Novo (Magazin)

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Novo
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Verlag Novo Argumente Verlag
Erstausgabe 1992
Erscheinungsweise halbjährlich
Verkaufte Auflage 1.500–2.000 Exemplare
(eig. Angaben)
Herausgeber Alexander Horn
Weblink www.novo-argumente.com
ISSN

Novo ist ein wochentags publizierendes Online-Magazin, das zweimal im Jahr eine buchartige Essaysammlung herausgibt. Laut Eigenbeschreibung kommentiert es das aktuelle Tagesgeschehen und analysiert politische Themen „aus konsequent humanistischer Perspektive.“[1]

Geschichte und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen aus einer studentischen Initiative gegen Rassismus, wurde das Magazin Novo 1992 an der TU Darmstadt gegründet. Herausgeber war eine dem Trotzkismus nahestehende Studentengruppe[2] namens „Linkswende“, die keinerlei Verbindungen zu einer gleichnamigen Strömung innerhalb der SPD und zu einer Organisation in Österreich gleichen Namens unterhielt. Mitte der 1990er Jahre zog die Novo-Redaktion nach Frankfurt am Main um.

Am Ende des Jahrzehnts kam es zu einer inhaltlichen Neuorientierung: von antiautoritär linken hin zu libertär fortschrittsoptimistischen Positionen.[3] Novo bezeichnet sich heute als „Forum für Debatten“,[4] das „zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen, Missstände kritisieren und nach Wegen in eine bessere Zukunft fragen“ wolle. Nach eigenen Aussagen wendet sich das Magazin gegen „Volkserzieher, professionelle Panikmacher, Technokraten und jeden, der meint, weniger Freiheit wäre die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“.[5]

Chefredakteur und Herausgeber von 1992 bis 2011 war Thomas Deichmann. Seitdem ist Alexander Horn Geschäftsführer. Bis 2010 erschien Novo als zweimonatliches Printmagazin. Von 2009 bis 2016 nannte es sich in Eigenschreibweise „NovoArgumente“. Seit 2016 führt es wieder den Namen „Novo“ mit der Unterzeile „Argumente für den Fortschritt“. In diesem Jahr zog Novo-Redaktion nach Berlin um.

Das Magazin ist Kooperationspartner des gleichfalls libertären, britischen Online-Magazins Spiked und des alljährlich in London stattfindenden Debattenfestivals Battle of Ideas. Zu den privaten Förderern zählen das Institute of Ideas in London sowie der Industrieverband Agrar.[3]

Im Kontext einer Zeitschriftenkolumne zu dem Online-Magazine Spiked, 2018, positioniert Gregor Dotzauer vom Tagesspiegel Novo–Argumente als Partnermagazin von Spiked. Die Ausrichtung von Novo wird als „pathologisch industriefreundlich“ verortet.[6]

Es besteht eine enge Zusammenarbeit von Novo-Argumente und dem Medium "Achse des Guten". Dirk Maxeiner Mitgründer der Achse des Guten ist Novo Autor,[7]. Der Novo Gründer und Chefredakteur bis 2011 Thomas Deichmann, war in seiner Novo Zeit vielfacher Autor der "Achse des Guten".[8] Regelmässig werden Novo Artikel von der "Achse des Guten" gespiegelt und verlinkt.[9]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 setzte sich das strom magazin mit den energiewirtschaftlichen Beiträgen des Heftes Nr. 81 auseinander. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Beiträge durchwegs konservative, einseitige Argumentationen aufwiesen, die mit wissenschaftlichen Zahlen "garniert" waren. Begründet wurde dies beispielsweise damit, dass im Bericht zur Solarenergie zwar die Ineffizienz der Technologie herausgestellt wurde, jedoch deren unbegrenzte Verfügbarkeit im Unterschied zu fossilen Energieträgern und Uran, sowie deren positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, unerwähnt blieb. Zur Lektüre des Heftes wird dennoch geraten, da es einen Beitrag zum selbständigen Denken liefere.[10]

Dirk Maxeiner und Michael Miersch von der Welt empfahlen 2008 Novo-Argumente für Leser, die den Mainstream nicht teilen, als „publizistisches Refugium der Aufklärung“. Die Redaktion behandle Themen wie „Öko wird Großtechnik“ und „Lob der autonomen Unternehmensführung“. „Anti-Atom-Aktivisten“ und „Gentechnik-Paniker“ würden journalistisch hart angegangen.[11]

