Nukumanu-Inseln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox Atoll/Wartung/HoeheFehlt
Nukumanu
NASA-Aufnahme von Nukumanu
NASA-Aufnahme von Nukumanu
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 4° 32′ S, 159° 24′ OKoordinaten: 4° 32′ S, 159° 24′ O
Nukumanu (Papua-Neuguinea)
Nukumanu
Anzahl der Inseln über 20
Hauptinsel Nogu Dabu
Länge 22,5 km
Breite 16,1 km
Landfläche 2,5 km²
Gesamtfläche 282 km²
Einwohner 500
Nukumanu ganz im Nordosten
Nukumanu ganz im Nordosten

Die Nukumanu-Inseln (früher auch „Tasman-Inseln“) sind ein Atoll im Pazifischen Ozean nördlich von Ontong Java gelegen. Sie gehören zu Papua-Neuguinea und sind politisch ein Teil Melanesiens. Kulturell zählt man das Atoll auf Grund der polynesischstämmigen Bevölkerung zu den Exklaven Polynesiens, welche außerhalb des polynesischen Dreiecks liegen. Administrativ gehört es zum Atolls Local Level Government des North Bougainville Districts in der Provinz Bougainville.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inseln sind Ergebnis des Wachstums eines großen Korallenriffs. Ein Ring von mehr als 20 Inseln (Motus) umgibt eine weite Lagune. Die Inseln sind sehr flach und erheben sich nur wenige Meter über den Meeresspiegel. Die Gesamtfläche des Atolls beträgt 282 km²,[1] während die Landfläche der Insel nur rund 2,5 km² beträgt.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Atoll hat eine Bevölkerung von rund 500.[3] Nukumanu gehört zu den Exklaven Polynesiens. Die Menschen der Inseln leben daher nach polynesischen Traditionen und sprechen einen zum samoanischen Zweig der polynesischen Sprachen gehörenden Dialekt des Polynesischen. Die Nahrungsgrundlagen der Inseln sind dürftig. Die Bewohner ernähren sich von Fischfang und einfachen Formen des Landbaus. Wichtige Grundlage der Ernährung liefern Kokospalmen und Bananenstauden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nukumanier sind Fischer und Taucher. In geringem Maße betreiben die Bewohner Handel mit Meeresfrüchten und Perlmuscheln, aus welchen Perlmutt gewonnen wird. Diese werden zum größten Teil nach Asien exportiert. Dieser Handel ist das Rückgrat der nukumanischen Wirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besatzung des deutschen Kriegsschiffes SMS Alexandrine hisste im Oktober 1886 die deutsche Flagge auf den Tasman-Inseln als Zeichen der Inbesitznahme durch das Deutsche Reich.[4] Nach dem deutsch-britischen Abkommens vom 14. November 1899 (Samoa-Abkommen) wurde Nukumanu eigentlich Teil des an Großbritannien abgetretenen Gebiets, blieb aber auf Grund einer Intervention von Gouverneur Rudolf von Bennigsen und nach formalem Verzicht der Western Pacific High Commission Teil der deutschen Kolonie Neuguinea und fiel erst nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag von 1919 an das australische Mandatsgebiet.[5]

Traurige Berühmtheit erlangte das Atoll im Jahre 1937: Beim Überflug sendeten die berühmte amerikanische Flugpionierin Amelia Earhart und ihr Navigator ihre letzte bekannte Positionsbestimmung, bevor sich ihre Spur in den Weiten des Pazifiks verlor.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traditionelle Musik der Nukumanu-Inseln steht ähnlich der Musik Neuguineas mit zeremoniellen Tänzen in Verbindung, die von Trommeln und Chorgesang begleitet werden. Als Trommeln dienen leere Blechkanister und Bambusstampfröhren (lopu), zu den weiteren Musikinstrumenten gehören verschiedene hölzerne Idiophone (tamu) und ein Mundbogen (susupu). Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden unter europäischem Einfluss Gitarre, Ukulele und Mundharmonika eingeführt. Neben besonderen Feierlichkeiten boten regelmäßige Zusammenkünfte, bei denen Palmwein (kareve) getrunken wurde, einen Anlass zum Musizieren. Bei einer hava genannten Tanzaufführung sitzen die Frauen im Zentrum umgeben von einem Kreis stehender Männer, die sich zur Mitte hin orientieren. Die Vorstellung beginnt mit Gesang, der vom Stampfrhythmus abgelöst wird, den die Frauen mit etwa 90 Zentimeter langen Bambusröhren erzeugen. Die Männer schlagen derweil mit Holzstangen, die Speere darstellen sollen, auf den Boden. Sie lassen sich bei ihrem abschließenden Tanz mehrfach auf den Boden fallen, um gemeinsam wieder aufzustehen. Dieser und andere Tänze beginnen üblicherweise langsam und beschleunigen den Rhythmus im Verlauf der Vorstellung. Die traditionellen Stile wurden zumindest bis Mitte der 1980er Jahre noch gepflegt, nur als Anlässe dienten zunehmend christliche oder nationale Feiertage.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. Walter Nuhn: Kolonialpolitik und Marine, Bernard & Graefe, Bonn, 2002, S. 61
  5. Hermann Joseph Hiery: Die deutsche Verwaltung Neuguineas 1884-1914. In: Ders. (Hrsg.): Die deutsche Südsee 1884-1914. Ein Handbuch. 2. Aufl. Schöningh, Paderborn u. a. 2003, S. 277-311
  6. Jennifer Johnstone, Richard Feinberg: From „Oriori“ to the Everly Brothers: Observations on the Music of Nukumanu., In: The Journal of the Polynesian Society, Vol. 115, Nr. 4, Dezember 2006, S. 365–381, (PDF-Datei; 590 kB)