Northvolt

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Northvolt AB

Rechtsform AB
Gründung 2016
Sitz Stockholm, Schweden Schweden
Leitung Peter Carlsson (CEO)
Mitarbeiterzahl 1800 (2021)[1]
Branche Automobilindustrie,
Energiespeicher
Website www.northvolt.com
Stand: 31. Dezember 2019

Northvolt AB ist ein schwedisches Unternehmen, das Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und zur Energiespeicherung entwickelt und produziert. Northvolt beschäftigt heute über 1800 Mitarbeiter aus 103 Nationen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde Northvolt im Jahr 2015 unter dem Namen SGF Energy von zwei ehemaligen Managern des Elektroautoherstellers Tesla: dem Schweden Peter Carlsson, der bis 2015 als Einkaufsleiter bei Tesla beschäftigt war, und Paolo Cerruti. Cerruti ist heute als Chief Operating Officer (COO) verantwortlich.

Im Jahr 2016 wurde mit Unterstützung der schwedischen Energieagentur (Energimyndigheten) eine erste Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel war die Errichtung einer Batteriefertigung für die Automobilindustrie in Schweden. 2017 gab das Unternehmen bekannt, dass diese Fabrik in Skellefteå gebaut werden soll und die Produktionskapazität bis zu 100.000 Batteriesysteme pro Jahr betrage. Der Gesamtfinanzierungsbedarf für Northvolt Ett wurde zu diesem Zeitpunkt mit ca. 4 Milliarden Euro angegeben.[3]

Im Mai 2019 gab die Europäische Investitionsbank (EIB) bekannt, dass sie den Ausbau der Produktionskapazitäten im Werk Northvolt Ett mit 350 Millionen Euro unterstützen wird.[4]

Im Dezember 2019 konkretisierte Northvolt die Pläne für das Recycling von Batterien unter dem Namen Revolt. Eine erste Recyclinganlage soll bis 2022 im Werk Northvolt Ett entstehen. Langfristiges Ziel dabei ist es, den Recyclinganteil bei der Produktion neuer Batterien schrittweise auf 50 Prozent zu erhöhen. Eine Pilotanlage zur Erprobung der Abläufe ist für 2020 am Entwicklungsstandort in Västerås geplant.[5]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitz von Northvolt ist seit dessen Gründung Stockholm. Das Unternehmen hat Produktionsstandorte in Schweden, Polen und Deutschland (Salzgitter) und einen Entwicklungsstandort.[6]

Northvolt Labs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2018 wurde mit dem Bau der Northvolt Labs, dem Entwicklungszentrum des Unternehmens in Västerås, einer Stadt ca. 100 km westlich von Stockholm, begonnen. Neben der Entwicklung von Produkten werden hier auch Mitarbeiter qualifiziert und die Serienreifmachung von Produkten in einer Pilotanlage vorangetrieben.[7]

Northvolt Eins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2018 erhielt Northvolt die Baugenehmigung für die erste Produktionsstätte des Unternehmens, das unter der Bezeichnung Northvolt Ett (schwedisch eins) geführt wird. Sie entsteht in Skellefteå, einer Stadt im Nordosten Schwedens. In dieser Region sind regenerative Energiequellen in großem Umfang vorhanden, was die Nachhaltigkeit der Batterieherstellung an diesem Standort begünstigt. Die Produktion von Batteriezellen soll 2021 mit einer jährlichen Kapazität von 32 GWh beginnen und bis 2024 auf 40 GWh erhöht werden.[8] Im Dezember 2021 wurde die erste Akkuzelle produziert.[9]

Northvolt Zwei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Northvolt Zwei ist ein 50/50 Joint Venture mit der Volkswagen AG, das in Salzgitter entstehen soll. Im September 2019 wurde bekannt, dass Northvolt dort mit dem deutschen Automobilunternehmen eine Batterieproduktion errichten will.[10]

Das Werk soll im Laufe des Jahres 2020 errichtet werden und ab 2023 die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien aufnehmen. Die jährliche Kapazität der Fabrik soll zunächst 16 GWh betragen und später auf 24 GWh erhöht werden.[8] Im Rahmen eines digitalen Power Day's am 15. März 2021 gab Volkswagen bekannt, dass die für den Standort Salzgitter schon vorgesehene Kapazität nochmals deutlich auf bis zu 40 GWh pro Jahr erweitert wird. Auch die Entwicklung inkl. der Chemie der geplanten Batterie soll im Werk Salzgitter beheimatet sein. Die Volkswagen AG übernahm auch ca. 20 Prozent der Unternehmensanteile von Northvolt und erhielt einen Sitz im Aufsichtsrat. Diesen Sitz nimmt Frank Witter, Finanzvorstand bzw. Chief Financial Officer von Volkswagen, wahr.

