Nortmoor

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nortmoor
Nortmoor
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nortmoor hervorgehoben
Koordinaten: 53° 15′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Leer
Samtgemeinde: Jümme
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 15,21 km2
Einwohner: 1702 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26845
Vorwahl: 04950
Kfz-Kennzeichen: LER
Gemeindeschlüssel: 03 4 57 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausring 8-12
26849 Filsum
Bürgermeister: Udo Dänekas (CDU)
Lage der Gemeinde Nortmoor im Landkreis Leer
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Nortmoor ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Jümme im Landkreis Leer in Niedersachsen. Die Gemeinde hat 1702 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 15,34 Quadratkilometern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Nortmoor liegt in direkter Nachbarschaft zur Stadt Leer. Durch das Territorium der Gemeinde fließt die Jümme.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Kernort Nortmoor gehören Brunn, Heide, Plaggenburg, Pillkamp und Terwisch zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet lässt sich ein frühgeschichtlicher Siedlungsplatz nachweisen. Archäologische Grabungen haben dabei 1995 mehr als zweitausend Keramikscherben aus der römischen Kaiserzeit und daneben auch römisches Glas freigelegt.

Nortmoor wurde im Hochmittelalter verlegt. Ältestes Dokument über Nortmoor ist eine Urkunde aus dem Jahr 1411, in der von Erbstreitigkeiten Focko Ukenas mit Ewinga die Rede ist. Seit 1436 ist nachweisbar, dass sich ein Pfarrer des Vorgängerbaus der heutigen St.-Georg-Kirche niederließ. Die Uppingaburg wird erstmals 1439 als Bawinghesburg erwähnt. Heute steht an ihrer Stelle ein Herrenhaus.

Zwei Vorwerke befanden sich in Nortmoor. Zum einen das Kloster-Vorwerk Terwisch, nahe der Leda gelegen, das zum Kloster Barthe gehörte, zum anderen das innerhalb des Dorfes gelegene landwirtschaftliche Vorwerk, das dem Johanniterkloster in Hasselt unterstellt war.

Die Ortschaft war zunächst in zwei Bauerschaften (Ostende und Westende) aufgeteilt.

Im Jahre 1637 verarmte das Dorf stark und die Zahl der Einwohner wurde durch eine Pestepidemie fast halbiert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Nortmoor besteht aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[2] Die 11 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[3]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
SPD 33,4 % 4 -8,9 % -1
CDU 37,3 % 4 +4,9 % +1
Allgemeine Wählergemeinschaft (AWG) 17,8 % 2 +2,6 % 0
Bündnis 90/Die Grünen 11,5 % 1 +1,4 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 66,4 %[3] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[4] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 61,4 %.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte im Jahr 2016 das Gemeinderatsmitglied Udo Dänekas (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister.[6] Sein Vorgänger war Uwe Fecht (SPD),[7] der sein Amt am 8. November 2011 für eine Legislaturperiode antrat.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Grün; oben ein schräglinkes grünes Stechpalmenblatt, beseitet von je vier grünen Kugeln, unten zwischen zwei silbernen Blättern drei silberne Rohrkolben. Das Stechpalmenblatt ist dem Wappen der einstmals ansässigen Familie von Hoen entnommen.“

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Bundesstraße 436 im Westen des Gemeindegebietes und die Bundesstraße 72 wenige Kilometer östlich des Gemeindegebietes bei Filsum sowie die A 28 erschlossen. Die Bundesstraßen kreuzen die Autobahn an den Anschlussstellen Leer-Ost (B 436) im Westen und Filsum (B 72) im Osten.

Nortmoor hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oldenburg–Leer, der aber nicht mehr mit Personenzügen bedient wird.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten der Gemeinde befindet sich ein Gewerbegebiet unmittelbar an der Autobahn-Anschlussstelle Leer-Ost der A 28. In diesem Gewerbegebiet hat sich unter anderem ein Verteilzentrum der Bünting-Gruppe, eines Handelsunternehmens aus Leer, angesiedelt. Auch die Firma Beerepoot, welche Stalleinrichtungen herstellt und in weite Teile der EU verkauft, hat ihren Hauptsitz in diesem Gewerbegebiet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SV Nortmoor e. V. bietet verschiedene Sportarten, unter anderem werden Fußball, Badminton, Tennis, Tischtennis, Volleyball und Gymnastik angeboten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Kleen (* 1956): 1995–2007 Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, seit 2007 Sprecher des Bremer Senats

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nortmoor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  3. a b Samtgemeinde Jümme – Gemeinderatswahl Nortmoor 2016, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  4. hna.de: Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  5. Samtgemeinde Jümme – Gemeinderatswahl Nortmoor 2011, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  6. oz-online.de: Udo Dänekas ist neuer Bürgermeister, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  7. OZ-Online: Überraschung im Nortmoorer Rat, abgerufen am 29. Dezember 2016.