Nusaybin

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Nusaybin
Wappen fehlt
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Nusaybin (Türkei)
Red pog.svg
Nusaybin364.jpg
Stadtbild von Nusaybin
Basisdaten
Provinz (il): Mardin
Koordinaten: 37° 5′ N, 41° 13′ OKoordinaten: 37° 4′ 43″ N, 41° 13′ 5″ O
Höhe: 500 m
Einwohner: 85.498[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 482
Postleitzahl: 47300
Kfz-Kennzeichen: 47
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Ayşe Gökkan (BDP)
Webpräsenz:
Landkreis Nusaybin
Einwohner: 112.790[1] (2010)
Fläche: 1.169 km²
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Kaymakam: Murat Girgin
Webpräsenz (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis
Die Kirche des Jakob von Nisibis

Nusaybin (kurdisch Nisêbîn, aramäisch: ܢܨܝܒܝܢ, Niṣībīn), ist eine Stadt im Bezirk Nusaybin der türkischen Provinz Mardin an der türkisch-syrischen Grenze.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat 88.047 Einwohner und der gleichnamige Landkreis 115.072 (Stand 2012). In Nusaybin befindet sich ein Straßenverkehrsgrenzübergang zur syrischen Nachbarstadt Al-Qamischli. Die die beiden Städte verbindende Bahnlinie, Bestandteil der Bagdadbahn, ist im grenzüberschreitenden Verkehr außer Betrieb. Nusaybin selbst wird jedoch noch von Güterzügen der türkischen Bahn angefahren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Stadt lautete in der Antike Nisibis (zur antiken und mittelalterlichen Geschichte siehe dort). Nisibis war damals zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich umkämpft. Bekannt sind der Kirchenlehrer Ephräm der Syrer (306–373)[2] sowie der Heilige Jakob von Nisibis, der als Bischof wirkte und wahrscheinlich im Jahre 338 n. Chr. verstorben ist. Die Stadt gehörte seit 363 dauerhaft zum Reich der Sassaniden, die die Einwohner vertrieben und durch Perser ersetzten. Nisibis wurde dann 639/640 nach Christus von muslimischen Arabern erobert, wurde 1515 Teil des osmanischen Reiches und gehört seit 1920 zur Türkei. Heute leben vor allem Kurden und eine Minderheit an Aramäern und Arabern in der Stadt.

Geschichte ab 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Beendigung des Waffenstillstandes der Türkei mit der PKK kam es in Nusaybin zu Ausgangssperren und zu schweren Gefechten zwischen Kurden und der Türkischen Armee. Die Versorgung mit Wasser und Elektrizität wurde in Nusaybin zeitweise ausgesetzt.[3] Mehrere Wohnviertel wurden abgerissen. Insgesamt sollen 50`000 Personen ihre Häuser verloren haben.[4]

Politisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2014 wurden Sara Kaya und Cengiz Kök von der BDP mit 91 % der Stimmen zu Co-Bürgermeistern von Nusaybin gewählt.[5] Sie wurden im Januar 2017 durch einen Zwangsverwalter ersetzt. Am 13. Januar 2017 wurden sie in Gewahrsam genommen und am 26. Januar 2017 wurde Untersuchungshaft verhängt. Kök wurde im Dezember 2017 unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik (Memento vom 5. Dezember 2012 im Webarchiv archive.is), abgerufen am 22. Januar 2012
  2. Hartmut Leppin: Ephraim der Syrer: „Carmen Nisibenum 10“ In Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2016.
  3. Frankfurter Rundschau: Nusaybin im Südosten der Türkei: Totenstille in einer verwüsteten Stadt. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 8. Juli 2018]).
  4. Frankfurter Rundschau: Nusaybin im Südosten der Türkei: Totenstille in einer verwüsteten Stadt. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 13. Juli 2018]).
  5. Nusaybin Co-Mayor Sara Kaya Unseated. In: Bianet - Bagimsiz Iletisim Agi. (bianet.org [abgerufen am 16. Juli 2018]).
  6. evrensel.net vom 15. Dezember 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nusaybin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien