Nortrup

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nortrup
Nortrup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nortrup hervorgehoben
Koordinaten: 52° 37′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Artland
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 27,08 km2
Einwohner: 2960 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49638
Vorwahl: 05436
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Postweg 1
49638 Nortrup
Webpräsenz: www.nortrup.de
Bürgermeister: Karl Heinz Budke (SPD)
Lage der Gemeinde Nortrup im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild

Nortrup ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Artland im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen und liegt im Artland als Teil des Erholungsgebiets Hasetal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Nortrup 8,5° – 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab einen Bahnhof in Nortrup an der Eisenbahnstrecke Quakenbrück – Fürstenau – Rheine.

Derzeit verkehren im Taktverkehr Busse der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück nach Quakenbrück und Fürstenau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nortrup wurde erstmals im Jahr 1169 als „Norttorpe“ urkundlich erwähnt. Vier Familien bildeten mit ihren Höfen die erste Reihensiedlung, weitere folgten. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete die Adelsfamilie von Dinklage einen Wohnsitz; das Gut Loxten gelangte 1682 durch Verkauf in den Besitz der Familie von Hammerstein, die es noch heute bewohnt. Durch den Bau der Eisenbahnlinie Quakenbrück – Rheine in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Industrialisierung entwickelte sich Nortrup von einer bäuerlichen zu einer modernen, ländlichen Gemeinde.

Zahlreiche typische Artländer Fachwerkhäuser, aber auch das idyllisch gelegene Wasserschloss Loxten erinnern an die Vergangenheit.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Nortrups konvertierte im Zuge der Reformation und des Wirkens des Quakenbrückers Hermann Bonnus überwiegend zum evangelisch-lutherischen Glauben; es entwickelte sich im 16. Jahrhundert im Artland eine evangelische Diaspora, die von Gebieten mit katholischer Bevölkerung umgeben war. Nach der Gegenreformation wuchs jedoch der Anteil der katholischen Bevölkerung in Nortrup wieder deutlich an; das Wirken Vitus Büschers zeitigte hauptsächlich in der Stadt Quakenbrück und weniger in der bäuerlichen Umgebung mit seinen kleinen Kirchspielen Erfolg. 1855 bekannten sich von den damals 869 Einwohnern Nortrups 496 wieder zum katholischen Glauben.[2]

Als Kapellengemeinde mit ihrer am 21. Juni 1855, dem Gedenktag des heiligen Aloisius von Gonzaga, eingeweihten St. Aloysius-Kapelle gehörte Nortrup bis 1908 zu Ankum. Am 25. März 1908 unterzeichnete der Osnabrücker Bischof Hubertus Voss die Errichtungsurkunde für die katholische Pfarrgemeinde St. Aloysius in Nortrup und ernannte die Kapellengemeinde zu einer eigenen Pfarrei. Die heute Kirche wurde 1915 eingeweiht.[2]

Die Dominanz der katholischen Bevölkerung schwächte sich in den letzten Jahrzehnten durch den zahlenmäßig großen Zuzug deutscher Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion ab, die in der überwiegenden Mehrheit evangelisch-lutherischer Konfession sind. Hinzu kamen weiterhin eine größere Anzahl baptistischer Aussiedler, die von der Gemeinde indes zahlenmäßig nicht erfasst werden.

Im Ortsteil Loxten steht die lutherische Dorotheenkirche[3].

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Nortrup seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Nortrup im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[4] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich jeweils um die Volkszählungsergebnisse.[5]

Jahr Einwohner
1961 2.061
1970 2.145
1987 2.393
1990 2.477
1995 2.708
2000 2.883
2005 3.026
2010 2.955
2011 2.942

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 13 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Nortrup: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP Sonstige Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 55,9 8 34,3 5 4,4 0 5,4 0 100 13 75,0
2001–2006 61,4 8 28,9 4 2,0 0 7,7 1 100 13 69,6
2006–2011 59,4 9 33,3 5 1,9 0 5,4 1 100 15 65,4
2011–2016 48,58 6 39,04 5 5,76 1 4,09 1 2,53 0 100 13 62,4
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[6], Landkreis Osnabrück[7][8].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Loxten

Die Sehenswürdigkeiten Nortrups sind über die Ferienstraße Artland-Route erreichbar.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nortrup ist durch seine verkehrsgünstige Lage und die günstigen Niederlassungsbedingungen Standort einer Reihe von Unternehmen mit insgesamt mehr als 1000 Arbeitsplätzen, unter anderem die Verpackungsmittelfabrik Delkeskamp Verpackungswerke und die Fleischwarenfabrik Kemper Wurstwaren.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst von Hammerstein-Loxten (* 2. Oktober 1827 in Loxten; † 5. Juni 1914 in Loxten) war preußischer Landwirtschaftsminister
  • Rudolf von Hammerstein (* 30. September 1735 in Loxten; † 4. Oktober 1811 in Schenkenhorst bei Erxleben) war hannoveranischer Generalleutnant.
  • Hermann Kemper (* 5. April 1892 in Nortrup im Landkreis Osnabrück; † 13. Juli 1977) war ein deutscher Ingenieur und Erfinder der Magnetschwebebahn.
  • Hubert Möhlmann, Prof. Dr. habil. (* 30. März 1913 in Nortrup; † 21. September 1991) war Direktor des Dessauer Forschungsinstitutes für Impfstoffe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Dobelmann, 800 Jahre Nortrup 1169–1969, Nortrup 1969
  • Gemeinde Nortrup: 825 Jahre Nortrup. 1994.
  • Wilhelm Wachhorst: Salto rückwärts – meine Reise in die Vergangenheit oder: „Koopheister trüggut“ Ett is moi, nochmaol wär trügge tau kieken!, Nortrup/Köln 2006
  • Siegfried Müller: 100 Jahre Kirche Loxten, Festschrift zum 100-jährigen Jubuläum der Dorotheen-Kirche zu Loxten, Nortrup/Loxten 1960

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nortrup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Kirchenbote Nr. 12 vom 23. März 2008, Seite 18
  3. Dorotheen-Kirchengemeinde Nortrup-Loxten
  4. LSN-Online, die größte regionalstatistische Datenbank Deutschlands. Abgerufen am 5. August 2017.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  7. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  8. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016 (PDF 8,0MB S. 19 Spalte "Gemeindewahlen").