Norwegische Streitkräfte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
NorwegenNorwegen Norwegische Streitkräfte
Norges forsvar
Coat of arms of the Norwegian Armed Forces.svg
Führung
Oberbefehlshaber: König von Norwegen, derzeit König Harald V.
Verteidigungsminister: Frank Bakke-Jensen
Militärischer Befehlshaber: Admiral Haakon Bruun-Hanssen
Militärische Führung: Das „Vereinigte Oberkommando“
Sitz des Hauptquartiers: Oslo
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 21.000 (2011)[1]
Reservisten: bis zu 140.000
Wehrpflicht: 19 Monate, davon 12 Monate mit aktivem Dienst
Wehrtauglichkeitsalter: Vollendetes 19. bis 44. Lebensjahr
Haushalt
Militärbudget: 5,998 Mrd. US-Dollar (2016)[2]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,6 % (2016)[2]
Geschichte
Gründung: 1905

Die Norwegischen Streitkräfte (norwegisch Forsvaret, „Verteidigung“) sind die für die militärische Verteidigung zuständige Organisation Norwegens. Sie bestehen aus vier Teilstreitkräften, dem Heer, der Marine, welche die Küstenwache mit umfasst, der Luftwaffe (Luftforsvaret), der milizartig organisierten Heimwehr (Heimevernet) sowie verschiedenen weiteren gemeinsamen Behörden.

Stärke und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegische Soldatinnen
Norwegischer Soldat in Afghanistan

Die Friedensstärke der gesamten Streitkräfte Norwegens beträgt etwa 18.000 aktive Soldaten. Dazu kommen etwa 5.000 zivile Mitarbeiter. Bei Mobilmachung steigt die Gesamtzahl auf etwa 83.000 an. 50.000 davon sind Angehörige der Heimwehr. Zudem stehen bis zu 140.000 Reservisten zur Verfügung.

In Norwegen besteht eine Wehrdienstpflicht für alle Männer ab 19 Jahren, die Dienstzeit beträgt zurzeit zwölf Monate. Von 63.841 Frauen und Männern, die 2012 gemustert wurden, wurden 9.256 wehrpflichtige Männer einberufen. Seit 2009 sind auch Frauen verpflichtet, sich mustern zu lassen, der Wehrdienst bleibt aber freiwillig.[3] Der Frauenanteil lag 2009 bei rund 7 %. Am 14. Juni 2013 wurde im norwegischen Parlament der Beschluss gefasst, ab 2015 die Wehrpflicht auch für Frauen gültig zu machen, wodurch Norwegen das erste NATO-Mitglied und das erste europäische Land wäre, in dem die Wehrpflicht für beide Geschlechter gilt.[4][5][6] Im Oktober 2014 hat das Parlament eine Gesetzesänderung beschlossen, wonach ab 2015 alle jungen Menschen einberufen werden können. Wehrpflichtige Frauen wurden erstmals im Sommer 2016 einberufen. Laut Verteidigungsministerin Ine Eriksen Soreide sei es das Ziel, den Frauenanteil zu steigern; die Gesamtzahl der Soldaten solle gleich bleiben.[7]

Nomineller Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte ist der jeweilige König von Norwegen, derzeit König Harald V. Geführt wird das Militär jedoch von dem amtierenden Verteidigungsminister und einem Generalstabschef (Forsvarssjefen) in beratender Funktion. Das „Vereinigte Oberkommando“ der norwegischen Streitkräfte befindet sich in Stavanger und die Militärakademie Krigsskolen in Oslo.

Generelle Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Norwegischen Streitkräfte werden offiziell einfach „Die Verteidigung“ (Forsvaret) genannt. Laut der norwegischen Verfassung ist der König ihr Oberster Befehlshaber. In Prinzip ist Norwegen ein konstitutionelles Königreich. So sind das Parlament und die Regierung für die Verteidigungspolitik verantwortlich. Die zum 1. Januar 2017 aktuellen Rahmen für den Verteidigungssektor sind die folgenden[8]:

Königreich Norwegen (Staten)

