Novomatic

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NOVOMATIC-Gruppe
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1980
Sitz Gumpoldskirchen,
OsterreichÖsterreich Österreich

Leitung

  • Harald Neumann
    (Vorstandsvorsitzender)
  • Herbert Lugmayr
    (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 24.000 [1]
Umsatz 3,9 Mrd. Euro (2015)[2]
Branche Glücksspiel
Website www.novomatic.com

Die NOVOMATIC-Gruppe ist ein global agierender Glücksspielkonzern mit Stammsitz in Gumpoldskirchen (Österreich). Der Konzern betreibt Spielbanken, elektronische Casinos und Sportwettlokale, vermietet Glücksspielgeräte und entwickelt und produziert Spielausstattungen und Spielsysteme. Die Unternehmensgruppe beschäftigte im Jahr 2015 rund 24.000 Mitarbeiter weltweit, davon rund 3.300 in Österreich.[3] Zur NOVOMATIC-Gruppe gehört mit der Admiral Sportwetten GmbH auch der mit über 200 Standorten filialstärkste Sportwetten-Anbieter Österreichs.

Die NOVOMATIC-Gruppe ist in 80 Staaten weltweit tätig und erreichte damit im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 3,9 Mrd. Euro, das EBIT betrug 374 Mio. Euro.[4]

Novomatic Geschäftszentrale Gumpoldskirchen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiheitsstatue in Komořany mit Logo der Novomatic

Als gelernter Fleischermeister gründete Johann F. Graf zusammen mit dem Elektrohändler Gerhard Brodnik 1974 die Brodnik & Graf GmbH[5] und startete mit dem Import von belgischen Flipperautomaten. Die Karriere der beiden Unternehmer begann zu dem Zeitpunkt, an dem der Umstieg von elektromechanisch betriebenen Slotmaschinen auf elektronische erfolgte. Grafs Startkapital damals betrug 50.000 Schilling (umgerechnet EUR 3.634).[5]

Im Jahr 1980 verließ Graf die Firma und rief die Novomatic Automatenhandels GmbH ins Leben, die sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Glücksspielautomaten beschäftigen sollte und dies nach einer zwischenzeitlichen Umstrukturierung in eine Aktiengesellschaft auch noch bis heute tut. Weiters umfasst der Tätigkeitsbereich des Konzerns die Planung und Errichtung schlüsselfertiger Casinos und Casino-Management-Systeme.[6] Die Aktienmehrheit des Unternehmens liegt auch heute noch in Grafs Händen.

Im Jahr 2010 übernahm die Novomatic-Tochter Astra Games Ltd. 70 % am österreichischen Online-Spiele-Unternehmen Greentube. Im September 2011 erwarb Astra Games Ltd. die restlichen 30 Prozent Anteile.[7][8]

Im Winter 2012 wurden Casino-Lizenzen für 6 österreichische Städte (Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Graz, Linz und Wien) vom österreichischen Finanzministerium ausgeschrieben. Auch die Novomatic bewarb sich. Die Vergabe verlief zugunsten der Casinos-Austria-Gruppe, welche dadurch ihre Konzessionen behalten durfte.[9]

Am 2. Juni 2016 erklärte der Verwaltungsgerichtshof von Niederösterreich, dass die Ausstellung der Automatenkonzession von 2012 an die Novomatic-Tochter Admiral rechtswidrig gewesen sei. Es gab vier andere Bewerber, und obwohl bis zu drei Konzessionen möglich gewesen wären, wurde nur eine Lizenz für das kleine Glücksspiel ausgestellt. Der Verwaltungsgerichtshof hob den Bescheid der Konzessionsausstellung nun wegen einer "Verletzung von Verfahrensvorschriften" auf. Novomatic darf die Automaten aber weiterhin auch ohne die Lizenz in Niederösterreich betreiben, da das Landesglücksspielgesetz in einem Passus besagt, dass Automaten auch nach Wegfall der Konzession bis zu 18 Monate weiter betrieben werden dürfen.[10]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NOVOMATIC-Gruppe besteht aus der NOVOMATIC AG mit Firmensitz im niederösterreichischen Gumpoldskirchen sowie den beiden Schweizer Schwesterkonzernen ACE Casino Holding AG und C.S.C. Casino Systems Holding AG. Die Unternehmensgruppe verfügt nach eigenen Angaben über Standorte in 50 Staaten und bezieht 178 Unternehmen in ihren Konsolidierungskreis ein.[11][12]