In einem 2010 in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel bezeichnet Johannes Boie Novo als ein ambitioniertes Projekt mit Anspruch und vielen klugen Texten, dessen Lektüre sich lohne. Manche Meinung in Novo erscheine zwar durchaus verwegen und zuweilen entsteht der Eindruck, es werde Kritik um der Kritik willen geübt. Gleichzeitig nutzen dort bekannte Publizisten die Möglichkeit „frei von etablierten Blattlinien“ und ohne nennenswerte Bezahlung zu schreiben.[12]

In Zeit Campus zählt Daniel Erk Novo zu seinen „Neun Tipps für mehr politisches Engagement“. Hier sei Liberalismus wieder „klug und sexy“, „eine Zeitschrift mit liberalen Ideen ohne die Krawattigkeit der FDP“. Es lohne sich, über die Texte zu lesen, darüber nachzudenken und zu debattieren.[13]

Im Kontext einer Zeitschriftenkolumne zu dem Online-Magazine Spiked, 2018, positioniert Gregor Dotzauer vom Tagesspiegel Novo–Argumente als Partnermagazin von Spiked. Die Ausrichtung von Novo wird als „pathologisch industriefreundlich“ verortet.[14]

Der am 24. Februar 2020 auf der Novo Webseite veröffentlichte Artikel "Die Leiden des jungen Torunarigha"[15] von Stefan Chatrath, Sportmarketing-Professor und "Vize-Chef der Wissenschaftlichen Kommission des Landessportbundes", bezüglich der rassistischen Beleidigungen gegen den Fußballer Jordan Torunarigha führte zur Entbindung Stefan Chatraths von seinen Ämtern.[16][17][18][19]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Novo publizieren u. a. folgende Autoren:[20]

Interviewt wurden u. a.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß eigenen Angaben hatte die Novo-Printausgabe 2015 eine Auflagenhöhe von 1.500 bis 2.000 Heften pro Ausgabe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Projekt. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.
  2. "Novo Argumente" – "Wir glauben an die Digitalisierung". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 23. April 2016.
  3. a b "Novo Argumente" – "Wir glauben an die Digitalisierung". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 23. April 2016.
  4. Über Novo. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.
  5. Das Projekt. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.
  6. Gregor Dotzauer: Online-Magazin "Spiked" Ein bisschen Trotz muss sein in Der Tagesspiegel vom 21. Januar 2018
  7. https://www.novo-argumente.com/autor/maxeiner_dirk
  8. https://www.achgut.com/autor/deichmann
  9. 23.02.2020, 13.02.2020 , 30.01.2020, 28.01.2020
  10. Novo: Alte Zöpfe in neuem Gewand in strom magazin vom 2. März 2006
  11. Maxeiner, Miersch : Lest antizyklisch, in die Welt vom 27. März 2008
  12. Johannes Boie, „Die armen Banker“, Süddeutsche Zeitung 52, 7. Januar 2010, Seite 13.
  13. Daniel Erk, „Und jetzt alle“, Die Zeit Campus (Nr. 4), 1. Juli 2013, S. 36–38.
  14. Gregor Dotzauer: Online-Magazin "Spiked" Ein bisschen Trotz muss sein in Der Tagesspiegel vom 21. Januar 2018
  15. Die Leiden des jungen Torunarigha, von Stefan Chatrath, novo-argumente.com 24. Februar 2020
  16. „Hätte seine Gefühle im Griff haben müssen“ Sportmarketing-Professor attackiert Hertha-Profi Torunarigha, Der Tagesspiegel 25. Februar 2020
  17. Text gegen Herthas Torunarigha Berliner Wissenschaftler irritiert mit Rassismus-Aussage, Rbb24 25. Februar 2020
  18. Nach Rassismus-Verharmlosung Chatrath von Ämtern entbunden, FAZ 25. Februar 2020
  19. Nach Vorfall um Herthas Torunarigha Wissenschaftler verharmlost Rassismus – und wird gefeuert, t-online.de 25. Februar 2020
  20. Autoren A–Z. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.