  • Norwegisches Parlament (Stortinget)
    • Norwegische Regierung (Regjering, von dem Premierminister (Statsministeren) geleitet)
      • Verteidigungsdepartement (Forsvarsdepartementet von dem Verteidigungsminister (Forsvarsministeren) geleitet)
        • Militärorganisation der Verteidigung (Forsvarets militære organisasjon)
          • Cyberverteidigung (Cyberforsvaret, Teilstreitkraft, von einem Generalmajor / Konteradmiral geführt)
          • Aufklärungsdienst (Etterretningstjenesten, von einem Generalleutnant / Vizeadmiral geführt, spielt die Rollen von beiden Staats- und Militäraufklärungsdienst)
            • Militärgeografischer Dienst der Verteidigung (Forsvarets militærgeografiske tjeneste)
          • Hochschule der Verteidigung [Militärakademie] (Forsvarets høgskole, von einem Generalmajor / Konteradmiral geführt)
            • Stabsschule der Verteidigung (Forsvarets stabsskole)
            • Aufklärungshochschule der Verteidigung (Forsvarets etterretningshøgskole)
            • Fernstudiumsabteilung der Verteidigung (Forsvarets fjernundervisning)
            • Institut für Verteidigungsstudien (Institutt for forsvarsstudier)
          • Logistikorganisation der Verteidigung (Forsvarets logistikk organisasjon integrierte militär-zivile Struktur)
          • Operatives Hauptquartier der Verteidigung (Forsvarets operative hovedkvarter, das norwegische gemeinsame Streitkräfteführungskommando, von einem Generalleutnant / Vizeadmiral geführt und in Reitan (Bodø) lokalisiert)
          • Sanität der Verteidigung (Forsvarets sanitet, der gemeinsame Sanitätsdienst der Streitkräfte, von einem Arzt / einer Ärztin im Dienstgrad von Generalmajor / Konteradmiral geführt)
          • Stab der Verteidigung (Forsvarsstaben, der norwegische Generalstab, von einem Generalleutnant / Vizeadmiral geführt, unterstützt den norwegischen Verteidigungschef - ein General / Admiral)
            • Feldpriesterkorps (Feltprestkorpset)
            • Kultur- und Traditionsabteilung der Verteidigung (Forsvarets avdeling for kultur og tradisjon)
            • Lohnverwaltung der Verteidigung (Forsvarets lønnsadministrasjon)
            • Medienzentrum der Verteidigung (Forsvarets mediesenter)
            • Personal- und Wehrdienstzentrum der Verteidigung (Forsvarets Personell- og Vernepliktssenter)
            • Personaldienste der Verteidigung (Forsvarets personelltjenester)
              • Wohndienst der Verteidigung (Forsvarets boligtjeneste)
              • Wohlfahrtsdienst der Verteidigung (Forsvarets velferdstjeneste)
            • Buchhaltungsverwaltung der Verteidigung (Forsvarets Regnskapsadministrasjon)
            • (Forsvarets sikkerhetsavdeling)
            • Computerisierungsprogramm (LOS-programmet, kommt aus Ledelse, Organisasjon, Styring - Führung, Organisation, Kontrolle, wird von einem Brigadegeneral / Flaggenkommodore geführt)
          • Militärmission in Brüssel (Militærmisjonen i Brussel, die norwegische Vertretung bei NATO von einem Generalmajor / Konteradmiral geführt)
          • Norwegisches Heer (von dem Generalinspekteur für das Heer (Generalinspektøren for Hæren), ein Generalmajor geführt)
            • Brigade Nord (Brigade Nord, die einzige norwegische Heeresbrigade, im Norden von Norwegen (Stab in Bardufoss) stationiert, mit einer kleinen Anteil in südostlichen Norwegen (Rena))
            • Garde Seiner Majestät des Königs (Hans Majestet Kongens Garde, die Garde des Königs und die Garnisoneneinheit von Oslo, stationiert in Oslo's Huseby Stadtviertel, mit der Ausbildungskompanie in Terningmoen neben Elverum)
