Nordwestuckermark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nordwestuckermark
Nordwestuckermark
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nordwestuckermark hervorgehoben
Koordinaten: 53° 20′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 253,15 km²
Einwohner: 4288 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17291
Vorwahlen: 03984, 039852, 039853, 039859, 039855
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 429
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amtstraße 8
17291 Nordwestuckermark
Webpräsenz: www.gemeinde-nordwestuckermark.de
Bürgermeisterin: Sylvia Klingbeil
Lage der Gemeinde Nordwestuckermark im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Schloss Arendsee um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Nordwestuckermark ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der uckermärkischen Gemeinde beschreibt exakt die Lage im nordwestlichen Teil der Uckermark. Mit 253 km² gehört Nordwestuckermark zu den 40 flächengrößten Gemeinden Deutschlands. Das Gemeindegebiet ist damit größer als die Stadt Frankfurt am Main oder fast doppelt so groß wie Schwerin.

Das im Norden Brandenburgs gelegene Gebiet der Gemeinde umfasst die eiszeitlich geprägte Hügel- und Seenlandschaft der Uckermark. Große Teile der Gemeinde Nordwestuckermark liegen im Naturpark Uckermärkische Seen, der direkt an den Naturpark Feldberger Seenlandschaft im benachbarten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angrenzt. Von den Uckermärkischen Seen seien die fünf größten innerhalb des Gemeindegebietes genannt: Großer See, Dammsee, Großer Parmensee, Sternhagener See und Naugartener See. Die Gemeinde verfügt im Süden in der Zerweliner Heide über ausgedehnte zusammenhängende Waldgebiete. Die höchste Erhebung mit 129 m ü. NN befindet sich im Naturschutzgebiet Kiecker südwestlich des Ortsteils Fürstenwerder.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nordwestuckermark hat folgende Ortsteile:[2]

  • Kraatz
  • Naugarten
  • Röpersdorf/Sternhagen

Weitere Gemeindeteile und Wohnplätze im Gemeindegebiet:[3]

  • Arendsee (Gemeindeteil)
  • Augustfelde (Gemeindeteil)
  • Ausbau
  • Beenz (Gemeindeteil)
  • Birkenhain
  • Bollmannshof
  • Bülowssiege (Gemeindeteil)
  • Charlottenhöh
  • Christianenhof (Gemeindeteil)
  • Damerow (Gemeindeteil)
  • Dochower Mühle
  • Falkenhagen (Gemeindeteil)
  • Ferdinandshof (Gemeindeteil)
  • Fiebigershof (Gemeindeteil)
  • Fischerhof (Gemeindeteil)
  • Friedenshof
  • Groß Sperrenwalde (Gemeindeteil)
  • Hof Sternhagen
  • Hohenzollchow
  • Horst (Gemeindeteil)
  • Kiecker
  • Kruseshof
  • Klein Sperrenwalde (Gemeindeteil)
  • Kröchlendorff (Gemeindeteil)
  • Lindenhagen (Gemeindeteil), bis 1949 Hindenburg
  • Neu Zollchow
  • Parmen (Gemeindeteil)
  • Raakow (Gemeindeteil)
  • Rittgarten (Gemeindeteil)
  • Röpersdorf
  • Schmachtenhagen (Gemeindeteil)
  • Schulzenhof (Gemeindeteil)
  • Sternhagen
  • Ulrichshof
  • Waldsiedlung (Gemeindeteil)
  • Warbende (Gemeindeteil)
  • Wilhelmshayn (Gemeindeteil)
  • Wilhelmshof (Gemeindeteil)
  • Wittstock (Gemeindeteil)
  • Zernikow (Gemeindeteil von Holzendorf)
  • Zollchow

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nordwestuckermark wurde am 1. November 2001 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Ferdinandshorst, Fürstenwerder, Gollmitz, Kraatz, Naugarten, Röpersdorf/Sternhagen, Schapow, Schönermark und Weggun (Amt Nordwestuckermark) und der Gemeinde Holzendorf (Amt Prenzlau-Land) gebildet.[4] Gleichzeitig wurde das Amt Nordwestuckermark aufgelöst und die Gemeinde Nordwestuckermark amtsfrei.[4]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinandshorst: 1825 wird Ferdinandshorst erstmals urkundlich erwähnt.
  • Lindenhagen: im Juni 1944 entstand ein Konzentrationslager, der Lagerkomplex Hindenburg als Außenlager des KZ Ravensbrück, um in der Nähe eine SS-Kommandostelle zu errichten (Birkenhain). Bis 1949 hieß die Gemeinde Hindenburg.
  • Birkenhain: In diesem Ortsteil errichtete und unterhielt der VEB Backkombinat Neubrandenburg ein Betriebs-Ferienlager, das durch die Großbäckerei Pasewalk (GROPA) betreut wurde.