Zur Novomatic gehört eines der größten Casinos auf dem Balkan, FlaminGo Casino Hotel Komplex in Gevgelija (Mazedonien).[13] [14]

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Admiral Casinos & Entertainment AG
  • Admiral Play GmbH
  • Admiral Sportwetten GMBH
  • NOVOMATIC Africa
  • NOVOMATIC Gaming Colombia
  • Astra Games Ltd
  • NOVOMATIC Gaming Industries GmbH
  • Autec
  • Bell-Fruit Group Ltd.
  • Crown Mexico
  • Crown Technologies GmbH
  • European Data Project s.r.o. (EDP)
  • Empire Games
  • EXTRA Games Entertainment GmbH
  • BPA Freizeit und Unterhaltungsbetriebe GmbH
  • Gamestec Leisure Ltd.
  • Greentube Internet Entertainment Solutions GmbH (seit 2011)
  • Hotel Admiral am Kurpark
  • LÖWEN Entertainment GmbH (Übernahme 2003)
  • NOVOMATIC Italia S.p.A.
  • NOVOMATIC Gaming Spain S.A.
  • Hirscher Moneysystems GmbH
  • I-New Unified Mobile Solutions

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurhessische Spielbank Kassel/Bad Wildungen GmbH & Co. KG
  • SIM Spielbanken Investitions-, Beteiligungs- und Management GmbH & Co. KG[15][16]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Novomatic hat einige öffentliche Kontroversen hervorgerufen.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verdacht auf versuchten Gesetzeskauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSta) veranlasste im Oktober 2014 Hausdurchsuchungen beim Ex-Generaldirektor Franz Wohlfahrt des Glücksspielunternehmens Novomatic AG. Konkret ging es um den Verdacht der Bestechungszahlung an Karl-Heinz Grasser (Ex-Finanzminister) für dessen Unterstützung bei der Liberalisierung des Glücksspielmonopols und der versuchten Erteilung einer Glückspielkonzession an die Novomatic AG im Jahr 2005. Die Razzien fanden laut Zeitschrift FORMAT in der Kanzlei und in der Wohnung von Franz Wohlfahrt in Wien sowie in dessen früheren Büroräumen in der Novomatic-Zentrale in Gumpoldskirchen statt. Als Beschuldigte wurden Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und ein ehemaliger Vorstand der Novomatic AG geführt. Kurz vor der Razzia trat Franz Wohlfahrt im Juli 2014 von seiner Funktion als Novomatic AG Chef zurück. Neuer Chef wurde Harald Neumann, der zuvor im Bundesrechenzentrum tätig war, wo jetzt die Novomatic ihre Spielautomaten an das Finanzamt angeschlossen hat, um diesem die Kontrolle der Höhe der Einspielergebnisse zu ermöglichen.[17][18]

Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 80 Spieler forderten ihr im Glücksspiel verlorenes Geld zurück und erstatten Anzeige.[19]

Für von einem Spieler in Novomatics Admiral-Casino im Wiener Prater zwischen 2005 und 2012 verspielten 138.350 Euro musste eine Tochterunternehmen der Novomatic 107.420 Euro zurückzahlen. (Urteil nicht rechtskräftig, Novomatic beruft.) Die Argumentation war, der Spieler hätte bei mit dem Glücksspielgesetz (GSpG) konformem (mittlerweile in Wien verbotenem) "kleinem Glücksspiel", also 50 Cent Maximaleinsatz und 20 Euro Maximalgewinn keinen Anreiz zum Spielen gehabt. Mit einer Einsatztaste könne jedoch der Einsatz erhöht werden und mit der Automatik-Starttaste Serienspiele durchgeführt werden. Das Gericht führte einen Lokalaugenschein durch und fertigte ein Video an. Bei automatischem Spiel sei nur mehr ein Rattern, jedoch keine Abfolge einzelner Spiele wahrnehmbar. „Die im Kreditfeld angezeigte Summe reduziert sich in Sekundenbruchteilen um Euro-Beträge.“ Es dauerte nur 32 Sekunden, bis bei einem bestimmten Spiel 50 Euro verspielt waren - trotz eines Zwischengewinns von fünf Euro.[20]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strafe - Abrechnungssystem nicht an Finanzamt angebunden

