Notger Slenczka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Notger Slenczka (* 4. Februar 1960 in Heidelberg) ist ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Notger Slenczka – Sohn des Theologen Reinhard Slenczka – studierte nach seiner Schulzeit in Bern und Heidelberg und dem Abitur im Jahre 1978 Evangelische Theologie in Tübingen, München und Göttingen. Dort legte er 1986 das erste kirchliche Examen ab. 1989 wurde er an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen promoviert und war dort von 1991 bis 1997 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Nach dem zweiten kirchlichem Examen 1992 erfolgten 1996 die Ordination und 1997 die Habilitation. Nach Lehrstuhlvertretungen in Mainz und Gießen wurde Slenczka 1999 auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie der Universität Mainz berufen. 2006 nahm er einen Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin an.

Aufsehen erregte 2015 (zwei Jahre nach der Veröffentlichung) sein Aufsatz Die Kirche und das Alte Testament,[1] in welchem er die Art und Weise der Bedeutung des Alten Testaments für die evangelische Kirche und die in ihr gelebte Frömmigkeit (Kanonizität des Alten Testaments) in Frage stellt.[2][3] Seinen von manchen Kollegen als provozierend empfundenen Beitrag hatte Slenczka programmatisch mit dem Satz eröffnet: „'Provocare' heißt: herausrufen.“[4] Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wertete Slenczkas Position als „Skandal“ und antijudaistisch.[5]

Notger Slenczka ist verheiratet mit Ruth Slenczka, geb. von Campenhausen. Der Ehe entstammen vier Kinder.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Realpräsenz und Ontologie. Untersuchung der ontologischen Grundlagen der Transsignifikationslehre (= Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie. Bd. 66). Göttingen 1993.
  • gemeinsam mit Jörg Baur: Hat die Kirche das Evangelium verfälscht? Zum Buch von Jutta Voss: Das Schwarzmondtabu. Das Theologische Gutachten im Lehrverfahren. Calwer Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-7668-3280-8.
  • Der Glaube und sein Grund. F. H. R. von Frank, seine Auseinandersetzung mit A. Ritschl und die Fortführung seines Programms durch L. Ihmels (= Studien zur Erlanger Theologie. Bd. 1; = Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie. Bd. 85). Göttingen 1998 [Habilitationsschrift, erster Teil].
  • Selbstkonstitution und Gotteserfahrung. W. Elerts Deutung der neuzeitlichen Subjektivität (= Studien zur Erlanger Theologie. Bd. 2; = Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie. Bd. 86). Göttingen 1999 [Habilitationsschrift, zweiter Teil].
  • Die Kirche und das Alte Testament. In: Elisabeth Gräb-Schmidt und Reiner Preul (Hg.): Das Alte Testament in der Theologie (= Marburger Jahrbuch Theologie. Jg. 25; = Marburger Theologische Studien. Bd. 119). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2013, ISBN 978-3-374-03628-8, S. 83–119.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Notger Slenczka: Die Kirche und das Alte Testament. In: Elisabeth Gräb-Schmidt (Hrsg.): Das Alte Testament in der Theologie. Leipzig 2013, S. 83–119.
  2. Reinhard Bingener: Bibel-Streit. Der Gott des Gemetzels faz.net, 21. April 2015. Texte zur Diskussion sind unter https://www.theologie.hu-berlin.de/de/st/AT zugänglich.
  3. Micha Brumlik: Antijudaismus in neuem Gewand?, Jüdische Allgemeine, 23. April 2015.
  4. Notger Slenczka: Die Kirche und das Alte Testament. Leipzig 2013, S. 83.
  5. Stellungnahme. Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, 27. April 2015, abgerufen am 29. April 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]