Nowy Dwór Gdański

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Tiegenhof ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Tiegenhof (Begriffsklärung) aufgeführt.
Nowy Dwór Gdański
Wappen von Nowy Dwór Gdański
Nowy Dwór Gdański (Polen)
Nowy Dwór Gdański
Nowy Dwór Gdański
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Nowy Dwór Gdański
Fläche: 5,06 km²
Geographische Lage: 54° 13′ N, 19° 7′ OKoordinaten: 54° 13′ 0″ N, 19° 7′ 0″ O
Einwohner: 10.011
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 82-100
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GND
Wirtschaft und Verkehr
Straße: S 7(E 77): ŻukowoDanzigWarschau–Chyżne/Slowakei
DK 55: Nowy Dwór Gdański–MalborkKwidzynGrudziądz–Stolno
DW 502: Nowy Dwór Gdański–Stegna
Schienenweg: in der Touristensaison: Kleinbahn Nowy Dwór Gdański - Stegna
Nächster int. Flughafen: Danzig
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 47 Ortschaften
22 Schulzenämter
Fläche: 213,00 km²
Einwohner: 18.083
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2210023
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Jacek Michalski[2]
Adresse: ul. Wejhera 3
82-100 Nowy Dwór Gdański
Webpräsenz: www.miastonowydwor.pl



Nowy Dwór Gdański [ˈnɔvɨ ˈdvur ˈgdaɲsci] (deutsch Tiegenhof) ist eine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Nowodworski (Tiegenhofer Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im historischen Westpreußen, etwa 25 Kilometer westnordwestlich der Stadt Elbing (Elbląg) und 36 Kilometer südöstlich von Danzig an der Tiege (poln. Tuga) in der Nähe des Südwest-Ufers des Frischen Haffs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiegenhof westnordwestlich von Elbing und südwestlich des Frischen Haffs auf einer Landkarte von 1910.

Nowy Dwór Gdański entstand als eine Ansiedlung neben einem Domänengut der Familie Loitz, einem Kaufmannsgeschlecht aus Danzig, das 1572 seinen Besitz wegen Überschuldung verkaufen musste. Unter den nächsten Besitzern, der Familie Weiher, wurde der Tiegenhof zum Haupthof einer Starostei. Im Laufe der Zeit wuchs die Siedlung zu einem Marktort mit Handwerkern, Krämern, Krügern und Gärtnern. Außerhalb des Ortes befanden sich 1664 noch zwei Windmühlen und eine Schnapsbrennerei.

Auf dem Gelände des Haupthofes entstand 1784 eine evangelische Kirche, die zwischen 1831 und 1834 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel neu aufgebaut wurde. 1848 erfolgte der Bau einer katholischen Kirche.

Nachdem Tiegenhof seit 1859 den Status eines Marktfleckens innehatte, erhielt es 1880 Stadtrecht.

Seit 1881 hat Tiegenhof einen Eisenbahnanschluss, der 1886 über Neuteich bis Simonsdorf erweitert wurde. Seit 1900 ist die Stadt auch an das Schmalspurbahnnetz der ehemaligen Westpreußischen Kleinbahnen AG (heute: Żuławska Kolej Dojazdowa) angeschlossen.

Traditionsreiche Betriebe in Tiegenhof waren die Machandelfabrik der Familie Stobbe, die seit 1776 Wacholderschnaps brannte, und die seit 1784 bestehende Brauerei Stobbe. Auch die Tiegenhofer Ölmühle und die Zuckerfabrik hatten einen guten Ruf.

Die Stadt gehörte seit 1818 dem Landkreis Marienburg (Westpr.) an. Seit 1920 war sie die Kreisstadt des Landkreises Großes Werder, der bis 1939 Teil der Freien Stadt Danzig war.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Tiegenhof, wie auch Danzig, unter polnische Verwaltung gestellt. Es wanderten nun Polen zu, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbewohner bemächtigten. Tiegenhof erhielt den polnischen Namen Nowy Dwór Gdański, was etwa Neuhof bei Danzig bedeutet. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Zwischen 1954 und 1975 war Nowy Dwór Sitz eines Powiats, seit 1999 ist die Stadt wieder eine Kreisstadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nowy Dwór Gdański: ul. Sikorskiego

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt in graphischer Darstellung:[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Hausburg (1831–1920), Schlachthofdirektor und Reichstagsabgeordneter
  • Johann Stobbe (1860–1938), Chemiker, Professor an der Universität Leipzig
  • Adolf Wiebe (1826–1908), Bauingenieur, schuf den Oder-Spree-Kanal
  • F. K. Waechter (1937–2005), Zeichner und Kinderbuchautor

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Nowy Dwór Gdański gehören folgende Ortschaften:

Polnischer Name Deutscher Name (bis 1945)
Cyganek Tiegenhagen
Cyganka Platenhof
Gozdawa Neustädterwald
Jazowa Einlage
Kępiny Małe Zeyersvorderkampen
Kępki Zeyer
Kmiecin Fürstenau
Łączki Myszewskie Klein Mausdorferweide
Leśnowo Reimerswalde
Lubieszewo Ladekopp
Lubieszewo Pierwsze
Lubieszynek Drugi
Marynowy Marienau
Marzęcino Jungfer
Myszewko Klein Mausdorf
Myszkowo
Nowinki Neudorf
Nowy Dwór Gdański Tiegenhof
Orliniec Neulanghorst
Orłówko
Orłowo Orloff
Orłowskie Pole Orlofferfelde
Osłonka Grenzdorf A
Piecewo Pietzkendorf
Piotrowo Niederpetershagen
Powalina Walldorf
Rakowe Pole
Rakowiska Krebsfelde
Rakowo
Robakowiec Robach
Różewo Fürstenauerweide
Rychnowo Żuławskie Rückenau
Ryki
Solnica Lakendorf
Starocin Reinland
Stawiec Neuteichsdorf
Stobna Stuba
Suchowo Rosenort
Swaryszewo Keitlau
Trojaki Drillinge
Tuja Tiege
Wężowiec Strauchkampen (1896–1945 Nogathaffkampen)
Wężownica
Wierciny Wolfsdorf
Zawadka Hakendorf
Żelichowo Petershagen

Persönlichkeiten (Gmina)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abraham Esau (* 1884 in Tiegenhagen; † 1955) deutscher Physiker, einer der ersten Funkamateure
  • Otto Andres (* 1902 in Tiegenhagen; † 1975) deutscher Politiker (NSDAP)
  • Kurt Tiedke (* 1924 in Krebsfelde; † 2015) deutscher Politiker (DDR).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 25–26.
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 431.
  • Alfred Steiniger: Geschichte der Ökonomie Tiegenhof. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung, Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg, o. J. (lt. Bibliografie nach 1984)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nowy Dwór Gdański – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt, Władze Gminy, abgerufen am 7. März 2015
  3. Für 2007:Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive). Für 1875 und 1890: Michael Rademacher, Verwaltungsgeschichte Landkreis Marienburg in Westpreußen.