Nukufetau

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Nukufetau
NASA-Bild von Nukufetau
NASA-Bild von Nukufetau
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Elliceinseln
Geographische Lage 8° 0′ S, 178° 22′ OKoordinaten: 8° 0′ S, 178° 22′ O
Nukufetau (Tuvalu)
Nukufetau
Anzahl der Inseln 33
Hauptinsel Fale
Länge 14 km
Breite 10 km
Landfläche 2,99 km²
Einwohner 536 (2012)

Nukufetau (historisch De Peyster Islands), ist ein Atoll des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Es liegt rund 57 Kilometer südwestlich von Vaitupu.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Atoll hat annähernd die Form eines Rechteckes von 8 Kilometern Breite und 14 Kilometern Länge.[1] Nukufetau besteht aus Insgesamt 33 Motu, die größten sind Fale, Motulalo und Lafaga. Die Gesamtfläche beträgt 116 Quadratkilometer, die Landfläche 2,99 Quadratkilometer. Das Atoll hat 536 Einwohner (Stand 2012).[2]

Die Lagune hat nur zwei Verbindungen zum Ozean. Im Westen erlaubt eine tiefe Passage (Teafuone oder Teafua Pass) den Zugang zur Lagune für Schiffe mittlerer Größe. Sie wurde auch von den Versorgungsschiffen der US-Navy im Zweiten Weltkrieg benutzt.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora von Nukufetau ist ähnlich der der übrigen Tuvalu-Inseln, deren Pflanzenwuchs während der langen Besiedlung zunächst von den Polynesiern und später den Europäern grundlegend verändert wurde. Heute ist die dominierende Pflanze die Kokospalme. Die wenigen Reste der ursprünglichen Vegetation, hauptsächlich auf den kleinen Motu, bestehen aus dem für die Koralleninseln des Südpazifiks typischen, niedrig wachsenden Laub- und Buschwald, mit Pisonia grandis, Cordia subcordata, Pemphis acidula aus der Familie der Lythraceae (Weiderichgewächse), Scaevola taccata und Morinda citrifolia.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Überlieferung nach wurde die Insel von Tonga aus besiedelt. Als die polynesischen Entdecker landeten, sahen sie einen mächtigen Fetau-Baum (Calophyllum inophyllum). Sie gaben ihr daher den Namen Nuku Fetau, übersetzt: Insel des Fetau-Baumes. Die Legende berichtetet weiterhin, dass drei verschiedene Clans Siedlungen auf unterschiedlichen Motu gründeten: auf Lafaga (Lafanga) im Osten, Motulalo im Südosten und Fale im Südwesten. Heute gibt es nur noch ein Dorf auf dem Motu Savave im Südosten, eine Gründung der Missionare.[4]

Nukufetau wurde am 18. Mai 1819 von Arent Schuyler DePeyster aus New York, Kapitän der Brigantine Rebecca, die unter britischer Flagge segelte, für Europa entdeckt. Er betrat die Inseln jedoch nicht.[5]

1863 suchten peruanische Blackbirders die Tuvalu-Inseln Nukulaelae und Funafuti heim und entführten mehr als 400 Personen – über die Hälfte der Bevölkerung – als Kontraktarbeiter nach Chile und Peru. Im Mai 1863 kam mindestens ein Schiff auch nach Nukufetau, konnte dort aber nur drei Personen rekrutieren. Zwei von ihnen gelang die Flucht bei einem Zwischenaufenthalt auf Rotuma Island, sie sollen schließlich den Weg zurück auf ihre Heimatinsel gefunden haben.[6]

Einheimische Missionare der London Missionary Society (LMS) von Samoa christianisierten die Inselbewohner in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[7] Zwischen 1865 und 1899 organisierten sie 33 Missionsreisen auf die Tuvalu-Inseln, in die insgesamt 22 Missionare involviert waren.[8]

Am 16. August 1872 traf der segel- und dampfgetriebene Kreuzer HMS Basilisk unter dem Kommando von John Moresby vor Nukufetau ein. Moresby beschrieb das Atoll als „dicht mit Kokospalmen bedeckt“ (densely covered by coco-nut trees). In der Lagune lag eine Brigg vor Anker, die eine Ladung Kokosnussöl nach Sydney bringen sollte. Zu dieser Zeit befanden sich unter den polynesischen Ureinwohnern nur ein weißer Resident und einige Missionare aus Samoa, die eine Kirche und eine Schule aus Korallengestein errichtet hatten.[9]

1943 bauten Pioniere der United States Naval Construction Forces (NCF) auf Motulalo einen Anlegesteg für Versorgungsschiffe und ein Flugfeld, auf dem zeitweise Bomber Consolidated B-24 stationiert waren. Obwohl japanische Bomber mehrfach die Nachbarinsel Funafuti angriffen, blieb Nukufetau unbehelligt. Der Flugplatz wurde nach dem Ende des Pazifikkrieges aufgegeben.[10]

Heute hat Nukufetau keinen Flugplatz und keinen Hafen, lediglich einen Anlegesteg an der Lagunenseite bei Savave, der über einen künstlich vertieften Kanal durch das Korallenriff erreichbar ist. Eine touristische Infrastruktur fehlt völlig, insbesondere gibt es kein Hotel und keine Restaurants. Die Insel hat keine befestigten Straßen und es verkehren keine Autos (Stand 2002). Hauptverkehrsmittel ist das Boot.

Der ehemalige Premierminister von Tuvalu (2002–2004), Saufatu Sopoanga, stammt von Nukufetau, ebenso wie der seit 2013 amtierende Premierminister Enele Sopoaga.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chunting Xue: Coastal Sedimentation, Erosion and Management of Southwest Nukufetau Atoll, Tuvalu. Pacific Islands Applied Geoscience Commission (SOPAC), Technical Report Nr. 238, 1996
  2. Tuvalu Online GIS. Tuvalu Central Statistics Office, Januar 2015, abgerufen am 8. Januar 2015.
  3. Dieter Mueller-Dombois, F. Raymond Fosberg: Vegetation of the Tropical Pacific Islands. Springer-Verlag, New York-Berlin 1998, ISBN 0-387-98313-9, S. 328
  4. Hugh Laracy (Hrsg.): Tuvalu - A History, University of the South Pacific, Suva, 1983, S. 86
  5. N.N.: Military (1776–'79) transactions of Major, afterwards Colonel, 8th or King's foot, Arent Schuyler de Peyster . . . Details of the discovery of the Ellice and de Peyster Islands in the Pacific Ocean in May, 1819 [1]
  6. Henry Evans Maude: Slavers in paradise. The Peruvian slave trade in Polynesia, 1862–1864. Stanford University Press 1981, S. 79
  7. Doug Munro: The Lagoon Islands: A History of Tuvalu, 1820-1908. Macquarie University, Sydney 1982
  8. Doug Munro, Andrew Thornley (Hrsg.): The Covenant makers, Islander Missionaries in the Pacific. Pacific Theological College, Suva 1996, S. 134
  9. John Moresby: Discoveries and Surveys in New Guinea and the D´Entrecasteaux Islands. London 1876, S. 77
  10. Hugh Laracy (Hrsg.): Tuvalu - A History, University of the South Pacific, Suva, 1983, S. 143