            • Garnison in Sør-Varanger (Garnisonen i Sør-Varanger, gemeinsame zivil-militärische Operation, funktioniert als Grenzwache (Grensevakten) für die Sicherung von der norwegisch-russischen Grenze mit einer Stabskompanie, einer Garnisonenkompanie und zwei Grenzjägerkompanien, Stab in Høybuktmoen. An der Spitze steht ein ziviler Polizeidirektor.)
            • Heereswaffenschule (Hærens våpenskole, bringt zusammen alle Kampf- und Kampfunterstützungsheereseinheiten für Grund-, Kampf- und Weiterausbildung und für Doktrinsentwicklung, Stab in Østerdal Garnison)
            • Kompetenzzentrum der Verteidigung für Logistik und Einsatzunterstützung (Forsvarets kompetansesenter for logistikk og operativ støtte, Ausbildungsorganisation für Logistikeinheiten und Militärpolizei, Stab in Sessvollmoen)
            • Heeresabteilung für Operative Unterstützung (Operasjonsstøtteavdelingen for Hæren, Logistikunterstützung für die Heereseinheiten und für ausländische Militäreinheiten (Host Nation Support), infrastrukturelle Betreuung von den Heeresstützpunkten, Stab in Bardufoss)
          • Norwegische Luftstreitkräfte (wörtlich Luftverteidigung (Luftforsvaret) , von dem Generalinspekteur für die Luftwaffe (Generalinspektøren for Luftforsvaret), ein Generalmajor geführt)
            • 132. Fliegergeschwader (132 Luftving, Ørland Luftstützpunkt (Ørland flystasjon) und Außenstellen in Bodø (Stasjonsgruppe Bodø) und Banak (Stasjonsgruppe Banak)), Hauptverband der norwegischen Luftwaffe mit Jagdflieger, NASAMS-bataillon, Objektschutztruppen und Luftwaffenpioniere, vorgeschobener NAEWF-luftstützpunkt.
            • 133. Fliegergeschwader (133 Luftving, Andøya Luftstützpunkt (Andøya flystasjon), P-3 Orion Seeaufklärung- und Ubootabwehrflugzeuge, wird nach Evenes verlegt)
            • 135. Fliegergeschwader (135 Luftving, Gardermoen Luftstützpunkt (Gardermoen flystasjon), Lufttransport- und Elektronische Kampfführungseinheit)
            • 139. Fliegergeschwader (139 Luftving, Bardufoss Luftstützpunkt (Bardufoss flystasjon) und Außenstellen in Rygge (Stasjonsgruppe Rygge), Sola (Avdeling Sola), Haakonsvern (Avdeling Sola) und Banak (stationiert in Stasjonsgruppe Banak unter dem 132. Fliegergeschwader)), Hubschrauberverband der norwegischen Luftstreitkräfte, unterstützt die Brigade Nord des Heeres (Bell-412 SP in Bardufoss), die Marinefregatten (NH-90NFH in Haakonsvern), die Küstenwache (NH-90NFH in Bardufoss), die Spezialkräfte bei Terrorkampfbereitschaft neben Oslo (Bell-412 SP in Rygge) und das Justizministerium bei Luftrettung (Sea King Mk43B in Stavanger-Sola, mit vorgeschobenen Hubschrauberrettungsketten in Banak, Bodø, Ørland, Florø und Rygge. Die Grundfliegerausbildungsschule (Luftforsvarets flygeskole) gehört auch zum 139. Fliegergeschwader.)
            • 131. Fliegergeschwader (131 Luftving, Sørreisa Luftstützpunkt (Sørreisa flystasjon)), keine fliegende Einheiten, das Geschwader ist ein Control and Reporting Centre (CRC) und hat Radarpunkte als Außenstellen.
          • Norwegische Marine (wörtlich Seeverteidigung (Sjøforsvaret) , von dem Generalinspekteur für die Marine (Generalinspektøren for Sjøforsvaret), ein Konteradmiral geführt)
            • Marine (Marinen, von 2002 bis 2016 Küstengeschwader (Kysteskadren) genannt)
            • Küstenwache (Kystvakten, die Überwachungseinheiten der Marine)
            • Schulen der Marine (Sjøforsvarets skoler)
          • Norwegische Heimwehr (von dem Generalinspekteur für die Heimwehr (Generalinspektøren for Heimevernet), ein Generalmajor geführt)
            • 11 Heimwehrdistrikte
          • Spezialkräfte der Verteidigung (Forsvarets spesialstyrker, von dem Chef für Spezialkräfte (Chefen for Spesialstyrker), ein Generalmajor / Konteradmiral geführt)