Die Novomatic Tochtergesellschaft G. Matica hatte das Abrechnungssystem für die vorgeschriebene Vernetzung von Automaten mit dem italienischen Finanzamt nicht installiert und war 2012 zu einer Strafe von Euro 150 Mio. verurteilt worden. Novomatic erachtete die Forderung den Angaben zufolge als „völlig unberechtigt“ und berufte gegen die erstinstanzliche Entscheidung. Im Juni 2014 bezahlte Novomatic eine Vergleichssumme von Euro 47,5 Mio.[21][22]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Black-Jack-Gate

2009 plante die polnische Regierung unter Premier Donald Tusk eine Erhöhung der Glücksspielabgaben, um das Budget für die Fußball EM 2012 (gemeinsam mit der Ukraine veranstaltet) zu finanzieren. Daraufhin übten unter Anderem Lobbyisten der Glücksspielbetreiber Einfluss auf polnische Regierungsmitglieder gegen diese Abgabenerhöhung aus. Die Tageszeitung Rzeczpospolita veröffentlichte als sogenanntes „Black Jack Gate“ Tonbandmitschnitte der Anti-Korruptionsbehörde CBA. Infolge der Veröffentlichung traten mehrere Minister zurück: Innenminister Grzegorz Schetyna, Justizminister Andrzej Czuma und Vize-Wirtschaftsminister Andrzej Szejnfeld.[23] Gegen den Chef der Antikorruptionsbehörde CBA, Mariusz Kamiski, wurden Amtsmissbrauchs-Vorwürfe wegen der Weitergabe der Mitschnitte an die Presse erhoben.[24]

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Außer dem Schwarzbuch des österreichischen Politikers Peter Pilz finden sich keine Quellen für das totale Verbot. Die Prager Zeitung schreibt am 4. Dezember 2013 von einer Quote von ca. 0,75 Spielautomaten pro 1.000 Einwohner

Dem nicht genug, erlässt Donald Tusk ein völliges, bis heute gültiges Verbot von Glücksspielautomaten in Polen. Man verzichtet also zur Gänze auf eine bedeutende Quelle an Steuereinnahmen.[25]

Die Prager Zeitung schreibt am 4. Dezember 2013 von einer Quote von ca. 0,75 Spielautomaten pro 1.000 Einwohner in Polen.[26]

Korruptionsvorwürfe in Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einem ORF-Bericht vom 4. Oktober 2015 ermittelt die rumänische Anti-Korruptionsagentur im Zusammenhang mit einem Joint-Venture mit dem Staatsbetrieb Lotteria Romana.[27] Im Rahmen der 2013 geschlossenen Verträge sollten 10.000 Spielgeräte geliefert und die Gewinne geteilt werden. Ein weiterer Passus garantiert dem rumänischen Partner eine einmalige Mindestzahlung von 75 Millionen Euro pro Jahr sofern die 10.000 Automaten erreicht werden.[28] Laut einer Pressemitteilung der Novomatic vom 22. Oktober 2015 ist die Umsetzung noch nicht abgeschlossen, da noch nicht genügend Standorte für die Inbetriebnahme der Spielgeräte bereitgestellt wurden. Ein Beitrag eines Blogs aus Belgrad vom 18. April 2016 nannte als wahrscheinlichste Erklärung für die Vorwürfe eine konzertierte Negativkampagne einiger Politiker und der Medien, die Novomatic als Sündenbock benutzten, um einen Korruptionsskandel gegen bestimmte Beamte zu generieren.[29]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tobias Kleber: Die Geschichte der Novomatic - Admiral - Die Welt im Würgegriff der österreichischen Mafia; 1. Aufl., Juli (2013); ISBN 978-3-9503626-0-2.

