Normen Europäischer Modellbahnen

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Die Normen Europäischer Modellbahnen, abgekürzt NEM, sind ein Werk an Normen, Empfehlungen und Dokumentationen für Modelleisenbahnen. Ausgearbeitet, festgelegt, aktualisiert und auch veröffentlicht werden sie durch die Technische Kommission, abgekürzt TK, des Verbandes der Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde Europas, abgekürzt MOROP, die aus wenigen Personen besteht, zu denen auch einzelne Vertreter der Hersteller und Lieferanten aus der Modelleisenbahnbranche angehören.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weder die Normen, noch die Empfehlungen und Dokumentationen, sind für die Hersteller und Lieferanten bindend. Sie erlauben aber den Herstellern und Lieferanten von Spielzeug- und Modelleisenbahnen, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie verlässlich miteinander funktionieren. Diese halten sich darum in massgebenden Punkten daran um die Kompatibilität der Produkte zu gewährleisten. Die Hersteller und Lieferanten müssen aber diesbezüglich auch andere Punkte berücksichtigen, so beispielsweise die traditionell engen Radien der Heimanlagen, oder die Gegebenheiten auf anderen Kontinenten, die themenbezogen auch bei uns berücksichtigt werden müssen.

Die Normen definieren u. A. die Maßstäbe für Modellbahnen. Empfehlen Gleisradien und -steigungen, Radprofile, Kupplungen, und auch das Datensignal des Digital Command Control. Die Normen decken einen ähnlichen Bereich ab wie die Standards und Empfehlungen der National Model Railroad Association (NMRA) in den Vereinigten Staaten oder die Dokumente des British Railway Modelling Standards Bureau (BSRM) in Grossbritannien. Die Standards gewährleisten jedoch nicht in allen Bereichen interoperabel.

Bei der Normierung des Digital Command Control (DCC) haben MOROP und NMRA bei der Entstehung enger zusammengearbeitet, auch mit den damaligen Herstellern.

Hersteller und Lieferanten berücksichtigen meist für Produkte nach Kontinentaleuropäischen Vorbildern die Normen, Empfehlungen und Dokumentationen nach NEM, während Hersteller und Lieferanten von Produkten nach Nordamerikanischen Vorbildern im Allgemeinen den Standards der NMRA folgen. Dasselbe gilt Sinngemäss für Produkte nach Vorbildern in Großbritannien und Commonwealth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits wenige Jahre nach der Gründung des MOROP, noch in den 1950er Jahren[1], waren die wichtigsten Grundlagen erarbeitet. Dies meist auf der Grundlage von Werknormen der damaligen Modelleisenbahn-Hersteller oder beispielsweise bezüglich der Schweiz, von schon in den 1930er Jahren unter den damaligen Modelleisenbahn-Vereinen festgelegten Standards.[2]

In den 1980er und 1990er Jahren kamen dann weitere Normen und Empfehlungen betreffend den Digitalgesteuerten Modelleisenbahnen, dem Modulbau und den Epochen dazu. Sowohl bei der Erstellung der Normen und Empfehlungen zu den Digitalgesteuerten Modelleisenbahnen, wie auch dem Modulbau, wurden im wesentlichen Werknormen und Modulsysteme die einzelne Vereine und Gruppierungen anwendeten dokumentiert.

Entscheidende Impulse zum Thema Normen, Empfehlungen und Dokumentation gibt es seit 1990er Jahren seitens des MOROP nicht mehr.

Normen, Empfehlungen und Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird zwischen drei Arten von Dokumenten unterschieden:

  • Normen, abgekürzt N
  • Empfehlungen, abgekürzt E
  • Dokumentationen, abgekürzt D

Ordnungssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NEM sind nach einem dreistelligen Ziffernsystem gekennzeichnet, einige zusätzlich mit einem Länderkürzel versehen.

Nummern Inhalt
000 – 099 Grundlagen
100 – 199 Bauwesen
200 – 299 Einrichtungen für den elektrischen Betrieb
300 – 399 Fahrzeuge
600 – 699 Modellbahnsteuerung
800 – 899 Eisenbahn-Epochen
900 – 999 Anlagen-Module

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Modellbahn-Handbuch, Klaus Gerlach, VEB Verlag für Verkehrswesen Transpress (1965)
  2. Im Zeitraum 1937 bis 1946 herausgegebene Schweizerische Eisenbahn-Amateur- und Modellbau-Zeitung