Nowe Miasto Lubawskie

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Nowe Miasto Lubawskie
Wappen von Nowe Miasto Lubawskie
Nowe Miasto Lubawskie (Polen)
Nowe Miasto Lubawskie
Nowe Miasto Lubawskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Nowe Miasto Lubawskie
Fläche: 11,61 km²
Geographische Lage: 53° 25′ N, 19° 36′ OKoordinaten: 53° 25′ 25″ N, 19° 35′ 32″ O
Einwohner: 11.162
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 13-300
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: NNM
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ToruńMilomłyn
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 11.162
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2812011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Józef Blank
Adresse: Rynek 1
13-300 Nowe Miasto Lubawskie
Webpräsenz: www.nowemiastolub.pl



Nowe Miasto Lubawskie ['nɔvɛ 'mjastɔ lu'bafskʲɛ] (deutsch Neumark in Westpreußen) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren mit etwa 11.000 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, im Kulmerland an der Drewenz (Drwęca), etwa 55 Kilometer südöstlich von Marienwerder (Kwidzyn) und 54 Kilometer östlich von Graudenz (Grudziądz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumark südöstlich von Marienwerder und westlich von Graudenz auf einer Landkarte von 1908.
Marktplatz
Basilika
Kirche am Marktplatz
Mittelalterliches Stadttor

Neumark erhielt das Stadtrecht im Jahr 1325 zur Zeit der Herrschaft des Deutschordensstaats Preußen. 1454 wurde die Stadt Mitglied des Preußischen Bunds. Später gehörte sie zu dem unter polnischer Schirmherrschaft stehenden autonomen Königlichen Preußen.

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung westlicher Teile Preußens mit Ostpreußen einherging, kam Neumark an das Königreich Preußen. Durch den Wiener Kongress wurde Preußen in seinem Besitz völkerrechtlich bestätigt.

Neumark war seit 1818 die Hauptstadt des Landkreises Löbau im westpreußischen Regierungsbezirk Marienwerder. Sie hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts eine evangelische und eine katholische Kirche, ein Progymnasium, ein Amtsgericht, eine Dampfschneidemühle, Getreidehandel. Im Jahr 1890 bekannten sich von insgesamt 2.723 Einwohnern etwa 800 zum Polentum, 1.553 Einwohner waren römisch-katholischen Glaubens, 842 waren evangelischer Konfession. In Neumark lebten 323 Juden.[2] Nördlich der Ortsgrenze lag das Kloster Maria Lonk, ein berühmter Wallfahrtsort.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags trotz deutschsprachiger Mehrheit 1920 zur Einrichtung des Polnischen Korridors mit dem ganzen Landkreis Löbau an Polen abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug im September 1939 kam Neumark wieder in das Reichsgebiet zurück und wurde nun dem (Reichsgau Danzig-Westpreußen) zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.

Während der nationalsozialistischen Besetzung fanden in der Stadt zahlreiche Massenhinrichtungen polnischer Bürger statt. Als besonders bekannt gilt die Hinrichtung am 7. Dezember 1939 auf der Straße ulica Kopernika.

Gegen Endes des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Neumark mit dem Kreis Löbau zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Als Ortsname wurde die polnische Bezeichnung Nowe Miasto Lubawskie eingeführt, Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Bemerkungen
1789 809 ohne die Garnison (eine Schwadron eines 1773 gebildeten Husarenregiments), meistens Polen[3]
1831 1.188 meistens Polen[4]
1875 2.371 [5]
1880 2.742 [5]
1885 2.678
1890 2.723 davon 842 Protestanten, 1.533 Katholiken und 328 Juden (800 Polen)[5]
1905 3.800 davon 1.125 Protestanten und 297 Juden[6]
1910 4.144 [7]
1921 3.721 [7], davon 250 Deutsche[8]
1943 4.884 [7]
1992 10.300
1998 10.800
2006 11.036

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hude (Oldenburg) (Deutschland)

Weiterhin ist die Stadt Mitglied im Stadtverbund Neustadt in Europa.

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Nowe Miasto Lubawskie wurde 1973 gegründet. Die namensgebende Stadt Nowe Miasto Lubawskie ist jedoch weder Teil noch Verwaltungssitz dieser Gemeinde, den Mszanowo darstellt. Die Gemeinde hat auf einer Fläche von 138,02 km² 8062 Einwohner [9] und gliedert sich in 16 Ortsteile:

Polnischer Name Deutscher Name
(bis 1920 und 1939–45)
Polnischer Name Deutscher Name
(bis 1920 und 1939–45)
Bagno Bagno
1866–1945 Ludwigslust
Mszanowo Mszannowo
1864–1945 Weidenau
Bratian Brattian Nawra Nawra
1942–45 Neber
Chrośle Chrosle
1942–45 Krossel
Nowy Dwór Bratiański Neuhof
Gryźliny Grischlin
1942–45 Escherlin
Pacółtowo Groß Pacoltowo
1942–45 Petzelsdorf
Gwiździny Gwisdzyn
1942–45 Quesendorf
Pustki Pustken
Jamielnik Jamielnik
1942–45 Mispelwald
Radomno Radomno
1942–45 Radem
Kaczek Kaczek
1942–45 Entenmühle
Skarlin Skarlin
1942–45 Scharlen
Łąki Bratiańskie Königlich Lonk
1942–45 Großlanken
Tylice Tillitz
Lekarty Lekarth
1942–45 Erhardsdorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nowe Miasto Lubawskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Landkreis Löbau. Verwaltungsgeschichte.de
  3. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 45–46, Nr. 5.
  4. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 436, Nr. 43.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Löbau/Neumark (2006).
  6. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 14, Leipzig und Wien 1908, S. 565–566, Nr. 1).
  7. a b c Handbuch der historischen Stätten: Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 156.
  8. Der Gro0e Brockhaus, 15. Auflage, Band 13, Leipzig 1932, S. 313.
  9. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“ (Memento vom 15. Mai 2011 im Internet Archive) Stand vom 30. Juni 2010