Noto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Noto (Begriffsklärung) aufgeführt.
Noto
Wappen
Noto (Italien)
Noto
Staat Italien
Region Sizilien
Provinz Syrakus (SR)
Lokale Bezeichnung Nuotu
Koordinaten 36° 53′ N, 15° 4′ OKoordinaten: 36° 53′ 20″ N, 15° 4′ 13″ O
Höhe 152 m s.l.m.
Fläche 550,86 km²
Einwohner 24.074 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Stadtviertel Marina di Noto, Testa dell’Acqua
Angrenzende Gemeinden Avola, Canicattini Bagni, Ispica (RG), Modica (RG), Pachino, Palazzolo Acreide, Rosolini, Syrakus
Postleitzahl 96017
Vorwahl 0931
ISTAT-Nummer 089013
Volksbezeichnung Notinesi (oder Netini)
Schutzpatron San Corrado Confalonieri
Website Noto

Noto ist eine Stadt der Provinz Syrakus in der Region Sizilien in Italien mit 24.074 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Noto ist eine der spätbarocken Städte des Val di Noto, die von der Unesco zum UNESCO-Welterbe erklärt worden sind.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noto liegt 35 km südwestlich von Syrakus am Südrand der Monti Iblei auf 159 m s.l.m.. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft, in der Industrie und im Tourismus.

Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Canicattì–Syrakus.

Noto ist Bischofssitz des Bistums Noto.

Die Stadtteile sind Marina di Noto, San Corrado di fuori und Testa dell’Acqua.

Die Nachbargemeinden sind Avola, Canicattini Bagni, Ispica (RG), Modica (RG), Pachino, Palazzolo Acreide, Rosolini und Syrakus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porta Reale

Etwa 6 km nordwestlich der heutigen Stadt liegt das antike Neton (lateinisch Netum, heute Noto Antica oder Noto Vecchia genannt), das, von den Sikelern gegründet, schon früh in den Machtbereich von Syrakus geriet. Ab 263 v. Chr. wurde die Stadt offiziell von Hieron II. beherrscht, später kam sie als civitas foederata unter römische Herrschaft.

Ausgrabungen brachten die sikelische Nekropole, hellenistische Gräber und Katakomben zum Vorschein.

Unter den Arabern (ab 862) erlangte Noto im Mittelalter überregionale Bedeutung und war bis 1091 die letzte muslimische Bastion in Italien.

Die heutige Stadt entstand ab 1703 südöstlich von Noto Antica, das 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört worden war. Daraufhin wurde Noto planmäßig und einheitlich im Stil des sizilianischen Barocks neu aufgebaut. Stadtbaumeister war Rosario Gagliardi. Auch der Architekt Vincenzo Sinatra trug mit seinen Bauten zum heutigen Stadtbild bei.

Stadtbild und Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedrale von Noto
Chiesa di San Domenico
Chiesa di Montevergine
Palazzo Villadorata
Kathedrale San Nicolò

Beim Aufbau der neuen Stadt wurde ein rechtwinkliges Straßenraster zugrunde gelegt. Bevorzugtes Baumaterial für Kirchen und Paläste war heller Kalktuff aus der Umgebung.

Noto zählt zu den sizilianischen Barockstädten. Sie ist eine der 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten spätbarocken Städte des Val di Noto.[2]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • San Nicolò, der Dom von Noto
  • Santa Caterina
  • Nome di Gesù
  • San Michele Arcangelo
  • Santa Maria della Scala
  • Santa Chiara mit einer Madonna von Antonello Gagini
  • San Francesco D’Assisi (auch Chiesa dell’Immacolata) von Rosario Gagliardi mit dem ehemaligen Franziskanerkloster
  • Spirito Santo
  • Ecce Homo
  • Santa Maria dell’Arco
  • Anime Sante del Purgatorio
  • Santa Maria della Rotonda
  • Santissima Trinità
  • San Carlo al Corso
  • Santa Maria del Carmelo
  • San Pietro Martire
  • San Michele Arcangelo
  • San Domenico, erbaut ab 1737 von Rosario Gagliardi
  • Sant’Antonio Abate
  • San Corrado
  • Santa Caterina
  • Crociferio di San Camillo
  • Montevergine (auch Chiesa di San Girolamo) von Vincenzo Sinatra, die hochbarocke Fassade beherrscht die Via Corrado Nicolaci, deren oberen Abschluss sie bildet
  • Santissimo Salvatore, ehemalige Klosterkirche
  • San Andrea Apostolo
  • San Pietro delle Rose (auch Chiesa Santi Pietro e Paolo)
  • Danto Crocifisso, erbaut ab 1715, mit einer Madonna von Francesco Laurana
  • San Egidio Vescovo
  • Santa Maria del Gesù
  • Santissima Annunziata
  • Sant’Agata, erbaut ab 1710 von Rosario Gagliardi

Weitere Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palazzo Ducezio, heute das Rathaus, von Vincenzo Sinatra ab 1746 erbaut
  • Palazzo Nicolaci (auch Palazzo Villadorata), heute Sitz der Stadtbibliothek
  • Museo Civico, das städtische Museum mit Fundstücken aus der Umgebung, Statuen von Gian Domenico Gagini sowie einer Sammlung moderner Kunst

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Noto Antica, die Ruinen der bei dem Erdbeben 1693 zerstörten alten Stadt Noto
  • San Corrado di Fuori, ein dem Schutzpatron von Noto geweihter Wallfahrtsort
  • Villa Romana del Tellaro, eine römische Villa aus dem 4. Jahrhundert mit wertvollen Mosaiken
  • Eloro, eine antike Siedlung an der Küste südöstlich von Noto
  • Riserva Naturale Oasi faunistica di Vendicari, ein Naturreservat südlich von Noto

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Hofer: Noto - Idealstadt und Stadtraum im sizilianischen 18. Jahrhundert. gta Verlag 1996. ISBN 978-3-85676-039-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Noto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Ausgequetscht wie eine Olive: In Sizilien sehen sich Weltkulturerbe-Städte durch Ölbohrungen bedroht. Thomas Radigk für Kulturzeit. 16. Januar 2007.