Novo Brdo

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Novobërdë/Novobërda1
(Artanë/Artana)
Novo Brdo/Ново Брдо2
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Novo Brdo (Kosovo)
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Basisdaten
Staat: Kosovo3
Bezirk: Gjilan
Gemeinde: Novo Brdo
Koordinaten: 42° 37′ N, 21° 26′ OKoordinaten: 42° 36′ 59″ N, 21° 25′ 54″ O
Höhe: 1.000 m ü. A.
Einwohner: 183 (2011)
Telefonvorwahl: +383 (0) 38
Postleitzahl: 16000
Kfz-Kennzeichen: 06
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.
Ausblick von der Festung zu Orten der Gemeinde

Novo Brdo (serbisch-kyrillisch Ново Брдо; albanisch Novobërda oder auch Novobërdë, seltener auch Artana bzw. Artanë; mittelniederdeutsch Nyeu-berghe; venetisch Novomonte; türkisch Nobırda) ist eine Ortschaft innerhalb der gleichnamigen Gemeinde im östlichen Kosovo.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name wird aus den Wörtern novo (dt. „neu“) und dem slawischen Toponym brdo („Hügel“) gebildet, und bedeutet auf Serbisch „neuer Hügel“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Novo Brdo liegt im Osten des Kosovo in einer hügeligen Landschaft. Die kosovarische Hauptstadt Pristina ist etwa 20 Kilometer im Nordwesten entfernt. Die nächsten Städte sind Kamenica im Osten und Gjilan im Süden. Die Region um Novo Brdo ist reich an Mineralien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Festung von Novo Brdo, auch Festung Gornji Grad genannt. Sie datiert zurück bis in die byzantinische Zeit und wurde unter anderem vom serbischen König Uroš II. Milutin im Jahr 1285 ausgebaut. Die Festungsanlage befindet sich auf einem erloschenen Vulkan.
Hauptartikel: Festung Novo Brdo

Novo Brdo samt der Region gehörte bereits im 12. Jahrhundert zum serbischen Reich. Als der serbische König Uroš IV. Dušan die Macht übernahm, konnte der sein Herrschaftsgebiet zu einem Großreich ausweiten, während Dušan selbst zum mächtigsten König in Südosteuropa wurde. Das Zeitalter unter Zar Dušan gilt heute als das goldene Zeitalter Serbiens. Novo Brdo selbst erlebte unter seiner Herrschaft einen großen Aufschwung. Die Bergwerksstadt profitierte vor allem durch die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, die der Herrscher gefördert hatte. So kamen unter Zar Dušans Anweisungen sächsische Bergarbeiter für Berg- und Festungsbau sowie Dubrovniker (damals Ragusaner) für den Handel ins Reich.

In Novo Brdo siedelten sich viele Sachsen (serbisch Sasi) aus dem Erzgebirge stammend an. In der Hauptfaktorei von Novo Brdo wurden durch den Ankauf von Gold und Verkauf von Importwaren gewaltige Summen umgesetzt, nicht selten zum Verdruss der ebenfalls in Novo Brdo vertretenen Venezianern.[1] Dadurch wurde die Stadt zu einer der wichtigsten Handelsplätze und eine der größten Einnahmequellen des Großserbischen Reiches.

1442 wird erstmals eine jüdisch gläubige Gemeinde in Novo Brdo erwähnt, die zu den frühesten im Kosovo zählt.[2]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fall des Osmanischen Reiches verlor Novo Brdo seine einstige Bedeutung. Zwischen 1963 und 1991 gehörte das Gebiet zur Gemeinde von Priština, bis sie dann zu einer eigenen Verwaltungseinheit gebildet wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im eigentlichen Ort Novo Brdo lebten 2011 183 Einwohner, von ihnen waren 176 (96,17 %) Albaner, 6 Türken und eine Person Bosniake.[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Novo Brdo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Herm: Der Balkan. Das Pulverfaß Europas. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf/Wien/New York/Moskau 1993, ISBN 978-3-430-14445-2, S. 153.
  2. Albert Ramaj: Die Rettung der Juden in Albanien. Albanisches Institut, St. Gallen, 11. Januar 2012, abgerufen am 22. August 2012 (PDF-Datei, 73.6 KB).
  3. Ethnic composition of Kosovo 2011. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 15. Januar 2018.