Notausgang

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Notausgang
Piktogramm nach ISO 7010
Notausstieg über der Tragfläche einer Boeing 737
Notausstieg aus einem U-Boot erfolgt meist mit Tauchrettern.
Verschlossener Notausgang auf einer Autofähre
Durch Garderobe 'benutzter' Notausgang in einem Restaurant

Ein Notausgang oder Notausstieg ist ein Ausgang aus einem Bauwerk oder Fahrzeug/Flugzeug, der in Notfällen benutzt werden soll. In Deutschland ist hier zu differenzieren zwischen Ausgängen im Zuge von Rettungswegen und Notausgängen, die ausschließlich zur Nutzung im Notfall sind.[1] Er ist ein wesentlicher Bestandteil des zum Brandschutz vorgesehenen Fluchtwegs.

Die Größe und die Anzahl der Notausgänge muss so bemessen sein, dass die üblicherweise im Gebäude anwesenden Personen schnellstens auch bei Panikreaktionen ins Freie flüchten können, ohne dass die jeweiligen Personen stürzen und dabei durch die Nachfolgenden überrannt werden oder anderweitig zu Schaden kommen können.

Vorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werte und Richtlinien für Notausgänge sind in Deutschland in der Arbeitsstättenverordnung und dem Einführungserlass festgelegt. Die Ausführung von Notausgängen wird auch in der ASR A 2.3[2] behandelt.

Kennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Notausgang muss mit einem Piktogramm oberhalb der Tür gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung erfolgt oft in Kombination mit einer Notbeleuchtung. Er muss jederzeit erreichbar sein und darf nicht durch Gegenstände verstellt werden. Der Weg zum Notausgang (Fluchtweg) muss ebenfalls deutlich gekennzeichnet sein.[3]

Ein Nachteil der Rettungszeichen ist, dass blinde oder sehbehinderte Menschen diese meist nicht wahrnehmen können.

Türen und deren Verschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Anwendung kann eine Notausgangs-Tür nur an der Innenseite Türgriffe haben. Außerdem müssen die Beschläge der Tür so montiert sein, dass sich die Tür nur in Fluchtrichtung öffnen lässt. Die Tür kann zwar ein Schloss besitzen, jedoch muss sichergestellt sein, dass sich die Tür auch in abgeschlossenem Zustand jederzeit einfach von innen öffnen lässt.

Für Gebäude, in denen mit Panik zu rechnen ist, etwa weil dort regelmäßig viele ortsunkundige Personen anwesend sind, muss die Tür nach der Euronorm EN 1125 (Schlösser und Baubeschläge – Paniktürverschlüsse mit horizontaler Betätigungsstange – Anforderungen und Prüfverfahren) ausgerüstet sein. Die rechtliche Verbindlichkeit dieser Norm ist jedoch nicht gegeben, da die Bauministerkonferenz feststellte, dass gleichwertige Verschlüsse ebenfalls einsetzbar sind. Eine Norm ist seitens des Baurechts nicht befugt, die Anwendungsbedingungen zu regeln. Panikbeschläge, welche den Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnung entsprechen, sind rechtlich verbindlich. In der Regel sind dies Türen, die sich mit einem Handgriff leicht in voller Breite öffnen lassen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Notausgang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ArbStättV – nichtamtliches Inhaltsverzeichnis. In: www.gesetze-im-internet.de. Abgerufen am 22. November 2016.
  2. BAuA – ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan / Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) / Arbeitsstättenrecht / Arbeitsstätten / Themen von A-Z / Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. In: www.baua.de. Abgerufen am 22. November 2016.
  3. Rettungszeichen Notausgang. Erklärung zum Notausgangsschild (abgerufen 7. April 2014).
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