Nowogródek Pomorski

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Nowogródek Pomorski
Wappen von Nowogródek Pomorski
Nowogródek Pomorski (Polen)
Nowogródek Pomorski
Nowogródek Pomorski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Myślibórz
Fläche: 14,61 km²
Geographische Lage: 52° 55′ N, 15° 2′ OKoordinaten: 52° 54′ 40″ N, 15° 1′ 44″ O
Einwohner: 450 (2006)
Postleitzahl: 74-304
Kfz-Kennzeichen: ZMY
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Einwohner: 3382
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 3210052
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Tomasz Pietruszka
Adresse: ul. A. Mickiewicza
74 - 304 Nowogrodek Pomorski
Webpräsenz: www.nowogrodekpomorski.pl



Nowogródek Pomorski (deutsch Neuenburg (Soldin)) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Myśliborski (Soldiner Kreis) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der Neumark, etwa zehn Kilometer östlich von Myślibórz (Soldin) und 64 Kilometer südlich von Stettin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortszentrum zur Winterzeit
Straßenzug im Ortszentrum
Postkarte Neuenburg

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1298 als Nienborch.[2] Der Ort ist im Neumärkischem Landbuch 1337, damals noch Nienborgh, erwähnt, und zwar mit einer Größe von 84 Hufen, das Pfarrgut 8, Diderick Valkenberg für einen Lehndienst 8, Gisteruitz für einen Lehndienst 6, Zabel Valkenberg für ein Drittel Lehndienst 3 Hufen, Holtzbutel für einen Teil-Lehndienst 4 Ruten. 1718 gehörten Dorf und Amtsvorwerk zum Domänenamt Karzig (Carzig) und hatten bei 47 Hufen Größe 70 Feuerstellen mit 432 Einwohnern. Im Einzelnen bestand der Ort aus: 1 Lehnschulze, 1 Brazkrüger, 11 Bauern, 2 Halbbauern, 9 Kossäten, 3 Freileute, 64 Einlieger, 1 Rademacher und 1 Schmied. In früheren Zeiten war Neuenburg ein "Flecken", d. h. eine Ortschaft, der einige, aber nicht vollständige Stadtrechte verliehen worden waren, auch war Neuenburg zum Teil befestigt.

Vermutlich im Dreißigjährigen Krieg wurde Neuenburg "gänzlich verwüstet" und nachher als Dorf wieder aufgebaut, die Kirche aber erst 1752. Das adelige Gut gehörte 1704 der Familie Liebenthal.[3] Das ursprünglich in adeligem Besitz befindliche Gut wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts in zwei Teile geteilt, ein Teil kam zum Rittergut Giesenbrügge, der andere Teil zum Domänen-Vorwerk. Das Erstere war sowohl 1914 als auch 1929 im Besitz der Familie Grap, die jedoch noch weitere Höfe in Neuenburg besaß. Insgesamt bestanden noch weitere 10 Bauernhöfe. Neuenburg liegt 10 km ostwärts Soldin an der Straße Soldin-Karzig, es hatte 1939 729 Einwohner. Die waldarme Feldmark besaß ein großes Bruch, das von der Gemeinde im 18. Jahrhundert urbar gemacht worden ist.

Im Jahr 1945 gehörte Neuenburg zum Landkreis Soldin im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region mit Neuenburg im Frühjahr 1945 von der Roten Aremee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Neuenburg mit dem Kreis Soldin von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Danach begann im Kreisgebiet die Zuwanderung von Polen, vorwiegend aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebieten Ostpolens. Die polnische Ortsbezeichnung Nowogródek Pomorski wurde eingeführt. Soweit die deutschen Einwohner des Dorfs nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit größtenteils von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Neuenburg vertrieben.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 475 [4]
1840 788 [5]
1852 950 [6]
1858 972 davon sieben Juden[7]
1933 785 [8]
1939 729 [8]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Nowogródek Pomorski gehören die Ortschaften:

  • Giżyn (Giesenbrügge)
  • Golin (Gollin)
  • Karlin (Keller)
  • Karsko (Karzig)
  • Kinice (Kienitz)
  • Parzeńsko (Wollhaus)
  • Rokitno (Arnoldshof)
  • Świątki (Tempelhof)
  • Trzcinna (Schöneberg)
  • Chocień (Landwehr)
  • Kolonia Nowogródek Pomorski
  • Lipin (Lindwerder)
  • Ławin (Heller)
  • Pachocino
  • Rataje (Kossäthenfeld)
  • Smolary
  • Smólsko
  • Sołacz (Hufenbruch)
  • Somin (Sommin)
  • Stawno
  • Sumiak (Kleefeld)
  • Trzciniec
  • Ulejno (Krügerswunsch)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Wilhelm von Raumer: Die Neumark Brandenburg im Jahre 1337 oder Markgraf Ludwig's des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Nicolai, Berlin 1837, S. 24–27, Ziffer 6.
  • Brandenburg (Electorate), Ludwig (der Aeltere, Elector of Brandenburg), Georg Wilhelm von Raumer: Neumark Brandenburg im Jahre 1337. Nicolai'sche Buchhandlung, Berlin 1837, S. 25f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Beiträge zur Namenforschung, Band 14, 1979, S. 439.
  3. Ernst Heinrich Kneschke: Nenes allgemeines. 1864, S. 522.
  4. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 266, Ziffer 717.
  5. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 183, Ziffer 88.
  6. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 417.
  7. W. Riehl und J. Scheu: Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz. Berlin 1861, S. 436.
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/soldin.html#ew39sldneuen