Nudossi

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Nudossi ist der Markenname einer Nuss-Nougat-Creme des Herstellers Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren (ehemals Vadossi), dessen Hauptprodukt es darstellt.

Nudossi wurde bereits zu Zeiten der DDR hergestellt. Nach der Wende wurde die Produktion eingestellt, nach einer mehrjährigen Pause im Frühjahr 1999 jedoch wieder aufgenommen. Die Bezeichnung „Ost-Nutella“ ist nur bedingt zutreffend, da die Zusammensetzung mittlerweile völlig anders ist als noch zu DDR-Zeiten und sich stark von Nutella und vergleichbaren Aufstrichen unterscheidet. Nudossi weist mit 36 % einen wesentlich höheren Haselnussanteil auf als etwa Nutella mit nur 13 %. Die Rezeptur wurde Ende 2016 angepasst, so dass nun weniger Fett (von 35 g auf 32 g) und mehr Zucker (von 46 g auf 50 g) enthalten ist. Seit April 2017 wird zusätzlich Palmöl-freie Nuss-Nougat-Creme in 300-g-Gläsern vertrieben.[1]

Vom selben Hersteller stammen weitere Brotaufstriche wie die Schokoladen-Nuss-Kokoscreme „Naschi“ und die Milch-Kakao-Creme „Nu Pagadi“ sowie Marzipanbrote, Baumkuchen, Christstollen und Oblaten.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zucker (50 %)[2], Haselnüsse (36 %)[3], pflanzliches Fett (Palmöl, bzw. Salnussöl[1]), fettarmes Kakaopulver, Magermilchpulver, Emulgator: Sonnenblumen-Lecithine[4], Mono- und Diglyceride von Speisefetten, Salz[5]. Energiegehalt: 100 Gramm haben 2264 kJ (543 kcal); 32 % Fette. Aufgrund des Magermilchpulvers ist Nudossi laktosehaltig[6].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Karl Lischka produzierte ab 1920 in Dresden-Plauen Gebäck und Tafelschokolade. 1924 zog er nach Kötzschenbroda, heute Stadtteil von Radebeul, um sein Unternehmen als Firma Vadossi mit anfangs 40 Mitarbeitern weiterzuführen. Seinen Neubau in der Fabrikstraße 4 ließ er sich durch den Baumeister Franz Jörissen errichten. Das Unternehmen überstand den Krieg mit leichten Gebäudeschäden und erfuhr keine Demontage durch die Siegermächte. Dies führte dazu, dass bereits im Juni 1945 die Süßwarenproduktion mit einer Belegschaft von 50 Personen wieder anfuhr. Die Belegschaft wuchs binnen weniger Jahre auf 240 Personen. Unter staatlicher Beteiligung firmierte die Firma ab 1957 als Vadossi KG Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik. Neben z. B. Krokant, Toffees und Pralinen stellte sie Kakaoerzeugnisse her.

Im Jahr 1970 begann die Herstellung von Nudossi. Der bereits erwähnte hohe Nussanteil ist ursprünglich aus der Not geboren: In der DDR waren Haselnüsse leichter zu bekommen als künstliche Aromen. Im Jahre 1972 wurde die Firma zu einem Betriebsteil der in Dresden ansässigen Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz, geführt als deren Werk Vadossi. Mit der Schließung des Kombinates „Elbflorenz“ 1991 wurde die Produktion von Nudossi eingestellt, die Anlagen verschrottet oder verkauft. 1994 wurde das Werk Vadossi liquidiert.

Nachdem die ursprünglich in der DDR angemeldete Marke Nudossi erloschen war, meldete der Mitteldeutsche Rundfunk diese Marke im Sommer 1996 erneut an, neben Nuss-Nougat-Crème auch für Veranstaltungen, Rundfunksendungen und Ähnliches (Deutsches Patent- und Markenamt, Registernummer/Aktenzeichen: 39632419.3). Im Frühjahr 1999 erwarb die Sächsische Spezialitäten Hartmann GbR die Namensrechte an der Nuss-Nougat-Crème.[7] Nach einer Insolvenz im Jahr 2005 wurde das Unternehmen unter dem Namen Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG weitergeführt.

Heute werden täglich sechs Tonnen Nudossi produziert. Dafür werden jährlich 350 Tonnen Haselnussmark aus der Türkei importiert.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Jürgen Helfricht: Der Nudossi-Code. Köstliche Backrezepte & raffinierte Kochideen und die Geschichte der feinen Nusscréme. Husum 2012, ISBN 978-3-89876-607-4.
  • Arnd Zschiesche, Oliver Carlo Errichiello: Nudossi: Der Osten auf dem Brot. In: Arnd Zschiesche, Oliver Carlo Errichiello (Hrsg.): Erfolgsgeheimnis Ost. Survival-Strategien der besten Marken – und was Manager daraus lernen können. Gabler, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1615-0, S. 144–149.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Nudossi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nudossi: Zukunft aufs Brot In: zeit.de, abgerufen am 29. Oktober 2017
  2. Wiso-Markencheck: Nutella gegen Nougat-Creme vom Discounter In: stern.de, 3. November 2015, abgerufen am 16. Januar 2017
  3. Arnd Zschiesche, Oliver Carlo Errichiello: Nudossi: Der Osten auf dem Brot. In: Arnd Zschiesche, Oliver Carlo Errichiello (Hrsg.): Erfolgsgeheimnis Ost. Survival-Strategien der besten Marken – und was Manager daraus lernen können. Gabler, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1615-0, S. 148 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Sächsische Zeitung: 36 Prozent Nuss von Martina Hahn, am 12. Oktober 2013
  5. Deutscher Tele Markt GmbH: Nudossi im 200g Becher. Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG, abgerufen am 18. April 2014.
  6. Nudossi bei Laktonaut.de
  7. Erfolgsgeschichte: Nudossi für alle. Die Zeit (online) vom 10. Januar 2010
  8. Sächsische Zeitung vom 2./3. August 2014