Siedlungen und Wohnplätze im Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arendsee: Erste urkundliche Erwähnung mit dominus Johannes de Arnesse 1289.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neubildung der Gemeinde Nordwestuckermark trat mit Wirkung vom 1. November 2001 in Kraft.[4] Frühere Eingemeindungen werden ebenfalls aufgeführt.[5]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Arendsee 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Parmen-Weggun zu Weggun
Beenz 1. Mai 1998 Eingemeindung nach Gollmitz
Falkenhagen 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Holzendorf
Ferdinandshorst 1. November 2001
Fürstenwerder 1. November 2001
Gollmitz 1. November 2001
Holzendorf 1. November 2001
Kraatz 1. November 2001
Kröchlendorff 1. Januar 1968 Eingemeindung nach Gollmitz
Lindenhagen1 1. Juli 1961 Eingemeindung nach Sternhagen
Naugarten 1. November 2001
Parmen 1. Juli 1965 Zusammenschluss mit Weggun zu Parmen-Weggun
Parmen-Weggun 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Arendsee zu Weggun
Rittgarten 1. April 1979 Eingemeindung nach Schapow
Röpersdorf 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Sternhagen zu Röpersdorf/Sternhagen
Röpersdorf/Sternhagen 1. November 2001
Schapow 1. November 2001
Schönermark 1. November 2001
Sternhagen 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Röpersdorf zu Röpersdorf/Sternhagen
Weggun 1. November 2001
Zollchow 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Röpersdorf
Fußnote

1Lindenhagen hieß bis zum 30. September 1949 Hindenburg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 5 429
2002 5 381
2003 5 335
2004 5 377
2005 5 164
2006 5 063
2007 5 035
Jahr Einwohner
2008 4 922
2009 4 810
2010 4 762
2011 4 558
2012 4 496
2013 4 375
2014 4 310

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • CDU: 4 Sitze
  • Wählergruppe "Für das Leben auf dem Lande": 4 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Wählergruppe"Anhänger der Freiwilligen Feuerwehren Nordwest: 2 Sitze
  • Die Linke: 2 Sitze
  • Wählergruppe "Fürstenwerder unser Dorf": 1 Sitz
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sylvia Klingbeil (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 4. März 2012 mit 87,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 44,4 %).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 24. September 2003 genehmigt.

Blasonierung: „Im goldenen Schild, bestreut mit schwarzen Getreidekörnern, eine grüne Windrose mit grün-schwarz facettiertem 16-strahligen Stern und ins rechte Obereck zeigendem schwarzen Richtungsweiser.“[9]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 109 (BerlinPrenzlau) führt durch den Südosten des Gemeindegebietes, die B 198 berührt die Gemeinde im Nordosten (Ortsteil Holzendorf). In der östlich anschließenden Kreisstadt Prenzlau besteht Bahnanschluss sowie über die Anschlussstelle Prenzlau-Süd an der Bundesautobahn 11 eine Anbindung an das überregionale Straßennetz. Bis 2000 gab es im Gebiet der heutigen Gemeinde mehrere Bahnhöfe an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Templin–Prenzlau; bis 1945 zudem an der Bahnstrecke Templin-Fährkrug–Fürstenwerder.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert von Schlippenbach (* 26. Dezember 1800 in Prenzlau; † 26. Dezember 1886 in Arendsee), Dichter
  • Hans Steffen (* 20. Juli 1865 in Fürstenwerder; † 7. April 1936 in Davos), deutscher Geograph
  • Wilhelm Wittbrodt (* 8. November 1878 in Arendsee; † 12. Mai 1961 in Berlin-Neukölln), deutscher Reformpädagoge, sozialdemokratischer Politiker und Esperantist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Nordwestuckermark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Website der Gemeinde Nordwestuckermark
  3. Gemeinde Nordwestuckermark auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  4. a b c Bildung einer neuen Gemeinde Nordwestuckermark. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 14. September 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 44, Potsdam, den 30. Oktober 2001, S.695 PDF
  5. Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.15 Landkreis Uckermark PDF
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 4. März 2012
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nordwestuckermark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sternhagen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 3. August 2014
  • Kraatz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 17. August 2014