Das PhylumNucleocytoviricota[2] (früher auch englischNucleocytoplasmic large DNA viruses, NCLDV) umfasst eine heterogene Gruppe meist großer dsDNA-Viren, die eine Reihe sie charakterisierender Gene (NCLDV core genes) aufweisen.
Das Phylum wurde 2020 vom International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV) offiziell bestätigt, Vorschläge für ein derartiges Taxon (auf unterschiedlicher Rangebenen, z.B. als Ordnung „Megavirales“) reichen aber bis 2001 zurück.[4][7]
Das Phylum umfasst mit Stand 20. April 2026 folgende Klassen:[8]
Diese Mitglieder bilden – wie inzwischen mehrfach bestätigt – eine monophyletische Verwandtschaftsgruppe, d.h. sie haben einen gemeinsamen viralen Vorfahren.[12][13][14]
Man hatte daher zunächst verschiedentlich vorgeschlagen, diese Gruppe als „Megavirales“ in den Rang einer neuen Virusordnung zu erheben.[4]
Nach Einführung der Virus-Megataxonomie mit taxonomischen Rängen oberhalb dem der Ordnung durch das ICTV 2018[15] konnte aufgrund der hohen Diversität dieser Gruppe ihr der Rang eines Phylums zugeordnet werden, wodurch es möglich wurde, die großen Untergruppen als Klassen und Ordnungen aufzustellen.[13]
So wurde die zuvor provisorisch als NCLDV bezeichnete Gruppe im März 2020 mit der Master Species List #35 offiziell als Phylum Nucleocytoviricota (ursprünglich „Nucleocytoplasmaviricota“[3]) anerkannt.[2]
Das Genom der Nucleocytoviricota ist vielfältig und hat eine Größe im Bereich 100 bis über 1500kb (Tupanvirus).
Viele NCLDV (insbesondere der Klasse Megaviricetes) fallen daher unter die Kriterien für Riesenviren (englischgiant viruses, giruses), wofür meist eine Überschreitung der 300kb-Grenze (bei Yutin und Koonin von 500kb[13][7]) vorausgesetzt wird. Umgekehrt sind alle Riesenviren (bisher) dsDNA-Viren im Phylum Nucleocytoviricota.
Die größten Vertreter bilden Viruspartikel, die größer als viele kleine Bakterien sind, und haben auch ein größeres Genom als diese – das Mimivirus (APMV) wurde zunächst sogar für ein (parasitäres) Bakterium gehalten – zumal sie auch Gram-Färbung zeigen.
Zur späten Entdeckung der meisten Riesenviren (zahlreich erst ab etwa 2003) trug bei, dass sie bei der Suche nach Viren in den Filtern (mit typischer Porengröße von 0,2μm) hängen blieben, die Bakterien und Protisten von Viren abtrennen sollten, langsamer zu leicht sichtbaren Klumpen aggregieren und sich auch langsamer vermehren.[16]
Obwohl die Viruspartikel auch der Riesenviren keinen eigenen Stoffwechsel (Metabolismus) besitzen, wurden 2020 Stoffwechselgene in Riesenviren gefunden, was darauf hindeutet, dass diese den Metabolismus ihrer Wirtszellen ändern.[17][18]
Obwohl die Nucleocytoviricota mehr eigene Proteine kodieren als gewöhnliche Viren (oft Hunderte statt kaum ein Dutzend), sind sie wirtspezifisch.
Unter den Wirten sind ausschließlich komplex-zelluläre Organismen (Eukaryoten): viele Protisten (z.B. Amöben und Algen), aber auch Wirbeltiere und Insekten.[16]
Ursprünglich sechs, nun neun gemeinsame (homologe) Gene sind in allen NCLDV zu finden (NCLDV core genes), 177 weitere Gene (Stand 2009)[19] kommen in mindestens zwei der Familien vor. Dazu gehören vier Gene, welche die DNA-Replikation und Reparatur-Mechanismen betreffen:
die DNA-Polymerase-Familie B,
die Topoisomerase IIA,
die „Flap“-Endonuklease und
das Ringklemmenprotein (Proliferating-Cell-Nuclear-Antigen)
sowie die RNA-Polymerase II und den Transkriptionsfaktor IIB.
Die Gene mancher NCLDV enthalten auch Introns.
Manche Nucleocytoviricota (NCLDV) vermehren sich ganz oder teilweise im Zellplasma (Zytoplasma) der eukaryotischen Wirtszellen, andere gehen möglicherweise durch eine nukleare Phase im Zellkern.[13]
Viele NCLDV bilden nach der Infektion im Zytoplasma ihres Wirtes eine mikroskopisch sichtbare Produktionsstätte (Virusfabrik, englischvirus factory) aus.
Bei diesen gibt es zum Teil andere Viren, die deren Syntheseapparat für ihre eigene Vermehrung nutzen und daher Virophagen (‚Virenfresser‘) genannt werden.
Der erste entdeckte Fall dieser Art war Sputnikvirus 1 mit dem NCLDV Acanthamoeba castellanii mamavirus (AcMV), weitere Virophagen wie ‚Zamilon‘ befallen ebenfalls Vertreter der Mimiviridae. [20] Zwar werden Viren traditionell und meist auch heute noch nicht als Lebewesen angesehen, die durch NCLDV vollbrachten Leistungen verringern aber die Kluft zur belebten Welt. Unverändert gültig ist, dass Virionen keinen Stoffwechsel aufweisen, der auf ATP als „Energiewährung“ beruht.
Zwischen den Riesenviren als viralen Endocytobionten (Organismen, die in den Zellen anderer Organismen leben oder sich vermehren)[A. 1] und ihren oft amöboiden Wirten lässt sich massiver horizontaler Gentransfer in beiden Richtungen (AtoV, Amöbe auf Virus und umgekehrt VtoA, Virus auf Amöbe) nachweisen.[21]
Die Tatsache, dass für einige der unter den NCLDV verbreiteten Genen keine Entsprechung in zellulären Organismen gefunden wurde, wurde vom Team um Didier Raoult als Hinweis auf eine vierte Domäne des Lebens gedeutet, deren Vertreter bis auf die parasitierenden NCLDV ausgestorben sei. Diese Forth-Branch-of-Life-Hypothese ist nicht mehr haltbar, seit für mehrere in NCLDV-Gruppen verbreitete Gene Abstammungen von weit auseinander liegenden Stellen im Baum des Lebens gezeigt wurden, überwiegend von verschiedenen Eukaryonten, aber auch von Bakterien.[5][22] Allerdings beflügelt die Entdeckung jeder neuer Familie der Riesenviren die Diskussion von Neuem, wie das Beispiel der Gattung Medusavirus zeigt.[21][23]
Eine Zusammenfassung dieser Diskussion findet sich bei Traci Watson (2019).[24]
Es wurde in diesem Zusammenhang sogar nachgewiesen, dass es nicht nur einen Gentransfer zwischen den amöboiden Wirten und den Riesenviren als viralen Endocytobionten gibt (VtoA/AtoV), sondern sogar zwischen den Viren und gleichzeitig vorhandenen bakteriellen Endocytobionten.[25]
Möglicherweise könnte dies die merkwürdige Übereinstimmung im Abwehrsystem CRISPR der Bakterien gegenüber Viren (also Bakteriophagen) einerseits und dem Abwehrsystem MIMIVIRE der Mimiviren gegenüber parasitierenden Satellitenviren (also Virophage)[20] andererseits erklären.
Die Landpflanzen Physcomitrella patens (Laubmoose) und der Selaginella moellendorffii (Lycophyten) besitzen offene Leserahmen (open reading frames, ORFs), die von endogenisierten NCLDVs einer noch unbekannten Familie stammen könnten.[26]
Molekularephylogenetische Analyse von NCLDV-Mitgliedern per Maximum-Likelihood-Methode, Stand März 2017,Quelle: MEGA7[29]
Mimiviridae ist im erweiterten Sinn zu verstehen (Ordnung Imitervirales),
die Asfar- und Poxviridae bilden eine Klade (Klasse Pokkesviricetes),
die Ascovirdae sind paraphyletisch und bilden mit den Iridoviridae eine Klade („Irido-Ascoviridae“)
Das ICTV ist im März 2020 dem Vorschlag von Eugene Kooninetal. (2015 und 2019) einer inneren Systematik der NCLDV gefolgt, in der eine erweiterte Familie der Asfarviridae (jetzt Ordnung Asfuvirales) eine Schwestergruppe der Poxviridae (mit Ordnung Chitovirales) bilden und die von Koonin etal. (2015 und 2019) stammende Gliederung in drei Hauptgruppen (oder Zweige, englischbranches) im Wesentlichen übernommen wurde[13][14] (aktualisiert auf Stand vom 3. März 2025):[8]
Phylum Nucleocytoviricota (Nucleocytoplasmic large DNA viruses (NCLDV), ursprünglicher Vorschlag „Nucleocytoplasmaviricota“,[3] ersetzt ältere Vorschläge als Ordnung „Megavirales“ s.l.)
Phylogenetischer Baum der Ordnung Pimascovirales nach Clara Rolland etal. (2019).[36]Ordnung Pimascovirales (Zusammenziehung aus Pitho, Irido, Marseille und Asco, früher auch MAPI-Superklade[32] oder PMI-Gruppe[22] genannt).[37]
Familie Iridoviridae – evtl. polyphyletisch in den beiden Unterfamilien Alpha- und Betairidovirinae, beide bilden aber zusammen mit den Ascoviridae eine gemeinsame Klade
In diese Systematik wurden die Kandidaten nach Schulz etal. (2018), Rolland etal. (2019) und Subramaniam (2020) eingetragen, soweit sie nicht zu den Imitervirales gehören.
Die Kandidaten Dinodnavirus[56] und „Urceolovirus“ sind vom ICTV nicht berücksichtigt, was dem Vorschlag von Koonin etal. vom April 2019 entspricht.
Das ICTV ist 2020 jedoch den Ergebnissen von Koonin, Yutin, Bäckström, Ettema etal. gefolgt, nachdem sich Riesenviren innerhalb der NCLDV mehrmals aus einfachen Vorstufen entwickelt haben:[13][22]
Guglielmini etal. (2019) hatten alternativ die Einteilung in zwei Superkladen wie folgt vorgeschlagen:[32]
MAPI-Superklade (Zweig 2 von oben: Pimascovirales)
PAM-Superklade (entspricht in etwa Zweig 1 und 3 [nur Asfuvirales])
Die Poxviridae (Pockenviren), Mamonoviridae (Medusaviren) und Yaraviridae sind in diesem Vorschlag unberücksichtigt.
Weitere frühere abweichende Vorschläge unterscheiden sich hauptsächlich in der Stellung der Asfarviridae (bzw. Asfuvirales) einerseits und Poxviridae (bzw. Chitovirales) andererseits, was mit der Frage zusammenhängt, ob Riesenviren innerhalb der NCLDV einmal oder zweimal entstanden sind.
Trotz ihrer Diversität bilden die Nucleocytoviricota (NCLDV) wie mehrfach bestätigt eine Verwandtschaftsgruppe (Taxon),[59] wobei die Riesenviren eher von (verschiedenen) Gruppen kleinerer NCLDVs abzustammen scheinen, statt umgekehrt.[6]
Das Kladogramm unterstützt die Annahmen, dass die Phycodnaviridae nicht monophyletisch sind, und dass für die Coccolithoviren und Pandoraviren (inklusive „Mollivirus“) eine gemeinsame Ordnung eingerichtet werden sollte („Pandoravirales“), der auch noch die Yaraviridae, Memonoviridae und die „Clandestinovirus-Furtivovirus-Ushikuvirus-Usurpativirus-Klade“ angehören könnten.
„Irido-Ascoviridae“: Mehrere Studien unterstützen seit dem Jahr 2000 die Annahme, dass die Ascoviridae sich aus den Iridoviridae entwickelt haben,[63][64][65][66] es könnte aber auch umgekehrt sein.[67][68] Weiter wird vermutet, dass sich aus den Ascoviridae die Gattung Ichnovirus (Familie Polydnaviridae) entwickelt hat.[65]
Dinodnavirus: Untersuchungen des Genoms von Heterocapsa circularisquama DNA virus 01 (Gattung Dinodnavirus) haben 2009 gezeigt, dass diese ursprünglich in die Familie Phycodnaviridae gestellte Gattung eher zur Familie der Asfarviridae gehört.[56]
„Urceolovirus“: Eine weitere Spezies von DNA-Riesenviren, „Urceolovirus corneum“ („KLaHel“), erstmals berichtet 2015, könnte Mitglied der NCLDV sein.[69][70][71][72]
„Meelsvirus“: Im September 2018 fanden Shinn und Bullard bei der nochmaligen Analyse von elektronenmikroskopischen Aufnahmen aus den 1980er Jahren ein Riesenvirus („Meelsvirus“), das den PfeilwurmAdhesisagitta hispida infiziert, im Zellkern repliziert und dessen Virionen bei einer Länge von 1.25μm umhüllt sind. Wegen fehlender Genomdaten ist eine bessere Einordnung bislang nicht möglich.[73][74]
„Klothoviridae“: Ebenfalls 2019 schlugen Roxane-Marie Barthélémy etal. eine Familie „Klothoviridae“ mit Typusspezies „Klothovirus casanovai“ und einer weiteren Spezies „Megaklothovirus horridgei“ vor, die mit 2,5–3,1μm und 4μm einen neuen Größenrekord darstellen würden. Als Wirte dienen wie bei „Meelsvirus“ Pfeilwürmer. Ähnlich wie bei den Arenaviridae fanden sich Ribosomen in den Viruspartikeln. Da derzeit noch keine Genomdaten vorliegen ist eine genauere Einordnung der Familie noch nicht möglich.[74]
„Choanovirus“: Im September 2019 berichteten David M. Needhal, Alexandra Z. Worden etal. über zwei Spezies (1 und 2) einer weiteren neuen Gattung „Choanovirus“ der erweiterten Mimiviren (jetzt Imitervirales). Der nächste Verwandte könnte das Aureococcus anophagefferens virus (AaV, Kratosvirus quantuckense[44][80]) sein.[81][82]
TEM-Aufnahmen von Virionen in der Karibik-Languste (Panulirus argus: PaV1), dem Kleinen Höckerflohkrebs[83] (Dikerogammarus haemobaphes: DhV1) und der Gemeinen Strandkrabbe (Carcinus maenas: CmV1).[37] (D–F) Die Aufnahmen zeigen vergrößerte Zellkerne mit sich entwickelnden Viroplasmen. (G–I) Die Morphologien der drei Viren umfassen einen Genom-Kern, umgeben von einem ikosaedrischen Nukleokapsid.TEM-Aufnahmen von PaV1 (A,B) und CmV1 (C).[37]Phylogenetischer Baum der NCLDVs nach Maximum-Likelihood-Methode, Stand Januar 2020 inkl. der Familie „Mininucleoviridae“.[37] Das Original wurde um die neuen ICTV-Bezeichnungen und den vorgeschlagenen Familiennamen ergänzt.
„Mininucleoviridae“: Im Januar 2020 wurde von Subramaniam etal. eine weitere Familie „Mininucleoviridae“ von Riesenviren der NCLDV vorgeschlagen, deren Mitglieder Krebstiere (Crustacea) parasitieren. Zu den Mitgliedern dieser Familie gehören nach Vorschlag „Carcinus maenas virus 1“ (CmV1), „Dikerogammarus haemobaphes virus 1“ (DhV1) und „Panulirus argus virus 1“ (PaV1). Die Familie gehört offenbar zum Pitho-Irido-Marseille-Zweig der NCLDV (jetzt Ordnung Pimascovirales).[37][84]
Im Oktober 2020 wurde eine Metagenomanalyse veröffentlicht, die zeigte, dass die Korallenbleiche bei Mo'orea, Franz. Polynesien, im Zusammenhang mit Viren steht. Obwohl eine eindeutige Zuordnung des rekonstruierten „assembled coral giant virus“ zu einem bestimmten Vertreter der NCLDV nicht möglich war, steht eine Zugehörigkeit zu dieser Gruppe außer Frage. Weitere Untersuchungen sind nötig.[85]
„Imitervirales-07“ [IM_07] ist die provisorische Bezeichnung für eine Klade der Ordnung Imitervirales. Identifizierte Vertreter dieser Klade infizieren Kathablepharidae [Katablepharidaceae], enge Verwandte der Klasse Cryptophyceae im Phylum Cryptista [Cryptophyta].[35][86][87] Zur Klade gehört das Virus (GVMAG) mit der Bezeichnung GVMAG-M-3300020187-27, identifiziert aus Proben von der HelgoländerKabeltonne.[35][88] Unter den Wirten wurde die Gattung Leucocryptos (mit Spezies Leucocryptos marina) identifiziert, das „Leucocryptos virus“ hat eine Genomlänge von 950kbp (Kilo-Basenpaare) mit 894ORFs (Offene Leserahmen, „Gene“).[35]
Die Klasse „Proculviricetes“ mit der einzigen Ordnung „Proculvirales“ sind eine 2023 von Morgan Gaïa et al. vorgeschlagene Gruppe der Nucleocytoviricota, die einen evolutionären Link zum ebenfalls vorgeschlagenen „Mirusviricota“ im Realm Duplodnaviria mit den Herpesviricetes und den Caudoviricetes herstellt. Näheres siehe Duplodnaviria § „Mirusviricota“.[9][10][11]
Die Organisation des Genoms und der DNA-Replikationsmechanismus legen eine phylogenetische Beziehung nahe zwischen den Rudiviren (Ordnung Ligamenvirales: Rudiviridae) und großen eukaryalen DNA-Viren (NCLDVs) wie dem Afrikanische Schweinepestvirus (African swine fever virus, Asfarviridae), Chloroviren (Chlorella virus, Phycodnaviridae) und Pockenviren (Orthopoxvirus, Poxviridae).[89]
Koonin etal. (2015, 2019) vermuten den Ursprung der NCLDV in den Tectiviridae, ikosaedrischen schwanzlosen ssDNA-Bakteriophagen, nach ICTV ebenfalls im Reich Bamfordvirae – im Unterschied zu den Herpesvirales (Herpesviren), bei denen der Ursprung bei den geschwänzten Caudovirales vermutet wird. Die Entwicklung verlief nach diesem Vorschlag über oder vermittels von Polintoviren (Polintons, auch Mavericks genannt: große DNA-Transposons, die virale Proteine kodieren, aber auch häufig in eukaryotischen Genomen vorkommen). Auch die Entwicklung von Adenoviren (Adenoviridae) und Bidnaviren (Bidnaviridae) sowie von Virophagen (d.h. der Klasse Virophaviricetes alias Maveriviricetes) wurde, so die Vermutung, durch die Polintons initiiert.[13][14] Die im März 2020 (inkl. späterer Änderungen mit Stand März 2025) vom ICTV getroffenen taxonomischen Einordnungen tragen dem Rechnung: sie ordnen
die Yaraviridae mit der Gattung Yaravirus[90] der Nucleocytoviricota-Klasse Mriyaviricetes;
lediglich die Bidnaviridae wurden per Vorschlag – ihrem Namen zum Trotz – dem Bereich Floreoviria (2026 hervorgegangen aus der Aufspaltung von Monodnaviria) zugeordnet.[2]
Natalya Yutin, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin: Origin of giant viruses from smaller DNA viruses not from a fourth domain of cellular life. In: Virology. 2014, doi:10.1016/j.virol.2014.06.032, PMC4325995 (freier Volltext).
N. Yutin, P. Colson, D. Raoult, E. V. Koonin: Mimiviridae: clusters of orthologous genes, reconstruction of gene repertoire evolution and proposed expansion of the giant virus family. In: Virol J. 10, 4. April 2013, S.106, PMID 23557328
Laura Perini, Katie Sipes, Athanasios Zervas, Christopher Bellas, Stefanie Lutz, Mohammad Moniruzzaman, Rey Mourot, Liane G. Benning, Martyn Tranter, Alexandre M. Anesio: Giant viral signatures on the Greenland ice sheet. In: BMC Microbiome, Band 12, Nr.91, 17. Mai 2024; doi:10.1186/s40168-024-01796-y (englisch). Dazu:
↑Jan Diesend, Janis Kruse, Monica Hagedorn, Christian Hammann: Amoebae, Giant Viruses, and Virophages Make Up a Complex, Multilayered Threesome. In: Frontiers in Cellular and Infection Microbiology, 7, Januar 2018, [doi:10.3389/fcimb.2017.00527], via ResearchGate, Fig.1 („Megavirales“ im Sinn von NCLDV und NCLDV selbst werden in dieser Arbeit nicht ganz korrekt als ‚Familie‘ bezeichnet, gemeint ist ‚Gruppe‘).
12
Natalya Yutin, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin: Origin of giant viruses from smaller DNA viruses not from a fourth domain of cellular life. In: Virology, Oktober 2014, doi:10.1016/j.virol.2014.06.032, PMID 25042053: „… we refer to this major group of viruses as ‘Megavirales’ to signal our support of this amendment to virus taxonomy …“, einem Vorschlag aus der Arbeitsgruppe um Didier Raoult folgend, siehe P. Colson, X. de Lamballerie, G. Fournous, D. Raoult: Reclassification of giant viruses composing a fourth domain of life in the new order Megavirales. In: Intervirology, 55, 2012, S.321–332, doi:10.1159/000336562, PMID 22508375.
12
Natalya Yutin, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin: Origin of giant viruses from smaller DNA viruses not from a fourth domain of cellular life. In: Virology, 2014, Fig. 1 bis 4.
12
Natalya Yutin, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin: Origin of giant viruses from smaller DNA viruses not from a fourth domain of cellular life. In: Virology, 2014, Fig. 5 und 6.
12Natalya Yutin, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin: Origin of giant viruses from smaller DNA viruses not from a fourth domain of cellular life. In: Virology, 2014; doi:10.1016/j.virol.2014.06.032, PMID 25042053, PMC4325995 (freier Volltext). Zitat: „The ‘Megavirales’ unite 7 families of viruses …“ und „all giant viruses contain a set of core genes that define … the proposed order Megavirales“.[5][6]
123
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123
Benjamin Minch, Mohammad Moniruzzaman: Expansion of the genomic and functional diversity of global ocean giant viruses. In: nbj Viruses, Band 4, Nr.32, 21. April 2025; doi:10.1038/s44298-025-00122-z, PMC12012013 (freier Volltext), PMID 40295861 (englisch).
123Eugene V. Koonin, Valerian V. Dolja, Mart Krupovic: Origins and evolution of viruses of eukaryotes: The ultimate modularity. In: Virology, Mai 2015, S.479–480. 2–25, Epub 12. März 2015, PMC5898234 (freier Volltext), PMID 25771806
↑
ICTV Executive Committee: The new scope of virus taxonomy: partitioning the virosphere into 15 hierarchical ranks. In: Nature Microbiology, Band 5, S.668–674, 27. April 2020; doi:10.1038/s41564-020-0709-x, ResearchGate:340950612 (englisch); Stand: Januar 2020. Dazu:
12Anthony Levasseur, Meriem Bekliz, Eric Chabrière, Pierre Pontarotti, Bernard La Scola und Didier Raoult: MIMIVIRE is a defence system in mimivirus that confers resistance to virophage. In: Nature. 2016, doi:10.1038/nature17146 (freier Volltext).
123GenkiYoshikawa,RomainBlanc-Mathieu,ChihongSong,YokoKayama,TomohiroMochizuki,KazuyoshiMurata,HiroyukiOgata,MasaharuTakemura:Medusavirus, a novel large DNA virus discovered from hot spring water. In: Journal of Virology. 93. Jahrgang, Nr.8, 2019, doi:10.1128/JVI.02130-18, PMID 30728258 (englisch, asm.org[abgerufen am 2.Juli 2019]).
12345
Disa Bäckström, Natalya Yutin, Steffen L. Jørgensen, Jennah Dharamshi, Felix Homa, Katarzyna Zaremba-Niedwiedzka, Anja Spang, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin, Thijs J.G. Ettema: Virus Genomes from Deep Sea Sediments Expand the Ocean Megavirome and Support Independent Origins of Viral Gigantism. In: mBio, Band 10, Nr.2, März–April 2019, S.e02497-18; doi:10.1128/mBio.02497-18, PMID 30837339, PMC6401483 (freier Volltext), ResearchGate:331531846 (englisch).
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12345
Clara Rolland, Julien Andreani, Amina Cherif Louazani, Sarah Aherfi, Rania Francis, Rodrigo Rodrigues, Ludmila Santos Silva, Dehia Sahmi, Said Mougari, Nisrine Chelkha, Meriem Bekliz, Lorena Silva, Felipe Assis, Fábio Dornas, Jacques Yaacoub Bou Khalil, Isabelle Pagnier, Christelle Desnues, Anthony Levasseur, Philippe Colson, Jônatas Abrahão, Bernard La Scola: Discovery and Further Studies on Giant Viruses at the IHU Mediterranee Infection That Modified the Perception of the Virosphere. In: Viruses, 11(4), März/April 2019, pii: E312, doi:10.3390/v11040312, PMC6520786 (freier Volltext), PMID 30935049.
123456Kuttichantran Subramaniam, Donald C. Behringer, Jamie Bojko, Natalya Yutin, Abigail S. Clark, Kelly S. Bateman, Ronny van Aerle, David Bass, Rose C. Kerr, Eugene V. Koonin, Grant D. Stentiford, Thomas B. Waltzek:A New Family of DNA Viruses Causing Disease in Crustaceans from Diverse Aquatic Biomes. In: Vincent R. Racaniello (Hrsg.): mBio. 11. Jahrgang, Nr.1, 14.Januar 2020, doi:10.1128/mBio.02938-19, PMID 31937645, PMC6960288 (freier Volltext) – (englisch).
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1234
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↑
Clara Rolland, Julien Andreani, Dehia Sahmi-Bounsiar, Mart Krupovic, Bernard La Scola, Anthony Levasseur: Clandestinovirus: A Giant Virus With Chromatin Proteins and a Potential to Manipulate the Cell Cycle of Its Host Vermamoeba vermiformis. In: Frontiers in Microbiology, Band 12, 10. August 2021, Nr.715608; doi:10.3389/fmicb.2021.715608, PMID 34447361, PMC8383183 (freier Volltext).
123
Julien Andreani, Jean-Pierre Baudoin, Léana Laumier, Lucile Pinault, Alice Chanteloup, Philippe Colson, Bernard La Scola: Usurpativirus massiliensis, a new giant virus related to clandestinovirus. In: Virology Journal. Band 22, 24. November 2025, S.385; doi:10.1186/s12985-025-02997-z (englisch).
123
Jiwan Bae, Narumi Hatori, Raymond N. Burton-Smith, Kazuyoshi Murata, Masaharu Takemura: A newly isolated giant virus, ushikuvirus, is closely related to clandestinovirus and shows a unique capsid surface structure and host cell interactions. In: Journal of Virology: Environmental Microbiology, Band 99, Nr.12, 23. Dezember 2025, S.e01206-25; doi:10.1128/jvi.01206-25, PMC12724268 (freier Volltext), PMID 41277844, Epub: 24. November 2025 (englisch).
↑
Jiwan Bae, Masaharu Takemura: Isolation of a novel vermamoeba-infected virus associated with the family Mamonoviridae. – Draft genome of furtivovirus, isolated from the Inasegawa river, Kanagawa, Japan.
Anm.: Laut Abstract ist „Furtivovirus“ nahe verwandt mit „Clandestinovirus“ und „Ushikuvirus“, und ist assoziiert mit (nicht: Mitglied von) der Familie Mamonoviridae.
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↑Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen Schulz2020.
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Paulo V.M. Boratto, Graziele P. Oliveira, Talita B. Machado, Ana Cláudia S.P. Andrade, Jean-Pierre Baudoin, Thomas Klose, Frederik Schulz, Saïd Azza, Philippe Decloquement, Eric Chabrière, Philippe Colson, Anthony Levasseur, Bernard La Scola, Jônatas S. Abrahão: A mysterious 80 nm amoeba virus with a near-complete “ORFan genome” challenges the classification of DNA viruses, auf: bioRxiv, 28. Januar 2020, bioRxiv: 10.1101/2020.01.28.923185v1(Preprint-Volltext)doi:10.1101/2020.01.28.923185.