Nottensdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Nottensdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nottensdorf hervorgehoben

Koordinaten: 53° 29′ N, 9° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Horneburg
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 7,14 km2
Einwohner: 1601 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21640
Vorwahl: 04163
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 034
Adresse der Verbandsverwaltung: Lange Straße 47 – 49
21640 Horneburg
Website: www.horneburg.de
Bürgermeister: Dierk Heins (CDU)
Lage der Gemeinde Nottensdorf im Landkreis Stade
BaljeKrummendeichFreiburg/ElbeOederquartWischhafenDrochtersenGroßenwördenEngelschoffHammahDüdenbüttelHimmelpfortenBurwegKranenburgEstorfOldendorfHeinbockelStadeDeinsteFredenbeckKutenholzJorkBuxtehudeApensenBeckdorfSauensiekAhlerstedtBrestBargstedtHarsefeldNottensdorfBliedersdorfHorneburgDollernAgathenburgLandkreis StadeNiedersachsenLandkreis CuxhavenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HarburgHamburgSchleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinGrünendeichMittelnkirchenNeuenkirchenGuderhandviertelSteinkirchenHollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Nottensdorf (plattdeutsch Nottensdörp) ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Horneburg im niedersächsischen Landkreis Stade.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nottensdorf liegt südlich der Bundesstraße 73 (B 73) auf dem Geestrand am Urstromtal der Elbe.[2] Rund um das Dorf liegen Äcker, Wiesen, Weiden, Wald- und Heidestücke.

Zu Nottensdorf gehören im Norden liegend die Ortsteile Schragenberg und Habeckstal (auch Habecksfeld genannt).

Die Gemeinde Nottensdorf grenzt im Norden an die Gemeinde Neuenkirchen im Alten Land, im Osten an die Hansestadt Buxtehude, im Süden an die Gemeinde Apensen und im Westen an die Gemeinden Bliedersdorf und Horneburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nottensdorf wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde ist jedoch bei einem Bombenangriff auf Hannover im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Die älteste Abschrift mit dem Ortsnamen Notmestorpe stammt von 1303, woran ein Gedenkstein im Ort erinnert.[3]

Nach den Zerstörungen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges trat eine große Veränderung des Ortsbildes ein. Während vorher Strohdachhäuser vorherrschten, nahmen danach die jetzt überwiegend vorhandenen Neubauten zu. Nottensdorf war bis in die 1960er Jahre ein reines Bauerndorf. Heute ist Nottensdorf ein Wohnort mit nur noch wenigen spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben, Firmen der Baubranche, der Gastronomie und des Hotelgewerbes.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Nottensdorfer Aussichtsturm nach Südosten über die B 73 nach Hedendorf und Buxtehude.
  • 1524: 11
  • 1536: 15
  • 1604: 15
  • 1630: 13
  • 1639: 12
  • 1707: 21
  • 1722: 25
  • 1741: 35
  • 1777: 36
  • 1791: 36
  • 1816: 220
  • 1823: 236
  • 1836: 293
  • 1839: 286
  • 1842: 299
  • 1845: 318
  • 1848: 319
  • 1852: 353
  • 1855: 361
  • 1858: 343
  • 1861: 340
  • 1867: 346
  • 1871: 319
  • 1875: 314
  • 1880: 367
  • 1885: 358
  • 1890: 343
  • 1895: 300
  • 1900: 312
  • 1905: 417
  • 1925: 429
  • 1933: 454
  • 1938: 464
  • 1939: 432
  • 1950: 711
  • 1961: 632
  • 1965: 623
  • 1970: 649
  • 1976: 905
  • 1992: 1.012
  • 1994: 1.065
  • 2008: 1.441
  • 2015: 1.431

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

53 % der Bevölkerung sind evangelisch, 6 % katholisch.[4] Auf lutherischer Seite ist die Kirchengemeinde im benachbarten Horneburg für Nottensdorf zuständig, die zum Kirchenkreis Buxtehude der hannoverschen Landeskirche gehört. Sofern unter den Protestanten auch Reformierte sind, gehören diese zur Gemeinde im fast 90 km westlich gelegenen Holßel, obwohl es auch im wesentlich näher gelegenen Hamburg eine Gemeinde der Evangelisch-reformierten Kirche gibt. Für die Katholiken ist die Pfarrei St. Maria in Buxtehude zuständig, die zum Dekanat Unterelbe im Bistum Hildesheim zählt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2016 ist Dierk Heins (CDU) Bürgermeister der Gemeinde Nottensdorf.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 59 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,6 %
22,3 %
18,2 %
Aussichtsturm im Freizeitpark
Grab- und Gedenkstätte für Hans Much im Wald am Ortsrand
Gedenkstein zur Erinnerung an die urkundliche Erwähnung von Notmestorpe im Jahre 1303

Der Rat der Gemeinde Nottensdorf besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Legislaturperiode begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Die vergangenen Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:

Wahljahr CDU Grüne SPD Gesamt
2021[6] 7 2 2 11 Sitze
2016 8 3 11 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1948 darf die Gemeinde ein Wappen tragen.

Blasonierung: Das Gemeindewappen zeigt in Silber drei aufsteigende rote Flammen. Es symbolisiert die Zerstörung von Nottensdorf beim Einmarsch britischer Truppen im April 1945. Der Entwurf stammt von dem Nottensdorfer Lehrer Fritz Haß.

Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Gemeinde Nottensdorf, Landkreis Stade“. Die Flagge der Gemeinde Nottensdorf zeigt zwei rote Streifen oben und unten, dazwischen ein weißer Streifen im Verhältnis 1:2:1, in der Mitte belegt mit dem Gemeindewappen.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke, Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nottensdorf verfügt neben der Gutsanlage der alteingesessenen Familie von Düring auch über mehrere denkmalgeschützte Einzelbauwerke.[8]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Freizeitpark Nottensdorf befindet sich auf einem etwa 2 Hektar großen Gelände. Ein 28 Meter hoher Aussichtsturm bietet einen weiten Ausblick.[9]
  • Männergesangsverein Eintracht[10]
  • Theatergruppe Nottensdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Nottensdorf

Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2020 wurde der privat geführte Ruhewald Nottensdorf eröffnet.[11][12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nottensdorf wird über die Bundesstraße 73 erschlossen.

Nach Buxtehude verkehrt die KVG-Buslinie 2103,[13] nach Harsefeld die Linie 2063[14] und nach Horneburg die Linie 2064.[15]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FSV Bliedersdorf/Nottensdorf (Fußballverein, Fusion aus FC Nottensdorf 03 und SV Bliedersdorf aus dem Nachbarort Bliedersdorf)
  • Squash-Club Nottensdorf
  • Tennisclub Nottensdorf

Persönlichkeiten, die mit Nottensdorf verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1932 wurde eine Grab- und Gedenkstätte für den in Hamburg tätigen Medizin-Professor Hans Much nach einem Entwurf von Fritz Höger errichtet. Auf dem großen Findling ist die Inschrift „HANS MUCH 1880–1932“ zu lesen. Rund um die Gedenkstätte findet man Feldsteine mit den Namen seiner Pekinesen-Hunde Han-Foo, Wu-Ti, Yan-Yan und Ping-Pong. Muchs Urne wurde auf seinen Wunsch unter dem großen Findling beigesetzt. Seine Beziehung zur Gemeinde Nottensdorf beruht auf einer Freundschaft mit der dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1957 ansässigen Gutsfrau Thekla von Düring.[16][17][18]

Von 1969 bis zu ihrem Tod im Jahr 2006 lebte die Schriftstellerin Barbara Bartos-Höppner in Nottensdorf. Sie wurde in Buxtehude beerdigt. In ihrem Haus im Bärenwinkel (Am Walde 20, 21640 Nottensdorf) befindet sich seit 2001 der Sitz der Bartos-Höppner-Stiftung.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Fuhst: Zu Hause in Nottensdorf – Chronik eines Dorfes und seiner Familien.1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nottensdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Dorfentwicklung NoBlie. Dorfentwicklung in den Gemeinden Bliedersdorf und Nottensdorf. Bericht in drei Teilen. Stand: 22. Januar 2020. Links zum Download (pdf). Homepage der Gemeinde Nottensdorf, abgerufen am 6. Juli 2021.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. Samtgemeinde Horneburg: Nottensdorf Website abgerufen am 6. Juli 2021.
  3. Helmut Dammann: 750 Jahre Nottensdorf. In: Meine Samtgemeinde 17/2020, S. 10 f.
  4. Zensusdatenbank
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. November 2014
  6. Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 8. August 2022.
  7. Gemeinderat der Gemeinde Nottensdorf: Hauptsatzung für die Gemeinde Nottensdorf 23. November 2016.
  8. vgl. Denkmalatlas Niedersachsen Eintrag Nottensdorf, abgerufen am 6. Juli 2021.
  9. Freizeitpark Nottensdorf Website, abgerufen am 6. Juli 2021.
  10. 60 Jahre MGV „Eintracht“ Nottensdorf: 1926-1986. Festschrift. Bliedersdorf, Günter Dammann (Druck) 1986.
  11. Björn Vasel: Friedhof: Nottensdorfer Wald wird wieder für Bestattungen genutzt Buxtehuder Tageblatt, 16. März 2020.
  12. Björn Vasel: Bestattungen unter Bäumen: Ruhewald in Nottensdorf eingeweiht Buxtehuder Tageblatt, 2. November 2020.
  13. Buxtehude ZOB - Heitmannshausen - Hedendorf (- Bliedersdorf - Nottensdorf - Grundoldendorf)
  14. Nottensdorf - Bliedersdorf - Horneburg - Issendorf - Harsefeld und zurück
  15. (Horneburg -) Nottensdorf - Bliedersdorf - Horneburg
  16. Hans Much. Enzyklopädie des Islam, abgerufen am 7. Juli 2021.
  17. Nottensdorfer Sehenswürdigkeiten Samtgemeinde Horneburg, abgerufen am 7. Juli 2021.
  18. Margarete Schindler: „Muse hochgeistiger Männer.“ Die Gutsbesitzerin Thekla von Düring in ihrer Rolle gegenüber dem Hamburger Arzt Hans Much und dem Architekten Fritz Höger. Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, ohne Jahr, S. 197–222.
  19. Bartos Höppner Stiftung FreiwilligenServer Niedersachsen, abgerufen am 6. Juli 2021.