Norfbach

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Norfbach
Daten
Gewässerkennzahl DE: 27494
Lage Nordrhein-Westfalen, Rhein-Kreis Neuss
Flusssystem Rhein
Abfluss über Erft → Rhein → Nordsee
Quelle Bei Stommeln
51° 1′ 34″ N, 6° 46′ 39″ O
Quellhöhe 47 m ü. NN[1]
Mündung ErftKoordinaten: 51° 10′ 26″ N, 6° 43′ 31″ O
51° 10′ 26″ N, 6° 43′ 31″ O
Mündungshöhe 35 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 12 m
Sohlgefälle 0,6 ‰
Länge 19,9 km[2]
Einzugsgebiet 105,691 km²[2]
Großstädte Neuss

Der Norfbach (auch: Norf) ist ein Zufluss der Erft. Das Gewässer fließt in Nordrhein-Westfalen. Der Name kommt vermutlich von „Nor Apa“, was so viel heißt wie „fließendes Wasser über Stein“, und hat sich im Laufe der Zeit über „Norpe“ zu „Norf“ entwickelt.

Flusslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Quelle“ des Norfbachs befindet sich in Anstel bei Rommerskirchen auf ca. 80 Meter über dem Meeresspiegel. Dort wird er in der Nähe eines Reitgehöfts vom Gillbach künstlich gespeist, welcher selbst vom Kühlwasser des Kraftwerks Niederaußem gespeist wird. Sein ursprüngliches Quellgebiet, die Moorgebiete um den Tannenbusch und die Ortschaften Rosellerheide, Rosellen und Norf wurden aufgrund der Grundwasserspiegelsenkung im Rahmen des Kohletagebaus Rheinbraun trockengelegt.

Der Norfbach fließt heutzutage von seinem Quellort Anstel aus westlich des Tannenbusches vorbei an den Ortschaften Ückerath, Rosellerheide, Rosellen, Allerheiligen und Norf. Nach der Durchquerung des Neusser Stadtteils Erfttal mündet der Norfbach in die Erft, die selbst wiederum ca. zwei Kilometer weiter in den Rhein mündet.

Weitere Zuflüsse des Norfbaches sind hauptsächlich Gräben, die Regenwasser von den Feldern ableiten. Diese sogenannten Fließe trocknen im Sommer meist aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Ebene des Flusslaufes ist Teil des ehemaligen Rheinbettes und deshalb ein sehr fruchtbares Gebiet. Durch sehr hohe Grundwasserspiegel war eine weite Fläche versumpft und teilweise war das Sumpffieber weit verbreitet. Es gab äußerst viele kleine Rinnsale und Bäche, die sich aus den Moorgebieten sammelten, welche in den Norfbach mündeten. Die größten davon waren wahrscheinlich der Rindergraben und der Schwarzbach. Im Laufe der Geschichte wurden die Moorgebiete weitgehend trockengelegt und die größeren Bäche befestigt. Ebenfalls wurden anliegende Baggerseen mit Überlaufkanälen an den Norfbach angeschlossen, um ihn in Hochwasserfällen als Ablauf nutzen zu können.

Es gab auch die Bezeichnung die Norfen. Damit sind vier Norfadern gemeint: Die erste Norf entspringt bei Stommeln, die zweite kommt aus dem Butzheimer Broich, die dritte Norf entsteht bei den Höveler Höfen und die vierte verläuft an Broich, Gohr und unterhalb der Falllinie der Mittelterrasse entlang.

Mit dem Beginn der Tagebauarbeiten sank der Grundwasserspiegel so stark, dass nahezu alle Quellen versiegten und die Artenvielfalt in den Gebieten rund um den Tannenbusch und den Knechtstedener Busch enorm abnahm. Selbst der Norfbach versiegte fast komplett und stellte eine sehr starke Geruchsbelästigung dar, da teilweise noch ungeklärte Abwässer in ihn eingeleitet wurden.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zurzeit ist die RWE Power AG (ehemals Rheinbraun AG) dazu verpflichtet, eine bestimmte Menge Wasser in den Norfbach künstlich einzuleiten. Die künstliche Bewässerung nicht nur des Norfbaches, sondern auch anderer Feuchtgebiete in der Umgebung bewirkte eine deutliche Erhöhung der Biodiversität in den bewässerten Gebieten. Teilweise wurden einige Bewässerungen auch aufgrund von Anwohnerbeschwerden wieder eingestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Neuen: Pulheim im Wandel der Zeiten; Pulheim 1966

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)