Im August 2013 beschrieb ein Amazon-User das Werk als Verschwörungstheorie und schloss mit dem Fazit: „Ein emotionales Buch, das recht genau und mit zahllosen Belegen die Manipulationen der Gruppe beschreibt. Ist es nun eine persönliche Abrechnung oder eine idealistische Fehde gegen diesen Konzern?“.[30] Das Buch wurde durch Intervention der Novomatic mit einer einstweiligen Verfügung vom Gericht verboten. Voraussichtlich wird der oberste Gerichtshof eine endgültige Entscheidung treffen, ob es eine Neuerscheinung gibt; der Gerichtsprozess dazu läuft schon seit 2013. Der zweite Teil des Buches wurde vom Autor für spätestens 2017 angekündigt.[31]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2015. novomatic.com. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  2. Geschäftsbericht 2015. novomatic.com. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  3. Porträt bei novomatic.com. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  4. NOVOMATIC AG schafft mit Rekordbilanz 2012 um 15 Prozent mehr Arbeitsplätze OTS. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  5. a b Porträt Johann Graf machte Novomatic zum Weltkonzern Der Standard. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  6. Johann Graf Website des Club Carriere. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  7. Novomatic kauft sich bei Greentube ein. In: derStandard.at. 13. Dezember 2009, abgerufen am 10. September 2014.
  8. Frischer Wind bei Greentube: Neuer CEO Thomas Graf. In: Boerse-Express.com. 13. Januar 2012, abgerufen am 10. September 2014.
  9. Casinolizenzen Stadtpaket geht an Casinos Austria Kurier
  10. Günther Oswald: Höchstgericht kippt Novomatic-Konzession in Niederösterreich. In: Der Standard. 2. Juni 2016, abgerufen am 24. Oktober 2016.
  11. Novomatic Group of Companies NOVOMATIC AG. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  12. Tochterunternehmen der Novomatic Group of Companies NOVOMATIC AG. Abgerufen am 18. September 2014.
  13. The Biggest Casino in the Balkans by Novomatic. In: Gambling 0. Abgerufen am 10. April 2016 (amerikanisches englisch).
  14. [1], FlaminGO Website, abgerufen am 3.Mai 2016
  15. Spielbank Kassel eröffnet eine Dependance für das Automatenspiel in der Kurfürsten Galerie. ISA-GUIDE. 10. Juli 2003. Abgerufen am 16. Januar 2015.
  16. In Kassels Casino läuft das Geschäft mit dem Glück wieder besser. Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 29. Juli 2014. Abgerufen am 16. Januar 2015.
  17. wirtschaftsblatt.at (Memento vom 13. Juli 2014 im Internet Archive)
  18. trend.at
  19. Strafanzeige wegen Illegalem Glücksspiel gegen Novomatic eingebracht
  20. Urteil gegen Novomatic nach Klage von Privatmann. In: ORF. 6. Oktober 2015, abgerufen am 25. Oktober 2016.
  21. derstandard.at
  22. derstandard.at
  23. Online: Polen: Tusks Minister treten wegen Glücksspiel-Affäre zurück
  24. Das Polen Magazin: Regierungskrise durch Glückspielaffäre
  25. peterpilz.at (PDF).
  26. pragerzeitung.cz
  27. Korruptionsaffäre in Rumänien erreicht Novomatic - news.ORF.at. In: news.ORF.at. 4. Oktober 2015, abgerufen am 17. März 2016.
  28. Korruptionsaffäre in Rumänien erreicht Novomatic > Kleine Zeitung. In: www.kleinezeitung.at. 4. Oktober 2015, abgerufen am 10. April 2016.
  29. Gambling0.com: Novomatic corruption – news about affair in Romania, abgerufen am 3. Mai 2016. Wörtlich: The most likely explanation is that there has been an orchestrated, negative campaign by some politicians and the media against certain public officials which used Novomatic as a scapegoat in order to create a corruption scandal.
  30. Rezension von DIE GESCHICHTE DER NOVOMATIC – ADMIRAL – D…
  31. automaten-klage.at

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Novomatic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 2′ 11″ N, 16° 17′ 39,4″ O