Nossendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Nossendorf führt kein Wappen
Nossendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nossendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 58′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Demmin-Land
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 35,1 km²
Einwohner: 736 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17111
Vorwahl: 039995
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 112
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Goethestraße 43
17109 Demmin
Webpräsenz: gemeinde-nossendorf.de
Bürgermeister: Fred Schult
Lage der Gemeinde Nossendorf im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Nossendorf ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Sie liegt nordwestlich von Demmin und gehört dem Amt Demmin-Land an, das seinen Verwaltungssitz in Demmin hat.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nossendorf liegt etwa neun Kilometer nordwestlich von Demmin. Die Bundesstraße 194 verläuft östlich und die Bundesstraße 110 südlich der Gemeinde. Der Ort ist auch über die Bundesautobahn 20, Anschluss Grimmen-West (ca. 15 km), zu erreichen. Durch die Gemeinde fließt die Trebel.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Flur Nossendorf gibt es Bodenfunde aus der Bronzezeit und der Zeit der langen germanischen und späteren slawischen und deutschen Besiedlung.

Nossendorp wurde 1292 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es lag auf einer Flussinsel (Werder), die von Trebel, Peene und Burg- und Krohngraben gebildet wurde. Eine Kirche St. Marien wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Im Ort gab es ein Landgut. Der letzte Gutsbesitzer war bis 1945 Hans Syberberg, bis 1933/34 auch Bürgermeister. Nossendorf hatte 1945/46 sehr viele Flüchtlinge aus dem Osten aufzunehmen. Sie wurden auch im Gutshaus und der Kirche untergebracht. Der Einmarsch der Roten Armee war Anfang Mai 1945 von den üblichen Gewalttaten begleitet, besonders gegen die Frauen und Mädchen. Der Gutsbesitzer Hans Syberberg wurde - wegen seiner NS-kritischen Haltung - von der Besatzungsmacht vergleichsweise geschont. Er soll sein Land freiwillig aufgeteilt und selber ein Stück erhalten haben. 1947 unterzeichnete er eine Verzichtserklärung. Der Landaufteilung folgte in den 1950er Jahren die Bildung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Die historischen Ställe und Scheunen wurden abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt. 1990 war das Gutshaus noch mit mehreren Familien belegt, im Jahr 2000 unbewohnt und in ruinösem Zustand. Hans-Jürgen Syberberg, dem Sohn des letzten Gutsbesitzers, gelang nach größeren Schwierigkeiten der Wiedererwerb von Gutshaus und Landbesitz. Ab 2003 baute er das Gutshaus wieder auf und strebt eine Revitalisierung auch des Umfeldes an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienkirche Nossendorf

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Nossendorf

  • Die frühgotische Backsteinkirche mit einem Sockel aus Feldsteinen stammt aus dem 13./14. Jahrhundert (Chor und Kirchenschiff). Das Kircheninnere wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgestaltet. Besonders bemerkenswert ist die erhaltene und aufgerichtete Grabplatte eines erschlagenen Priesters. 1945 wurde die Inneneinrichtung verwüstet, unter anderem in der Not des Winters das Kirchengestühl verheizt. In den 1950er Jahren fiel der Kirchturm ein, die Turmspitze wurde abgerissen. Das der Kirche benachbarte Kriegerdenkmal wurde geschleift. Nach der Wende begannen 1993 in der Kirche, die auch keine Decke mehr hatte, Restaurierungsarbeiten. Aus finanziellen Gründen konnte zunächst nur die Gebäudehülle wiederhergestellt werden. 2004 folgte die Restaurierung des Chorraums. Hans-Jürgen Syberberg sammelt Spenden für die Wiedererrichtung auch des charakteristischen Kirchturms, dem früheren Wahrzeichen des Dorfes. Zu seinem 75. Geburtstag erhielt Syberberg von dem Unternehmer Hans Wall eine Spende von 40.000 Euro für den Kirchturm.[2]
  • Gutshaus Syberberg
    Das Gutshaus Nossendorf ist das Geburtshaus des Filmregisseurs Hans Jürgen Syberberg. Er hat es wiedererworben und seit 2003 aus ruinösem Zustand wiederaufgebaut.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fußballverein SV Nossendorfer Kickers

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Nossendorf-Projekt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Jürgen Syberberg ist in den Ort seiner Geburt und Kindheit zurückgekehrt und wohnt im 2000 von ihm wiedererworbenen und ab 2003 wiederaufgebauten Gutshaus. Er betreibt die Revitalisierung auch des Umfeldes (Kopfsteinpflasterstraße, Hof, Garten und Park), die Wiederrichtung der historischen Ställe und Scheunen, der alten Silhouette des Ortes. Dieses „radikal-romantische Wiederaufbau-Projekt“ hat Syberberg 2010 in einer Installation in der Deutschen Kinemathek in Berlin dargestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Kilb: Die zweite Erfindung der Kindheit. Hans-Jürgen Syberbergs „Nossendorf-Projekt“ als Ausstellungsobjekt in der Deutschen Kinemathek Berlin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. November 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nossendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hans Wall rettet Syberberg-Projekt in bz-berlin.de vom 19. November 2010, abgerufen am 3. Februar 2012