nouveau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum deutsch-französischen Maler, Bildhauer, Komponisten und Schriftsteller siehe Henri Nouveau.
Mesa 3D/DRI und Gallium3D haben unterschiedliche Modelle für Gerätetreiber. Beide teilen allerdings große Mengen an freiem Quellcode

nouveau (frz. für „neu“) ist eine Sammlung an freien Treibern für Grafikkarten des Herstellers Nvidia, um diese unter dem Betriebssystem Linux nutzen zu können. Die Entwicklung wird primär von der X.Org Foundation und von freedesktop.org geleitet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt startete 2006 mit dem Ziel, den bisherigen freien Treiber nv zu ersetzen, da dieser nur rudimentäre Funktionen bot. 2010 stellte Nvidia die Entwicklung von nv ein, verweigerte jedoch eine Beteiligung am nouveau-Projekt. Alle nötigen Informationen mussten daher per Reverse Engineering des proprietären Treibers ermittelt werden. Das Projekt ist einzigartig und ist extrem aufwändig, da die komplette Architektur der Grafikprozessoren nachvollzogen werden muss.

Am 24. September 2013 kündigte Nvidia zwar an, das nouveau-Projekt künftig mit Dokumentationen fördern zu wollen,[1] die Entwickler kritisierten im April 2015 jedoch – insbesondere im Hinblick auf neuere Chipsätze (GeForce 900) – eine unzureichende Unterstützung und sogar eine Behinderung ihrer Arbeit durch Maßnahmen wie der Einführung von signierter Firmware. Auch dem Versprechen, Mikrocode-Abbilder an die Nouveau-Entwickler zu übergeben sei Nvidia bislang nicht nachgekommen.[2] Anfang 2016 lenkte Nvidia ein und übergab Patches, welche grundlegende Funktionen zum Laden der signierten Firmware implementieren. Firmware an sich wurde bislang jedoch nicht weitergereicht.[3]

Auf der X.org Developers Conference 2016 kritisierte der Entwickler Martin Peres erneut die mangelnde Unterstützung seitens Nvidia und sprach von einer akuten Gefährdung des nouveau-Projekts. Durch die zunehmende Einführung signierter Firmware sei eine Entwicklung per Reverse Engineering kaum mehr möglich und nötige Informationen würden teilweise erst mit bis zu zwei jähriger Verspätung übergeben, wenn überhaupt. Ferner wurde angeführt, dass Nvidia selbst von nouveau profitiere, da die Treibersammlung mittlerweile die Grundlage für die Unterstützung der Produktlinie Tegra unter Linux sei.[4]

Die beiden großen Mitbewerber hingegen unterstützen die Entwicklung freier Treiber durch die Offenlegung ihrer Spezifikationen. Intel seit jeher und ATI seit Ende 2008.

Entwicklungsstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang 2013 ist nouveau in der Lage, sowohl die 2D- als auch die 3D-Beschleunigung aller unterstützten Karten anzusprechen; seit der Linux-Kernel-Version 3.8 ist auch letztere gewöhnlich standardmäßig aktiviert.[5] Defizite existieren hingegen noch bei der Unterstützung von Leistungsstufen, wovon insbesondere die Prozessoren Tesla, Fermi und Kepler (Geforce 600) betroffen sind. Die 3D-Beschleunigung ist dadurch momentan weniger leistungsfähig als mit dem proprietären Treiber.[6]

nouveau ist mittlerweile bei den meisten Linux-Distributionen der voreingestellte Treiber.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://lists.freedesktop.org/archives/nouveau/2013-September/014480.html
  2. Artikel „LinuxKernel: Nvidias neue Hardware erschwert Open-Source-Entwicklung“ bei golem.de
  3. Artikel „Nvidia: Nouveau-Entwickler bereiten Firmware-integration vor“ bei golem.de
  4. Golem.de: „Nvidias Verhalten gefährdet freien Linux-Treiber“
  5. Nachrichtenartikel bei heise.de
  6. nouveau-Artikel im freedesktop.org-wiki