NortH2

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NortH2 ist der Name für das Konsortium der niederländischen Unternehmen Shell, Gasunie und Groningen Seaports mit dem Ziel, bis 2040 jährlich rund 800.000 Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren.

Nahe der deutschen Grenze, in Eemshaven, soll der Bau der bis dann größten Wasserstoff-Anlage für grünen Wasserstoff in Europa mit vielen Elektrolyseuren entstehen. 2027 sollen die ersten Anlagen „grüner“ Wasserstoff aus Offshore-Windstrom produzieren. Der dazu notwendige Offshore-Windpark befindet sich in der Planung. Der Windpark mit einer geplanten installierten Leistung von 10 GW, soll rund vier Milliarden Euro kosten. Er soll den Strom liefern und mit dem Verfahren der Elektrolyse soll der Windstrom zu Wasserstoff (Power-To-X) zur langfristigen Speicherung gewandelt werden.

Der energetische Wirkungsgrad der Elektrolyse von Wasser liegt bei über 70 %[1] Mehrere Anlagenhersteller (z. B. Electrolyser Corp., Brown Boveri, Lurgi, De Nora, Epoch Energy Technology Corp.) bieten große Elektrolysegeräte mit einem noch höheren Wirkungsgrad (über 80 %) an. Wissenschaftler des MIT haben einen Katalysator entwickelt, der die Effizienz der Elektrolyse von Wasser auf nahezu 100 % steigern soll[2].

Prinzip Wasserelektrolyse

NortH2 ist nicht das einzige Projekt dieser Technologie. Gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet und dem Fernleitungsnetzbetrieb Thyssengas will Gasunie in Deutschland im niedersächsischen Diele in einem großen Power-To-X-Projekt mehrere große Elektrolyse-Anlagen mit insgesamt 100 Megawatt errichten. In Diele kommt der Strom über Kabel von der Nordsee schon als Gleichstrom an und belastet nicht das innerdeutsche Hochspannungs-Drehstromnetz und wird dadurch wohl nicht mit den hohen EEG-Umlagen von derzeit rund 6 ct/kWh (höher als die Erzeugungskosten) belastet. Denn grüner Wasserstoff hat es schwer, solange Erdgas verfügbar und mit vergleichsweise geringen CO2-Abgaben belastet ist. Der Offshorewindstrom in Deutschland wird dagegen mit hohen Steueraufschlägen, Umlagen und Abgaben belastet und bremst dadurch die deutsche Energiewende aus[3].

Daher ist ein anderes Projekt von Tennet besonders interessant, das mit einem Konsortium aus Unternehmen der Energiewirtschaft in der Nordsee eine künstliche Insel aufschütten will, um hier ein Offshore-Energieverteilnetz mit Wasserstoffherstellung zu installieren. Diese Insel außerhalb der nationalen Zuständigkeit ist von den extrem hohen nationalen Abgaben und Steuern wie in Deutschland, weitgehend befreit.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. Milanzi, C. Spiller, B. Grosse, L. Hermann, J. Kochems, J. Müller-Kirchenbauer: Technischer Stand und Flexibilität des Power-to-Gas-Verfahrens. (PDF; 1,16 MB) Technische Universität Berlin, 29. August 2018, abgerufen am 1. März 2020.
  2. MIT claims 24/7 solar power, vom 31. Juli 2008, abgerufen am 2. Febr. 2020
  3. Rekord: Milliarden-Zuwachs auf dem EEG-Konto. iwr.de, 10. März 2017, abgerufen am 1. März 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]