Volkswagen will das Werk selbst bauen und anschließend an das Joint Venture vermieten. Hierfür werden 450 Millionen Euro investiert.[11] Im März 2021 wurden die Pläne geändert: Northvolt soll für den VW-Konzern in einer neuen Fabrik in Schweden Premium-Batteriezellen herstellen, die etwa in Porsche-Modellen verbaut werden. VW erklärte, die Produktion dieser Zellen werde „in Zusammenarbeit mit Northvolt in der schwedischen Gigafabrik“ konzentriert.[12]

Northvolt Battery Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2016 gab Northvolt bekannt, dass in Danzig (Polen) eine Montage für Batteriesysteme geplant ist. Geplant war, die Batteriezellen aus der schwedischen Fabrik in Polen zu Batteriesystemen zusammenzubauen. Die Prototypenfertigung begann im Dezember 2018 mit einer geplanten Kapazität von 10.000 Modulen pro Jahr. Der Standort wird gemeinschaftlich mit South Bay Solutions, einem US-amerikanischen Spezialisten für die Steuerung und das Wärmemanagement von Batteriesystemen, betrieben.[13]

Heide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2022 gab das Unternehmen bekannt, nahe Heide in Schleswig-Holstein eine weitere Batteriefabrik errichten zu wollen. In dem neuen Werk, das etwa 3000 Beschäftigten Arbeit bieten soll, sollen jährlich Batteriezellen mit ca. 60 GWh Kapazität hergestellt werden, was einer Million E-Autos mit 60 kWh entspricht. Neben der Zellfertigung soll auch eine Recyclinganlage für alte E-Auto-Batterien entstehen. Als Ziel gab das Unternehmen an, die E-Auto-Batterien mit „dem geringsten ökologischen Fußabdruck in Kontinentaleuropa“ herzustellen, daher habe man sich für Heide entschieden, wo es aufgrund großer Mengen Strom aus Windenergie den saubersten Strom Deutschlands gebe. Zudem existiere eine gute Netzanbindung an Dänemark und Norwegen, die ebenfalls saubere Energie liefern könnten. Den Betrieb aufnehmen soll die Zellfertigung im Jahr 2025.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annual report on Form 10-K 2019 Tesla Inc.. In: U.S. Securities and Exchange Commission. Abgerufen am 14. Februar 2020.
  2. Career | Northvolt
  3. Northvolt selects north Sweden site for mammoth battery plant. Abgerufen am 12. April 2020.
  4. Schweden: EU-Mittel für die Akku-Gigafabrik von Northvolt. Abgerufen am 12. April 2020.
  5. Recyclingprogramm Revolt: Northvolt baut Recyclinganlage in Schweden. Abgerufen am 12. April 2020.
  6. Northvolt Production. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  7. Northvolt Labs. Abgerufen am 1. Mai 2021.
  8. a b Sebastian Schaal: Northvolt will Produktionskapazität drastisch erhöhen. In: electrive.net. 26. November 2019, abgerufen am 3. Juni 2020.
  9. Werner Pluta: Northvolt baut erste Akkuzelle in der eigenen Gigafactory. Golem.de, 30. Dezember 2021, abgerufen am 30. Dezember 2021.
  10. Volkswagen und Northvolt schließen Joint Venture für Batterieproduktion. Abgerufen am 12. April 2020.
  11. Cora Werwitzke: VW baut Werk für Zellproduktion in Salzgitter selbst. In: electrive.net. 9. Mai 2020, abgerufen am 3. Juni 2020.
  12. wiwo.de 15. März 2021: Zusammenarbeit mit Northvolt beendet
  13. Northvolt to open battery assembly plant in Poland. Abgerufen am 12. April 2020.
  14. "Reichtum an sauberer Energie". Northvolt baut Batterie-Fabrik in Schleswig-Holstein. In: n-tv.de, 15. März 2022. Abgerufen am 19. März 2022.