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung des norwegischen Heeres 2017
Norwegische Leopard-1-Panzer
Hauptartikel: Norwegisches Heer

Das norwegische Heer verfügt über rund 7.500 aktive Soldaten und befindet sich wie die anderen Teilstreitkräfte in einem Modernisierungsprozess. Es gliedert sich in zwei selbstständige Brigaden, die in der 6. mobilen Division zusammengefasst werden. Die größere der beiden Brigaden hat ihr Hauptquartier im nordnorwegischen Heggelia und umfasst neben sämtlichen regulären Infanteriekräften auch das jeweils einzige Panzer- und Artilleriebataillon der norwegischen Armee. Die kleinere Brigade ist vollständig im Norden des Landes disloziert und verfügt neben einer Spezialeinheit, dem Jegerkommando, über ein Bataillon Grenztruppen und ein EloKa-Bataillon. Moderne Ausrüstung befindet sich im regelmäßigen Zulauf, so wurden die bisher im Einsatz befindlichen 170 Panzer des Typs Leopard 1 A5NO bis auf 15 verbliebene durch 52 Leopard 2 A4NO ersetzt. Ferner stehen

in den Bestandslisten des Heeres.

Ebenfalls zum Heer gehört die in Huseby Leir stationierte Hans Majestet Kongens Garde, „Die Garde seiner königlichen Majestät“, die international Anerkennung als hoch disziplinierte Protokolleinheit genießt.

Die Standorte des norwegischen Heeres liegen zum überwiegenden Teil im Norden des Landes; die einzigen bedeutenden Ausnahmen sind das in Rena nahe der schwedischen Grenze dislozierte Telemark-Bataillon und die in der Nähe von Oslo stationierte Garde. Diese Konzentration auf den Norden ist der strategischen Konzeption des Kalten Krieges geschuldet, in der Norwegen für die Überwachung und Kontrolle der norwegisch-sowjetischen Grenze verantwortlich war.

Teilstreitkräfteübergreifende Standardbewaffnung ist seit dem 12. April 2007 der Schnellfeuerkarabiner HK416.

Luftstreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegisches F-16-Jagdflugzeug

Die norwegischen Luftstreitkräfte umfassen etwa 2.000 aktive Soldaten. Offiziell wird sie Royal Norwegian Air Force (RNAF) oder auf norwegisch Kongelige Norske Luftforsvaret genannt. Aufgrund des enorm weiten vorgelagerten Seegebiets und den unzugänglichen Berg- und Fjordregionen in Norwegen liegt eine der Hauptaufgaben der Luftwaffe in der Patrouillentätigkeit, die durch andere Kräfte kaum gewährleistet werden kann. Im Kalten Krieg waren verschiedene Stützpunkte regelmäßig mit Kampfflugzeugen der NATO belegt, um eine mögliche Verteidigung gegen die im Nordosten des Landes angrenzende Sowjetunion zu gewährleisten. Nach dem Abzug der US-amerikanischen Iceland Defense Force aus Island 2006 zeichnet sich ein stärkeres Engagement der norwegischen Luftstreitkräfte bei der Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit Islands ab (siehe auch Militärische Situation Islands).

Ausrüstung

Verband von drei Bell 412SP im Tiefflug in einem Fjord

Flugabwehr

Zur Flugabwehr sind sechs auf der AIM-120 AMRAAM basierende Raketenbatterien NASAMS (Norwegian Advanced Surface to Air Missile System), zahlreiche Rohrwaffen zur Flugabwehr sowie das Robotsystem 70 vorhanden.

Stützpunkte

Die beiden wichtigsten Militärflugplätze (Hovedflystasjoner) liegen in Bodø und Ørland in der Mitte des Landes, in Klammern die ICAO Flughafen-Codes:

Weitere aktive 'Flugstationen' (Flystasjoner) sind von Norden bis Süden über das Land verteilt, unter anderem werden die Bahnen der beiden Flughäfen in der Nähe Oslos zusammen mit dem zivilen Luftverkehr genutzt:

Darüber hinaus wird im äußersten Norden des Landes ein weiterer Flugplatz militärisch mitgenutzt, auf dem aber keine fliegenden Verbände dauerhaft stationiert sind:

Die Flughäfen Harstad/Narvik Evenes, Kristiansand Kjevik und Trondheim Værnes werden inzwischen nicht mehr regelmäßig militärisch genutzt.

Seestreitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die norwegischen Seestreitkräfte (norwegisch ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Sjøforsvaret) bestehen aus den Truppenteilen Marine und Küstenwache sowie den Schulen des Sjøforsvaret und den Stützpunkten des Sjøforsvaret.

Die Fregatte Nansen kurz nach ihrer Indienststellung

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die norwegische Marine umfasst rund 3.700 aktive Soldaten. Bestandteil der Königlichen Marine sind neben der Flotte eine Küstenartillerie. Das Flottenkommando befindet sich in Oslo, wichtige Stützpunkte sind außerdem Bergen (Haakonsvern) und Tromsø. Für die umfangreiche Flotte an kleineren Schiffseinheiten wurden zusätzlich verbunkerte Liegeplätze in schwer zugänglichen Gebieten (Fjorde, Steilküsten) angelegt. Die Marine verfügt über

Die letzten beiden der ehemals fünf Fregatten der Oslo-Klasse wurden 2007 ausgemustert.

Außerdem gibt es je eine Einheit Marineinfanterie (Marinejegerkommandoen), Kampfschwimmer (Kystjegerkommandoen) und Minentaucher.

