist von Gaby Spitzmüller gearbeitete und gesammelte Puppen und Teddys zu besichtigen. Das Nordracher Puppenmuseum weicht von den sonst üblichen Ausstellungsformen ab, indem die insgesamt 31 Vitrinen thematisch ausgerichtet sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Nordrach wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorothee Neumaier: Das Lebensbornheim „Schwarzwald“ in Nordrach. Baden-Baden 2017, Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag/Reihe Geschichtswissenschaft, Bd. 32. ISBN 978-3-8288-3960-1.
  • Dorothee Neumaier: Die Gemeinde Nordrach und das Lebensbornheim „Schwarzwald“. In: Die Ortenau, Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, 97. Jahresband 2017, S. 341–370.
  • Rolf Oswald und Egbert Hoferer: Zwangsarbeit in Nordrach. Ein Beispiel für Zwangsarbeit im ländlichen Raum 1940–1945, hg. vom Historischen Verein für Mittelbaden – Mitgliedergruppe Nordrach e. V., Zell am Harmersbach 2015. ISBN 978-3-9816753-1-3.
  • Adalbert Ehrenfried: Nordrach Pfarrkirche St. Ulrich. Ottobeuren 1978.
  • Hans-Georg Kluckert: Nordrach. Geschichte, Menschen und Landschaft des Tals, Gemeinde Nordrach, Nordrach 1989.
  • Erich Herbst jun.: Die historischen Stätten der Gemeinde Nordrach – Auf den Spuren der Vergangenheit, Gemeinde Nordrach, Nordrach 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nordrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Uwe Schellinger, Rolf Oswald und Egbert Hoferer: Der jüdische Friedhof in Nordrach. Geschichte – Dokumentation – Erinnerung. Hrsg.: Historischer Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Nordrach. Zell am Harmersbach 2012, ISBN 978-3-00-039825-4.
  3. Uwe Schellinger, Rolf Oswald, Egbert Hoferer: Deportiert aus Nordrach. Das Schicksal der letzten jüdischen Patientinnen und Angestellten des Rothschild-Sanatoriums. Hrsg.: Historischen Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Nordrach. Zell am Harmersbach 2009, ISBN 978-3-00-030007-3.
  4. Uwe Schellinger: Von der Idylle zur Falle. Das Rothschild-Sanatorium für jüdische Frauen in Nordrach (1905-1942). In: Olga Kurilo (Hrsg.): Kurort als Tat- und Zufluchtsort. Konkurrierende Erinnerungen im mittel- und osteuropäischen Raum im 19. und 20. Jahrhundert. Berlin 2014, ISBN 978-3-86938-054-4, S. 63–96, S. 91.
  5. Dorothee Neumaier: Das Lebensbornheim „Schwarzwald“ in Nordrach (= Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag/Reihe Geschichtswissenschaft. Band 32). Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8288-3960-1.
  6. Silke Satjukow, Rainer Gries: „Bankerte!“. Besatzungskinder in Deutschland nach 1945. Frankfurt am Main/New York 2015, ISBN 978-3-593-50286-1, S. 131–149.
  7. Werner Scheurer: Die Altäre der Offenburger Altarbauer Moroder. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 147–182, hier: S. 165 f. (Friesenheim), 169 (Kollnau) und 171 f. (Nordrach und Oberachern).
  8. Erwin Junker (Aufgezeichnet von Matthias Kluckert): Der Fabrikant: Meine Lebensgeschichte. Beschossen! Verleumdet! Inhaftiert! Und doch nicht kleingekriegt. Aktualisierte und erweitere Auflage. Norderstedt 2018, ISBN 978-3-7528-7994-0.