Nottwil

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Nottwil
Wappen von Nottwil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1094i1f3f4
Postleitzahl: 6207
Koordinaten: 652998 / 220681Koordinaten: 47° 8′ 6″ N, 8° 8′ 14″ O; CH1903: 652998 / 220681
Höhe: 526 m ü. M.
Fläche: 10,33 km²
Einwohner: 3613 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 350 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
11,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.nottwil.ch
Karte
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Nottwil (schweizerdeutsch Nottu) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Westufer des Sempachersees zwischen Sempach und Sursee. Sie umfasst neben der Hauptsiedlung, die aus dem Oberdorf und dem am Sempachersee liegenden Unterdorf besteht, zahlreiche weitverstreute Weiler und Häusergruppen. Mit dem Dorf zusammengewachsen sind die Weiler Oberei (549 m ü. M.) und Ei (528 m ü. M.). Westlich des Dorfs liegt Büel (auch Bühl geschrieben; 587 m ü. M.). Am Sempachersee südöstlich von Nottwil-Dorf befinden sich die Ortsteile Meienbach (508 m ü. M.) und Eggerswil (517 m ü. M.).

Nottwil grenzt an Buttisholz, Neuenkirch, Oberkirch und Ruswil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'212
1900 928
1910 1'072
1930 1'115
1950 1'185
1970 1'340
1980 1'538
1990 2'078
2000 2'682
2010 3'439

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sank die Bevölkerung aufgrund von Abwanderung in die Industriezentren massiv (1850-1900: -23,4 %). Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wuchs sie markant (1900-1910: +15,5 %) und danach bis 1970 langsam aber stetig. Seither nimmt die Bevölkerung stark zu.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 92,77 % Deutsch, 1,45 % Italienisch und 1,30 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung wie folgt aus. Es gibt 76,40 % römisch-katholische-, 11,52 % evangelisch-reformierte- und 0,86 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 5,56 % Konfessionslose und 2,05 % Muslime. Die Muslime sind albanischer, türkischer und kurdischer Nationalität.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 3'476 Einwohnern 3'092 Schweizer und 384 (= 11,0 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 89,0 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (33,3 %), Portugal (15,6 %), Serbien inklusive Kosovo (13,8 %), Italien (3,6 %), der Türkei (1,8 %) und Spanien (1,3 %). 20,1 % stammten aus dem übrigen Europa und 10,4 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend war bereits früh besiedelt. Davon zeugen jungsteinzeitliche Pfahlbauten, Reste römischer Gebäude und ein bei Iflikon gefundener römischer Bronze-Dreifuss. Erstmals historisch erwähnt wird Notewile im Urbar des Klosters Einsiedeln 1217/22. Zuerst regierte eine adlige Familie, die Herren von Nottwil, die Gemeinde im Namen der Herren von Gösgen im heutigen Kanton Solothurn. Bald darauf übernahmen die Herren von Tannenfels das Meieramt im Namen des Klosterstifts Beromünster. Die Gemeinde war bis 1798 ein Teil des Eiamts, welches ein Teil des Michelsamts war. Im Jahr 1348 verkaufte Catarina von Wessenberg, die Witwe Burkhards II. von Sursee und Tannenfels, ihre Rechte an die Deutschordensritter. Wegen der Parteinahme des Ordens für die Habsburger wurde die Burg Tannenfels von den Luzernern im Jahr 1386 zerstört. Die Gemeinde geriet als Teil des Michelsamts im Jahr 1415 unter die Herrschaft der Stadt Luzern. Sie beteiligte sich 1799 am kurzfristigen Aufstand gegen die neuen französischen Herren, dem sogenannten Käferkrieg. Von 1798 bis 1803 gehörte sie zum Distrikt Sempach, seither zum Amt Sursee.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Nottwil besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Walter Steffen (FDP): Gemeindepräsident
  • Kaspar Käslin (CVP): Finanzen
  • Marcel Morf (FDP): Bau
  • Edith Schwander-Arnold (CVP): Bildung und Kultur
  • Renée Sigrist Disler (FDP): Soziales

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Nottwil: SVP 33,2 %, CVP 29,9 %, FDP 16,2 %, SP 6,9 %, glp 6,6 %, GPS 5,2 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Nottwil: SVP 30,4 %, CVP 27,0 %, FDP 18,0 %, SP 9,3 %, glp 6,5 %, Grüne 5,5 %, BDP 1,8 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nottwil liegt an der Bahnstrecke Olten–Luzern und hat eine eigene Haltestelle. Ausserdem verbinden die Buslinien 62: Sursee-Nottwil-Buttisholz-Ruswil Rottalcenter und die Buslinie 65: Sursee-Oberkirch-Nottwil Oberdorf, die Gemeinde mit dem Umland. Nottwil liegt an der Strasse Luzern-(Neuenkirch-)Sursee. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Sursee im Norden und Sempach im Süden. Beide liegen an der A2 und sind jeweils 8 km entfernt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Nottwil kommt der erfolgreiche Handballverein der Damen Spono Eagles. Der Verein wurde dreimal Schweizer Meister und dreimal Schweizer Cupsieger.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nottwil stehen in einer 1990 errichteten eigenen Siedlung das Schweizer Paraplegiker-Zentrum[7] und das Ausbildungszentrum des Schweizerischen Roten Kreuzes. Zudem wurde am 1. Oktober 2005 das «Guido A. Zäch Institut für Klinische Forschung» eröffnet. Auch die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung befindet sich in Nottwil.

Seit 2009 verbindet Nottwil mit der deutschen Stadt Schwaigern (Baden-Württemberg) eine Städtepartnerschaft.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nottwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Nottwil
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Nottwil
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.
  7. paranet.ch: Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Zugriff am 18. Januar 2010
  8. Gründung der Städtepartnerschaft nottwil.ch