Hauptartikel: Norwegische Marine

Küstenwache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffe der Küstenwache im Hafen von Sortland

Die Küstenwache ergänzt die geringen Bestände an kleineren Einheiten mit rund 25 gut bewaffneten Patrouillenbooten. Dazu gehören unter anderem:

Hauptartikel: Norwegische Küstenwache

Heimwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Heimevernet

Die norwegische Heimevernet umfasst derzeit rund 50.000 Angehörige der drei Waffengattungen, von denen momentan rund 1.200 die aktiven Kräfte unterstützen. Es existiert jeweils eine Heeres-, Luftwaffen- und Marineheimwehr, die momentan in 18 Heimwehrdistrikten organisiert sind, diese Zahl soll im Zuge von Reformen auf 12 reduziert werden. Unter dieser Heimwehr darf keinesfalls eine Art von passiver Ersatzreserve für die aktive Truppe verstanden werden, sie nimmt zunehmend eine aktive Rolle im Heimatschutz ein und stellt Spezialisten für alle Bereiche der Streitkräfte ab. Die Heeresheimwehr spielt beispielsweise eine wichtige Rolle in der Terrorprävention, die Marineheimwehr verfügt über rund 200 kleinere Boote zur Überwachung des Seeraumes und die Luftwaffenheimwehr übernimmt Objektschutzaufgaben für Einrichtungen der Luftwaffe.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegische Patrouille bei Faryab

Norwegen und andere skandinavische Länder unterstützen die Vereinigten Staaten bei dem sogenannten Kampf gegen den Terror. Das norwegische Parlament befürwortet den weltweiten Kampf gegen Extremisten. Die norwegische Armee entsandte daher Truppen, um die ISAF-Mission der NATO in Afghanistan zu unterstützen. Norwegische Spezialeinheiten (Hærens Jegerkommando) waren an Kommandoaktionen während der Operation Enduring Freedom 2002 beteiligt und reguläre Truppen bei der Operation Harekate Yolo im Jahr 2007. Derzeit setzt Norwegen 487 Soldaten als Teil der ISAF-Kräfte ein. 2014 wurden die norwegischen Truppen aus Afghanistan abgezogen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Streitkräfte führten im November 2013 einen Meatless Monday (Montag) ein, an dem nur fleischfreie Truppenverpflegung ausgegeben wird. In den Presseerklärungen wird betont, dass die Maßnahme nicht der Geldeinsparung, sondern dem „Kampf gegen den Klimawandel“ dient.[11][12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Miller: Die Seestreitkräfte der Welt. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1998, ISBN 978-3-8289-5333-8 (englisch: The world's navies. Übersetzt von Wolfram Schürer).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Norwegische Streitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Financial and Economic Data Relating to NATO Defence. Press Release Communique PR/CP(2012)047. NATO Public Diplomacy Division, 12. April 2012; abgerufen am 27. April 2013 (PDF; 99 kB).
  2. a b SIPRI Military Expenditure Database. Stockholm International Peace Research Institute; abgerufen am 24. April 2017 (xlsx, englisch).
  3. Compulsory military service. Norwegische Streitkräfte, 16. Januar 2012, archiviert vom Original am 5. November 2013; abgerufen am 27. April 2013 (englisch).
  4. Norwegen führt Wehrpflicht für Frauen ein. DiePresse.com, 14. Juni 2013; abgerufen am 16. Juni 2013.
  5. Marie Melgård, Karen Tjernshaugen: Stortinget vedtar verneplikt for kvinner 14. juni. In: Aftenposten. 21. April 2013, ISSN 0804-3116 (norwegisch, online [abgerufen am 27. April 2013]).
  6. Norwegian women opposed to gender-neutral military service. The Norway Post, 23. April 2013; abgerufen am 27. April 2013 (englisch).
  7. diepresse.com – Norwegen führt Wehrpflicht für Frauen ein. Artikel vom 14. Oktober 2014, abgerufen am 14. Oktober 2014.
  8. Forsvarets militære organisasjon (Militärische Organisation der Streitkräfte). Forvaltningsdatabasen (Norwegische Regierungsdatenbank); abgerufen am 30. Oktober 2017 (norwegisch).
  9. Norweger ordern 20 Dingos (HNA.de vom 1. November 2010)
  10. Equipment Facts - Sea. Norwegische Streitkräfte, 16. Januar 2012, archiviert vom Original am 3. Februar 2015; abgerufen am 27. April 2013 (englisch).
  11. Jennifer Smith: Norwegian army goes vegetarian as it goes to war against climate change by cutting ‘ecologically unfriendly’ foods. In: dailymail.co.uk. Daily Mail, 20. November 2013; abgerufen am 18. Januar 2016 (englisch).
  12. Heather Saul: Norwegian army placed on strict vegetarian diet. In: independent.co.uk. The Independent, 30. November 2013; abgerufen am 18. Januar 2016 (englisch).