Norheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Norheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Norheim
Norheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Norheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Rüdesheim
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 3,15 km2
Einwohner: 1531 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 486 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55585
Vorwahl: 0671
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 071
Adresse der Verbandsverwaltung: Nahestraße 63
55593 Rüdesheim
Webpräsenz: www.norheim.de
Ortsbürgermeister: Kai Michelmann
Lage der Ortsgemeinde Norheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Norheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an. Norheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norheim liegt im Nahetal in der Nähe des Rheingrafensteins und des Rotenfels. Im hiesigen Dialekt der Norheimer Bürger heißt Norheim Norem.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norheim ist das älteste urkundlich erwähnte Weindorf an der Nahe. Es wurde anlässlich eines Verkaufs an das Kloster Lorsch im „15. Jahr des Königs Pippin“ (766 oder 767) als „Narheim“ und „in pago Nahgowe“ (Narheim im Nahegau) im Lorscher Codex genannt.[3]

Der Besitz wurde 962 von Lorsch nach St. Maximin in Trier getauscht. 1190 kamen dann Gerichtsbarkeit und Besitztümer an die Herren von Bolanden vom Reich zu Lehen. Über die Rheingrafen und die Sponheimer kam es ab 1440 für drei Jahrhunderte an die Sickinger auf der Ebernburg. Als der letzte Vertreter 1768 verstarb, fiel die Herrschaft als herrenloses Lehen wieder an die Kurpfalz zurück.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege und durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses (1815) wurde Norheim preußisch und 1816 dem Kreis Kreuznach im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet.

Die katholische Pfarrkirche Kreuzerhöhung zu Norheim stammt in Teilen (Turm) aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ab 1363 war sie dem Stift St. Crucis (Heiligkreuzstift, auch: Maria im Felde) zu Mainz inkorporiert[4][5]. Nach der Reformation bis zum Jahr 1698 wurde die Kirche dem evangelischen Bekenntnis zugesprochen. Die heutige gotische Form des Schiffes erhielt sie 1864, im Jahr 1911 wurde der Turm um eine geschieferte Schallstube erhöht und mit einem spitzen, achtseitigen Helm versehen. Der Turm steht im Osten und bildete früher den Chor. Der Eingang wurde ebenfalls 1911 durchbrochen.

Norheim hatte drei Wassermühlen. Die älteste war die Witt'sche Mühle welche erstmals im Jahr 1471 erwähnt wird. Es handelte sich um eine altdeutsche Gangmühle mit unterschlächtigem Wasserrad. Es wurde Getreide und laut Adam Karst (1838–1852) auch Ölfrucht gemahlen. Da die Mühle Bannmühle war, durften die Norheimer Bürger nur dort ihr Korn mahlen lassen. Nach dem Verkauf an den Müller Krieger wurde die Mühle 1833 stillgelegt.

Die zweite Mühle ist die Steinsche Mühle (seit 1910 Krugermühle). Sie liegt 20 m unterhalb der Witt'schen Mühle und wurde 1722 mit freiherrlicher Genehmigung der Sickinger als Eigentumsmühle erbaut. Da die Norheimer an die Witt'sche Mühle gebannt waren, musste sich der damalige Besitzer Stein seine Kunden in Traisen und Hüffelsheim suchen und Getreide auf dem Kreuznacher Kornmarkt kaufen und dort als Mehl wieder anbieten. Bei der Krugermühle handelte es sich um eine Getreidemühle mit eigenem Mühlteich und einem unterschlächtigen Zuppingerrad. Dieses war bis zur Stilllegung 1975 im Einsatz. Seit 1995 ist die Anlage mit einem neuen Rad reaktiviert und erzeugt mittels eines Asynchron-Generators Strom. Die erwartete Jahresleistung liegt bei 200.000 kWh.

Die dritte Mühle ist die Weidenmühle am östlichen Ortsausgang. Sie wurde 1726 vom Müller Matthias Schmitt gebaut. Es handelte sich um eine Eigentumsmühle in der Konzession der Sickinger, in der Getreide gemahlen wurde. Der Antrieb erfolgte über ein unterschlächtiges Wasserrad. Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts die Witt'sche Bannmühle ihren Betrieb einstellte, war die Weidenmühle die bedeutendste Mühle Norheims. Ihr Betrieb wurde 1950 nach dem Tod des letzten Müllers Hans Brosius eingestellt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Norheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 413
1835 582
1871 611
1905 640
1939 899
1950 958
Jahr Einwohner
1961 1.033
1970 1.343
1987 1.567
1997 1.531
2005 1.430
2015 1.531

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Norheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FL Gesamt
2014 3 13 16 Sitze
2009 5 9 2 16 Sitze
2004 6 9 1 16 Sitze
  • FL = Freie Liste „100 Prozent Norheim“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirche Kreuzerhöhung im Ortskern Norheim
  • ehemaliger katholischer Pfarrhof; massiver Spätbarockbau aus dem 18. Jhdt.
  • Evangelische Kirche von 1901

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Norheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Norheim liegt an der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken und wird von der Linie RB 33 Mainz–Bad Kreuznach–Kirn–Idar-Oberstein bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt-Ulrich Mayer (* 1950), Politiker (CDU), Professor und Präsident der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Spengel: Mühlen im Gebiet der Mittleren und unteren Nahe Band 1 und 2, Heimatkundliche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach ; 29.1 Verlag Gras & Jung. 1998.
  • Walter Zimmermann: Die Kunstdenkmäler des Kreises Kreuznach, Nachdr. d. Ausg. Düsseldorf, Schwann, 1935 Pädagogischer Verlag Schwann-Bagel. 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2007, 766 oder 767 – Reg. 241. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 16, abgerufen am 13. März 2016.
  4. Das Mainzer Heiligkreuz-Stift (in regionalgeschichte.net)
  5. Heilig Kreuz - Maria in campis (in klosterlexikon-rlp.de)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen