Nucleus olivaris

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Lage der Olivenkerne (3,4), frontaler Schnitt

Die Nuclei olivares (dt. „Olivenkerne“) sind zwei Kerngebiete im verlängerten Mark, einem Teil des Hirnstamms. Man unterscheidet die obere und die untere Olive (Nucleus olivaris superior bzw. Nucleus olivaris inferior).

Nucleus olivaris superior[Bearbeiten]

Der Nucleus olivaris superior ist streng genommen kein Kern, sondern ein Kernkomplex, der aus mehreren verschiedenen Kernen besteht (v. a. zu nennen sind die mediale obere Olive und die laterale obere Olive). Die obere Olive ist Teil der Hörbahn. Ihre Neuronen sind an der Lokalisation von Schallquellen beteiligt, indem sie Laufzeit- und Pegelunterschiede zwischen beiden Ohren (interaural oder binaural) auswerten. Ihre Axone projizieren über den Lemniscus lateralis beidseitig in die Colliculi inferiores, einer wichtigen Schaltstation im Mittelhirn.

Nucleus olivaris inferior[Bearbeiten]

Die Neuronen der unteren Olive (Nucleus olivaris inferior) projizieren mit ihren Axonen über den unteren Kleinhirnstiel (Pedunculus cerebellaris inferior) in die gegenseitige Hemisphäre des Kleinhirns (Cerebellum). Die Axone formen dabei das „olivocerebelläre Bündel“ und enden schließlich als „Kletterfasern“ an den Purkinje-Zellen des Kleinhirns. Wesentliche Afferenzen bekommt der Kern vom Nucleus ruber und vom motorischen Kortex. Die Neuronen der unteren Olive sind an der Koordination von Bewegungen beteiligt und melden dem Kleinhirn wahrscheinlich Bewegungsirrtümer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Amunts, K. und Zilles, K. (2007): Funktionelle Neuroanatomie. Kap. 1, 9 – 59. In: Schneider, F. und Fink G.R. (Hrsg.)(2007): Funktionelle MRT in Psychiatrie und Neurologie. Heidelberg (Springer)

Weblinks[Bearbeiten]